Aufrufe
vor 3 Jahren

Netzwoche 09/2017

26 Technology Aktuell

26 Technology Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Swisscom stellt 1 Gbit / s im Mobilfunknetz in Aussicht mur. Swisscom hat seinen Füsslishop in Zürich ausgebaut: Der Telko nutzt jetzt das Modulationsverfahren 256QAM, das System 4x4 MIMO (Multiple input Multiple output) und Carrier Aggregation für die LTE-Frequenzen 800, 1800, 2100 und 2600 MHz. Das ermögliche mit modernen Smartphones hohe Datenübertragungen im Mobilfunknetz. Mit einem Sony Xperia XZ Premium erreichte Swisscom laut Mitteilung 800 Mbit/s. ▸ Webcode DPF8_39624 Schweizer Start-up gewinnt Innovationspreis rkn. Das Zürcher Start-up Caru hat einen Innovationspreis der Start-up Challenge der Altenpflege-Messe 2017 in Nürnberg gewonnen. Die Notruf-Lösung überzeugte die Jury in der Kategorie Monitoring. Caru ergänze den Notrufknopf, der insbesondere in Altersheimen und -wohnungen zum Einsatz komme, sagte Geschäftsleiterin Susanne Dröscher auf Anfrage. ▸ Webcode DPF8_39641 ETH-Forscher verwandeln 3-Din 4-D-Druck cgr. ETH-Forscher haben einen Durchbruch beim 3-D- Druck erzielt. Wie die Hochschule mitteilt, konnten die Forscher Objekte in 3-D drucken, die sich verändern lassen. Durch die zeitliche Komponente komme die vierte Dimension hinzu, weswegen das Forscherteam das Verfahren auch als 4-D-Druck bezeichnet. Das Team wird von Kristina Shea geleitet. Sie ist Leiterin des Labors für Produktentwicklung und rechnerbasierte Methoden an der ETH Zürich. Das Geheimnis sind Hubelemente Der Doktorand Tian Chen entwickelte ein Hubelement, das zwei unterschiedliche Zustände annehmen kann. Dieses Hubelement wurde mittels eines professionellen Multimaterial-3-D-Druckers aus zwei verschiedenen Materialien hergestellt. Mithilfe mehrerer solcher Hubelemente kann ein komplexes Objekt unterschiedliche stabile Formen annehmen, wie die Forscher schreiben. Diese druckten das Hubelement in einem Arbeitsschritt. «Eine flache Ausgangsform mit starren und beweglichen Abschnitten in einem Schritt zu drucken, ist äusserst effizient. Viel komplexer und zeitaufwändiger wäre es hingegen, solche Objekte dreidimensional herzustellen oder sie aus mehreren losen Komponenten zusammenzubauen», wird Shea in der Mitteilung zitiert. Durch den flachen Druck könne das Objekt platzsparend gedruckt und transportiert werden. Die gedruckten Objekte könnten etwa erst am Bestimmungsort entfaltet werden. Ausser Das flache, gedruckte Objekt kann verformt werden. der Raumfahrt sehen die Forscher auch die Gebäudetechnik als Einsatzgebiet für die Technologie. Als Beispiele nannten sie Ventilationssysteme und Systeme zum Öffnen und Schliessen von Klappen. Aktuell müssen die Objekte jedoch noch per Hand auseinandergefaltet werden. Für die Zukunft arbeiten die Forscher an druckbaren Materialien, die abhängig von Temperatur, Druck oder Feuchte den Zustand ändern. Solche Objekte könnten etwa auch für die Medizintechnik von Interesse sein, heisst es weiter. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_39703 MÜLLERS KLEINES ABC E wie Emotionskurve Christopher Müller Inhaber und CEO von Die Ergonomen Usability AG. Theorie: Eigentlich kommt die «Emotionskurve» aus der Psychiatrie und beschreibt, wie Menschen mit persönlichen Tiefschlägen umgehen. Kein Wunder also lässt sich mit ihr auch die Interaktion von Mensch und Maschine ausgezeichnet beschreiben. Realität: Konkret: Meine italienische Bank, über die ich ab und zu Zahlungen Richtung Süden auslöse, ersetzt ihr altes E-Banking. Das