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Netzwoche 08/2021

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42 Technology Aktuell

42 Technology Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH ETH gründet neues Kompetenzzentrum eth. Die ETH Zürich lanciert ein neues Zentrum für computergestütztes Entwerfen in Architektur und Bauingenieurwesen. 22 Professuren schliessen sich unter dem Namen «Design++» zusammen, um digital erweiterte Entwurfsmethoden zu entwickeln. Dadurch soll das Bauen nachhaltiger und effizienter werden. Kantone sollen Steuerverfahren digitalisieren ldw. Am 2. Juni hat der Ständerat die Kantone zu digitalen Steuerverfahren verpflichtet. Der Nationalrat sprach sich bereits von Beginn an für ein Obligatorium aus. Nun zieht gemäss Bund der Ständerat mit. Bis dato bevorzugte die kleine Kammer eine Kann- Formulierung. St. Galler Verwaltung führt Chatbot ein ldw. Das Amt für Handelsregister und Notariate im Kanton St. Gallen erhält eine digitale Assistenz. Der Chatbot soll die Kommunikation erleichtern. Das Projekt wird durch Smart Government Lab der Universität St. Gallen begleitet. Blockchain soll Vertrauen in Onlinedienste des Kantons Jura erhöhen Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch rko/ldw. Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt hat der Kanton Jura beschlossen, eine eigene Blockchainbasierte Lösung einzusetzen. Laut einem Whitepaper erhofft sich der Kanton, das Vertrauen der Bevölkerung und Unternehmen in die Onlinedienste der Verwaltung zu stärken. Langfristig soll die Lösung ein zentrales Element des staatlichen Informationssystems sein und der Nachverfolgung verwaltungsinterner Vorgänge dienen. Der Kanton plant die Implementierung in der zweiten Jahreshälfte 2021. Digitaler Download-Beleg Das Blockchain-System unterstützt zwei Mechanismen. Der erste ist eine Zeitstempelfunktion für das Hochladen eines Dokuments in den virtuellen Schalter des Kantons. Nach Upload wird ein digitaler Hash an den Blockchain- Server gesendet. Dieser retourniert die KSI-Signatur mit einem Zeitstempel. Nach dem Download gilt diese Signatur als Beleg. Die Quittungen dienen Bevölkerung und Staat zur Kontrolle des Dokumentenverkehrs. Zertifizierung von Dokumenten Der zweite Mechanismus ermöglicht die enthaltenen Informationen zu zertifizieren und stützt sich auf den Onlinedienst Certus von Sicpa. Ein QR-Code auf dem Dokument soll alle wichtigen Informationen enthalten. Personen oder Organisationen können diesen Code per App scannen und somit die enthaltenen Informationen lesen und überprüfen. Der QR-Code wiederum soll auf einem Link in der KSI-Blockchain gesichert sein. Datenschutz, Ökologie und Adaption Der Kanton Jura betont im Whitepaper, dass die KSI- Blockchain-Infrastruktur auf bereits bestehenden Infrastrukturen aufbaut und nicht auf einem energieintensiven Konsensalgorithmus vom Typ «Proof of Work». Die Daten verlassen ausserdem nicht die Server des Kantons. Bild: phive2015 / iStock.com MÜLLERS KLEINES ABC F wie Fitts’ Gesetz Christopher Müller Inhaber und VRP von Die Ergonomen Usability AG Theorie: Es soll ja Leute geben, die halten Usability für eine Geheimwissenschaft, die vor allem vom Bauchgefühl und dem Erfahrungsschatz einiger Inselbegabter lebt. Doch Obacht! Auch hier gibt es Kausalitäten, die sich haargenau nachrechnen lassen – eine davon beschreibt Fitts’ Gesetz. Sein Namensgeber, Paul Fitts, hat vor rund 70 Jahren entdeckt, dass die Zeit, die erforderlich ist, um etwa