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Netzwoche 10/2020

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22 Technology Aktuell

22 Technology Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH 5G-Krach in Luzern wird zum Rechtsstreit osc/kfi. Im Streit um die 5G- Antenne auf dem Dach der Uni Luzern hat Swisscom eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereicht. Damit ist die umstrittene Aufrüstung der Antenne seit dem 23. März ein Fall für das Luzerner Kantonsgericht, wie die «Luzerner Zeitung» schreibt. Stadler Rail ist Opfer eines Cyberangriffs swa/rja. Laut einer Medienmitteilung vom 7. Mai haben die Überwachungsdienste von Stadler Rail festgestellt, dass das IT-Netzwerk des Unternehmens mit Schadsoftware angegriffen wurde. Dies habe «mit hoher Wahrscheinlichkeit» zu einem Datenleck geführt. Videokonferenz-Apps als Datenfresser Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch ych/osc. Wer eine Videokonferenzanwendung benutzt und sich um die Umwelt sorgt, sollte die Kamera ausschalten. Laut einer Studie von Greenspector ist der CO2-Ausstoss der beliebtesten virtuellen Meeting-Tools durchschnittlich dreimal so hoch, wenn Video zu Audio hinzugefügt wird. Mit einem Samsung Galaxy S7 mit Android 8 verglich das in Nantes ansässige Unternehmen den Energie- und Datenverbrauch von elf Videokonferenz-Anwendungen. Getestet wurden die Lösungen des Genfer Hosters Infomaniak ebenso wie Google Meet, Gotomeeting, Hangouts, Jitsi, Microsoft Teams, Skype, Tixeo, Webex, Whereby und Zoom. Das Ergebnis: Gotomeeting ist am wenigsten energiehungrig, dicht gefolgt von Hangouts, Zoom und Webex. Am anderen Ende der Skala befindet sich die Anwendung Whereby mit dem grössten Energieverbrauch. Im Audio-/Videomodus folgen Jitsi und Infomaniak Meet auf Whereby. Jitsi und Infomaniak Meet bekommen nicht nur beim Energieverbrauch schlechte Noten. Es sind auch diejenigen Tools, die im Audio-Video-Modus die meisten Daten verbrauchen. Und zwar deutlich: etwa sieben Mal mehr als Hangouts oder Teams. Unternehmen sollen Ressourcen sparen «Der optimierte Modus von Jitsi (der eine geringere Bandbreite ermöglichen soll) reduziert diese Datenbelastung (33,4 Megabyte pro Minute) nicht. Infomaniak Meet, das auf der Jitsi-Engine basiert, zeigt das gleiche Verhalten», analysiert Thierry Leboucq, Präsident von Greenspector. Vorab wird allen Herstellern empfohlen, dem Nutzer Möglichkeiten zur Optimierung zur Verfügung zu stellen und diese so einfach wie möglich zu halten. Den Unternehmen wird empfohlen, die ressourceneffizienteste Lösung zu wählen. Dies gilt sowohl unter Umweltgesichtspunkten als auch unter dem Aspekt der Effizienz, da der verstärkte Einsatz von Homeoffice den Druck auf die Netzwerke erhöht. Anzeige Wir programmieren Zukunft – we know how. Lernen Sie uns kennen! noser.com Mit unseren Software-Engineering-Dienstleistungen erhalten Sie alles aus einer Hand: von der Idee bis zur Realisierung, Wartung und Betrieb. Gemeinsam erreichen wir Ihre Geschäftsziele – zukunftsorientiert und nachhaltig. 10 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag NOSER ENGINEERING AG WINTERTHUR I LUZERN I BERN I RHEINTAL I MÜNCHEN www.noser.com

