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Netzwoche 07/2021

20 Web Aktuell jor. Das

20 Web Aktuell jor. Das Zuger Blockchain- WWW.NETZWOCHE.CH Swiss Cloud Computing zurück im Normalbetrieb msc/jor. Swiss Cloud Computing hat den Normalbetrieb wieder aufgenommen. Seit dem 12. Mai seien sämtliche Dienste des Cloud-Anbieters wieder online, heisst es in einer Mitteilung. Am 27. April wurde Swiss Cloud Computing Opfer einer Ransomware-Attacke. Kurz nach deren Bereinigung habe eine Störung in einer Hardwarekomponente zu einem erneuten Ausfall einzelner Systeme geführt. Aufgrund dessen waren verschiedene Dienste für zahlreiche Kunden zwischen dem 27. April und dem 11. Mai nicht oder nur eingeschränkt verfügbar. Asut holt Salt, Quickline und Google Cloud ins Boot lha. Salt, Quickline und Google Cloud sind neu Mitglieder des Schweizerischen Verbands der Telekommunikation (Asut). Mit den Beitritten würden die Kompetenzen des Verbands in den Bereichen Telekommunikation, Cloud- Services und Datacenter gestärkt, teilt Asut anlässlich der 47. Generalversammlung mit. Laut dem Verband sind mit den neuen Mitgliedern und dem Zusammenschluss von UPC und Sunrise nun die massgeblichen Fernmeldedienstanbieter der Schweiz im Telekomverband und in dessen Vorstand vertreten. Onlineshopping-Verhalten in der Schweiz lha. Die Coronapandemie hat für einen Onlineshopping- Boom gesorgt. Rund 44 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz, Deutschland und Österreich veränderten ihr Kaufverhalten. In der Schweiz war der Anteil mit 40 Prozent am kleinsten, in Österreich mit 48 Prozent am höchsten, wie eine Studie von KPMG ergab. Hierzulande gingen gemäss Studie am meisten Lebensmittel über den virtuellen Ladentisch, gefolgt von Fashion-Artikeln und Consumer Electronics. Dfinity bringt «Internet-Computer» online Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Start-up Dfinity hat seine Computing-Plattform «Internet-Computer» gestartet. Die Plattform sei seit dem 7. Mai online, der Quellcode seither frei einsehbar, heisst es in einer Mitteilung. Zum Start wird der Internet- Computer laut Mitteilung von 48 unabhängigen Rechenzentren (RZs) in Nordamerika, Europa und Asien unterstützt, die aktuell 1300 Nodes betreiben. Bis Ende des Jahres seien 123 RZs mit 4300 Nodes geplant, und schliesslich tausende RZs mit Millionen von Knoten. Ein ambitioniertes Projekt Unternehmensgründer und Chief Scientist Dominic Williams beschreibt sein Projekt als die weltweit erste Blockchain, die so schnell laufe wie das Web und problemlos skalierbar sei. Das erklärte Ziel: eine Public Cloud für die nächste Generation von Software und Internetdiensten, und zwar ohne die Lock-in-Risiken, die bei den grossen Cloud-Anbietern wie AWS, Microsoft Azure und Google Cloud Platform bestehen. Dfinity arbeitet seit fünf Jahren an dem Projekt. Die Ambitionen sind hoch: «In fünf Jahren kennt uns jeder, in zehn Jahren ist jedem klar, dass wir gewonnen haben, und in 20 Jahren werden wir der Standard sein», lässt sich Williams im «Handelsblatt» zitieren. Mit dem offiziellen Projektstart verkündet Dfinity auch Fortschritte bei der digitalen Benutzeridentifizierung. Geplant sei eine Authentifizierungslösung namens «Internet Identity», mit der sich Benutzeridentitäten sicher verwalten lies sen – ohne Benutzernamen, Passwörter oder kryptografische Schlüssel. Nutzerinnen und Nutzer sollen sich damit über ihre Endgeräte in Applikationen auf der Dfinity-Plattform