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Netzwoche 10/2020

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24 Management & Career

24 Management & Career Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Die IT-Berufe der Zukunft ych/jor. Das US-amerikanische Branchenportal «The Enterprisers Project» hat Personalvermittler befragt, welche IT-Berufe im Trend liegen. Die Jobs Spezialist für Cybersicherheit, Data Scientist und Data Engineer sowie Produktmanager oder Product Owner bilden die Trend-Top-3. Kaum Interesse an Uber rja. Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat nachgefragt, wie viele Schweizer Internetplattformen für den Verkauf von Arbeit oder Unterkünften verwenden. 0,4 Prozent der Bevölkerung gaben laut einer Mitteilung des BFS an, in den letzten zwölf Monaten internetbasierte Plattformarbeit geleistet zu haben. Digitale Weiterbildungen jor. Digitalswitzerland startet ein Hilfsprogramm für Schweizer KMUs. Das Programm heisst «Deine Chance, fit zu bleiben» und soll digitale Weiterbildungen fördern. Es richtet sich an Arbeitnehmer wie auch an Arbeitgeber. Diese könnten eine bedingte finanzielle Unterstützung beantragen. Bei diesen IT-Firmen arbeiten Schweizer am liebsten jor. Das Beratungsunternehmen Great Place To Work hat die beliebtesten Arbeitgeber der Schweiz ermittelt. Über 200 Unternehmen stellten sich dieses Jahr der Analyse ihrer Arbeitsplatzkultur – doch gerade mal 46 haben es auf die Liste der Besten geschafft. Und davon ergatterten sich 9 Firmen einen Platz in den Top-Rankings. Von denen gibt es 3: jeweils eines für kleine, für mittelgrosse und für grosse Unternehmen. Unter den Top 3 der grossen Unternehmen schafften es gleich zwei IT-Dienstleister aufs Podest. Den ersten Platz belegt der Chamer IT-Dienstleister UMB. Das Unternehmen war bereits 2016 und 2018 in der Kategorie der mittelgrossen Unternehmen als Gewinner hervorgegangen, wie Great Place To Work mitteilt. An dritter Stelle, hinter DHL Express, folgt das Zürcher IT-Beratungsunternehmen AWK Group. Top-3-Arbeitgeber – grosse Unternehmen (ab 250 Mitarbeitende) 1. UMB – Informations- und Telekommunikationstechnologie (342 Mitarbeitende) 2. DHL Express (Schweiz) – Transport & Fracht (1280 Mitarbeitende) 3. AWK Group – Informations- und Telekommunikationstechnologie / IT-Consulting (320 Mitarbeitende) Unter den mittelgrossen Unternehmen (50 bis 249 Mitarbeitende) schafften es zwei Biotech-Unternehmen an die Spitze: Abbvie mit Sitz in Baar und Amgen aus Rotkreuz. Top-3-Arbeitgeber – mittelgrosse Unternehmen (50-249 Mitarbeitende) 1. Abbvie – Biotechnologie & Pharmazeutische Industrie (165 Mitarbeitende) 2. Amgen Switzerland – Biotechnologie & Pharmazeutische Industrie (79 Mitarbeitende) 3. APP Unternehmensberatung – Dienstleistungen, Beratung, Management (84 Mitarbeitende) Bei den kleinen Unternehmen holte sich die Zürcher Beratungsfirma CSP den ersten Platz. Top-3 Arbeitgeber – kleine Unternehmen (20-49 Mitarbeitende) 1. CSP Competence Solutions Projects – Dienstleistungen, Beratung, Management (33 Mitarbeitende) 2. Hilton – Gastgewerbe, Hotellerie (43 Mitarbeitende) 3. Steinmann & Partner – Dienstleistungen (21 Mitarbeitende) Die Rankings und Auszeichnungen basieren auf anonymisierten Befragungen von Great Place to Work. Für die diesjährigen Ergebnisse seien über 17 000 Mitarbeitende befragt worden. Unter den prämierten Arbeitgebern befinden sich bekannte Unternehmen wie Digitec Galaxus, IWC Schaffhausen, Sunrise, SAP und DHL, aber auch viele Schweizer KMUs. