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Netzwoche 08/2021

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16 Business Focus

16 Business Focus Digitale Revolution im rechtlichen Inkasso: Online-Inkasso-Lösung für SAP Robo-Inkasso als neuer Trend: Eine Cloud-Software, die mittels Robotics und Machine-Learning Gläubiger entlang dem SchKG-Prozess (Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs) intelligent unterstützt und sich via Plug & Play Connector mit den SAP-Debitorenbuchhaltungen integrieren lässt. DER AUTOR David Fuss CEO und Mitgründer, Tilbago Den Beitrag finden Sie auch online www.netzwoche.ch SAP-Debitorenbuchhaltungen unterstützen den Debitorenprozess bis zur Mahnung. Bleibt eine Forderung weiterhin offen, ist das Unternehmen auf eine Fremdlösung angewiesen. Mögliche Varianten sind die Einführung einer teuren Softwarelösung (hohe Initial- und laufende Kosten), die manuelle Abwicklung mittels Excel/Word (hoher Aufwand, geringe Effizienz) oder eine externe Abgabe an Inkassobüros (zusätzliche Kosten, weniger Einnahmen). Alle bisherigen Varianten sind somit nicht befriedigend – glücklich, wer eine Alternative findet. Digitalisierung im rechtlichen Inkasso Die Gesetzgebung für das SchKG wurde vor rund 130 Jahren definiert. Durch die Verfügbarkeit von EDV hat sich in den vergangenen 30 Jahren die Abwicklung des rechtlichen Inkassos gewandelt. Mit der ersten Einführung einer modernen Cloud-Lösung auf Basis von Robotics und Machine Learning konnte 2016 ein Quantensprung in der Bewirtschaftung von Betreibungen erzielt werden. Eine Robo-Inkasso-Lösung kombiniert die Gesetzgebung aus dem vorletzten Jahrhundert mit den Digitalisierungsmöglichkeiten des 21. Jahrhunderts und ermöglicht so Gläubigern ein völlig neues Inkasso-Erlebnis mit bisher nicht für möglich gehaltener intelligenter Unterstützung entlang des Inkassoprozesses. Ein Ende der technologischen Möglichkeiten ist nicht absehbar, die künstliche Intelligenz in einer Robo-Inkasso-Lösung wird laufend erweitert. Die Kosten für die Nutzung einer solchen Lösung sollten auf einer All-inclusive-Fallpauschale basieren, sodass für die nächsten 20 Jahre keine weiteren Kosten entstehen (auch keine Wartungskosten). In der Fallpauschale sollte vom Betreibungsbegehren bis zur Verlustscheinverwaltung inklusive Schuldneradressprüfung, elektronische Kommunikation mit den Betreibungsämtern (eSchKG), 7x24h aktives Monitoring, Support durch den Service- Desk, Reporting usw. alles enthalten sein. Bild: alphaspirit / AdobeStock.com Plug & Play Connector mit SAP FI-AR und FI-CA Für den Datenaustausch mit Vorsystemen steht in einer solchen Standardlösung eine REST basierende Webservice-Schnittstelle zur Verfügung. Analog zur manuellen Datenerfassung werden die angelieferten Daten analysiert und Problemstellungen rückgemeldet. Idealerweise handelt es sich dabei um einen Plug & Play Connector, der einfach installiert und konfiguriert werden kann. In einem Cockpit in SAP lassen sich offene Forderungen aus SAP FI-AR und/oder SAP FI-CA nach diversen Kriterien selektieren und per Mausklick an eine Robo- Inkasso-Lösung übertragen. Dabei können mehrere offene Posten eines Debitors in eine Betreibung überführt werden. Ebenso lässt sich bei Bedarf der vorgeschlagene Forderungsgrund anpassen. Zu allen Fällen ist im SAP- Cockpit der aktuelle Status im Betreibungsprozess ersichtlich, sodass auch für Benutzer ohne Zugriff auf die Cloud- Lösung direkt ergänzende Informationen zum Fall ersichtlich sind. Mit der Anbindung von SAP über einen Plug & Play Connector können auch SAP-Kunden vom neuen Trend Robo-Inkasso profitieren und an der digitalen Revolution im rechtlichen Inkasso teilnehmen. 