anmelden können. «Auch wenn heute Krypto, Blockchain und Co. noch für viele kompliziert wirken mag, ermöglicht der Internet-Computer mit der ‹Internet Identity› bequemeres und sicheres Authentifizieren, als irgendwo heute genutzt wird», lässt sich Williams in der Mitteilung zitieren. Erste Anwendungen Zu den ersten Applikationen, die auf dem Internet-Computer laufen sollen, zählen die Tiktok-Alternative Cancan, der Nachrichtendienst Openchat und die dezentrale Social-Media-Plattform Capsule. Am Start sind auch drei dezentrale Finanzanwendungen: die beiden Kryptobörsen Enso Finance und Tacen sowie Sailfish, das Zugang zu offenen Finanzdienstleistungen schaffen soll. Ebenfalls in den Startlöchern stehen Origyn (eine Plattform zur Verfolgung der Herkunft von Luxusgütern, beginnend mit Luxusuhren) und Fleek, eine Plattform zum Erstellen von offenen Websites und Anwendungen. 14 000 Websites laufen gemäss Mitteilung bereits. Screenshots von Cancan – einer offenen und tokenisierten Alternative zu Tiktok, die auf dem «Internet-Computer» läuft und über jeden Browser oder jedes mobile Gerät zugänglich ist. 07 / 2021 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Web Aktuell 21 Bund entwickelt das Covid-Zertifikat selbst Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch rko/rja. Die Würfel sind gefallen. Die Bundesbehörden entwickeln das schweizerische Covid-Zertifikat selbst. Laut einer Mitteilung erhält das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) den Zuschlag. Personen, die geimpft oder geheilt sind oder die kürzlich ein negatives Testergebnis erhalten haben, sollen das Zertifikat bis Ende Juni 2021 erhalten können. Schnittstelle zu FMH-System Damit ist die Lösung von Sicpa und Elca, die der Bund ebenfalls prüfte, vom Tisch. «Die Lösung des BIT ist EUkompatibel, sicher, auf das notwendige technische Minimum beschränkt, und der Quellcode (Open Source) wird offengelegt. Dies war für die Wahl ausschlaggebend», schreibt der Bund. In einem kurzen Statement nehmen Sicpa und Elca den Behördenentscheid zur Kenntnis. Man verstehe die Absichten und Vorgaben, die zu dieser Wahl geführt hätten. «Wir wünschen uns von ganzem Herzen, dass die Schweizer Bevölkerung so schnell wie möglich zum normalen Leben zurückkehren kann, mit den besten Sicherheitsgarantien und unter voller Berücksichtigung der Datenschutzbelange. Wir beglückwünschen deshalb den Bund zu seiner raschen Entscheidung.» Zudem zeigen sich die Unternehmen bereit, die Behörden weiterhin aktiv zu unterstützen. Der Bund weist darauf hin, dass Sicherheits- und Datenschutzexpertinnen und -experten in das Projekt eingebunden sind. Auch Ärztinnen und Apotheker seien involviert. Diejenigen Arztpraxen und Apotheken, die beispielsweise mit einer HIN-Lösung zur sicheren Identifizierung und Verwaltung von Patientendaten arbeiten, sollen dies über eine Schnittstelle weiterhin ohne Systemwechsel tun können. Kürzlich gaben die Berufsverbände Pharmasuisse und FMH bekannt, unabhängig der der Bundesbemühungen ein eigenes Covid-Zertifikat herausgeben zu wollen. Kompatibel mit dem «Digital Green Certificate» Das europäische «Digital Green Certificate», mit dem die Schweizer Lösung kompatibel sein wird, basiert auf einem teilweise dezentralen System. Die Zertifikate enthalten einen QR-Code, der von einer ausstellenden Organisation – etwa einem Spital oder einem Covid-Testzen trum – generiert und signiert wird. Die Bescheinigungen enthalten Informationen wie Name, Geburtsdatum