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Netzwoche 06/2020

08 Business Aktuell

08 Business Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Frankreich verdonnert Apple zu Milliardenbusse rja. Apple ist ins Visier der französischen Kartellbehörden geraten, wie «CNBC» berichtet. Der Konzern habe die wirtschaftliche Abhängigkeit seiner Händler ausgenutzt und innerhalb seines Vertriebsnetzes Kartelle gebildet. Wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens wurde Apple zu einer Strafzahlung von 1,1 Milliarden Euro verurteilt. CNBC gegenüber sagt Apple, die Entscheidung betreffe Vorgänge, die mehr als ein Jahrzehnt zurückliegen, und man werde das Urteil anfechten. Schweizer shoppen für 10 Milliarden Franken online lha. Schweizer Konsumenten haben 2019 online Waren im Wert von 10,3 Milliarden Franken gekauft. Das entspricht einer Steigerung von 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wie aus einer gemeinsamen Studie von GfK und dem Verband des Schweizerischen Versandhandels (VSV) hervorgeht, war Heimelektronik das beliebteste Segment. An zweiter Stelle steht das Segment Fashion und Schuhe mit 2,15 Milliarden Franken. Für 2020 erwarten GfK und der VSV einen weiteren Anstieg der Onlinekäufe um 8 bis 10 Prozent. IBM Schweiz baut angeblich jede zehnte Stelle ab ael. Beim amerikanischen Technologiekonzern IBM könnte es bald zu einem grösseren Stellenabbau kommen. Das Unternehmen hat das kantonale Arbeitsamt von Zürich informiert, wie die «NZZ» unter Berufung auf gut informierte Quellen schreibt. Das deute auf eine massive Restrukturierung hin. Das Arbeitsvertragsrecht verlange von Firmen, im Fall einer bevorstehenden Massenentlassung die Behörden zu informieren. IBM beschäftigt laut eigenen Angaben in der Schweiz mehr als 1000 Angestellte. EU frustriert die Tech-Industrie rja. Hersteller von Handys, Tablets und Laptops sollen ihre Geräte künftig so bauen müssen, dass sich deren Einzelteile leichter ersetzen lassen. So sieht es ein Gesetzesentwurf der Europäischen Kommission vor, berichtet das Portal «Onlinehaendler-News.de». Derzeit lassen sich viele Gadgets nur schwer oder gar nicht reparieren. Gehen etwa die drahtlosen Airpod-Kopfhörer von Apple kaputt, sind sie nur noch Sondermüll. Ein gesetzlich verankertes Recht auf Reparatur soll dafür sorgen, dass Produkte «leichter wiederverwendet und repariert werden können». Ferner soll der Anteil wiederverwertbarer Stoffe in Geräten erhöht und für ausreichend Ersatzkomponenten gesorgt werden. «Derzeit gelangen nur 12 Prozent der Sekundärstoffe und -ressourcen wieder in die Wirtschaft zurück», sagt Frans Timmermans, Kommissar für Klimaschutz gegenüber dem Portal. Ohne Umstellung auf ein Kreislaufmodell könne die EU ihr Ziel, bis 2050 emissionsfrei zu werden, nicht erreichen, ergänzt Virginijus Sinkevičius, Kommissar für Umwelt und Ozeane, gegenüber dem «Guardian». Gerätehersteller zeigen sich nicht überzeugt von den Plänen. «Eine Verpflichtung, eine Vielfalt von Ersatzteilen für lange Jahre auf Vorrat zu produzieren und einzulagern, dürfte mehr Müll erzeugen als vermeiden», zitiert «Golem» Achim Berg, Chef des deutschen Digitalverbandes Bitkom. Sei die Reparatur teuer und zeitaufwändig, bringe sie dem Kunden zudem nichts. Berg plädiert stattdessen Urteil gegen Luzerner Ex-IT-Chef bestätigt rja. Ein ehemaliger IT-Leiter des Kantons hat sich der Bestechung schuldig gemacht. Zu diesem Schluss kommt das