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Netzwoche 11/2018

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24 People Live Der

24 People Live Der Nationalrat hat diesem Vorgehen zugestimmt. Ich rechne damit, dass ein neues Gesetz spätestens im Jahre 2020 in Kraft treten wird. Wie schätzen Sie den aktuellen Entwurf ein? Aus meiner Sicht fehlt es dem Entwurf an der notwendigen Eigenständigkeit. In einer Evaluation hat der Bundesrat festgestellt, dass die Wirkung der bestehenden Datenschutzgesetzgebung abgenommen hat, und in einer Begleitgruppe wurden Lösungen diskutiert. Hiervon wurde praktisch nichts übernommen, sondern der Entwurf beinhaltet eine Übernahme von europäischen Bestimmungen, ohne dass klar wird, warum diese Bestimmungen übernommen werden, andere hingegen nicht. Dabei wäre die Datenschutz-Konvention 108 des Europarats, die am 18. Mai 2018 vom Ministerrat verabschiedet wurde, die konsequente Grundlage für eine Reform gewesen. Nun haben wir zurzeit einen Entwurf, von dem wir nicht wissen, ob er von der EU als gleichwertig betrachtet wird – was wichtig für den gegenseitigen Datenaustausch wäre –, da wichtige Elemente abgeschwächt wurden oder fehlen. Ich erwähne hier die zum Vergleich mit der EU-DS- GVO bescheidenen Sanktionen, die nicht einmal von der Datenschutzbehörde verhängt werden können, oder das Fehlen von neuen Ins trumenten wie das Recht auf Datenportabilität. « Ich rechne damit, dass das neue Schweizer Daten schutzgesetz spätestens im Jahre 2020 in Kraft treten wird. » Bruno Baeriswyl, Datenschutzbeauftragter des Kantons Zürich Welche Punkte sollte der Gesetzgeber noch vereinfachen? Bei vielen Bestimmungen wird nicht klar, wie sie die Wirkung des Datenschutzes stärken sollen. Ich gebe Ihnen hierzu ein Beispiel: Relativ ausführlich wird die «Meldung von Verletzungen der Datensicherheit» («Data Breach Notification») im Entwurf geregelt (Art. 22). Die Meldepflicht besteht bei hohen Risiken für die Grundrechte mit verschiedenen Ausnahmen in Bezug auf die Informationspflicht der betroffenen Personen. Letztlich ist dies ein zusätzlicher Aufwand, da eine Informationspflicht gegenüber der betroffenen Person insbesondere aus Vertragsrecht bereits besteht und die nachträgliche Information aus datenschutzrechtlicher Sicht nichts zur Wirkung in Bezug auf die Grundrechte der betroffenen Personen beiträgt. Diesen Bürokratismus könnte man sich sparen und sich auf die Minimalverpflichtung aus der erwähnten Konvention beschränken, dass ein solcher Vorfall der Aufsichtsbehörde zu melden ist. Im Rahmen ihrer Kompetenzen entscheidet sie selbstständig, wie damit umzugehen ist. Welche Punkte fehlen Ihnen im Vergleich zur EU-DSGVO? Die Absicht, mit der Datenschutzreform auch die Rechte der betroffenen Personen zu stärken, ist im Entwurf nicht klar erkennbar. Da fehlen im Vergleich zur EU-DSGVO das erwähnte Recht auf Datenübertragbarkeit – man erhält seine Daten in einer maschinenlesbaren Form – oder das Recht auf Vergessenwerden, das heisst, dass beispielsweise in einer Suchmaschine nicht mehr persönliche Daten auftaui ZUR PERSON Bruno Baeriswyl ist promovierter Jurist und seit dem 1. August 1994 Datenschutzbeauftragter des Kantons Zürich. Zuvor war er in unterschiedlichen Funktionen bei der Staatsanwaltschaft und dem Bezirksgericht Zürich, dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes, Genf, und bei IBM Schweiz, Zürich, tätig. Er ist Mitglied des Büros von Privatim, der Konferenz der schweizerischen Datenschutzbeauftragten, sowie Mitglied des Leitungsausschusses von TA-Swiss, der Stiftung für Technologiefolgenabschätzung. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_96608 chen, die längst an Bedeutung verloren haben. Wie ein Gerichtsentscheid festgestellt hat, können diese Informationen jahrelang zurückliegende Betreibungen sein. Was hat die Schweiz besser oder schlechter gemacht als die EU? Die Schweiz hat den Vorteil, dass sie ihr Datenschutzrecht nur in eine nationale Gesetzgebung integrieren und daher nicht so formulieren muss, wie dies die EU tun muss, damit es in allen Mitgliedsländern verstanden wird. Sie sollte diese Chance aber besser nutzen und auch souveräner an die Reform des Datenschutzrechts herangehen. Welche Chancen bietet das Datenschutzgesetz? Die Digitalisierung braucht einen starken Datenschutz, damit das Vertrauen in die Datenbearbeitungen bestehen bleibt. Damit dient ein gutes Datenschutzgesetz den Interessen der Unternehmen, denn Vertrauen ist die Grundlage des Kundenverhältnisses. Auf der anderen Seite gibt es den betroffenen Personen die notwendige Transparenz. Dies trifft auch auf das Verhältnis zwischen der Verwaltung und den Bürgerinnen und Bürgern zu, das ebenso auf Vertrauen basiert. 