und Angaben zur Immunität, also entweder das Datum und die Art der Impfung, das Datum des negativen Covid-Tests beziehungsweise jenes des positiven Tests bei genesenen Personen. Auf einem zentralen Portal der EU sollen diese Zertifikate auf ihre Echtheit hin überprüft werden können. Die Zertifikate enthalten einen QR-Code. Technische, wissenschaftliche und gesellschaftliche Fragen Doch die Einführung von Immunitätszertifikaten wirft viele technische, wissenschaftliche und gesellschaftliche Fragen auf. Auf der technischen Seite besteht die Gefahr von gefälschten Zertifikaten und ungenügend geschützten sensiblen Daten. Angesichts der notwendigen Infrastruktur stellt sich zudem die Frage nach dem Mehrwert der digitalen Version. Auf wissenschaftlicher Seite wirft das Zertifikat die Frage nach der Wirksamkeit verschiedener aktueller und zukünftiger Impfstoffe auf bekannte und neue Varianten auf. Wird ein heute gültiges Zertifikat plötzlich obsolet, weil eine neue Variante auftaucht oder weil der Impfstoffhersteller etwa eine dritte Dosis verlangt? Dazu kommen Fragen der Übertragbarkeit des Virus bei geimpften Personen. Gesellschaftlich stellt sich die Frage der Diskriminierung zwischen zertifizierten Geimpften und anderen. Welche weiteren Rechte oder Einschränkungen werden ausser der Reisemöglichkeit von Behörden und Organisationen umgesetzt? Darf ein Unternehmen von seinen Angestellten ein Covid-Zertifikat verlangen? Kann ein Festival Menschen ohne Zertifikate den Zutritt verweigern? Darauf weiss Alexander Stremitzer, Jurist an der ETH, eine klare Antwort: Geimpften Personen über ein Zertifikat Vorteile zu gewähren, sei verfassungsrechtlich unproblematisch und sogar geboten. WWW.NETZWOCHE.CH Cyberangriff auf belgische Verwaltung ych/ebe. In Belgien sind etwa 200 Regierungsorganisationen Opfer eines Cyberangriffs geworden. Eine aggressive DDoS-Kampagne störte die Verbindung zu Websites und Diensten von Universitäten, öffentlichen Verwaltungen, Forschungsinstituten und Krankenhäusern. Der Angriff ereignete sich laut dem belgischen Nachrichtendienst RTBF am 4. Mai. Er zielte demnach auf das Netzwerk von Belnet. Auf seiner Website beschreibt sich der Anbieter als «bevorzugter Konnektivitätspartner für Hochschulen, Forschung und Behörden». E-Commerce: Gewinner und Verlierer ych/lha. Die Einschränkungen im Zusammenhang mit der Coronapandemie wirken sich auf die Umsätze im Einzelhandel aus. Laut einem Bericht der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) verzeichnete der Onlinehandel einen Anstieg seines Anteils an allen Einzelhandelsumsätzen von 16 auf 19 Prozent im Jahr 2020. Besonders deutlich war der Anstieg in Grossbritannien und Asien (China, Südkorea, Singapur). Deshalb ist die Swisscovid- App unsicher rko/msc. Google aktualisiert das Benachrichtigungssystem zur Nachverfolgung von Kontakten auf allen Android- Smartphones. Darunter auch die Schweizer Lösung Swisscovid, die sensible Daten in den Systemprotokollen der Geräte aufzeichnet. Der Haken an der Sache ist, dass einige vorinstallierte Apps auf Android-Geräten, darunter auch jene von Smartphone-Herstellern und Telekommunikationsbetreibern, auf diese Protokolle zugreifen können. Der Fehler, der Android und nicht iOS betrifft, widerspricht dem Versprechen, dass niemand Zugriff auf die hochsensiblen Daten von Tracking-Apps hat. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 07 / 2021

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