08 / 2021 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Focus 17 Die Migration nach SAP S/4 Hana will gründlich geplant sein Für die Migration nach SAP S/4 Hana befindet sich jedes Unternehmen in einer individuellen Situation. Es gilt, in Workshops frühzeitig den richtigen Lösungsansatz zu evaluieren und die personellen Ressourcen sicherzustellen. Mit dem per 2027 endenden Support von SAP für die «ERP R/3»-Anwendungen kommen Kunden nicht darum herum, sich auch mit der Migration auf die neue Softwaregeneration SAP S/4 Hana mit der SAP-eigenen In-Memory-Datenbank Hana auseinanderzusetzen. Denn selbst wenn bis 2027 noch einige Zeit vergeht und es womöglich auch noch länger möglich sein könnte, die Anwendungen mit den herkömmlichen Datenbanken, wie zum Beispiel Oracle oder Microsoft SQL Server, zu betreiben, werden die Hardware- Systemlandschaften bis dahin mehrheitlich ihr Lebensende erreicht haben. Während also die Migration der Applikationen nicht abzuwenden ist, tut man gut daran, sich auch rechtzeitig über den Umzug der Datenbankumgebung auf eine von SAP für die Hana-Technologie zertifizierte Hardware Gedanken zu machen. Der Weg nach SAP S/4 Hana Je nach Voraussetzungen erfolgt die Migration aus ERP R/3 mittels Green-, Brown- oder Bluefield-Ansatz nach S/4 Hana. Unternehmen, die noch nicht für die Einführung von S/4-Hana-Applikationen bereit sind, können schon heute die Datenbankmigration auf eine neue Hana-zertifizierte Hardwareplattform vollziehen und die aktuelle Datenbank durch die Hana-Datenbank ablösen. Der Vorteil: Die «Business Suite on Hana» bringt eine schnellere Verarbeitung und durch die Trennung von Applikations- und Datenbank- Server mehr Flexibilität in der Administration. Um zu prüfen, ob eine bestehende ERP-Systemlandschaft bereit für eine Brownfield-Migration ist, bietet SAP einen «S/4 Hana Readiness Check» an. Darin werden zum Beispiel Voraussetzungen wie Unicode, Business-Partner-Modelle anstelle der Geschäftspartner (Debitoren, Kreditoren und so weiter), installierte Add-ons oder aktivierte Businessfunktionen geprüft sowie ein Custom Code Check durchgeführt und eine Action List generiert. Damit ist die Systemumgebung bereit für eine spätere applikatorische Migration nach SAP S/4 Hana. aufgebaut werden. Durch die gänzlich neue Datenbank- Technologie ist die Migration nach Hana ein anspruchsvolles Projekt, das sich aber in den meisten Fällen durch eine deutlich verbesserte Performance und einer hohen User- Akzeptanz auszahlt. Für einen reibungslosen Ablauf der Migration ist es wichtig, dass sich Unternehmen frühzeitig mit dem Thema beschäftigen. Denn es ist schwierig, auf dem Stellenmarkt geeignete Fachspezialisten zu finden. Auch sind externe SAP-Service-Provider und SAP-Implementierungspartner schon heute sehr gut ausgelastet. Dieser Zustand wird sich mit dem unausweichlichen Lebensende der ERP-R/3-Anwendungen per 2027 noch verschärfen. Fazit Die technische Migration nach SAP S/4 Hana ist mit dem erforderlichen Know-how erfahrungsgemäss problemlos durchzuführen. Insbesondere, wenn die SAP-Systemlandschaft regelmässig gepflegt wurde und auf aktuellem Stand ist, kann mit der «Lift & Shift»-Methode schnell und kostengünstig migriert werden. Man benötigt aber genügend Zeit für die Planung und die personellen Ressourcen. Und dies nicht erst für die Umstellung auf die neuen S/4-Hana- Anwendungen, sondern bereits für den Wechsel auf die In- Memory-Technologie mit dem Linux-Betriebssystem. Oftmals sind auch bezüglich Plattformen ressourcengetriebene Entscheide nicht zu umgehen. Wenn die Hardware den Ausschlag gibt oder die bestehenden personellen Ressourcen nicht das Expertenwissen für die neue Systemlandschaft aufweisen, wird oft auch ein Outsourcing der SAP- Basis-Betriebsleistungen zu einem qualifizierten SAP-Service-Provider in Betracht gezogen. DER AUTOR Peter Leutwyler Senior Account Manager SAP, UMB Den Beitrag finden Sie auch online www.netzwoche.ch Herausforderung Personal Die Migration der Hardware auf die SAP-S/4-Hana-Plattform bedeutet allerdings für die Basisbetreuer eine Herausforderung. Denn das Know-how für die Administration der Hana-Datenbank inklusive Linux-Betriebssystem muss erst www.netzwoche.ch © netzmedien ag Bild: Chad McDermott / AdobeStock 08 / 2021

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