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Netzwoche 06/2016

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20 Best of Swiss Web

20 Best of Swiss Web Best of Swiss Web 2016 mur. Endlich ist es so weit: Die Jury von Best of Swiss Web hat aus 355 Einreichungen die Sieger in 11 Kategorien gekürt. Insgesamt schafften es 80 Projekte in die engere Auswahl. 9 davon setzten sich in ihrer Klasse durch und gewannen eine Gold-Auszeichnung. Zusätzlich gab es 25 Silber- und 34 Bronze-Gewinner. Einige Unternehmen heimsten sogar mehr als eine Gold-Auszeichnung ein. Die «Netzwoche» präsentiert in dieser Ausgabe alle Gewinner im Überblick. Der Master of Swiss Web wird in einem dreistufigen Verfahren gewählt. Als Erstes ermittelte die Jury nach einem definierten Schlüssel die Master-Kandidaten. Über ebendiese Kandidaten konnten die Netzticker-Leser bis zum 29. März abstimmen. An der Award Night am 7. April wählten dann auch noch die anwesenden Gäste ihre Favoriten. Master wurde, wer von allen drei Instanzen insgesamt am meisten Punkte erhielt. Letztes Jahr hatte Swiss.com den Master-Titel gewonnen. Der Digital Transformation Award, den Best of Swiss Web zum zweiten Mal vergibt, findet ebenfalls Anklang. Rund 400 Unternehmen nutzten die Gelegenheit und nahmen am «Digital Maturity Check» teil, den das Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität St. Gallen und die Unternehmensberatung Crosswalk ausarbeiteten. Im Unterschied zum Best of Swiss Web Award gibt es hier keine Silber- und Bronze-Auszeichnungen – dafür aber gleich zwei Sieger. 06 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Best of Swiss Web Nachgefragt 21 «Es geht um Werte, nicht um Zahlen» Reinhard Riedl ist Professor und wissenschaftlicher Leiter des Fachbereichs Wirtschaft an der Berner Fachhochschule. Am Best of Swiss Web Award leitete er als Jurypräsident die Auswahl der Master-Kandidaten in der Kategorie Public Affairs. Diese verzeichnete dieses Jahr aussergewöhnlich viele Projekte. Weshalb, erklärt Riedl im Interview. Interview: George Sarpong Dieses Jahr gab es deutlich mehr Einreichungen in der Kategorie Public Affairs als im Vorjahr. Wie erklären Sie sich das? Reinhard Riedl: Vielleicht war es schlicht Zufall. Möglich ist aber auch, dass hier ein Trend sichtbar wird: Die Grenzen zwischen Wirtschaft, Staat und Zivilgesellschaft verschwimmen. Um gute Geschäfte machen zu können, wird es immer wichtiger, Nutzen für die Gesellschaft zu schaffen. In den USA mit ihrem Good-Works-Marketing, bei dem Unternehmen soziale Initiativen starten, um Absatz oder Markenwert zu erhöhen, ist das ausgeprägter als bei uns. Aber auch hierzulande kommen Ideen wie «Shared Value» an. Dieses Ostküsten-Konzept für nachhaltiges Wirtschaften wurde ursprünglich sogar für ein Schweizer Unternehmen entwickelt. Bild: Katharina Schiffl « Wenn wir eine visuell attraktive öffentliche Hand wollen, bekommen wir sie auch. » Reinhard Riedl, Professor und wissenschaftlicher Leiter des Fachbereichs Wirtschaft der Berner Fachhochschule und Jury präsident der Kategorie «Public Affairs» bei Best of Swiss Web Was macht die Kategorie Public Affairs besonders spannend? Es geht um Werte, nicht um Zahlen. Und es geht um das Gemeinwohl, nicht um den Profit des Auftraggebers. Eine Site ist dann preiswürdig, wenn sie erstens direkt Nutzen für seine Stakeholder schafft und zweitens indirekt positiv auf die Gesellschaft als Ganzes ausstrahlt. Dabei zählt nicht so sehr der gute Wille wie die tatsächliche Wirkung, die allerdings sehr vielfältig sein kann. Die Jury von «Public Affairs» versucht damit offen umzugehen und ist alles andere als ein Gutmenschen-Klub. Wie meinen Sie das? Wir haben Spass an bösen Kommentaren und stellen die harte Frage: Wem nützt dieses Angebot und wie sehr? Diese Frage – und zwar eben nicht nur in rein monetärer Hinsicht – sollte sich eigentlich jeder Webdesigner stellen. Was hat Sie besonders überrascht? Dass die Idee endlich angekommen ist, dass es um mehr als nur um technische Coolness geht, und wir diesen grossen Zuwachs an Eingaben hatten. Positiv ist auch, dass die Vielfalt durch die steigende Professionalität nicht ab-, sondern zunimmt. Die Angst vor dem Langeweile-Tod durch Perfektion ist unbegründet. Wie erklären Sie sich den Trend zu «sexy» Websites bei der öffentlichen Hand? Die öffentliche Hand war ihren Klienten immer sehr nahe. Ihr Auftritt spiegelt seit jeher primär die Vorlieben des Souveräns wider. Und sekundär jene ihrer Mitarbeiter. Wenn sich die Menschen und ihre Erwartungen ändern, verändert sich auch die öffentliche Hand. Wenn wir eine visuell attraktive öffentliche Hand wollen, bekommen wir sie auch. Und mittlerweile will das die Mehrheit. So einfach ist das. Welche Trends gab es an der Technologiefront? Hier gibt es in der Kategorie Public Affairs noch ein wenig Entwicklungspotenzial. IoT und Linked Data ermöglichen viele Innovationen, die man aber erst vereinzelt sieht. Technik, Prozesse und Webdesign müssen erst zueinander finden. Auch mit den guten alten Expertensystemen liessen sich einige innovative bis revolutionäre Beratungsdienste bauen, wenn man anerkennen würde, dass Suchmaschinen nicht immer die beste Option sind. Interview online: auf www.netzwoche.ch Webcode 7399 Welche weiteren Trends gab es? Ein weiteres Thema, das wir in den letzten Jahren immer wieder, doch noch immer zu selten, sehen, sind Integrationsportale. Diese müssen gleich zwei Aufgaben bewältigen: Daten und Prozesse vernetzen und zugleich einen einfachen Zugriff darauf ermöglichen. Das eine verlangt bisweilen gesetzliche Änderungen, das andere ist eine gewaltige Design-Hürde. In den nächsten Jahren erwarte ich trotzdem einige Public-Affairs-Medaillen für Prozessintegrationen. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 06 / 2016

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