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Netzwoche 07/2016

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36 Technology Aktuell

36 Technology Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Waadtländer Drohnen inspizieren Tanks gcr. Sky-Futures bietet nach eigenen Angaben Datenerhebung und -analyse durch drohnenbasierte Inspektionen in der Öl- und Gasindustrie an. Künftig will das britische Unternehmen laut einer Mitteilung Drohnen der Waadtländer Firma Flyability für Inspektionen in Öltanks einsetzen. Mit dem Einsatz der Drohnen sollen in Zukunft Risiken verringert, Kosten reduziert und die Datenqualität verbessert werden. ▸ Webcode 7534 Human Brain Project lanciert ICT-Plattformen tjo. Das Human Brain Project (HBP) hat sechs ICT-Plattformen entwickelt, wie die Organisation mitteilt. Ziel ist es, die Forschung in den Neurowissenschaften, der Medizin und der Informatik voranzutreiben. Zurzeit handelt es sich bei den Plattformen noch um Prototypen. Gemeinsam mit den Benutzern sollen sie verbessert und weiterentwickelt werden. ▸ Webcode 7406 ETH-Forscher stellen künstliche Moleküle her gcr. Wissenschaftler der ETH Zürich und von IBM Research in Rüschlikon haben sich der Herstellung von künstlichen Molekülen gewidmet. Diese bestehen aus Kunststoffen und Siliziumdioxid, wie die ETH in einer Mitteilung schreibt. Die künstlichen Moleküle können quasi nach einem Baukastenprinzip modular angeordnet werden. Entwickelt wurden die künstlichen Stoffe anhand eines neuen Verfahrens. Dieses erlaubt es, Moleküle aus unterschiedlichen Materialien, mit verschiedenen physikalischen Eigenschaften herzustellen. Das unterscheide die neue Technik vom Mikro-3-D-Druckverfahren, heisst es weiter. Diese Methode ermöglichte es bisher nur, Objekte aus einem Material herzustellen. Eine weitere Besonderheit der künstlichen Moleküle sei ihre Grösse. Sie seien um einiges grösser als übliche chemische oder biochemische Moleküle, die zwischen 1 und 10 Ångström gross sind (1 Ångström entspricht 10 -4 Mikrometer). Die künstlichen Moleküle sind mit unterschiedlichen Fluoreszenzfarbstoffen markiert (Grösse: 2 bis 7 Mikro meter). Bild: ETH Zürich/Lucio Isa Vom Lab-on-a-Chip bis zur Photonik Was kann man mit derartigen Molekülen anfangen? Die Forscher nennen mehrere Anwendungsgebiete. Da in der Photonik massgeschneiderte Mikrostrukturen benötigt würden, könnten die künstlichen Moleküle auch für diesen Bereich interessant sein. Auf der Photonik basieren ICT-Technologien wie die Datenübertragung via Glasfaser. Ausserdem erforschen Hersteller wie HP die Nutzung von Photonics für zukünftige Rechnergenerationen. Auch andere Bereiche könnten von den neuen Molekülen profitieren. So könnten die Moleküle etwa als Mikromixer für Lab-on-a-Chip-Anwendungen eingesetzt werden. Mikromixer sind Geräte aus mechanischen Kleinstteilen. Sie werden in der Chemie- und Pharmaindustrie zum Mischen von Flüssigkeiten verwendet. Mit den Lab-on-a-Chip-Systemen werden labordiagnostische Verfahren auf einem einzigen Chip untergebracht. Auch möglich wäre ihre Verwendung für Mikro- Roboter im biomedizinischen Bereich. Geleitet wurde das Projekt von Lucio Isa, Professor für Grenzflächen, weiche Materien und Assemblierung der ETH Zürich, und von Heiko Wolf, Wissenschaftler bei IBM Research. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode 7467 MÜLLERS KLEINES ABC F wie Farbcodierung Christopher Müller Inhaber und CEO von Die Ergonomen Usability AG. Theorie: Unter Farbcodierung versteht man die Strukturierung von Informationen oder Funktionen anhand von definierten Farben. Beispiel Webshop: Lebensmittel sind in der gelben Rubrik zu finden, Reinigungsmittel in der blauen, Kosmetika in der rosaroten. Die Erwartung dahinter: Mithilfe solcher Farbcodes sollen sich die Nutzer leichter orientieren können. Realität: Nun ist es leider so, dass der gemeine Webshopper Lebensmittel keineswegs von Natur aus mit der Farbe Gelb in Verbindung bringen würde. Klar, Farbcodes können im Prinzip bei der Orientierung helfen. Farbe ist aber immer auch Information. Ihre Zuweisung ist meist zufällig und basiert bestenfalls auf dem guten Geschmack des Gestalters. Deshalb muss ihre ordnende Funktion, ähnlich wie die von Icons, erlernt und verinnerlicht werden. Wie wir aber wissen: Je mehr Informationen auf einer Website, einer Bedienoberfläche, in einem Handbuch zusammengepfercht sind, umso mehr muss der Nutzer lernen und interpretieren. Das wiederum hilft der Usability nicht wirklich, widerspricht gar ihren Prinzipien. Besonders heikel sind farbgeführte Benutzeroberflächen auf Websites. In der sprichwörtlichen Flüchtigkeit, in der sie genutzt werden, fehlt