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Netzwoche 10/2016

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38 Management & Career

38 Management & Career Aktuell www.netzwoche.ch FhnW bietet Kurs zur Industrie 4.0 an gcr. Im Herbst 2016 will die Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW eine 12-tätige Weiterbildung zur Industrie 4.0 lancieren. Der Kurs soll die Teilnehmer darüber informieren, wie die Geschäftsprozesse an die zunehmende Digitalisierung angepasst werden, wie es auf der Website der FHNW heisst. Die Weiterbildung eigne sich vor allem für Projektverantwortliche und Kadermitarbeiter. Interessierte können sich bis zum 20. August anmelden. Der Kurs kostet 5900 Franken. ▸ Webcode 8391 Xing hilft Absolventen bei der Orientierung cgr. Das Karriereportal Xing hat ein Angebot namens «Xing Campus» lanciert. Es soll Studierenden Orientierung bei der Berufswahl geben. Als Basis für die Vorschläge wertete Xing nach eigenen Angaben 10 Millionen Lebensläufe von Mitgliedern aus. Insgesamt 700 Berufsbilder werden momentan abgebildet. Bei der Eingabe eines gewünschten Studiengangs werden die typischen Aufgaben und Voraussetzungen für die jeweiligen Jobs näher beschrieben. ▸ Webcode 8358 Linkedin warnt vor Passwortdiebstahl cgr. Das Karriereportal Linked in ist Opfer eines Passwortdiebstahls geworden. Wie Linkedin mitteilt, wurden die E-Mail-Adressen und Kennwörter bereits im Jahr 2012 entwendet. Mitte März tauchte ein bisher unbekannter Datensatz mit Zugangsdaten auf. Mehr als 100 Millionen Nutzer sollen betroffen sein. Linkedin will die betroffenen Nutzerprofile annullieren, soweit das Passwort seit 2012 nicht geändert wurde. Die Mitglieder würden umgehend kontaktiert, damit sie ihr Passwort zurücksetzen können. ▸ Webcode 8198 Qualcomm zeichnet ETH-Doktoranden aus cgr. Der Halbleiterhersteller Qualcomm hat die europäischen Sieger seines «Innovation Fellowship (QInF)»-Programms bekannt gegeben. Drei Nachwuchsforscher wurden ausgezeichnet, darunter zwei der ETH Zürich, wie Qualcomm mitteilt. Die prämierten Doktoranden erhalten eine Förderung in Höhe von 40 000 US-Dollar und Unterstützung durch ein Mentoring-Programm. Roboter- und Sprachforschung ETH-Doktorand Elias Mueggler überzeugte mit seiner Forschung zu «Event-based Vision for High-Speed Robotics». Die Arbeit von Mueggler soll es ermöglichen, dass autonom agierende Roboter Kamerabilder in Mikrosekunden analysieren und entsprechend reagieren können. Der zweite prämierte ETH-Forscher, Jason Lee, beschäftigt sich mit Sprachmodellen auf Satz- und Zeichenebene. Seine Arbeit trägt den Titel «A Unified Neural Language Model for Morphology, Grammar and Coherence». Mithilfe von neuronalen Netzen sollen Wortbildung, Grammatik und Kohärenz erfasst werden können. Der dritte Ausgezeichnete im Bunde ist Tim de Bruin von der TU Delft. Auch er beschäftigt sich mit dem Thema Robotik. Mit seiner Forschung soll das autonome Lernen von Robotern verbessert werden. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode 8183 Schweizer Arbeitgeber bieten zu wenige Karrierechancen gcr. EY, vormals Ernst & Young, hat im Februar 2016 eine Jobstudie in der Schweiz durchgeführt. Dazu befragte das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen 1000 Arbeitnehmer. Wie die Studie zeigt, sind die Perspektiven der Schweizer Arbeitnehmer ziemlich eingeschränkt. 53 Prozent der Befragten gaben an, keine Aufstiegsmöglichkeiten zu sehen. 40 Prozent würden jedoch gerne auf der Karriereleiter aufsteigen. Die Arbeitnehmer scheinen ihren Arbeitgebern gegenüber trotzdem loyal eingestellt zu sein. 81 Prozent gaben an, sich ihrem Arbeitgeber verbunden zu fühlen. Am grössten sei diese Verbundenheit in der ICT-Branche. 47 Prozent, also fast jeder zweite Arbeitnehmer, fühle sich sehr eng mit dem Arbeitgeber verbunden. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Telekommunikationsbranche als sicher wahrgenommen werde. 53 Prozent der Befragten schätzten ihren Arbeitsplatz als sehr sicher ein. Folglich suchten im ICT-Sektor auch nur 13 Prozent einen neuen Arbeitgeber, heisst es in der Studie. Der Wirtschaft fehlt ein dynamischer Arbeitsmarkt Schweizer Arbeitnehmer setzen laut EY branchenübergreifend auf Sicherheit. Nur 18 Prozent, also jeder fünfte Studienteilnehmer, seien auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber. Die Verbundenheit der Mitarbeiter mit ihrem Arbeitgeber ist laut Barbara Aeschlimann, Personalchefin bei EY Schweiz, ein gutes Zeichen für die Arbeitgeber. Allerdings fehle der Wirtschaft dadurch auch eine gewisse Dynamik am Arbeitsmarkt. «Eine dynamische Wirtschaft benötigt einen mobilen Arbeitsmarkt und aufstiegsorientierte und veränderungswillige Mitarbeiter, aber auch Unternehmen, die den Mitarbeitern genügend Aufstiegsmöglichkeiten bieten. Dazu gehört auch, dass Karriere und Aufstieg und der damit verbundene ‹Konkurrenzkampf› gesamtgesellschaftlich höher bewertet und stärker akzeptiert sein sollten», lässt sich Aeschlimann in der Mitteilung zitieren. