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Netzwoche 07/2020

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28 Management & Career

28 Management & Career Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Mehr als 300 Open-Source- Prototypen entwickelt rja. Ende März ist der #CodeVsCovid19 über die Bühne gegangen. Der Online- Hackathon gegen die Coronakrise zog rund 3000 Teilnehmer an. Ihre Prototypen sollen nun gefördert und umgesetzt werden. Im Fokus standen Themen wie maschinelles Lernen, Datenaggregation für Gesundheitssysteme, Logistik und Warenwirtschaft, Soziales, Kultur und Gesellschaft. Die Resultate seien Prototypen wie Mobileund Webapps. Im Vordergrund stehe jetzt, Lösungsansätze schnell weiterzuentwickeln und im Alltag anzuwenden. Plattform führt Start-ups und Investoren zusammen rja. Auf der Plattform «Startup Matcher» von Startup Invest können sich junge Unternehmen und Investoren kennenlernen. Sie soll Start-ups in der Pandemiezeit unterstützen, mit Investoren und möglichen Partnerunternehmen in Kontakt zu treten, wie «Startup-Ticker» schreibt. Start-ups können ihr Pitch- Desk hochladen und ihren Finanzierungsbedarf angeben, während Investoren die Bedingungen ihrer Unterstützung erläutern. Interessierte können dann virtuelle Treffen vereinbaren. Derzeit seien schon mehr als 1000 Profile registriert. Diese Homeoffice-Dienste sind zu empfehlen rja. Der Kanton Zürich pflegt eine Liste datenschutzkonformer Dienste und Produkte. Er will damit die sichere Remote-Zusammenarbeit in der öffentlichen Verwaltung fördern. Einige Services dürfen Angestellte des Kantons vorerst nur während der Coronakrise nutzen. Die Liste ist unter folgendem Link zu finden: https://dsb.zh.ch/internet/datenschutzbeauftragter/de/ themen/digitale-zusammenarbeit.html ICT-Switzerland will mehr Frauen in der IT rja. Durch die Digitalisierung wächst die Bedeutung der sogenannten MINT-Disziplinen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) für Berufe in unterschiedlichsten Branchen. Genau in diesen MINT-Bereichen sind Frauen heute jedoch deutlich untervertreten, bemängelt der Branchen-Dachverband ICT-Switzerland in einer Mitteilung. In einem neu aufgelegten Positionspapier formuliert der Verband sechs Forderungen, um die Rahmenbedingungen in der Schweiz für Frauen in der Informatik attraktiver und fairer zu gestalten. Die Forderungen des Dachverbandes Erstens sind Bund, Kantone, Gemeinden und Stiftungen angehalten, speziell auf Mädchen ausgerichtete MINT-Initiativen zu fördern. Zweitens sollen Erziehungs- und Bildungsdirektionen sowie die Pädagogischen Hochschulen ihre Anstrengungen erhöhen, um einen gendergerechten Unterricht zu gewährleisten. Ziel der Volksschule soll die Gleichstellung von Frau und Mann beziehungsweise Mädchen und Buben sein. Die Schule habe den pädagogischen Auftrag, die Chancengleichheit beider Geschlechter zu garantieren. Drittens sind das familiäre Umfeld, Lehrpersonen, Berufsbildende und Berufsberatende aufgerufen, Mädchen bei der Wahl eines «geschlechtsuntypischen» Berufs zu unterstützen und ihr Selbstbewusstsein in Bezug auf ihre mathematischen Fähigkeiten zu stärken. Nur so könne die Segregation aufgeweicht werden. Viertens sollen sich die Arbeitgebenden der Informatik- und allen anderen Branchen, die Informatikerinnen anstellen, für die Attraktivität der Informatikberufe einsetzen. Es soll sichergestellt werden, dass für Frauen Saläre und Weiterbildungsmöglichkeiten verbessert sowie flexible Arbeitspensen und Arbeitszeiten für alle Aufgabengebiete bereits beim Berufseintritt angeboten werden. Fünftens sind die Anbieter von Ausbildungen und Studiengängen dafür verantwortlich, Einsatzgebiet und Nutzen der MINT-Ausbildung besser darzustellen. In diesem Sinne ist sechstens die Politik auf