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Netzwoche 10/2016

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12 Business Konferenz

12 Business Konferenz SAP arbeitet am CRM der Zukunft 20 000 Teilnehmer, 1200 Referate, 250 Aussteller. So gross war SAPs Hausmesse in Orlando noch nie. Das Unternehmen verkündete den Tod des klassischen Customer Relationship Managements. Um SAPs Lösungen weiter zu verbreiten, kündigte CEO Bill McDermott neue Partnerschaften an – und rief dafür einen Überraschungsgast auf die Bühne. Autor: Marcel Urech « Wir werden euch in Zukunft viel Arbeit abnehmen. » Bill McDermott, CEO, SAP nur rund 22 Prozent aller Absatzprognosen von Unternehmen zutreffen – trotz all dieser Technologien.» An einem Round Table sagte McDermott, dass er auf Wachstum in China und Indien hoffe. SAP werde von der erstarkten Mittelklasse Asiens profitieren. Auch Nahost und Lateinamerika seien spannend. SAP müsse stärker organisch wachsen und sei auf gutem Weg dahin. Microsoft-CEO Satya Nadella (l.) und SAP-Chef Bill McDermott. Bild: SAP SAPs 54-jähriger CEO Bill McDermott, der im Juli 2015 bei einem Unfall sein linkes Auge verlor, hat am 17. Mai die Sapphire Now in Orlando, Florida, eröffnet – mit Sonnenbrille, starker Rhetorik und massenhaft Buzzwords. Cloud Computing, Analytics, Big Data, Machine Learning, Internet of Things, In-Memory, Artificial Intelligence und Augmented Reality – die Themen der diesjährigen Hausmesse von SAP waren schnell abgesteckt. 20 000 Interessierte reisten für die «biggest Sapphire ever» ins Orange County Convention Center nach Orlando. Und 300 000 verfolgten die Konferenz laut SAP im Internet. Künstliche Intelligenz statt klassisches CRM «Wir werden euch in Zukunft viel Arbeit abnehmen», wandte sich McDermott ans Publikum, und meinte damit die Softwarelösungen von SAP. Sein Unternehmen arbeite hart daran, diese so intelligent wie möglich zu machen. Mit Machine Learning und Artificial Intelligence. SAP werde bald voraussagen können, welche Neukunden ein Unternehmen angehen soll, oder wie hoch die Wahrscheinlichkeit sei, dass ein Meeting positiv ende. Das klassische Customer Relationship Management (CRM) in Kombination mit SFA (Sales Force Automation) sei heute überholt. Es reiche nicht mehr, bloss Vertriebsaktivitäten, Prozesse und administrative Aufgaben zu automatisieren. «Wisst ihr warum?», fragte McDermott. «Weil Gemeinsam sind wir stark Dann sprach McDermott über Partnerschaften. Der zweifache Familienvater rief Microsoft-CEO Satya Nadella auf die Bühne und führte eine Diskussion mit Intel-Chef Brian Krzanich. Später wurden auch die Kooperationen mit Dell, Apple und Amazon Web Services zum Thema, die SAP alle vertiefen will. Microsoft wird die In-Memory-Datenbank Hana in seiner Azure-Cloud auf virtuellen Maschinen anbieten. Office 365 und Outlook sollen besser mit SAPs Lösungen Ariba, Concur, Fieldglass und Successfactors harmonieren. Und die Software Intune, mit der Admins PCs und mobile Endgeräte über das Internet verwalten können, verstehe sich nun besser mit SAP Fiori. McDermott erwähnte zudem Accenture, Capgemini, Deloitte, EY, IBM, PWC und Wipro. Sie sollen mithelfen, SAP-Lösungen in Unternehmen zu planen, implementieren, migrieren und optimieren. Hübsche Visualisierung und Steve Wozniak SAP lancierte im Oktober den «Digital Boardroom». Ein SaaS-Angebot auf S/4 Hana, das in der Cloud läuft und den Abruf von Kennzahlen ermöglicht. Das Daten-Cockpit sehe nun hübscher aus, zeige Real-Time-Karten von Kundenbeziehungen an und gebe Handlungsanweisungen. Am Ende des Tages tauchte auch noch Steve Wozniak auf. Er sprach gewohnt schnell, wirr und unterhaltsam. Er liebe Siri und Amazon Echo, sagte die Apple-Legende. Nichts anfangen könne er hingegen mit «diesem Film mit Ashton Kutcher», den er einen «bunch of crap» nannte. Zur SAP-Apple-Kooperation wollte er sich nicht äussern. «Ich weiss nicht genau, was das Ziel dieser Zusammenarbeit ist», sagte Woz, der vom Publikum mit grossem Applaus verabschiedet wurde. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcodes 8153, 8154, 8175 10 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Konferenz 13 Die IT-Branche und ihre Komplexitätskrise Citrix präsentierte sich in Las Vegas an seiner Hausmesse Synergy 2016 als Partner für die digitale Transformation. Der Virtualisierungsprofi skizzierte seine Strategie und stellte diverse Produkte vor, um seine Vision umzusetzen. Viel Aufmerksamkeit generierte eine gemeinsame Ankündigung mit Microsoft. Autor: Marcel Urech « Die Cloud-Debatte ist vorbei. » Kirill Tatarinov, CEO, Citrix Citrix hat vom 24. bis 26. Mai seine Hausmesse Synergy in Las Vegas abgehalten. Die Konferenz fand im Venetian/ Palazzo statt, dem zweitgrössten Hotelkomplex der Welt. «Helden der digitalen Ära» Die Eröffnungsrede von Kirill Tatarinov, der wie alle Tech- CEOs die Welt verbessern will, strotzte vor Marketingbotschaften. Citrix wolle seine Kunden zu «Helden der digitalen Ära» machen. «Die Cloud-Debatte ist vorbei», sagte Tatarinov. 90 Prozent aller Firmen würden heute Software und Dienstleistungen aus der Cloud beziehen. 40 Prozent statten ihre Mitarbeiter laut dem Citrix-Chef nicht mehr mit Geräten aus und setzen stattdessen auf Konzepte wie «Bring your own Device». 75 Prozent würden in Big Data und Analytics investieren. Und bereits 30 Milliarden Geräte seien bald mit dem Internet verbunden. Trotz all dieser Technologien sei das weltweite Wachstum der Produktivität seit 2005 auf durchschnittlich 1 Prozent pro Jahr gesunken – die tiefste Rate seit 1970. Das habe einen «productivity gap» von rund 2,7 Billionen US-Dollar verursacht. Der Grund dafür sei, dass die IT-Branche in Kirill Tatarinov, CEO von Citrix, bei seiner Eröffnungsrede. Bild: Citrix einer «Komplexitätskrise» stecke. Unternehmen hätten ihre Systeme jahrelang auf Legacy-Architekturen aufgebaut, diese für das Business angepasst und seien nun mit der Flut neuer Geräte, Apps und Plattformen überfordert. Citrix sei in der Lage, diese Probleme zu lösen. Neue Ankündigungen Citrix steckt gemäss Tatarinov in der wichtigsten Transformation seiner Geschichte: Früher habe sich das Unternehmen auf einzelne Produkte und Dienstleistungen konzentriert, jetzt entwickle es sich zu einem Anbieter integrierter Lösungen für die digitale Transformation. «Was Unternehmen wollen, ist ein sicherer Zugang auf Daten und Apps, überall, mit jedem Gerät, in jeder Cloud.» Genau das ermögliche Citrix. Um diese Vision zu verwirklichen, kündigte Tatarinov folgende Neuerungen an: ·· Citrix wird seine Lösungen für Microsoft Azure optimieren. Windows 10 soll mit Xendesktop VDI bald virtualisiert aus der Azure-Cloud laufen. Das gilt für Microsoft-Kunden, die das Produkt «Windows Software Assurance» pro Nutzer lizenziert haben. Diese Option ermöglicht es, Windows 10 Enterprise in virtuellen Umgebungen zu nutzen – in Kombination mit Citrix neu auch direkt aus der Azure-Cloud. ·· Sharefile von Citrix harmonisiert nun besser mit Office 365. Citrix zeigte für diese Ankündigung ein Video von Satya Nadella, das allerdings total inhaltsleer war. ·· Die Citrix-Lösungen Xenapp und Xendesktop werden im Juni in der Version 7.9 veröffentlicht. Die Updates sollen bessere Authentifizierungsmethoden bringen. ·· Xendesktop 7.9 und Xenserver 7 unterstützen den Raspberry Pi. Das ermöglicht es, Citrix-Tech und virtualisierte Apps wie Skype for Business auf Hardware laufen zu lassen, die weniger als 100 Dollar kostet. ·· Xenserver 7 ist der erste Hypervisor auf dem Markt, der die Intel Iris Pro GPU unterstützt. Und das neue Produkt Netscaler CPX macht Netscaler als Docker- Container verfügbar. ·· Die Citrix-Lösungen Sharefile, Xenapp und Xendesktop sollen stärker zusammenwachsen. Netscaler WAN ist nun zudem integriert in Xenapp und Xendesktop HDX. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcodes 8271, 8297 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 10 / 2016

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