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Netzwoche 11/2018

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26 Web App-Projects Ihr

26 Web App-Projects Ihr App-Projekt in der Netzwoche Haben Sie eine App umgesetzt, ein Redesign vorgenommen oder neue Technologien implementiert? Informieren Sie die Redaktion per E-Mail an desk@netzmedien.ch – mit etwas Glück stellen wir Ihr App-Projekt vor. Wir benötigen folgende Angaben: Name der App, Datum der Aufschaltung, Kontaktperson, Auftraggeber, Auftragnehmer und die genutzten Technologien. Wir freuen uns auf Ihre Eingaben! Autorin: Barbara Camenzind NEUE APPS Snapshare Die App Snapshare soll es jedem Obwalder Steuerpflichtigen ermöglichen, seine Steuererklärung von A bis Z digital abzuwickeln. Mit der im Kanton Obwalden entwickelten App soll man Steuerbelege mit wenig Aufwand digitalisieren und direkt an der richtigen Stelle der elektronischen Steuererklärung ablegen können. Die Steuererklärung ist demnach nicht nur web- und mobilefähig, sondern erlaube nun zusätzlich eine papierlose Onlineeinreichung inklusive Belege ohne Unterschrift. Ein Modell, an dem sich auch der Rest der Schweiz ein Beispiel nehmen sollte. Die kostenlose App ist auf Google Play und im Apple App Store erhältlich. Crowdwater Die App Crowdwater klingt nach einem vielversprechenden Projekt für einen guten Zweck. Per App können Freiwillige weltweit unter anderem Wasserstandsund Abflussmessungen von Schweizer Flüssen anhand von Fotos übermitteln. Doktoranden der Uni Zürich wollen so nach einer einfachen und kostengünstigen Methode suchen, um Daten für Wissenschaftszwecke zu generieren. Mithilfe der gesammelten Daten sollen hydrologische Modelle verbessert werden, die Hochwasser und Trockenperioden vorhersagen. Langfristig soll diese Methode auch in Entwicklungsländern mit weniger dichtem Messnetz eingesetzt werden. The Tool Die App «The Tool» bietet eine Onlineplattform, die Mietern, Vermietern und Handwerkern eine reibungslose Kommunikation ermöglichen soll. So könne etwa ein Mieter seine kaputte Spülmaschine über die App mit wenigen Klicks beim Vermieter melden. Der Vermieter mit Zugriff auf relevante Daten des Mietobjekts könne wiederum direkt über die App Handwerker-Offerten einholen und Reparaturaufträge erteilen. Auf die gleiche Weise sollen auch Terminabsprachen und Bewertungen zwischen Mieter und Handwerker funktionieren. Für so manchen Mieter klingt das wohl fast zu schön, um wahr zu sein. Auftraggeber: Kanton Obwalden Auftragnehmer: Ringler Informatik Technologien: Android: Java, C++/iOS: Swift, Objective-C Online seit: Februar 2018 Auftraggeber: Hydrologie und Klima, Geographisches Institut, Universität Zürich Auftragnehmer: Spotteron Technologie: Citizen Science Plattform Spotteron Online seit: April 2017 Auftraggeber: The Tool Box Auftragnehmer: Agentur Loewenmut Partner: Hostpoint Technologien: iOS App Native in Objective C, Android App Native in Java, Webapplikation in Angularjs Online seit: Mai 2018 11 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Web Nachgefragt 27 Github-Kauf bewegt die Open-Source- Community Anfang Juni hat Microsoft die Entwicklerplattform Github für 7,5 Milliarden US-Dollar gekauft. In der Open-Source- Community löste dies Ängste aus. Die Redaktion hat nachgefragt, welche Chancen sich durch die Entscheidung bieten und welche Gefahren lauern. Autor: Christoph Grau 2001 hat der damalige Microsoft-CEO Steve Ballmer Linux noch als Krebsgeschwür