nationaler, kantonaler und lokaler Ebene gefordert, sich für die aufgeführten Anliegen stark zu machen. Die erste Fassung des Positionspapiers veröffentlichte ICT-Switzerland vor zwei Jahren. Man habe das Dokument nun überarbeitet, um einerseits Daten und Links zu aktualisieren. Eltern beeinflussen die Berufswahl Bild: Galina Barskaya / Fotolia.com ael. Letztes Jahr haben im August mehr als 2700 Personen eine ICT-Lehre angefangen, wie der Verband ICT-Berufsbildung Schweiz schreibt. Der Verband führte eine Befragung unter den Lehrbeginnern durch, 1103 Antworten wurden eingereicht. 94 Prozent der Befragten gaben an, mit ihrer Berufswahl zufrieden zu sein. Während des Berufswahlprozesses ist die Familie ein wichtiger Faktor. Für fast 60 Prozent der Lehrlinge war sie ausschlaggebend. Rund 45 Prozent der Befragten beider Geschlechter gaben an, dass auch eine Schnupperlehre zu ihrer Berufswahl beigetragen habe. Einige Einflussfaktoren unterscheiden sich je nach Geschlecht, wie die Umfrage zeigte. Die männlichen Befragten bezeichneten das Internet als ausschlaggebend. Rund die Hälfte der männlichen Lehrlinge hatte den Beruf schon vor Lehrbeginn als Hobby. Bei den Frauen gab das jede Vierte an. Sie liessen sich laut Umfrage mehr von der Familie beeinflussen, doch auch Berufsmessen und Informationsveranstaltungen halfen bei der Entscheidung. Bei den männlichen Befragten gab ein Drittel an, den Beruf schon immer erlernen zu wollen, bei den Mädchen nur 18 Prozent. Der Frauenanteil in der Branche ist noch immer tief. Nur 13 Prozent der ICT-Lernenden ist weiblich. In den Informatik-Lehren wie Applikationsentwicklung oder Systemtechnik ist der Frauenanteil mit 7 bis 10 Prozent noch tiefer. Im Bereich Mediamatik liegt er bei 32 Prozent. ICT-Berufsbildung Schweiz hatte einige Massnahmen entwickelt, um den Frauenanteil bei den ICT-Lernenden zu steigern. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch 07 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Management & Career Hintergrund 29 So klappt Leadership auch im Homeoffice Die Umstellung auf Homeoffice ist für Team- und Abteilungsleiter besonders herausfordernd. Es gibt einige bewährte Regeln, die helfen, seine Mitarbeitenden aus der Ferne erfolgreich zu führen. Doch zunächst ist es ratsam, das Rollenverständnis zu überdenken. Autor: René Jaun Viele Führungskräfte leiten in diesen Tagen erstmals ein Team aus der Ferne. Dabei dürften sie entdecken, dass Leadership aus dem Homeoffice andere Herausforderungen mit sich bringt als jene im physischen Büro. Fachleute bestätigen, dass Team- und Abteilungsleiter ihre Funktion auch virtuell erfolgreich wahrnehmen können und geben Tipps für ein gelungenes Vorgehen. Doch bevor es darum geht, Abläufe und Prozesse neu zu planen, plädieren manche Experten für ein Innehalten und eine Neuausrichtung. Bei der Umstellung ins Homeoffice findet nicht einfach ein Ortswechsel der Teammitglieder statt, sondern es ändert sich auch das Rollenverständnis des Leiters. «Für die Arbeit in verteilten Teams ist es entscheidend, den Sinn und Zweck des Teams sowie den Blick fürs grosse Ganze zu vermitteln», schreibt Coach und Berater Beat Fraefel in einem Artikel der «Schweizer Kaderorganisation SKO». Entsprechend verschiebe sich auch die Rolle der Führungskräfte «von der Arbeitsverteilung und Koordination hin zur Vermittlung von Sinn und Zusammenhalt». Fraefel plädiert für Mut zu Experimenten und zu einem gemeinsamen Lernprozess für neue Formen der Zusammenarbeit. Die Führungskraft macht bei der Arbeit weniger Vorgaben, sondern agiert vielmehr als Mentor oder Sicherheitsnetz. Es sei wichtig, dass Vorgesetzte gerade in verteilten Teams sichtbarer werden, und es genüge nicht mehr, nur über Sachthemen zu sprechen. «Führungskräfte müssen vermehrt und bewusst auch