neue soll viel sicherer sein, mit Mobile TAN und so. Ich muss mich aber neu registrieren – wie das geht, zeigt ein 20-sekündiges Video. Als Erstes fragt das System nach der Handynummer für das Versenden der TAN. Hier scheitere ich wiederholt, weil es keine Schweizer Nummern akzeptiert. Nichts geht mehr. Emotionskurvenmässig bin ich jetzt im Stadium des Schocks. Mein Hilfeschrei Richtung Hotline bleibt weitgehend unverstanden. Ich möge aber bitte warten – der Kollege mit den Englischkenntnissen sei gleich frei. Das Warten dauert eine ewige halbe Stunde und stürzt mich ins «Tal der Tränen», den tiefsten Punkt der Kurve. Ich lege auf und versuche es erneut. Jetzt bekomme ich den Englisch sprechenden Kollegen ans Telefon, der mir versichert, Schweizer Nummern seien okay. Tatsächlich funktioniert es beim nächsten Versuch – warum auch immer. Es folgt ein atombombensicherer Registrierprozess. Ich bekomme je einen blauen, gelben und roten Code, die ich je zwei-, drei- und viermal zum Akzeptieren von AGBs, Sicherheitsbestimmungen, Haftungsausschlüssen etc. eingeben muss. Das nervt zwar, ist aber vom Prozess her sauber aufgesetzt und gut geführt. Mit den Emotionen geht es nun wieder aufwärts, ich schöpfe Hoffnung. Am Ende bekomme ich gar meine TAN, melde mich damit an und staune, wie sauber und durchdacht das neue E-Banking ist. Jetzt erkenne ich, dass sich die Strapazen gelohnt haben und bin wieder zufrieden mit meiner Bank. Fazit: Egal, wie viel besser ein neues Produkt auch immer sein mag – viele Nutzer werden im Tränental landen, wenn sie alte Pfade verlassen müssen. Begleiten Sie sie deshalb gütig und bauen Sie sie engmaschig wieder auf. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_40851 09 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Aktuell 27 EU will eigenen Super-Supercomputer cka. Geht es nach dem EU-Kommissar Andrus Ansip, sind die EU-Staaten zu sehr auf Rechenleistungen aus den USA oder China angewiesen. Europa soll nun einen eigenen modernen Supercomputer erhalten. Und zwar möglichst schnell, wie «Der Spiegel» unter Berufung auf die Deutsche Presseagentur schreibt. Bis Ende dieses Jahres soll ein Vorschlag erarbeitet werden. Dieser soll den Aufbau einer sogenannten Höchstleistungsrecheninfrastruktur beschreiben, die eine Trillion Rechenoperationen pro Sekunde ausführen kann. Der geplante Superrechner wäre damit schneller als alle aktuellen Rekordhalter gemäss den Top 500. Momentan führt Sunway Taihulight die Liste der schnellsten Maschinen an. Der Rechner steht im National Supercomputing Center in Wuxi, China, und schafft rund ein Achtel der geforderten Rechenoperationen pro Sekunde. Auch China arbeite an einem Rechner, der die Trillionen-Grenze knacken soll. Die schnellsten Supercomputer auf der Top-500-Liste (Stand: November 2016) sind: ·· Sunway Taihulight (China): 93 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde ·· Tianhe-2 (China): 33,8 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde ·· Titan (USA): 17,6 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde ·· Sequoia (USA): 17,2 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde ·· Cori (USA): 14 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde Die Schweiz kommt auf den achten Platz mit dem Piz Daint. Dieser kann 9,8 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde ausführen und steht im CSCS in Lugano. