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Netzwoche 07/2016

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18 People Live: Master

18 People Live: Master of Swiss Web – Unic logistikpunkt.ch werden nun im CMS Sitecore geführt. Die Komplexität lag darin, auf einer Plattform ausser dem selbst implementierten Log-in-Prozess mit KLP auch noch einen zweiten Log-in-Prozess zu unterstützen. Das bedeutet, zwei Log- in-Mechanismen für unterschiedliche Plattformen in einem System anzu bieten. Die Post-Website läuft nun auf Sitecore. Warum dieses CMS? Hahnloser: Die Sitecore-Experience-Plattform bietet Content-Management-Funktionen, die State of the Art sind. Das CMS erlaubt es, zukunftsträchtige Features wie Marketing Experience und Marketing Automation zu implementieren, die der Strategie der Post entsprechen. Die technische Basis ermöglicht es, das System effizient und wirtschaftlich an die Umgebungen und Anforderungen der Post anzupassen. Sitecore ist darum ideal, um die Businessziele der Post zu erreichen. i ZU DEN PERSONEN Martin Eisenring Eisenring betreut Grosskunden für die Agentur Unic und berät diese bei digitalen Initiativen. Dabei kommen ihm seine Erfahrungen als Berater bei Ernst & Young und Insights aus seiner Zeit in London beim Marktforschungsunternehmen Gartner zugute. Er ist ausgebildeter Betriebswirt mit Vertiefung in Unternehmenskommunikation, zertifiziert in Projektleitung als Prince2 Practitioner und der ITIL Foundation. Christian Hahnloser Hahnloser arbeitet seit 2006 bei Unic. Er war bis 2014 Application Architect und ab 2007 Teamleiter. Seit 2015 ist er Head of Business Unit. Zuvor arbeitete der eidg. dipl. Informatiker bei der Berner Kantonalbank, wo er die Entwicklungsabteilung leitete. Als ausgewiesener WCMS- Spezialist und Softwareentwickler hat er in den letzten Jahren diverse Projekte als Schnittstelle zwischen Business und Engineering mitgestaltet. « Die Anzahl der Seitenaufrufe hat mit gegen 90 Pro zent markant zugenommen. Die Verweildauer wuchs um 12 Prozent. » Martin Eisenring, Senior Account Manager und zuständig für die Schweizerische Post Die Post nutzte davor Livelink. Warum löste sie das CMS ab? Hahnloser: Livelink ist ein Web Content Management System, das bei der Post lange im Einsatz stand. Es wird durch den Hersteller aber nicht mehr unterstützt. Die Post wollte die Ablösung des Systems darum mit dem Relaunch ihrer Webseite verbinden. Zudem bieten modernere Lösungen wie Sitecore einen wesentlich grösseren Funktionsumfang, was für die Zukunft der neuen Post-Plattform essenziell ist. Bei einem so grossen Unternehmen wie der Post war es sicher nötig, viele Schnittstellen für andere Systeme umzusetzen. Welche waren das, und wie komplex war diese Aufgabe? Hahnloser: Auf post.ch gab es über 25 Schnittstellen zu diversen Umsystemen mit unterschiedlichsten Komplexitätsstufen. Darunter befinden sich ausser postinternen Diensten wie die Standortsuche, Track & Trace oder das Kundenlogin Post auch weitere Dienste wie Prospective für die Jobinformationen, Censhare für Mediaelemente oder Inxmail für den Newsletter-Versand. Einzelne Schnittstellen wurden angepasst, andere neu implementiert. Komplex waren vor allem die hohe Anzahl der Schnittstellen und die übergreifende Koordination aller involvierten Stellen. Was waren die grössten Hürden bei dem Relaunch? Eisenring: Aus kreativer Sicht lag die Herausforderung darin, die emotionale Ansprache und das Kundenerlebnis antizipierend zu gestalten. Der Designentscheid fiel eineinhalb Jahre vor dem Go-live. Hinsichtlich der Umsetzung stand die Reduktion von zehn Plattformen auf eine einzige digitale Kundenplattform im Zentrum. Dabei lag ein starker Fokus auf dem Log-in. Veränderungen bezüglich des Log-ins haben in der Regel Implikationen auf die Portalentwicklung selbst. Wie haben Sie diese Hürden gemeistert? Eisenring: In puncto Design entschied sich die Post damals für den progressivsten Vorschlag unseres Kreationsteams, der genügend Freiraum für die Weiterentwicklung lässt. Log-in-bezogene Auswirkungen galt es zeitnah einzuschätzen, um Lösungsvarianten skizzieren und Szenarien simulieren zu können. Das Team erwies sich dabei insbesondere kompetent darin, konzipierte Lösungen so umzusetzen, dass sie den angedachten Kundennutzen sicherstellen können. Welche weiteren Systeme musste Unic in die Website integrieren? Hahnloser: Drittsysteme wie Webtrends zur Web analyse integrierten wir direkt über das auf post.ch zugängliche Tagmanagement Tealium. Das bietet den Autoren in Sitecore grosse Flexibilität in der Handhabung. Das Team band zudem diverse weitere Systeme ein, etwa die Google Search Appliance, Digital Service Point, Simplex und Siebel. Das lief zum Teil über Schnittstellen. Postinterne Dienste wie Postshop, Track & Trace, Standortsuche und Adressverifikation wurden ebenfalls eingebunden oder mittels Schnittstellen integriert. Um die Durchgängigkeit für Benutzer zu gewährleisten, stellt post.ch den Onlinediensten der Post den Rahmen zur Verfügung, also Layout-Informationen wie Navigationen, Sprachwechsel oder Footer-Informationen. Die Integration wurde somit nicht auf post.ch durchgeführt, sondern post.ch wurde aufseiten der Onlinedienste integriert. Auf welche Teile der neuen Website sind Sie besonders stolz? Eisenring: Wenngleich etwas technokratisch als erster Gedanke – die Konsistenz! Das schliesst für mich die Stimmigkeit in der Ansprache, der konsequente Fokus auf bedürfnisbezogene Onlinedienste, aber auch die Klarheit der kontextbezogenen und relevanten Inhalte mit ein. Egal ob mobil von unterwegs, egal auf welchem Gerät die Benutzer touch-optimiert navigieren: Man ist bei den Services der Post, die spürbar auf digitale Lösungen und Kompetenzen setzt. 07 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

