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Netzwoche 10/2016

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10 Business Event Ricoh Schweiz wird Full-Service-Anbieter Ricoh Schweiz hat sich in den letzten Jahren vom Spezialisten für Drucker und Managed Print Services zu einem breit aufgestellten Anbieter im Office-Umfeld entwickelt. Eine Strategie, die sich augenscheinlich auszahlt. Autor: George Sarpong « Back-End-Services sind für Unternehmenskunden der nächste logische Schritt. » Daniel Tschudi, Director Sales and Consulting, Ricoh Schweiz Ricoh Schweiz will zum Single Point of Contact für seine Unternehmenskunden werden, erklärte Daniel Tschudi, Director Sales and Consulting, an einem Medienanlass. Druckerhersteller Ricoh hat in Wallisellen Einblick in seinen Geschäftsverlauf gegeben. Das Unternehmen feiert dieses Jahr sein 80-jähriges Bestehen. In der Schweiz ist es seit 2008 aktiv und hat sich im Markt etabliert, wie Daniel Tschudi, Director Sales and Consulting, anhand aktueller Zahlen aufzeigte. Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2014/2015 um 11 Prozent, die Profitabilität verbesserte sich um 15 Prozent. Im MFP-Geschäft sei Ricoh mit einem Anteil von 28,4 Prozent Marktführer. MFPs würden besonders nachgefragt. Ihr Marktanteil liege bei rund 60 Prozent. Das Geschäft mit reinen Druckern werde hingegen schwieriger. 6,2 Prozent Marktanteil hält Ricoh als schweizweit drittgrösster Anbieter im Bereich Single Function Printer, wie Tschudi sagte. Ausbau des Servicegeschäfts Mit dieser Situation will sich Ricoh Schweiz nicht zufrieden geben und setzt daher auf Wachstum. Ein Trumpf sei der Service von Ricoh Schweiz. Das Unternehmen beschäftigt hierzulande rund 400 Mitarbeiter. Davon arbeiten 150 im Service. Probleme seien in durchschnittlich vier Stunden behoben, betonte Tschudi. Eine weitere Stossrichtung von Ricoh Schweiz ist der Ausbau des Serviceangebots, etwa im Bereich Drucklösungen. Hier steigerte das Unternehmen seinen Umsatz im Jahresvergleich um 18 Prozent. Ricoh bietet heute vom kleinen Drucker für Endkunden bis hin zur Produktionsdruckstrasse die gesamte Palette an Drucklösungen für Büroumgebungen an. Im Bereich Production Printing vereint Ricoh 30,5 Prozent des Marktes auf sich. Der Hersteller bietet seinen Unternehmenskunden einen Beratungsdienst an, der diesen aufzeigen soll, bei welchen Druckvolumen Office-Drucker oder Produktionsdruckmaschinen wirtschaftlicher arbeiten. Single Point of Contact ist gefragt Darüber hinaus bietet Ricoh Schweiz zunehmend komplette IT-Services an. Man wolle zum Single Point of Contact werden, erklärte Tschudi. Denn insbesondere grosse Unternehmen wollen zu den Managed Print Services ergänzende Leistungen von einem Anbieter beziehen. Also auch die Betreuung des Printservers, Sicherheits- oder Mobile-Printlösungen. «Diese Back-End-Services sind für Unternehmenskunden der nächste logische Schritt», betonte Tschudi. Ausserdem würden viele Firmen Drucker und PC-Arbeitsplätze organisatorisch als Einheit betrachten. Deshalb habe Ricoh Schweiz vor fünf Jahren mit dem Aufbau von Back-End-Diensten begonnen. Heute installiert das Unternehmen Drucker und PC-Arbeitsplätze in einem Rollout. Prominente Kunden gibt es einige, etwa die SBB und der Kanton Bern. Oder die Migros-Gruppe, bei der Ricoh bereits 5000 Systeme ausgerollt hat und 2000 weitere ausrollen wird, wie Tschudi sagte. Digitalisierungslösungen für kleine Unternehmen Kleinen Unternehmen brauchen Imaging-Produkte mit einfachem Arbeitsablauf. Ricohs MFPs bieten daher grosse Displays mit (aus Herstellersicht) einfacher Menüführung. Darüber hinaus erlauben die Geräte auch erste Möglichkeiten einer digitalisierten Abrechnung, wie Tschudi sagte. So können etwa Spesenbelege eingescannt und die Informationen direkt in die Buchhaltungssoftware eingespeist werden. «Wir sind uns sicher, dass wir mit diesen Ansätzen auch in den nächsten Jahren wachsen werden», sagte Tschudi. Schliesslich sei man mehr als ein Print-Service-Provider. Es gehe um den Informationsprozess in Unternehmen. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode 8281 10 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Event 11 Abacus geht mit Ninjas auf Aufholjagd Die Digitalisierung ist in der Schweiz nicht so weit fortgeschritten, wie Abacus das gern hätte. Was in Deutschland standardisiert ist, geschieht hier noch manuell. Das soll sich nun ändern. Autor: Coen Kaat «Ich war noch nie so nervös vor einer Pressekonferenz wie heute.» Mit diesen Worten eröffnete Claudio Hintermann, CEO von Abacus Research, eine Medienkonferenz im Hotel Widder in Zürich. Denn das St. Galler Softwareunternehmen sagt den unstrukturierten Daten im Schweizer Zahlungsverkehr endgültig den Kampf an. Das Prinzip des papierlosen Büros sei in der Schweiz noch nicht angekommen. Der Schriftverkehr zwischen Kunden, Lieferanten, Banken und Buchhalter verlaufe zwar zu einem grossen Teil über PDFs. «Das sind aber einfach Eins-zu-eins-Kopien von gedruckten Briefen und Texten», sagte Hintermann. Das führe zu einer Flut von unstrukturierten Daten. Also Daten, die nicht für Datenbanken erfassbar seien. Der Grund: In der Schweiz gebe es keinen Standard, der dies regeln könnte. Claudio Hintermann, CEO von Abacus Research, fand an der Medienveranstaltung deutliche Worte. Nach deutschem Vorbild «Wir jagen Deutschland hinterher», sagte Hintermann. Dort sehe es nämlich anders aus. Im Nachbarland setze man auf den Standard «ZUGFeRD». Das Akronym steht für «Zentraler User Guide des Forums elektronische Rechnung Deutschland». Abacus will diesen Standard nun in die Schweiz bringen. Abacus’ Ansatz kombiniert dabei deutsches und Schweizer Recht. Der Standard kommt aus Deutschland. In der Schweiz ist bei Rechnungen jedoch noch eine qualifizierte Signatur nötig. Diese liefert Abacus. Das Strukturieren übernimmt die Plattform Abapay, die Abacus im Dezember lancierte, wie Hintermann erklärte. Mit der Plattform können Nutzer ihre Rechnungen als PDF/A-Dateien verschicken. Diese enthalten die benötigten Daten bereits in strukturierter XML-Form. Zudem wird automatisch ein orangefarbener Einzahlungsschein mit ESR-Referenznummer generiert. Empfänger, die mit den strukturierten Daten nichts anzufangen wissen, können die Rechnung so klassisch per Einzahlungsschein bezahlen. Die Plattform lässt sich zudem mit Treuhändern verknüpfen. So werden die Buchungsinformationen direkt an diese übermittelt, wie Hintermann weiter erklärte. Dabei erhält das Softwareunternehmen Unterstützung von drei grossen Treuhändern: BDO, OBT und PWC. Neues Portal für jedermann Das Softwareunternehmen steht jedoch vor einem Problem: Einen Standard kann nur etablieren, wer Masse hat. «Und die haben wir nicht», sagte Hintermann. Abacus gelte als der Rolls-Royce in der Branche. Kostspielig. « Die Schweiz ist wie das gallische Dorf aus Asterix und Obelix. » Claudio Hintermann, CEO, Abacus Research Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode 8288 Das Unternehmen präsentiere daher nun seinen «Volkswagen», die Lösung für jedermann, sagte Hintermann. Sie heisst Abaninja. Das Onlineportal soll es auch Schweizer Kleinstunternehmen, Start-ups und Vereinen ermöglichen, Rechnungen nach dem «ZUGFeRD»-Standard zu erstellen und zu verschicken. Der Nutzer kann das Design der Rechnungen anpassen. Auch das eigene Logo kann er auf der Rechnung platzieren. Ausser der konventionellen Bezahlmethode per Einzahlungsschein unterstützt Abaninja auch Zahlungsmöglichkeiten wie Paypal, Twint, Paymit oder Bitcoin-Zahlungen. Zudem verfügt das Portal über Schnittstellen zu Onlineshops, Mailchimp und Abaclik, der mobilen Lösung von Abacus. «Die Schweiz ist wie das gallische Dorf» Die Schweiz hinkt auch bei anderen Standards dem Ausland hinterher. Das gesamte europäische Ausland und einige Länder ausserhalb setzen bei Bilanzen und Erfolgsrechnungen auf den XBRL-Standard (Extensible Business Reporting Language). Die auf XML basierende Sprache setzt die relevanten Zahlen vor dem elektronischen Weiterversand in eine für Banken maschinenlesbare Struktur um. «Die Schweiz ist aber wie das gallische Dorf aus Asterix und Obelix», sagte Hintermann. Auch hier tippen viele noch alles von Hand ab. Das kostet viel Geld. «Die Digitalisierung habe ich mir ein wenig anders vorgestellt.» www.netzwoche.ch © netzmedien ag 10 / 2016

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