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_39991 Samsung lanciert Samsung Pay in Zürich mur. Eines gleich vorweg: Ein Grossteil der Schweizer wird Samsung Pay zu Beginn nicht nutzen können. Obwohl die Mobile-Payment-Lösung hierzulande am 23. Mai offiziell startete. Denn die Anforderungen an die Software sind hoch: Samsung Pay funktioniert nur mit Samsung-Geräten. Wer die Bezahllösung nutzen will, braucht eines der folgenden Modelle: Galaxy S6, Galaxy S6 Edge, Galaxy S6 Edge+, Galaxy S7, Galaxy S7 Edge, Galaxy A3 (2017), Galaxy A5 (2016 und 2017), Galaxy S8, Galaxy S8+. Samsung Pay funktioniert nur mit Visa-Karten von Bonuscard, mit Mastercards von Swiss Bankers und Visa- und Mastercards von Cornèrcard. Rund 80 Prozent der Kreditkarten, die in der Schweiz im Umlauf sind, werden aber von der UBS, Postfinance, Viseca und Swisscard herausgegeben. «Aufgrund der starken Verbreitung von Samsung-Mobiltelefonen in der Schweiz gehen wir von einer hohen Akzeptanz aus», zitiert Samsung Schweiz seinen Sales Director Dario Casari in einer Mitteilung. Das Unternehmen lud am 27. April nach Zürich ins 25 Hours Hotel an der Langstrasse ein. Vor Ort waren auch die Samsung-Partner Bonuscard, Cornèrcard und Swiss Bankers sowie Visa und Mastercard. mit einem Galaxy S8 testen. Sie kaufte ein «Schoggistängeli» am K Kiosk Europaallee in Zürich. Das funktionierte problemlos. Smartphone zücken, wischen, sich authentifizieren, NFC-Scan – fertig. Samsung speichert in seiner App laut eigenen Angaben weder Zahlungskarten- noch personenspezifische Daten. Die Bezahllösung ordnet den Karten stattdessen Geräte- Accountnummern zu – sogenannte Tokens. Die Technologie verschlüsselt diese und übermittelt sie zusammen mit einem einmalig gültigen Sicherheitscode. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_38176 KOLUMNE Orkan Yoksulabakan Compliance ist nicht Sicherheit, oder doch? Unternehmen müssen sich an Regeln sowie Standards halten und nach diesen arbeiten, auch in der IT. Regeln sollen helfen, die IT-Sicherheit zu gewährleisten. Deren Einhaltung wird kontinuierlich geprüft. Bei Experten hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass Compliance – die Einhaltung eines Regelwerks – erst einmal nichts mit Sicherheit zu tun hat. Ein Beispiel: Ein Auto, das auf eine Kreuzungsampel mit Fussgängerstreifen zurollt, müsste aus Compliance-Gründen vor einer roten Ampel stehen bleiben. Dann kann ein Fussgänger sicher die Strasse überqueren. Natürlich dient die rote Ampel auch der Sicherheit des Autofahrers, damit er nicht vom Querverkehr erfasst wird. Diese Form der Sicherheit mag dem Autofahrer in dem Moment nicht bewusst sein, gar lästig erscheinen. Denn der Fahrer erkennt zunächst nur die Vorschrift, an der Ampel stehen bleiben zu müssen. Doch erst alle Regeln in ihrem Zusammenspiel ergeben ein Gesamtbild des kalkulierbaren Restrisikos für alle. Dieses Prinzip wird in der IT von vielen Experten übersehen, da sie sich von manchen Regeln drangsaliert fühlen und deren Sinn infrage stellen. Selbstverständlich kann eine mutwillige Missachtung der roten Ampel nicht verhindert werden, doch so manchen Autofahrer muss man ja bekanntlich vor sich selbst schützen. Testkauf der Redaktion Samsung Pay kann zehn Karten verknüpfen. Wischt der Nutzer auf dem Smartphone von unten nach oben, startet Samsung Pay. Die Zahlung erfolgt per Fingerabdruck, Iris- Scan oder PIN-Code. Die Redaktion konnte Samsung Pay Die Schweiz ist der dritte europäische Markt für Samsung Pay. Orkan Yoksulabakan ist bei ITSENSE tätig. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_40928 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 09 / 2017

Archiv