Luzerner Kantonsgericht, wie «SRF» berichtet. Demnach habe der Angeklagte den Bestellprozess und die Auftragsvergabe für neue Software zugunsten eines Händlers beeinflusst und pflichtwidrig Provisionen im Wert von 200 000 Franken eingesteckt. Zum gleichen Urteil kam vor drei Jahren bereits das Luzerner Kriminalgericht. Das Kantonsgericht reduzierte nun aber die damals verhängte Strafe von zwei Jahren bedingtem Gefängnis auf ein Jahr und acht Monate. Der Mann finde in seinem angestammten Berufsfeld keine Anstellung mehr, was auf die Vorverurteilung durch die Medien zurückzuführen sei, begründen die Richter ihren Entscheid. Auch die lange Verfahrensdauer wirkte sich strafmildernd aus. Von 2008 bis 2011 war der Mann in verschiedenen Funktionen für die Luzerner IT tätig. Leiter war er gemäss Bild: donatas1205 / Fotolia.com für eine Steuerermässigung auf Reparaturen. Ob das Gesetz in Kraft tritt, ist nicht sicher. Sowohl die Staaten wie auch das europäische Parlament müssen ihm noch zustimmen, schreibt der «Guardian». Auch in der Schweiz gibt es derzeit kein Recht auf Reparatur. Vielmehr dürfen Händler im Rahmen der Garantie sich dieses Recht einräumen, wie «SRF» schreibt. Der Händler kann darauf pochen, ein defektes Gerät nicht zu ersetzen, sondern zu reparieren. Die Förderung einer Kreislaufwirtschaft ist allerdings auch im Bundeshaus ein Thema. dem Bericht ab April 2010 während eineinhalb Jahren. Die Ermittlungen in dem Fall begannen bereits im März 2013, nachdem der Regierungsrat Strafanzeige gegen den Kadermann eingereicht hatte, und führten im Februar 2015 zur Anklage durch die Luzerner Staatsanwaltschaft. Diese hatte ihm Veruntreuung von mehr als 300 000 Franken sowie mehrfache Urkundenfälschung vorgeworfen. In letzterem Punkt sprach ihn bereits das Kriminalgericht frei. Der Beschuldigte selbst plädierte stets für einen Freispruch: Provisionen seien normal in der Branche, sagte er laut «SRF», und ihm sei nicht bewusst gewesen, dass die Situation durch seine Anstellung beim Kanton eine andere geworden sei. Das jetzt gefällte Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann ans Bundesgericht weitergezogen werden. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch 06 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business 20 Jahre Netzwoche 09 2005: Dieses Mal wird alles anders Die Dotcom-Krise wirkt noch nach. Deswegen gilt für viele Schweizer ICT-Entscheider die Devise: Bloss nicht dieselben Fehler machen. Einige Branchenkenner können dieser Haltung jedoch nichts abgewinnen. Denn im E-Commerce liegt ein zweiter Frühling in der Luft. Autor: Joël Orizet 2005 ist ein stürmisches Jahr. Im Frühling kommt es zum Blackout bei den SBB: Das Stromnetz bricht zusammen, kein einziger Zug fährt mehr, 200 000 Reisende stecken fest. Im Sommer hält das Jahrhundert-Hochwasser das Land in Atem. Und im Herbst grassiert das H5N1-Virus; es kommt zu Hamsterkäufen von Tamiflu – obwohl Fachleute immer wieder darauf hinweisen, dass herkömmliche Grippemedikamente gegen die Vogelgrippe nichts nützen. Turbulent geht es auch in der Schweizer IT-Welt zu. Im hiesigen ERP-Markt tobt ein Verdrängungskampf: Nicht nur die Schwergewichte Microsoft, Oracle und SAP buhlen immer aggressiver um die Gunst der Schweizer KMUs, denn ausländische Berater und Integratoren drängen in den Markt, berichtet Redaktor Christian Weishaupt im April. Die zweite Revolution ist die richtige Seitdem das Web seinen