mit dem Finger ein Ziel zu treffen, von dessen Entfernung und Grösse abhängt. Für alle, die Formeln mögen: MT=a+b·log2(D/W+1). Ähnliches lässt sich zur Platzierung des Rückwärts-Buttons in (Android-)Apps sagen. Der steckt nämlich oft ganz oben links. Zumindest bei Rechtshändern dürfte das häufig für weite Zielbewegungen sorgen. Apropos Handy: Keine Freude dürfte Mister Fitts auch an deren immer monströseren Dimensionen haben. Irgendwelche findigen Köpfe bei Apple sollen mithilfe seiner Formel einst ausgerechnet haben, dass der optimale Touch-Bildschirm diagonal mickrige 4,5 Zoll gross ist ... Realität: Was dies für die tägliche Arbeit, in unserem Fall an und mit Bildschirmen, heisst, wird aus dem Umkehrschluss klar: Je weiter ein Ziel entfernt und je kleiner es ist, desto schwieriger ist es zu treffen. Klingt so logisch wie banal, wird aber im Alltag nicht besonders gewissenhaft umgesetzt. Wie sonst wäre die Platzierung der Auf- und Abwärts-Buttons in der Bildlaufleiste von Windows zu erklären? Der eine steht zuoberst im Fenster, der andere zuunterst. Wer mithilfe der Buttons zwischen Rauf- und Runterscrollen wechseln will, muss also mit dem Cursor meist die ganze Bildschirmhöhe überwinden. Ein Segen, dass jemand das Scrollrad erfunden hat. Fazit: Selbst wenn es schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel hat – das Gesetz von Fitts gilt nach wie vor und insbesondere auch für digitale Benutzerschnittstellen. Gilt es also, einen Button zu platzieren, dann sollte man ob all der konzeptuellen, kontextuellen, grafischen und textlichen Überlegungen nicht vergessen zu fragen, wo er denn wohl am besten aufgehoben wäre. Die Kolumne finden Sie auch online www.netzwoche.ch 08 / 2021 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Aktuell 43 Swico stellt 10 Gebote für die Digitalisierung vor Der Swico hat ein Zehn-Punkte-Programm für die Digitalisierung der Schweiz vorgestellt. Mit dem Dokument richtet sich der Verband in erster Linie an die Politik. Für Geschäftsführerin Judith Bellaiche ist klar: Die Schweiz muss dringend handeln. Autorin: Leslie Haeny «Die Coronakrise hat die Defizite bei der Digitalisierung der Schweiz schonungslos entblösst.» Das sagte Swico- Geschäftsführerin und Nationalrätin Judith Bellaiche anlässlich der Vorstellung des vom Wirtschaftsverband erstellen Zehn-Punkte-Programms für die Digitalisierung. Schwierigkeiten in der digitalen Kommunikation der Gesundheitsbehörden, ein unzureichendes Datenmanagement im Gesundheitsbereich, digitale Hindernisse in der Pandemiebekämpfung und die zeitweise Beeinträchtigung der partizipativen Demokratie sind laut Bellaiche nur einige Beispiel für das digitale Versagen der Schweiz. Für die Geschäftsführerin steht fest: Die Schweiz muss handeln. Genau hier soll das von Bellaiche auch als «10 Gebote der Digitalisierung» bezeichnete Zehn-Punkte-Programm des Swico ansetzen. Das Papier legt zehn Schwerpunktthemen vor. Darin werden gesellschaftliche, staatliche und unternehmerische Aspekte mit 32 Ideen und politischen Forderungen adressiert. «Die Politik alleine kann es aber nicht richten, es braucht auch die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft», erläuterte die Geschäftsführerin. Bis im Herbst 2021 sollen folgende Themen aus dem Papier priorisiert werden: schweizweite Etablierung einer digitalen Bildungskultur, Auswertung des Handlungsbedarfs in den Verwaltungen aus Sicht der Bevölkerung und Positionierung der Schweiz im internationalen Kontext, insbesondere