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Netzwoche 08/2021

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32 People Live

32 People Live Rechenzentren auf lange Sicht nicht der richtige Weg ist. uns das bis mindestens 2028 beschäftigen. Das Ziel ist klar: Unser Business muss in der Lage sein, effektiver auf die Kundinnen und Kunden einzugehen. Wie zufrieden sind Sie mit SAP? Lassen Sie es mich so sagen: Ab einer gewissen Unternehmensgrösse führt im deutschsprachigen Raum kaum ein Weg an SAP vorbei. Es gibt zwar viele spannende Anbieter, aber aus Sicht eines grossen, hochintegrierten Unternehmens sind die Alternativen sehr beschränkt. Und wenn man schon den Sprung in die SAP-Welt gemacht hat, ist der Weg zurück sehr schwierig. Die für uns entscheidende Frage ist: Wie können wir SAP am effektivsten nutzen? Früher hätte man auf einen riesigen Monolith gesetzt. Heute geht es vielmehr darum, einen hocheffektiven Kern zu bauen und die Umsysteme nach dem Best-of-Breed-Prinzip zusammenzustellen. « Ab einer gewissen Unternehmensgrösse führt im deutschsprachigen Raum kaum ein Weg an SAP vorbei. » Rainer Baumann, Leiter Departement Operations, Migros-Genossenschafts-Bund Selbstverständlich werden wir bestimmte lokale IT-Infrastrukturen beibehalten, wo die Nähe aufgrund von Risikoüberlegungen wichtig ist – zum Beispiel in grossen Produktions- und Logistikbetrieben. Aber für alles andere planen wir eine schrittweise, funktionale Migration in die Cloud – und zwar über einen Zeitraum von fünf Jahren. Wir haben uns für ein Refactoring entschieden. Das heisst, wir passen den Code von unseren Applikationen an die künftigen Cloud-Umgebungen an. Es sind übrigens zwei strategische Plattformen: Microsoft Azure und Google Cloud Platform. Was ist zurzeit die grösste Baustelle dieses Cloud-Projekts? Die grösste Challenge betrifft unsere ERP-Systeme. Wir arbeiten seit jeher mit SAP zusammen, und vor etwa einem Jahr haben wir das grösste Transformationsprogramm der Migros-Geschichte gestartet. Wir erneuern den kompletten digitalen Kern des Unternehmens. Und zwar durch eine saubere, businessorientierte Transformation, die uns möglichst nahe an eine Standardlösung bringt. Das Ganze ist ein schwieriges Unterfangen, weil wir einen sehr grossen Long- Tail haben. Damit meine ich: tausende kleine Applikationen plus dutzende SAP-Systeme. Das alles systematisch zu erfassen, ist schon viel Arbeit. Die Konsolidierung und das Refactoring für die Cloud sind noch viel aufwändigere Projekte – selbst für ein grosses Team wie unseres. Wir haben fast 3000 Mitarbeitende im Kerntechnologie-Bereich. Dennoch betrachten wir die Erneuerung des Kerns als eine riesige technologische Erneuerung. Nach jetzigem Stand wird Es klingt so, als wäre SAP ein notwendiges Übel. Das würde ich nicht sagen. SAP bietet durchaus einen Mehrwert. Nehmen wir die vielen Integrationsmöglichkeiten: von der Warenbeschaffung über die Zollabwicklung, dem Bestandsmanagement im Lager bis hin zum nachgelagerten Finanzsystem – mit SAP kann man das alles abbilden. Wir können beispielsweise auch die sehr komplizierten Prozesse beim Verrechnen unterschiedlicher Mehrwertsteuersätze verarbeiten. Mit einem selbst entwickelten System wäre das extrem mühsam. Als moderne Firma kann man das natürlich auch anders machen, etwa einen Datensee anlegen, viele Java-Programme obendrauf packen, die das alles auch können – und das Ganze mit coolen Benutzeroberflächen so gestalten, dass man eine tolle User Experience hat. Doch ob dann die Integration in einer komplexen Umgebung reibungslos funktioniert, ist fraglich. Ausserdem: Auch mit SAP kann man ein fancy Front-End erstellen. Trotzdem trifft SAP immer wieder auf Kundenkritik. Warum? Ich glaube, dahinter steckt ein generisches Problem. Zum einen fühlen sich kleine Unternehmen oftmals zu wenig betreut, wenn sie mit grossen Konzernen zusammenarbeiten. Bei SAP ist das vermutlich ähnlich wie bei anderen Grossunternehmen. Zum anderen gibt es diese gefühlte Abhängigkeit, diesen Eindruck, dass man nicht mitreden kann. Das geht allerdings weit über die Technologiebranche hinaus. Welcher Technologietrend fasziniert Sie am meisten? Mein momentaner Lieblingsbegriff ist: digitaler Zwilling. Ich will, dass man als Kunde künftig im Laden erfahren kann, woher die Banane kommt, wer sie angepflanzt und geerntet hat, wie sie in die Schweiz gekommen ist und wie der ökologische Fussabdruck der Transportlogistik aussieht. Solche Informationen möchte ich den Kundinnen und Kunden zur Verfügung stellen. Wir arbeiten an solch einem Projekt. Ziel ist es, dass wir Produktinformationen wie auch das Thema Nachhaltigkeit spürbar und glaubwürdig vermitteln können. 08 / 2021 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

In Kooperation mit xxxxxxx Thema DOSSIER33 Bild: elenabsl/Shutterstock Dossier User Engagement In Kooperation mit Best of Swiss Apps So wird die App zur Gewohnheit mla. Hinter einer erfolgreichen App steckt mehr als die sinnvolle Erbringung eines gewünschten Nutzens. Eine App wird dann zu einem guten Produkt, wenn sie Benutzerinnen und Benutzer veranlasst, selbst aktiv zu werden. In seinem Fachbeitrag schreibt Christof Zogg, Jury Chairman von Best of Swiss Web & Best of Swiss Apps, über User Engagement und wie es hervorgerufen werden kann. So bauen etwa variable Belohnungen Vorfreude auf und lassen Nutzerinnen und Nutzer erfüllt zurück, wenn sie die App nutzen. Das macht Lust auf mehr. Noch mehr steigern lässt sich dieses «Mehrwollen», wenn eine App User dazu bringt, Zeit, Mühe oder soziales Kapital zu investieren, wie Zogg schreibt. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie wiederkommen, weiter. Mit jedem Wiederkommen wird die Nutzung der App mehr und mehr zur Gewohnheit. Wer sich an etwas gewöhnt hat, vermisst es, wenn es nicht mehr da ist. Mit der neuen Kategorie «User Engagement» trägt Best of Swiss Apps dem Umstand Rechnung, dass erst User Engagement eine App zu einer erfolgreichen App macht. Fehlt es, verstaubt sie früher oder später auf dem Homescreen. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 08 / 2021

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