Befindlichkeiten aktiv ansprechen und mit Unsicherheit und Ängsten umgehen – sowohl mit den eigenen wie auch mit denjenigen der Mitarbeitenden», schreibt Fraefel. Kontrolle abgeben, Vertrauen aufbauen «Die Stärke vieler Führungskräfte liegt darin, das Gespür für die notwendigen Aufgaben zu haben, diese zu priorisieren und zu delegieren», schreibt Fraefel weiter. Dieses Gespür könne aber schnell beeinträchtigt werden, wenn man sich nicht mehr regelmässig sehe. Doch gelinge es, den Teammitgliedern den Sinn und Zweck und die «übergeordnete Bestimmung» zu vermitteln, ermögliche dies schliesslich auch «die umfassende Delegation von ganzen Verantwortungen statt einzelner Aufgaben». Dürften sich die Teammitglieder über die ihnen anvertraute Verantwortung freuen, liegt es am Vorgesetzten, einen Teil der Kontrolle abzugeben. «Homeoffice erfordert i 1 2 3 4 5 6 7 8 8 TIPPS FÜR FÜHRUNGSKRÄFTE Grundsätzliches regeln: Klar definieren, wann und wie oft das gesamte Team zusammenkommt und welche Kollaborationstools genutzt werden. Den Tag gemeinsam anfangen: Während eines 15-minütigen Videocalls den Kontakt herstellen, Ziele besprechen, Aufgaben verteilen und einen positiven Startpunkt setzen. Kontakte pflegen: «Für Videocalls aktivieren grundsätzlich alle Teilnehmenden die Kamera», wodurch Emotionen, Körpersprache und Mimik erkennbar werden. Nicht nur übers Geschäft reden: Auch Böttinger plädiert für die «virtuelle Kaffee-Ecke». Zudem sollten Geburtstage, Dienstjubiläen und andere Ereignisse nicht vergessen gehen. Bewegung ermutigen: «Motivieren Sie die Teilnehmenden, auch mal aufzustehen, sich zu bewegen oder zu strecken und während des Meetings herumzulaufen.» Auch kurze Pausen alle paar Stunden sollten sein, wie im normalen Büro. Den direkten Austausch pflegen: Hier seien auch Eins-zu-eins-Meetings mit einzelnen Teammitgliedern empfehlenswert, die man möglichst nicht absagen sollte – «sie sind ein Gradmesser für Respekt, Aufmerksamkeit und Fürsorge der Führungskraft». Erreichbarkeiten festlegen: Es sei wichtig, für Fragen aus dem Team Zeit zu haben. Um diese zu finden, könne man sich bewusst gewisse Zeiten dafür freihalten, um den Teammitgliedern zur Verfügung zu stehen. Energielevel hochhalten: Ein wenig Humor – etwa ein lustiges Bild – könne hier schon helfen. Wichtig sei aber auch, auf Zeichen der einzelnen Teammitglieder zu achten und sich je nachdem Zeit für ein Einzelgespräch zu nehmen. eine neue Art von Vertrauen und Verlässlichkeit innerhalb einer Organisation», zitiert das «Tagblatt» Guido Baldi, Dozent für Volkswirtschaft an der Universität Bern und Projektleiter bei der Ideenschmiede Reatch. Es brauche etwas Zeit, dieses Vertrauen aufzubauen. Viele Experten erteilen sehr konkrete Ratschläge, wie ein Vorgesetzter sein Team aus der Ferne am besten führt. Zusammenfassen lassen sich die meisten in einem Satz: «Kommunizieren Sie mit Ihren Leuten!» Eine «optimale Häufigkeit und Dauer» gebe es dabei nicht, schreibt Fraefel. Und die Hochschule für angewandte Psychologie der FHNW ermutigt in einem Fachartikel dazu, bei den Meetings nicht nur über die Arbeit selbst zu sprechen: «Der informelle Austausch ist enorm wichtig und muss beim Zusammenarbeiten auf Distanz bewusst geschaffen werden, beispielsweise mit einer virtuellen Kaffeepause.» Bernhard Böttinger, Leadership-Berater, formuliert in einem Artikel auf «Finews» darüber hinaus acht Tipps, mit denen «moderne Führungskräfte das Engagement und die Energie Ihrer Mitarbeitenden auch aus der Distanz hochhalten» können (siehe Tabelle). Sie möchten mehr zum Thema wissen? Im Themendossier finden Sie weitere Artikel zur Arbeit im Home office. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch www.netzwoche.ch © netzmedien ag 07 / 2020

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