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Netzwoche 06/2021

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36 XXXXXXXXXXX XXXXXXXXXXXX Bild: upklyak / Freepik Wie sich das Web weiterentwickelt FOCUS TRENDS DER WEB­ ENTWICKLUNG jor. Es hat Milliarden Menschen vernetzt, die Wissenschaft vorangebracht und die Wirtschaft umgepflügt. Ohne das Web wäre die Welt heute eine andere. Und die Zukunft kaum vorstellbar. Umso wichtiger ist es, der Entwicklung dieses Weltprojekts Sorge zu tragen. Für den geistigen Vater ist seine Schöpfung schon kaputt. Tim Berners- Lee will das WWW jedoch reparieren – mit dem Ziel, den Nutzerinnen und Nutzern die Hoheit über ihre Daten zu sichern. Sein Projekt namens Solid soll das Web dezentralisieren und die heutigen Giganten der Plattformökonomie entmachten. Ob er das hinkriegt? Wohl kaum in nützlicher Frist, sagt Till Bay, CEO und Gründer der Softwarefirma Comerge, im Interview ab Seite 41. «Es reicht nicht, den Mahnfinger zu erheben oder sich auf das zu berufen, was richtig sein soll», sagt er. Es brauche wirtschaftliche Anreize, damit sich ethische Ansätze mit vernünftigen Geschäftsmodellen vereinbaren liessen. Auch die Entwickler sind gefordert. Zum Beispiel wenn es darum geht, den ökologischen Fussabdruck der Webwirtschaft zu verkleinern. Seit 2013 hätten die Treibhausgasemissionen des ICT-Sektors um die Hälfte zugenommen, schreibt Marius Bleuer von Unic auf Seite 40. Die durchschnittliche Grösse einer mobilen Website habe sich indes mehr als verdreifacht. Bleuer zeigt auf, wie Webentwickler den CO2-Ausstoss ihrer digitalen Produkte verringern können, ohne die User Experience zu beeinträchtigen. Wer in die Webentwicklung einsteigen will, kann sich durchaus fragen: Welche ist die Lingua franca unter den Programmiersprachen? Die Antwort: keine. So etwas gibt es nicht. Eine universelle Programmiersprache sei noch nicht einmal nötig, schreibt Dominik Gruntz, Professor für Informatik an der FHNW. Statt sich für bestimmte Sprachen zu entscheiden, sollten Entwickler vielmehr die Vielfalt nutzen. Denn jede der derzeit beliebtesten Programmiersprachen hat ihre Vorteile. Gruntz zeigt sie im Beitrag ab Seite 38 auf. Noch vor dem Start stellt sich die Frage, wie man den richtigen Partner oder Auftragnehmer für ein Webprojekt findet. Kein leichtes Unterfangen, weil der Markt unübersichtlich geworden ist. Das sogenannte Collaboration Framework des Wirtschaftsverbands Swico soll Abhilfe schaffen. Es klärt Anforderungen, erleichtert die Abstimmung zwischen den Parteien und ermöglicht auf diese Weise rasche Offerten, wie Nino Cometti, CEO von Dreipol, auf Seite 37 schreibt. 06 / 2021 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Focus 37 Erfolgreiche Offerte, erfolgreiches Projekt Die Swico Interessengruppe (IG) der Webdienstleister verfügt über ein Collaboration Framework. Dieses sorgt für Transparenz beim Initiieren von Webprojekten. Welche Probleme damit gelöst werden, erklärt Nino Cometti, Beirat der IG, Partner und CEO von Dreipol. Das Digitalranking 2020 der Netzwoche führt 77 Schweizer Digitaldienstleister auf – und das sind nicht einmal alle Webdienstleister, die auf dem Markt tätig sind. Wie sollen Sie da den für Ihr Projekt passenden Auftragnehmer finden? Hier schafft das Collaboration Framework von Swico Abhilfe: Es klärt Anforderungen, optimiert die Abstimmung der Parteien und ermöglicht so realistische Offerten. Offerten brauchen Probleme – keine Lösungen Von Auftragnehmern wird bisweilen erwartet, dass sie ein Projekt in Offerten oder Request for Proposals (RFP) detailliert ausarbeiten. Das Problem: Ihre Expertinnen und Experten sind selten so früh voll involviert. Auch kommt es vor, dass in der Ausschreibung die Probleme, die ein Projekt lösen soll, nicht ersichtlich sind. Es existieren zwar detaillierte, vorgegebene Anforderungen, die aber nur wenig auf die Lösung des eigentlichen Problems einzahlen. Den Expertinnen und Experten wird so ein enges Korsett aus Anforderungen angelegt – und die Chance genommen, ihr Fachwissen im Projekt einzubringen. Dies ist aber nötig, um ein Endprodukt zu erarbeiten, das Probleme gezielt löst. Wann braucht es ein Vorprojekt? Die Ausgangslage ist klar: Auftraggeber wollen sich verstanden fühlen, die potenziellen Arbeitnehmenden möchten ihren Ressourcenaufwand begrenzen. Doch: Sind Risiken nicht bekannt oder fehlt es an Personas, Use Cases usw., werden Offerten schnell ungenau und man offeriert ins Blaue. Auf die Alternative eines komplett agilen Vorgehens lassen sich nicht alle Auftraggeber ein. Die Lösung kann hier ein Vorprojekt oder ein Design-Sprint mit einer effizienten Expertengruppe sein. So lässt sich eine mögliche Zusammenarbeit auch gut testen. Wertschätzung für Qualität Weil Offerten nicht immer vergütet werden, bergen sie gerade für kleinere Anbieter ein unternehmerisches Risiko. Gemäss Swico Collaboration Framework sollten Pitches deshalb nicht ohne angemessenes Honorar ausgeschrieben werden. Die inhärente Budgetgrenze seitens der Auftraggeber sorgt dabei gleichzeitig dafür, dass die Anzahl der Teilnehmenden am Pitch nicht überbordet, sodass die Qualität und nicht die Quantität der Angebote im Vordergrund steht. Vergleichbar wird, was normiert ist Gerade weil viele Anbieter auf dem Markt sind und die Auswahl möglicher Technologien und Vorgehensweisen gross ist, ist ein Vergleich einzelner Offerten schwierig. Das Collaboration Framework wirkt dem mit einem einheitlichen Vorgehen entgegen. Aber auch hier gibt es noch Verbesserungspotenzial – etwa im niederschwelligen Zugang und in der intuitiven Anwendung. Bild: RODNAE Productions / Pexels i DER AUTOR Nino Cometti Beirat der Swico IG Webdienstleister, Partner und CEO von Dreipol COLLABORATION FRAMEWORK Tragen Sie zur Verbesserung des Collaboration Frameworks bei Was wären Ihre Inputs und Wünsche an ein solches Werkzeug? Welches sind Ihre Best Practices in der Auftragsausschreibung oder der Offertenerstellung? Lassen Sie es uns wissen: Imre Sinka, Beiratsvorsitzender der IG Webdienstleister, nimmt Ihr Feedback gerne entgegen, unter: isinka@blueglass.com Das aktuelle Collaboration Framework finden Sie auf www.swico.ch/ collaboration-framework Den Beitrag finden Sie auch online www.netzwoche.ch www.netzwoche.ch © netzmedien ag 06 / 2021

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