11 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Web Aktuell 25 SBB erreichen online die halbe Schweiz jor. Fast die Hälfte der Schweizer Bevölkerung surft regelmässig auf SBB.ch. Pro Monat rufen fast 3 Millionen Nutzer die Onlineportale der Bundesbahnen auf, wie Zahlen der Branchenorganisation Net-Metrix zeigen. Im Vergleich zur Vorjahreserhebung konnten die SBB ihre Reichweite um rund 3 Prozent steigern. Und im Ranking verteidigten die SBB den Ergebnissen zufolge den ersten Platz. Mit dem Relaunch des Onlineportals hatten die SBB im April auch die Auszeichnung Master of Swiss Web 2018 gewonnen. Mobile-Sites gewinnen am meisten Reichweite Das Schweizer Radio und Fernsehen legte im Jahresvergleich am deutlichsten zu. Gemäss Net-Metrix vergrösserte SRF.ch seine Reichweite um 5,2 Prozentpunkte. Pro Monat besuchen 2,6 Millionen Nutzer die Website des SRF. Auch die Neue Zürcher Zeitung streckte ihre Fühler im Schweizer kaufen immer häufiger mit Tablet und Handy ein mur. GfK hat im Auftrag von Digitec Galaxus eine Umfrage zum Thema Mobile-Shopping durchgeführt. Sie zeigt, dass in der Schweiz zwischen Mitte Februar und Mitte März rund 26 Prozent aller Onlineeinkäufe via Smartphone getätigt wurden. Das Shopping mit dem Handy ist auch bei Digitec Galaxus beliebt; über ein Fünftel aller Einkäufe erfolgt über das Smartphone. Zählt man Tablets dazu, sind es über 30 Prozent. Anfang 2014 wurden bei Digitec und Galaxus noch 99 von 100 Onlineeinkäufen über einen Desktop oder Laptop getätigt. Heute erfolgt mehr als jeder dritte Besuch der Websites über ein Smartphone – Apps Web weiter aus. NZZ.ch steigerte die Reichweite gegenüber dem Vorjahr um 4,2 Prozentpunkte auf monatlich 1,5 Millionen Nutzer. Zu den grössten Reichweitengewinnern zählen Mobile-Sites. Die Mobile-Website der Gratiszeitung «20 Minuten» erreicht durchschnittlich fast ein Drittel der Schweizer Onlinenutzer. Den grössten Zuwachs bei den Apps verzeichneten gemäss Net-Metrix die beiden SBB- Apps sowie die Mobile-App von «20 Minuten». Die Branchenorganisation Net-Metrix misst nur die Online-Reichweiten seiner Mitglieder. Eigenen Angaben zufolge sind dies derzeit 112 Schweizer Webangebote und Netzwerke, 68 Mobile-Websites, iOS- und Android-Apps sowie 28 Schweizer Desktop-Sites. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_94840 mitgezählt. Berücksichtige man auch die Tablets, liege der Mobile-Anteil bei fast 50 Prozent, schreibt Digitec Galaxus. Frauen kaufen rund 40 Prozent häufiger mit dem Handy im Internet ein als Männer – und rund 35 Prozent häufiger mit dem Tablet. Männer nutzen dagegen zu rund 15 Prozent häufiger den Desktop. Der Grund dafür ist, dass Männer in der Schweiz gemäss Bundesamt für Statistik zu Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_94190 20 Prozent häufiger erwerbstätig sind als Frauen. Die meisten Einkäufe am Arbeitsplatz würden über Desktop-PCs getätigt. WWW.NETZWOCHE.CH App errechnet WM- Gewinner cgr. Der Business-Intelligence- Anbieter Qlik hat zur Fussball- WM eine App lanciert, mit der sich die Wahrscheinlichkeit eines Sieges der Lieblingsmannschaft voraussagen lässt. Die App trägt den Namen «Choose your Champion» und läuft im Browser. Für die App hat Qlik laut Mitteilung Daten wie Fifa-Ranking, Torschuss-Quote und Abschneiden der Mannschaften an vorangegangenen Turnieren zusammengetragen. Die App errechnet für jede mögliche Begegnung den wahrscheinlichsten Gewinner. ▸ Webcode DPF8_95440 Ständerat will Zugriff auf soziale Netzwerke bca. Der Ständerat hat beschlossen, soziale Netzwerke stärker in die Pflicht zu nehmen. Um den Strafverfolgungsbehörden die Arbeit zu erleichtern, sollen soziale Netzwerke künftig eine Vertretung oder ein Zustelldomizil in der Schweiz angeben. Der Ständerat stimmte einer entsprechenden Motion seiner Rechtskommission stillschweigend zu. Gemäss Mitteilung des Schweizer Parlaments soll die Stelle in der Schweiz als Ansprechpartner für die Schweizer Behörden dienen und Konsumenten Beanstandungen erleichtern. ▸ Webcode DPF8_94570 Quelle: Digitec Galaxus NUTZERVERHALTEN NACH GERÄT Mobile-Kauf Computer-Besuch 100 % 80 % 60 % 40 % 20 % 0 % Jan 14 Mai 14 Sept 14 Jan 15 Mai 15 Mobile-Besuch Tablet-Kauf Sept 15 Jan 16 Mai 16 Sept 16 Computer-Kauf Tablet-Besuch Jan 17 Mai 17 Sept 17 Jan 18 69,6 % 53,6 % 39,5 % 22,2 % 8,2 % 6,9 % Proton schützt Protonmail mit Wisekey-Technologien mur. Proton Technologies aus Plan-les-Ouates, Anbieter der E-Mail-Lösung Protonmail, hat seine Kooperation mit Wisekey verlängert. Die Unternehmen arbeiten laut Mitteilung seit 2016 zusammen. Protonmail implementierte damals TLS/SSL-Zertifikate von Wisekey. Wisekey werde Chips für neue Produkte von Proton liefern, kommentiert Andy Yen, Gründer und CEO von Proton Technologies. ▸ Webcode DPF8_94406 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 11 / 2018

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