Technology Research 23 Die Pandemie beflügelt und bremst Die Entschleunigung unseres Lebens und Schaffens in den Wochen des Lockdowns und wirtschaftlichen Stillstands ist für so manchen einer der wenigen positiven Aspekte der Pandemie. Die meisten von uns haben sich daran gewöhnen müssen, kleinere Kreise zu ziehen und den gewohnten Businessalltag und insbesondere die Zusammenarbeit in den gewohnten Teams, mit Partnern, Kunden und Lieferanten neu zu organisieren. Die Viruskrise hat die Hektik ausgesperrt und dafür Platz gemacht für verbreitete Planungsunsicherheit, den sorgenvollen Blick auf Umsatzeinbrüche und Liquididätsprobleme. Die Rückkehr zur Normalität wird von einer hohen Fragilität begleitet sein. Und die Normalität, zu der wir zurückkehren, wird nicht dieselbe sein. Insbesondere mit Blick auf die Zusammenarbeit und die durch das Virus beschleunigte Digitalisierung haben wir eine Norm geschaffen, die in vielen Unternehmen den gewohnten Arbeitsplatz nachhaltig verändern wird. Wir gehen heute davon aus, dass sich einerseits der bisherige Anteil an Mitarbeitenden, die im Homeoffice arbeiten, erhöhen wird. Andererseits die Anzahl von Geschäftsreisen, Teilnahmen an Präsenzevents oder auch Face-to-Face- Meetings zurückgehen wird. Das Virus hat die digitale Transformation und die Taktrate in diesen Bereichen beflügelt und gewohntes Arbeiten umgekrempelt. Probleme bei der Lieferfähigkeit Fast die Hälfte der von uns kürzlich befragten Unternehmen sind aktuell mit schwerwiegenden Problemen bezüglich der Aufrechterhaltung der Lieferketten auf Beschaffungsseite konfrontiert. Für rund ein Viertel der Befragten lösen diese Engpässe aufgrund unterbrochener Lieferketten und geringer eigener Lagerhaltung auch ernsthafte Probleme bezüglich ihrer eigenen Lieferfähigkeit aus. Der daraus entstehende Dominoeffekt hat Auswirkungen quer durch alle Branchen. Die ökonomischen Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft sind gravierend. So rechnet die Konjunkturforschungsstelle KOF in ihrer jüngsten Prognose für 2020 mit einem deutlichen Rückgang der Wertschöpfung in der Schweiz um 5,5 Prozent. 2021 dürfte dann wieder ein BIP- Wachstum von 5,4 Prozent resultieren. Der ICT-Markt ist vom Sog und Einfluss dieser negativen Wachstumsraten nicht ausgeschlossen, dies mit unterschiedlichen Ausprägungen auf die einzelnen horizontalen und auch vertikalen Teilsegmente des Gesamtmarktes. hohen einstelligen Minus-Wachstumsrate für das Jahr 2020 aus, mit einer Erholung im kommenden Jahr (Prognose folgt am 19.6.2020). Viele ICT-Verantwortliche loten zurzeit ihre ICT-Ausgaben und -Umgebung permanent nach Einsparpotenzial aus. Digitalisierungsvorhaben sollen dabei möglichst nicht infrage gestellt, bereits Erreichtes nicht aufs Spiel gesetzt werden. Dies hat zur Folge, dass Projekte aus anderen Bereichen gestoppt, gekürzt oder zumindest auf Eis gelegt werden. Aufgestockt werden mit Blick auf die Digitalisierung der Zusammenarbeit und Geschäftsprozesse die Ausgaben im Bereich der Heim-Arbeitsplätze. 54 Prozent der Unternehmen haben ihre diesbezüglichen Geldtöpfe aufgestockt und planen Mehrausgaben in den Bereichen der Infrastrukturausstattung, Sicherheit und Anwendungen für Kommunikation und Zusammenarbeit (UCC). Wie lange der Corona-Impact noch anhalten und die Auswirkungen nachhallen werden, lässt sich nicht vorhersagen. Wir gehen jedoch davon aus, dass die Normalität eine andere sein wird und der Weg dahin nicht den Mustern und der Gangart vorhergehender Krisen folgen wird. CORONA-IMPACT – AKTUELLE MASSNAHMEN DER UNTERNEHMEN Welche Massnahmen ergreifen Sie zurzeit in Ihrem Unternehmen? Mehrfachantworten möglich, n=52 Die Top-5-Massnahmen Mitarbeiter arbeiten soweit möglich im Home Office Keine Teilnahme an externen Events Reise-Einschränkungen/Verbote Kurzarbeit 29 % 58 % DER AUTOR Philipp A. Ziegler Geschäftsführer, MSM Research Den Beitrag finden Sie auch online www.netzwoche.ch 81 % 79 % Einstellige Minus-Wachstumsrate Wir erwarten für das laufende Jahr einen erheblichen negativen, bremsenden Einfluss der Coronakrise auf die ICT- Ausgaben der Unternehmen und gehen aktuell von einer Aufstockung der eigenen Lager (Verringerung der Abhängigkeit der Justin-Time Produktion) 13 % Quelle: MSM Research www.netzwoche.ch © netzmedien ag 10 / 2020

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