schlicht die Zeit oder Geduld, um sich die Zuordnungen zu merken. Für den Nutzer ist es in der Praxis kaum relevant, welche Farbe ein Navigationspunkt hat. Eigentlich wissen wir das schon seit den 1990er-Jahren. Damals zeigten Studien, dass sich die Leser von Zeitschriften keinen Deut um die teuren Farbkonzepte scherten, mit denen die Verlage sie durch die Rubriken ihrer Erzeugnisse lotsen wollten. Fazit: Man sollte sich also bewusst sein, dass Farbe verarbeitet werden muss und somit die rasche Orientierung nicht unbedingt fördert. Besser ist es, die Nutzer mit klaren Rubriken-Bezeichnungen, konsistenten Begriffen und durchdachtem Layout ans Ziel zu führen. Die Farbcodes werden vom Gehirn eh ratzfatz ausgeblendet. Artikel online: auf www.netzwoche.ch, Webcode 7522 07 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Research 37 Keydriver des nächsten Wachstumsschubs Das Wachstum des ICT-Marktes hat sich in den vergangenen Jahren zusehends der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung angeglichen. Die Zuwachsraten lagen, wenn überhaupt, nur noch marginal über denjenigen des Bruttoinlandproduktes (BIP). Für das Wachstum haben insbesondere die weit überdurchschnittlichen Ausgaben für die Nutzung von Services aus der Cloud gesorgt, ohne diese wären die Gesamtaufwendungen der Unternehmen für die ICT deutlich ins Minus gerutscht. DER AUTOR Philipp A. Ziegler Geschäftsführer, MSM Research AG i NEUE POTENZIALE Die Digitalisierung generiert neuen Bedarf, neuer Bedarf schafft neue Märkte und treibt Budgets an Beispiele: Die Topsegmente, neue Potenziale, neue Opportunities Wir rechnen bereits im laufenden Jahr mit einem Plus der Ausgaben im Bereich IoT von über 40 Prozent. Security Analytics / Big Data BPM Connectivity Consulting & Prof. Services Cloud Computing Icons: Noun Project (Gregor Cresnar) Einer kambrischen Explosion gleich hat sich das Angebot an Cloud-Diensten in den letzten Jahren massiv verbreitet und für Wachstumsraten deutlich über 30 Prozent gesorgt. Allerdings dürfte der Peak der prozentualen Zuwachsraten 2016/2017 erreicht sein. Und nicht zuletzt wird die steigende Verbreitung der Cloud-Services, insbesondere der Multi-Clouds (Mix aus internen und externen Private sowie Public Clouds) nicht nur für einen positiven Schub der ICT- Gesamtausgaben sorgen. Cloud Computing lockte von Beginn an mit Einsparpotenzial im ICT-Betrieb. In der Realität führte dies bislang nicht an allen Betriebsfronten zu positiven, messbaren Erfolgen oder erfüllte die Erwartungen vollumfänglich. Letztlich aber wird die Mehrheit der Betriebsbudgets nicht mehr zulegen, sondern mit Blick auf den Kostendruck und die erwarteten Einsparungen eher schmelzen. Den «schwarzen Löchern» Einhalt gebieten Dahinter steckt die Absicht und auch grosse Herausforderung für die ICT-Verantwortlichen, den «schwarzen Löchern» im Betrieb Einhalt zu gebieten und Gelder für strategische Themen und Innovationen umzuschichten. Und damit gelangen wir zur Frage, wohin die Gelder verlagert werden sollen, beziehungsweise – mit Blick auf den Gesamtmarkt – was die Cloud in der Leaderposition als Wachstumstreiber ablösen wird. Die Antwort lautet, kaum überraschend: die Digitalisierung. Nun ist die Digitalisierung per se nicht neu und auch eher als Umbrella-Begriff zu verstehen. Dazu zählen Themen wie Internet der Dinge, M2M (Machine-to-Machine) oder auch Industrie 4.0. Das Internet der Dinge oder Internet of Things (IoT) – geprägt hat den Begriff Kevin Ashton (Entwickler von Standards für RFIDs) erstmals 1999 – wird in den kommenden Jahren massgeblich für den nächsten Wachstumsschub im ICT- Markt verantwortlich sein. Massives Ausgabenwachstum im IoT-Bereich Wir rechnen bereits im laufenden Jahr mit einem Plus der Ausgaben im Bereich IoT von über 40 Prozent, wobei sich die Spendings nicht ausschliesslich aus traditionellen ICT-Produkten und Services zusammensetzen, dazu gehören etwa auch Sensoren und Aktoren, die wir den elektronischen oder elektromechanischen Elementen zuordnen. Auch wenn die eigentlichen, dazugehörigen ICT-Segmente wie Connectivity, Business Analytics, Business Process Management, Consulting, Sicherheit und die gesamten Integrations- und Implementierungsdienste im Vergleich zum Gesamtmarkt in ihrem Volumen noch eher marginal erscheinen, so werden die Ausgaben für die Realisierung von Digitalisierungsvorhaben ebenso rasch zu einer gesamtmarktbestimmenden Grösse anwachsen, wie dies das Cloud-Betriebsmodell bereits geschafft hat. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode 7523 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 07 / 2016

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