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch MÜLLERS KLEINES ABC C wie Cognitive Load Theory Christopher Müller Inhaber und VRP von Die Ergonomen Usability AG. Theorie: Forsch verkürzt liesse sich sagen: Die Cognitive Load Theory (CLT) postuliert, dass Lernen erstens stets mit kognitiver Belastung einhergeht, dass zweitens dabei das Kurzzeitgedächtnis der begrenzende Faktor ist und dass drittens Wissen in sogenannten Schemata gespeichert wird. Formuliert haben die Theorie ein gewisser John Sweller und seine Mitautoren anno 1998. Realität: Zugegeben, das mit der kognitiven Belastung beim Lernen klingt nicht gerade nach einer Offenbarung. Ergiebiger erscheint da schon die Rolle des Kurzzeitgedächtnisses: Es ist zentral, wenn es darum geht, Informationen zu verarbeiten, Zusammenhänge zu erfassen, Probleme zu lösen etc. Weil seine Kapazität aber sehr beschränkt ist, fühlen sich Nutzer rasch überfordert, wenn ihnen zu viele Informationen aufs Mal präsentiert werden. Spannend hinsichtlich User Experience sind die Schemata. Sie dienen uns dazu, den ständig auf uns einprasselnden Informationen ohne grossen Aufwand eine Bedeutung zuzuordnen und quasi als Muster abzuspeichern. Das erleichtert uns das Leben ungemein. Passt nämlich ein Schema zu einer bestimmten Situation, können wir uns mühelos und ohne viel nachzudenken sinnvoll verhalten. Nur, wenn eine Situation zu keinem Schema passt oder irgendwie aussergewöhnlich ist, wird unser Handeln von kontrollierten, bewussten, aber anstrengenden kognitiven Prozessen geleitet. Beispiel Webshop: Den besuchen wir ja nicht, um zu lernen, dass ein Check-out auch ganz anders oder viel origineller ablaufen kann, als wir es gewohnt sind. Wir wollen bloss rasch was kaufen. Deshalb sind wir froh, wenn alle Check-outs ähnlich funktionieren, also zu unserem Schema passen. Fazit: Der Mensch mag es im Alltag meist einfach und unspektakulär. Er schätzt Analogien und erwartet dosierte, aber relevante und verständliche Informationen. Wer also meint, er müsse sich dringend vom Mainstream differenzieren, indem er für alles und jedes eine «andere» Lösungen anbietet, wird leicht damit seine (potenzielle) Kundschaft vergraulen. Die Kolumne finden Sie auch online www.netzwoche.ch 10 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Management & Career Studie 25 Produktivität und Homeoffice: Die Schweiz ist gespalten Auf dem Höhepunkt der Coronakrise hat fast die Hälfte der Angestellten von zuhause aus gearbeitet. Zwar halten sich die Schweizer im Homeoffice für etwas effizienter als im Büro, bei der Produktivität gibt es aber keinen klaren Trend. Etwa jeder Zweite will auch nach der Krise aus der Ferne arbeiten. Autor: Yannick Chavanne, Übersetzung: Oliver Schneider Im Zuge der Coronakrise leisten immer mehr Schweizer Telearbeit. Und viele von ihnen wissen das zu schätzen. Gemäss einer Deloitte-Umfrage unter 1500 Erwerbstätigen in der Schweiz arbeitete Mitte April fast die Hälfte der Angestellten von zuhause aus. Von diesen arbeitete fast ein Drittel zu 100 Prozent im Homeoffice. Vor der Covid- 19-Krise arbeitete nur