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Netzwoche 07/2021

38 Management & Career

38 Management & Career Studie Das macht das Homeoffice mit der Psyche Seit mehr als einem Jahr ist der Begriff «Homeoffice» weltweit geläufig. In der Schweiz betrifft dies etwas mehr als die Hälfte der Angestellten. Im Rahmen einer internationalen Arbeitsmarkt studie wurde nun untersucht, wie sich Fernarbeit auf das Arbeitsklima in Betrieben auswirkt. Autor: Maximilian Schenner Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Seit mittlerweile mehr als einem Jahr arbeiten viele Menschen in der Schweiz und weltweit von zuhause aus. In der Schweiz betrifft dies etwas mehr als die Hälfte der Angestellten. Im Rahmen einer internationalen Arbeitsmarktstudie wurde nun untersucht, wie sich Fernarbeit auf das Arbeitsklima in Betrieben auswirkt. Positives Arbeitsklima trotz Homeoffice Die Studie wurde im Dezember 2020 im Auftrag des Personaldienstleisters Robert Half durchgeführt. Befragt wurden 1500 Manager mit Personalverantwortung (General Manager, CIOs, CFOs) in kleinen (50–249 Mitarbeitende), mittelgros sen (250–499 Mitarbeitende) und grossen (500 oder mehr Mitarbeitende) Unternehmen in Belgien, Brasilien, Deutschland, Frankreich und Grossbritannien (je 300 Teilnehmer). Den Ergebnissen zufolge bemerkten 38 Prozent der Führungskräfte bei ihren Mitarbeitenden nach wie vor eine positive Einstellung gegenüber ihrer Arbeit. Für ebenso viele zeichne sich Fernarbeit durch gute Zusammenarbeit und gutes Arbeitsklima aus. Ebenfalls mehr als ein Drittel der Befragten (36 Prozent) habe angegeben, dass ihre Arbeitnehmenden trotz der aktuellen Bedingungen «engagiert und produktiv» arbeiten würden. Bild: Julia M Cameron / Pexels «Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass sich die Unternehmen an die veränderte Situation angepasst haben und gut zurechtkommen», sagt Eva Mahoney, Associate Director bei Robert Half in Zürich. Ein grosser Vorteil hybrider Modelle sei für 33 Prozent der befragten Führungskräfte die damit einhergehende Agilität. 30 Prozent sähen ausserdem die Kostenreduktion für Büroimmobilien als positiven Effekt. Mit 88 Prozent gehe der überwiegende Teil der Manager davon aus, dass sich hybride Arbeitsmodelle langfristig etablieren könnten. «In der weiteren Zukunft kann eine Kombination aus regelmässiger Präsenz im Büro und Homeoffice die von vielen Mitarbeitenden gewünschte Flexibilität bieten, ohne dass dem Unternehmen dadurch Nachteile entstehen», erklärt Mahoney. Ungewissheit als Stressfaktor 34 Prozent der Arbeitgebenden, die Robert Half befragte, fänden es ausserdem schwierig, das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit der Mitarbeitenden im Blick zu behalten. Gerade der Psyche können Ausgangsbeschränkungen und Fernarbeit jedoch besonders zu schaffen machen. Wie sich der Lockdown auf die psychische Gesundheit junger Menschen ausgewirkt hat, haben Forschende der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich (PUK) und der Universität Zürich zusammen mit dem Institut et Haute École de la Santé La Source untersucht. Für Kinder und Jugendliche ist gemäss der Studie der grösste Stressfaktor das Verschieben oder Absagen von Plänen, für Erwachsene hingegen die Ungewissheit über das Ende der Pandemie gewesen. Die Studienautoren erhoben für alle drei Landesteile der Schweiz Stichproben von 1627 jungen Erwachsenen im Alter von 19 bis 24 Jahren sowie von 1146 Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren und deren Eltern. Psychische Probleme Viele junge Erwachsene hätten während des ersten Lockdowns Symptome psychischer Erkrankungen aufgewiesen. So hätten 38 Prozent der männlichen jungen Erwachsenen über leichte bis schwere depressive Symptome berichtet, bei den jungen Frauen seien es gar 54 Prozent gewesen. Knapp die Hälfte der jungen Frauen (47 Prozent) und ein Drittel (33 Prozent) der jungen Männer berichtete, leichte bis schwere Angstzustände erlebt zu haben. 