Kinderschuhen erwachsen ist, gibt es diese Vision von der Firma des Internetzeitalters: vernetzt, flexibel und effizient soll sie sein. Doch die ICT konnte die meisten ihrer Versprechen nicht erfüllen, wie Alessandro Monachesi im Mai schreibt. Nun stehe sie aber kurz bevor: die «zweite und erste echte E-Business-Revolution». Neue Technologien wie Enterprise Content Management und Business Intelligence würden die Digitalisierung der Wirtschaft endlich vorantreiben. Die Hardware-Anbieter stehen derweil an der Schwelle einer neuen Ära. Sie rüsten sich für das bevorstehende «On-demand-Zeitalter», wie die Schlagzeile der Titelgeschichte im Juni lautet. Mehr und mehr Unternehmen würden x86-Server kaufen, RISC-Prozessoren befänden sich hingegen auf dem absteigenden Ast. Auch IT-Riesen müssen abspecken Im Sommer gibt es ein grosses Stellenstreichkonzert: HP und IBM verkünden einen massiven Abbau: Beide Unternehmen wollen jeweils 14 500 Stellen kürzen, was im Falle von HP etwa einem Zehntel der gesamten Belegschaft entspricht. Die beiden Branchenriesen seien zwar unter dem Strich noch profitabel, würden aber unter dem Preisdruck leiden, den «schlanke Konzerne wie Dell und die asiatische Konkurrenz auf sie ausüben», schreibt Sandra Steiner im August. Eine Zeit lang waren alle ganz begeistert von Google. Doch nun ist die Suchmaschine auf bestem Wege, Microsoft vom Buhplatz Nummer eins zu verstossen: Etliche US-Amerikaner hätten Angst davor, dass ihre Regierung wie auch Unternehmen die von Google gesammelten Informationen nutzen würden, berichtet die «Financial Times». Thomas Hanan müsse über solche Geschichten lachen, berichtet Sandra Steiner von einem Event im September. «Google kennt nur jene Eigenschaften und Präferenzen, die der User freiwillig bekannt gibt», sagte Hanan, der damals den Sales für Google Schweiz verantwortete. Vom Lädeli-Killer zum vernetzten Dingsda Eine Studie des Gottlieb Duttweiler Instituts zeigt: Der Kunde der Zukunft kauft online ein. Trotzdem geben sich die grossen Schweizer Detailhändler störrisch: Sie verpassen den Anschluss – das Internet entpuppt sich als «Shopkiller», lautet die Schlagzeile im Oktober. «Das Thema E-Commerce wurde nach dem Platzen der Dotcom-Blase schon einmal totgesagt», lässt sich Migros-Generaldirektionsmitglied Urs Riedener zitieren. Man solle nicht denselben Fehler wie damals machen und das Medium überschätzen. Was kommt nach dem Internet? Für den Alt-Cyberpunk Bruce Sterling steht bereits im November 2005 fest: «Auf das Internet folgt das ‹Internet der Dinge›, das heisst digitale Identitäten und digitale Interaktivität physischer Objekte.» Aber noch ist es nicht so weit: Das Handy-Fernsehen beispielsweise erweist sich als Reinfall: Telkos wie Swisscom haben wacker in UMTS investiert, aber so gut wie niemand interessiert sich für das Angebot. Branchenkenner Bruno Giussani bezweifelt, dass sich das Mini-TV über den Handy screen etablieren wird: Zu gross sei heute bereits das Informations- und Entertainment- Angebot. i RÜCKBLICK An dieser Stelle blickt die Redaktion auf 20 Jahre Netzwoche zurück. In jeder Ausgabe des Jahres finden Sie die Highlights, Kuriositäten und führenden Köpfe aus zwei Jahrzehnten Schweizer IT­ Geschichte. Das Jubiläumsdossier finden Sie online www.netzwoche.ch Das bewegte die ICT-Welt im Jahr 2005. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 06 / 2020

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