gegenüber der Europäischen Union. Fragiles Fundament und veraltete Berufsbilder «Bildung ist das Fundament unseres Wohlstands. Durch Corona haben wir gesehen, wie verletzlich dieses Fundament in einer Krisensituation ist», sagte Bellaiche. Der Swico fordert deshalb einen jederzeit möglichen, diskriminierungsfreien Zugang zu Homeschooling. Zudem gibt Bellaiche zu bedenken, dass Schulkinder noch immer auf Berufsbilder vorbereitet würden, die teils bereits veraltet seien. Lehrpersonen sollen daher befähigt werden, für die Zukunft relevante Inhalte Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Swico-Geschäftsführerin und Nationalrätin Judith Bellaiche. zu lehren. Der Verband sieht zudem die Vermittlung von technischen Grundkompetenzen als Priorität für das Schulwesen über alle Stufen. Abgesehen von Mathematik müssten Informations- und Kommunikationstechnologie sowie Programmieren Bestandteile der Lehrpläne werden. Wie Bellaiche sagte, lanciert der Swico einen parteiübergreifenden Appell an Parlamentarierinnen und Parlamentarier in allen 26 Kantonen mit dem Ziel, eine digitale Bildungskultur zu etablieren. Keiner weiss, was die Bevölkerung wirklich will Laut Bellaiche ist gar nicht klar, wo die Digitalisierungsprioritäten der Bevölkerung liegen. «Staat und Zivilgesellschaft reden aneinander vorbei.» Um hier Klarheit zu schaffen, will der Verband eine Umfrage durchführen, in der die Bevölkerung sowie Expertinnen und Experten nach Bedürfnissen und Defiziten befragt werden. Die Studienergebnisse sollen bis im Herbst 2021 vorliegen. Weiter fordert der Swico: Bund und Kantone sollen gezielt in die digitale Infrastruktur investieren und Digitalisierungsprojekte innerhalb der Verwaltung beschleunigen. Öffentliche Aufgaben sollen zudem systematisch digitalisiert und die entsprechenden Kompetenzen in den Verwaltungen deutlich verbessert werden. WWW.NETZWOCHE.CH Lonza setzt auf Blockchain jor. Der Basler Pharmazulieferer Lonza hat eine Partnerschaft mit dem Zuger Blockchain-Start-up Authena vereinbart. Ziel sei es, gegen Produktfälschungen und mangelnde Transparenz in den landwirtschaftlichen Lieferketten vorzugehen, heisst es in einer Mitteilung. Konkret will Lonza die Blockchain- Lösung von Authena im Markt für Pflanzenschutzmittel einsetzen. Begehbarer LED-Würfel erinnert an «Star Trek» lha. In Barcelona gibt es seit Kurzem eine Attraktion, die «Star Trek»-Fans verdächtig bekannt vorkommen dürfte. Im vom berühmten Architekten Antoni Gaudí entworfenen Wohnhaus Casa Batlló steht ein LED-Würfel. Der begehbare Würfel ist 10 Meter lang, 9,5 Meter breit, 2,75 Meter hoch und komplett mit LED- Displays ausgekleidet. SNB testet Digitalwährung jor. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ein weiteres Experiment mit digitalem Zentralbankengeld für Finanzintermediäre durchgeführt. Diesmal ging es um die Abwicklung grenzüberschreitender Transaktionen, wie die SNB mitteilt. Mit an Bord waren unter anderem die französische Zentralbank (Banque de France), Accenture, Six, UBS und Credit Suisse. Swisscom digitalisiert Verkaufsstellen ych/ebe. Swisscom hat eine Verkaufslösung namens «Business POS» lanciert. Diese All-in-One-Lösung soll Unternehmen bei der Digitalisierung von Verkaufsstellen helfen. Sie kombiniert das Kassensystem mit Funktionen, die eine Reihe von Prozessen digitalisieren. Business POS ist auf KMUs ausgerichtet. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 08 / 2021

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