People Live: Master of Swiss Web – Unic 19 Wie packte Unic das Thema Mobile/ Responsiveness an? Eisenring: Wir entwickeln die Lösungen für unsere Kunden seit längerer Zeit standardmässig responsive. Geräte und ihre Bildschirmgrössen verändern sich laufend, und die Benutzer dürfen eine optimale Darstellung der Webseiten und Inhalte erwarten. Es stellt sich einzig die Frage der Ausgangsgrösse zur Konzeption. Im Falle von post.ch sind wir vom Tablet ausgegangen. Kunden haben nun auch unterwegs Zugang auf ihre Daten. War das vorher nicht so? Eisenring: Es gab Unterschiede in der Breite und Tiefe der inhaltlichen Nutzungsmöglichkeiten. Das kann zu Unschönheiten oder gar Inkonsistenzen führen. Heute ist ein nahtloses Erlebnis auch bei der Nutzung unterschiedlicher Geräte gegeben. Können Kunden auf der Website auch mit der Post interagieren? Hahnloser: Wer post.ch besucht, kann auf verschiedene Art und Weise mit der Post interagieren. Etwa mit einem der über 80 Onlinedienste wie Sendungsverfolgung oder Standortsuche. Möglich sind auch Preisberechnungen oder die Buchung von Kursen und Seminaren. Der Besucher kann zudem Zeitschriften bestellen, Seiten und Dokumente favorisieren oder Kundenreklamationen anbringen. Dafür stehen heute über 50 einstufige oder mehrstufige Formulare mit unterschiedlichsten Funktionalitäten zur Verfügung. Welche Technologien setzt Unic für die Post-Website ein? Hahnloser: Post.ch basiert auf der Sitecore-Experience- Plattform. Dadurch stehen im Backend diverse APIs und Funktionalitäten auf Basis des .Net-Frameworks zur Verfügung. Als Programmiersprache kommt hier C# auf Basis ASP.NET MVC zum Einsatz. Unic arbeitet dabei mit einem automatisierten Continuous-Integration- und Deployment-Prozess. Er deckt alle Aspekte der Entwicklung mit Sitecore ab. Die Frontend-Entwicklung geschieht ebenfalls mit modernen Standards wie Haml und Sass. Im Bereich Javascript kommen zudem diverse Libraries zum Einsatz, und das gesamte Frontend basiert auf HTML5 und ist vollständig accessible. 90 Prozent markant zugenommen. Die Verweildauer wuchs um 12 Prozent, wobei natürlich die Konversion entscheidend ist. Ist das Projekt nun zu Ende oder wird noch weiter optimiert? Eisenring: Der Betrieb der Plattform bildet eine der Grundlagen der Zusammenarbeit. Wir haben hierfür eine langfristige Partnerschaft zur Weiterentwicklung vereinbart. Die Releases sind gut gefüllt mit neuen Funktionalitäten, die Kunden dürfen sich freuen. An der neuen Post-Website arbeitete auch Soultank mit. Wie kam diese Zusammenarbeit zustande? Eisenring: Soultank ist einer unserer langjähriger Partner, mit dem wir im Bereich des User Testing gerne zusammenarbeiten. Zur Sicherstellung der Geräteoptimierung kam das Device Lab von Unic zum Einsatz. Warum wählte die Post eigentlich Unic als Partner? Eisenring: Unic ist ein kompetenter Partner mit viel Erfahrung bei Fragestellungen im Bereich des digitalen Marketings und digitaler Commerce – aber am besten fragen Sie das die Post selbst. Martin Eisenring, Senior Account Manager und zuständig für die Schweizerische Post « 2014 stand im Zeichen der technischen Realisierung. Das neue Portal ging Ende Mai 2015 online, nach knapp zweijähriger Projektdauer. » Martin Eisenring, Senior Account Manager und zuständig für die Schweizerische Post Gibt es bereits Feedbacks von Post-Kunden? Eisenring: Die Feedbacks waren von Beginn an positiv. Gerade in Bezug auf die favorisierbaren Onlinedienste gab es Rückmeldungen, die zeigen, dass sich die Kunden verstanden fühlen. Für die Post ist das Portal ein wichtiges Asset für die digitale Transformation. Unsere Lösung erlaubt es ihr, noch näher am Kunden zu sein. Die Post kann so Rückmeldungen und neue Kundenbedürfnisse in die Weiterentwicklung des Portals einfliessen lassen. Hat die Post der neuen Website ihre Performance-Ziele erreicht? Eisenring: Die Anzahl der Seitenaufrufe hat mit gegen www.netzwoche.ch © netzmedien ag 07 / 2016

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