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode 8374 Mehr als jeder zweite Arbeitnehmer sieht an seinem Arbeitsplatz keine Aufstiegsmöglichkeiten. Bild: Fotolia 10 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Management & Career Hintergrund 39 Ohne Kulturwandel keine Digitalisierung Die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur erfolgt in den meisten Firmen nur schleppend. Dabei ist dies eine zentrale Voraussetzung für das Gelingen des digitalen Wandels. Das Topmanagement ist gefragt. der autor Frank Schabel Head of Marketing/Corporate Communications bei Hays Der Kulturwandel kommt nicht von alleine. Die digitale Transformation oder kurz Digitalisierung ist ein derzeit viel diskutiertes Thema in Wirtschaftskreisen. Dabei geht es um nicht weniger als die langfristige Veränderung von Strategien, Strukturen, Prozessen und Kulturen von Unternehmen, die durch die digitalen Medien ermöglicht wird. Um den Weg in die neue digitale Welt erfolgreich beschreiten zu können, reicht es nicht, dass Unternehmen neue technologische Lösungen und integrierte Prozesse einführen. Sie müssen auch eine (lern-)offene Kultur entwickeln. Denn die digitale Transformation umfasst nicht nur technologische Veränderungen, sondern vor allem einen Kulturwandel, der soziale Innovationen ermöglicht. Der Dreiklang lautet daher: technische Innovation, Prozessinnovation, soziale Innovation – in dieser Reihenfolge. Erhebliche Lücken zwischen Soll und Ist Doch während Unternehmen die technologische Transformation allmählich vollziehen, scheint es um die Wandlungsprozesse innerhalb der Unternehmenskultur schlechter bestellt zu sein. Dies macht etwa der HR-Report 2015/2016 des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) deutlich. Zwar wird von den im Rahmen der Studie befragten Führungskräften im deutschsprachigen Raum die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur als wichtiges HR-Thema genannt. Doch scheint es um die Wandlungsprozesse in den Unternehmen selbst nicht allzu gut bestellt zu sein, wie die Ergebnisse der Studie weiter zeigen. Die Vorbereitung der eigenen Belegschaft auf die digitale Transformation geniesst denn auch kaum Priorität. Dabei kommt ein Kulturwandel nicht von alleine. Wie der HR-Report zeigt, wird die Umsetzung von Massnahmen, um die Unternehmenskultur weiterzuentwickeln, insgesamt nur als befriedigend empfunden. Am deutlichsten zeigt sich dies am laut den Befragten wichtigsten Thema der Unternehmenskultur, der Kommunikation. Hier wird zwar dem offenen Umgang mit kritischen Themen, einer wertschätzenden Kommunikation sowie der Etablierung einer Feedback-Kultur die bei weitem höchste Bedeutung beigemessen. Aber gerade in diesen drei Feldern zeigen sich erhebliche Lücken zwischen Soll und Ist. Für die Arbeit an der Unternehmenskultur fehlt offensichtlich die Zeit, und die Führung, die für eine gezielte Weiterentwicklung nötig wäre, kommt zu kurz. Die Digitalisierung stellt auch Unternehmenskulturen vor Herausforderungen. Illustration: Fotolia Eine Aufgabe für das Seniormanagement Das ist angesichts der anstehenden Herausforderungen keine Überraschung. Unternehmen sehen sich seit einigen Jahren mit sich immer wieder ändernden Rahmenbedingungen konfrontiert. Die traditionellen Ablauf- und Aufbauorganisationen werden dem rasanten Wandel von Märkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen nicht mehr vollends gerecht. Ein vernetztes, globalisiertes und wissensintensives Umfeld verlangt zusehends nach Organisationsformen wie die betriebliche Projektwirtschaft. Gemeinsam mit dieser Entwicklung muss auch die Unternehmenskultur mitwachsen. Gerade die jüngeren Generationen leben eine offene und kritische Kommunikation vor, verbunden mit einer starken Feedback-Kultur und mitunter der Nutzung von Social Media. Diese Ressourcen sollten Unternehmen stärker einbinden, um endlich interaktiver und hierarchieübergreifend zu kommunizieren. Soziale Innovation sowohl klar und offen zu kommunizieren als auch nachhaltig vorzuleben, ist eine zentrale Aufgabe des Seniormanagements. Das Topmanagement wie auch die Führungskräfte in den Fachbereichen müssen klar aufzeigen, dass ein Wandel stets auch Chancen eröffnet. Dabei gilt es, die Mitarbeiter einzubinden und von passiv Betroffenen zu aktiv Beteiligten zu machen. Zentrale Aufgabe eines Change Managements ist es daher, nicht nur top-down zu agieren, sondern möglichst viele Mitarbeiter ins Boot zu holen. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 10 / 2016

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