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Netzwoche 07/2017

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08 Business Aktuell

08 Business Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Sunrise investiert in EWZ-Glasfasernetz cgr. Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) und Sunrise haben ihre Partnerschaft vertieft, wie die Unternehmen mitteilen. Sunrise darf bis 2025 das Glasfasernetz des EWZ nutzen und mindestens 30 000 Glasfaseranschlüsse betreiben. Mit dem neuen Vertrag leistet Sunrise gemäss Mitteilung eine Vorabinvestition in die EWZ-Infrastruktur. Als Gegenleistung erhält Sunrise das «langfristige und nicht entziehbare Nutzungsrecht» für die Infrastruktur. Das sei ein internationaler Standard, der die Nutzungsrechte formell regle, teilte Sunrise auf Anfrage mit. ▸ Webcode DPF8_35709 Onlinehändler liefern an den HB Zürich rkn. In Zukunft können Kunden Onlinebestellungen innerhalb weniger Stunden am Hauptbahnhof Zürich abholen. Die SBB und das Schweizer Start-up Notime starteten ein Pilotprojekt, das sich vor allem an Pendler richtet. Wer vormittags bei ausgewählten Onlinehändlern bestellt, kann das Päckli noch am selben Tag abends von 17 bis 20 Uhr abholen, wie die SBB mitteilen. ▸ Webcode DPF8_34990 Rhätische Bahn setzt auf Passengertv mur. Die Rhätische Bahn hat zwischen Chur und St. Moritz Passengertv eingeführt. Ende April soll das Fahrgast-TV in allen sechs Zügen der Albulalinie zum Einsatz kommen. Die verwinkelte Strecke zeige, wie Passengertv dank geobasierter Daten Regionen gezielt mit spezifischen Inhalten bedienen könne. Der Kanal zeige die Fahrgastinformationen auf Deutsch und Rätoromanisch. Die Züge zwischen Chur und St. Moritz transportieren jeden Monat über 50 000 Personen, wie es in einer Mitteilung heisst. ▸ Webcode DPF8_34752 ICT-Switzerland will schlankes Datenschutzgesetz gsa. Die Vernehmlassungsphase zur Totalrevision des Schweizer Datenschutzgesetzes ist Anfang April zu Ende gegangen. ICT-Switzerland kritisierte in einer Stellungnahme verschiedene Regulierungen in dem Gesetzesentwurf. Der Verband befürchtet in einer Mitteilung, dass einige Bestimmungen «über das Ziel hinausschiessen». Bild: Freepik Stiftung für Konsumentenschutz kritisiert Staatsbetriebe dkl. «SBB, Swisscom, Post und Postfinance – die grossen Schweizer Service-Public-Unternehmen mit Staatsbeteiligung – verdienen ab diesem Jahr Geld, indem sie ihren Kundendatenschatz an Werbetreibende verschachern», teilte die Stiftung für Konsumentenschutz mit. Kunden der Staatsbetriebe würden nicht um Erlaubnis gefragt. Wer nicht will, dass seine «teils höchstpersönlichen Daten» in die Hände von Werbeunternehmen geraten, müsse sich «allerorts einloggen, Häkchen entfernen und eingeschriebene Briefe schreiben», heisst es in der Miteilung. Die Kritik der Stiftung ist Teil der Vernehmlassung zur Revision des Datenschutzgesetzes. Kritisierte Unternehmen weisen Vorwürfe zurück Die kritisierten Unternehmen weisen die Vorwürfe zum Teil Schweizer Unternehmen nicht unnötig belasten ICT-Switzerland fordert, die für die Schweiz schädlichen Regulierungen zu beseitigen. Die Schweizer Unternehmen und Institutionen sollen nicht mit unnötigem administrativem und finanziellem Aufwand belastet werden. Gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Datenschutz des Wirtschaftsverbands Economiesuisse identifizierte ICT-Switzerland aus seiner Sicht mehrere Schwachstellen. Den Verbänden gehen etwa die Informations- und Meldepflichten zu weit. Diese seien substanziell zu reduzieren. Die Verbände stossen sich an den Meldepflichten zum Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) bei Datenverlusten. Wenn etwa Unbefugte bei einem Unternehmen in die IT-Infrastruktur eindringen würden und Kundendaten entwenden, müsse das Unternehmen dies dem EDÖB melden. ICT-Switzerland setzt auf Selbstregulierung Der ICT-Verband wirbt für eine Selbstregulierung durch die Unternehmen. Die Verbände müssten Best Practices anbieten. Von Vorgaben durch den EDÖB hält der Verband wenig. Überhaupt hadert ICT-Switzerland mit den geplanten Kompetenzen des EDÖB. Dessen Ausstattung mit Untersuchungs- und neu auch mit Verfügungskompetenzen betrachtet der Verband als «heikel». ICT-Switzerland wünscht sich eine Trennung der Kompetenzen. Das Sanktionssystem des geplanten revidierten Datenschutzgesetzes sieht Geldstrafen für Mitarbeitende von bis zu 500 000 Franken vor. ICT-Switzerland findet das weder verhältnismässig noch zielführend. Es sollten Verwaltungsstrafen gegen Unternehmen im Vordergrund stehen, wenn nicht vorsätzliches Handeln der Mitarbeitenden vorliege. Ein Strafkatalog, der über die EU-Standards hinausgehe, sei abzulehnen. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_34946 vehement zurück. «Postfinance verkauft keine Kundendaten an Dritte und beabsichtigt auch nicht, dies zu tun», schreibt Postfinance-Sprecher Richard Pfister. SBB-Sprecherin Masha Foursova versichert, dass die SBB keine Kundendaten an Werbekunden liefern. Die SBB schalten allerdings nach eigenen Aussagen seit mehreren Jahren zielgruppenspezifische Werbung in der SBB-App auf Basis anonymisierter Daten. Swisscom-Sprecher Armin Schädeli relativiert die Vorwürfe der Stiftung. Swisscom werde künftig Kundendaten verkaufen. Aber «nur vollständig anonymisierte Informationen, die keinen Rückschluss auf die Person ermöglichen». Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_33968 07 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Event 09 Content-Services statt ECM An der AIIM Conference 2017 in Orlando haben Fachleute über Trends im Business diskutiert und wie sich diese auf das Informationsmanagement auswirken. Der Branche stehen grosse Veränderungen bevor. In Orlando haben sich Mitte März 600 Businessverantwortliche, Opinion Leader, Experten, Berater und Lieferanten an der AIIM Conference getroffen. An der dreitägigen Konferenz drehte sich alles um das Thema Informationsmanagement. In 4 Keynote-Präsentationen, 20 Breakout Sessions, 3 Town Hall Sessions und 72 Round- Table-Diskussionen debattierten die Vertreter der Zunft über die Zukunft des Informationsmanagements. «ECM ist tot!» Bereits bei der Keynote von John Mancini, Chief Evangelist von AIIM, wurde klar, dass die ganze Konferenz unter dem Stern einschneidender Veränderungen für die Branche stand. Eingangs ging Mancini auf die aktuellen Trends wie Consumerization, die digitale Transformation sowie auf neue Arbeits- und Firmenkulturen mit Millennials ein. Anschliessend nahm Mancini das Publikum mit auf eine Zeitreise, in der er die Veränderungen der letzten 20 Jahre im Bereich des Informationsmanagements aufzeigte. Schnell wurde klar, dass sich die Lösungen im Informationsmanagement in dieser Zeit stark verändert haben: von zentralisiert, kon trolliert und komplex in Richtung dezentral, businessnah, einfach und agil. Mancini verglich die Veränderungen sogar mit einer Revolution. Er zitierte den Blogbeitrag von Gartner «ECM is now dead (kaput, finite, an ex-market name)», der nach seiner Veröffentlichung für grosse Aufregung in der Branche gesorgt hatte. Informationschaos unter Kontrolle bringen All diese Veränderungen und die abnehmende Bereitschaft der Anwender, sich an organisatorische Vorgaben zu halten, bereite vielen Informationsmanagern in Unternehmen Kopfzerbrechen. Sind sie doch verantwortlich für die Einhaltung von Gesetzen und Regulatorien. Dadurch entsteht ein grosses Spannungsfeld zwischen den klassischen, von ECM-Lösungen bekannten Methoden im Informationsmanagement (zentrale Regulierung, Kontrolle und Strukturierung von Informationen) und den Bedürfnissen nach einfachen und individuell abgestimmten Lösungen. Als Antwort auf diese Herausforderungen bieten die Technologieanbieter diverse Lösungen zur Analyse und automatischen Klassifizierung von Informationen sowie Security- und Governance-Features an. Letztere werden bei der Wahl der geeigneten Tools künftig immer wichtigere Entscheidungskriterien darstellen. Auch erwarten Unternehmen keine zentralisierten, vereinheitlichten Lösungen mehr, sondern einzelne Services, die dabei helfen, Arbeitsabläufe im persönlichen Arbeitsumfeld zu vereinfachen und zu beschleunigen. Darauf hat der Markt bereits mit unzähligen Produkten reagiert. Viele Hersteller bieten mittlerweile Workflow- Lösungen mit einfach zu bedienenden Komponenten. Damit diese letztlich sinnvoll eingesetzt werden können, braucht es eine professionelle Beratung und Begleitung der Businessbereiche in Unternehmen. DER AUTOR Marco Lötscher, Leiter Prozessmanagement, IOZ Jeder muss ein Change Leader werden Auch in der Keynote von Cheryl Cran, Buchautorin und Change-Leadership-Expertin, waren Veränderungen das Thema. Cran zeigte in ihrem Vortrag auf, was sich in vielen Firmen in den Arbeitskulturen geändert hat und wie diesen Entwicklungen heute am besten zu begegnen sei. «Jeder muss ein Change Leader werden», lautete ihr Motto. Sie meinte damit, dass in den neuen Organisationsformen sehr viel Autonomie Einzug gehalten habe. Mitarbeiter in modernen Organisationen dürften sich viel selbstständiger organisieren als die Arbeitnehmer vorheriger Generationen. Sei es in der Auswahl ihres Arbeitsplatzes, der Tools zur Unterstützung beim Erledigen ihrer Aufgaben oder beim Lernen von neuen Arbeitsmethoden. Diese Autonomie verlange logischerweise mehr Eigenverantwortung, also persönliche «Leadership», schlussfolgerte Cran. Rund 600 Gäste trafen sich in Orlando zur AIIM Conference 2017. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 07 / 2017

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