07 / 2021 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Products Fachbeitrag 39 Gutes Zusammenspiel: Multi-Channel- Integration im ERP Wo shoppen Sie? Im Onlineshop oder stationären Handel? Nutzen Sie Apps, Handelsportale, Outlet-Stores oder Handelsvertreter? Inzwischen stellt sich die Frage nach dem «Oder» oft nicht mehr, da sich Händler auf mehrere Standbeine gestellt haben. Diese Offenheit ermöglicht Flexibilität. Inzwischen ist der überwiegende Teil der Händler nicht mehr nur stationär, sondern auch online aktiv. Das Setzen auf verschiedene Absatzmöglichkeiten macht dabei deutlich, dass meist nicht angestrebt wird, einzelne Kanäle zu ersetzen, sondern diese vielmehr durch neue Vertriebswege zu erweitern. Es geht darum, neue Märkte und Zielgruppen zu erschliessen und so den Umsatz zu fördern. Dem sich dynamisch wandelnden Kaufverhalten von Kunden können Händler so begegnen. So setzen sowohl Einzel- und Grosshändler zunehmend auf den Einsatz mehrerer Vertriebskanäle. Multi-Channeling öffnet Optionen Für die Händler hat Multi-Channeling verschiedene Vorteile: Ausser der erwähnten Gewinnung neuer Kundenkreise bedeuten verschiedene Absatzmöglichkeiten auch eine höhere Sichtbarkeit und Zugänglichkeit. Informationen können deutlich einfacher an den Kunden weitergegeben werden. Zudem zeigt gerade die aktuelle Lage, dass mehrere Vertriebskanäle eine gewisse Flexibilität und Absicherung ermöglichen. Ein grosser Vorteil besteht zudem darin, dass zusätzliche Informationen über die Kundschaft gewonnen werden können, wodurch Bedürfnisse und Verhaltensweisen besser verstanden werden. Für eine höhere Wirtschaftlichkeit kann zudem ein FAQ-Bereich im Onlineshop sorgen, der die Service-Hotline entlastet. Auch für den Kunden selbst ergeben sich Vorteile: Es erweitert die Erreichbarkeit für den Kunden, macht eine persönliche und individuelle Beratung ebenso wie eine bequeme Bestellung von zuhause aus möglich, und durch zusätzliche Informationen wird die Kaufentscheidung unterstützt. Trotz dieser Möglichkeiten ist es gerade für mittelständische Unternehmen wichtig, sich auf die wesentlichen Absatzwege zu fokussieren. Der Aufbau, die Koordination und die Pflege mehrerer Kanäle sind aufwändig und unter Umständen kostspielig. Das Ziel sollte es sein, eine gut integrierte technische Infrastruktur zu etablieren, um so alle Kanäle perfekt zu vernetzen und zu überwachen. Denn die Zahl der Absatzkanäle erhöht auch die Komplexität und macht die Abstimmung der Vertriebswege aufeinander schwieriger. Integration ins ERP-System Verzögerungen oder auch Lieferengpässe und Systemfehler mindern das Kauferlebnis des Kunden und senken die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Einkaufs. Um die Koordination der verschiedenen Vertriebs- und Kontaktwege gut zu unterstützen, ist deshalb ein passend darauf ausgerichtetes ERP-System sinnvoll. So können Verkaufs-, Warenwirtschafts- und Logistikprozesse verknüpft werden. Warenbestand, Preise und Artikelinformationen bleiben damit kanalübergreifend gut miteinander synchronisiert. Wichtig ist zudem, dass mit dem ERP-System Auftragsstatus oder Ähnliches jederzeit rückverfolgt werden können. Ebenso ist es empfehlenswert, wenn der Webshop direkt in das ERP-System integriert ist, sodass möglichst keine externen Schnittstellen integriert und angepasst werden müssen. Ein weiterer wesentlicher Vorteil eines flexiblen ERP-Systems besteht auch hinsichtlich der Möglichkeiten, die sich aus den gewonnenen Daten ergeben. So erleichtert ein darauf ausgelegtes ERP den Händlern, aus der grossen Fülle der Daten die relevanten Informationen zusammenzubringen, die wertvolle Erkenntnisse bringen und die Entscheidungsfindung unterstützen. Mit den Daten aus unterschiedlichen Kanälen kann ein Gesamtbild entstehen. Zusätzlich integrierte CRM-Lösungen helfen darüber hinaus, das Kundenmanagement im Blick zu behalten. Bild: everythingpossible / AdobeStock DER AUTOR Christian Geissler Sales Representative, Industrial Application Software Den Beitrag finden Sie auch online www.netzwoche.ch www.netzwoche.ch © netzmedien ag 07 / 2021

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