jeder Fünfte mindestens ein Mal pro Woche zuhause. Wie geht es weiter? «Die gegenwärtige Krise ist ein Experiment im grossen Stil: Es zeigt sich oft sehr drastisch, was im Homeoffice funktioniert und was nicht. Die beschleunigte Flexibilisierung von Arbeitsort und Arbeitszeit hat positive Auswirkungen, weil die Beschäftigten ortsunabhängiger werden und ihr Zeitmanagement selbst in die Hand nehmen können», schreibt Thalmann weiter. Wie bei der Frage nach der Produktivität des Homeoffice sind sich die Schweizer uneins über die langfristige Einführung der Telearbeit. Laut 45 Prozent der Befragten wird sie wahrscheinlich häufiger vorkommen als vor der Krise. Die Hälfte glaubt jedoch, das Gegenteil sei der Fall. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Mehr oder weniger produktiv? Unternehmen, die weiterhin auf Homeoffice setzen, müssen nicht unbedingt einen Rückgang der Produktivität ihrer Mitarbeitenden befürchten. Ein allgemeiner Produktivitätsgewinn sei jedoch auch nicht zu erwarten, schreibt Deloitte. Die Schweizer sind geteilter Meinung über den Grad der Effizienz ihres Homeoffice. 41 Prozent der Befragten glauben, dass sie von zuhause aus produktiver seien, ein Viertel ist der gegenteiligen Meinung, während ein Drittel keinen Unterschied sieht. «Wir müssen diese Ergebnisse im Kontext der gegenwärtigen Pandemiekrise interpretieren», sagt Matthias Thalmann, Partner Human Capital Consulting bei Deloitte Schweiz. «Viele Menschen befinden sich in einer Extremsituation, in der sie ihren Arbeitsplatz improvisieren und gleichzeitig Kinder betreuen müssen. Klar ist: Die meisten Befragten schätzen flexible Arbeitsplatzmodelle, und nicht wenige haben das Gefühl, ausserhalb des Büros produktiver zu sein.» Abgesehen davon, dass sie sich durch ihre Kinder gestört fühlen, stehen die Schweizer vor einer Reihe weiterer Herausforderungen, wenn sie im Homeoffice arbeiten. Fast jeder Vierte gibt zu, dass er den Austausch mit Kollegen vermisst. Auch das Gefühl, isoliert zu sein oder keinen geeigneten Arbeitsraum zu haben, ist ein Hindernis. Im Gegensatz zu IT-Sicherheitsspezialisten machen sich nur wenige Mitarbeiter Gedanken über den Datenschutz. PRODUKTIVITÄT UND HERAUSFORDERUNGEN IM HOMEOFFICE Wie produktiv sind Sie im Homeoffice? Ich bin viel produktiver als im Büro Ich bin etwas produktiver als im Büro Ich bin genauso produktiv wie im Büro Ich bin etwas weniger produktiv als im Büro Ich bin weit weniger produktiv als im Büro Ich weiss es nicht Was sind die grössten Herausforderungen, denen Sie im Homeoffice gegenüberstehen? (max. 3 Antworten) Mangel an persönlicher Interaktion Ich bin zu oft gestört (Kinder, Familie usw.) Geistige und körperliche Gesundheit (Gefühl der Isolation, mangelnder Arbeitssinn usw.) Meine Arbeit ist nur teilweise an Telearbeit angepasst Ich habe zuhause keine passenden Räumlichkeiten Ich bin besorgt über Cybersicherheit und Datenschutz Fehlende Infrastruktur, um von zuhause aus zu arbeiten (kein Laptop, schlechtes Wi-Fi, kein VPN usw.) Leitung meiner Mitarbeiter Ich schätze Telearbeit nicht Mir fehlen Wissen und Fähigkeiten, um virtuell zu arbeiten 3% 6% 6% 31% 7% 7% 8% 19% 11% 11% 21% 22% 17% 4% 3% 23% Quelle: Deloitte 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 10 / 2020

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