bezeichnet. Spätestens seit Satya Nadella beim Softwarekonzern am Ruder ist, weht ein anderer Wind. Das zeigte das Unternehmen auch mit dem Kauf der Entwicklerplattform Github Anfang Juni, für die Microsoft 7,5 Milliarden US-Dollar hinblätterte. Diesem Schritt begegnete die Entwicker-Community mit viel Skepsis. Positive und negative Aspekte Auch bei Matthias Stürmer, Dozent und Leiter der Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit, löste die Ankündigung durch Microsoft «gemischte Gefühle aus», wie er in einem Gespräch sagt. Er sieht dennoch sowohl positive wie auch negative Aspekte. Sehr positiv sei, dass das Thema Open Source durch die Ankündigung in den Blick einer breiten Öffentlichkeit gerückt sei. Unter anderen berichteten Massenmedien wie der «Blick» oder «20 Minuten» über den Kauf. Viele Personen hätten dadurch zum ersten Mal von Plattformen wie Github erfahren, was der Bewegung einen Schub geben könnte, so Stürmer. Negativ bewertet er, dass «schon wieder ein grosser US- Konzern den Zuschlag bekommen hat». Ein wichtiges Element der Open-Source-Community gehe damit an einen Grosskonzern. Dabei sei es egal, ob dies nun Microsoft ist oder eine andere Firma. Keine grossen Veränderungen erwartet Stürmer erwartet nicht, dass sich Github durch den Kauf grundlegend verändert. Microsoft habe nicht so viel Geld in die Plattform investiert, um sie zu zerstören, glaubt Stürmer. «Microsoft übernimmt zwar Github, aber nicht die Millionen von Open-Source-Projekten an sich», betonte er. Für die Übernahme sprechen laut Stürmer vor allem drei Punkte. Erstens bekomme Microsoft durch den Kauf Zugriff auf alle Daten in Github. Dadurch könne die Firma einerseits sehen, bei welchen Open-Source-Projekten besonders viel laufe und so die Technologietrends der Zukunft besser abschätzen. Zweitens könne Microsoft mit der Kon trolle von Github seine eigenen Entwickler-Tools besser den Programmierer-Communitys zugänglich machen. Und drittens werde bei den Millionen Entwicklern auf Github ersichtlich, welches die besonders engagierten Personen seien. Das sei wiederum fürs Recruiting von Talenten sehr attraktiv. Obwohl gleich nach der Übernahme einige Entwickler ankündigten, zu Konkurrenzplattformen wie Gitlab wechseln zu wollen, befürchtet Stürmer keinen Massenexodus. Die Auswirkungen für die Gemeinschaft würden gering sein. Ausserdem sei der Lock-in-Effekt bei Github nicht so gross wie bei üblichen Social-Media-Plattformen. Wenn es hart auf hart komme, dann wäre ein Umzug auf eine Alternative schnell möglich, so Stürmer. Microsoft wirbt um Vertrauen Für Tobias Steger, PR & Communications Lead bei Microsoft, ist der Kauf ein klares Zeichen, dass Microsoft sich stärker in Richtung Open Source weiterentwickeln will. Für Steger ist es zentral, dass Microsoft «sorgfältig mit der Community umgeht». Das Vertrauen der Community dürfe nicht enttäuscht werden, um das Projekt Github als Ganzes nicht zu gefährden. Als gelungenes Beispiel nennt Steger den Kauf der Karriereplattform Linkedin. Die Befürchtungen, dass Linkedin sich fundamental verändern könnte, hätten sich nicht bewahrheitet. Github soll als offene Plattform weiterbestehen und dies mit einer langfristigen Perspektive. Microsoft will den Entwicklern auch in Zukunft keine Einschränkungen machen. Für Microsoft gehe es darum, die Stärke von Github weiter auszubauen und sich nicht nur auf den Mehrwert für die eigenen Produkte zu konzentrieren, sagt Steger weiter. Das Unternehmen arbeite daher hart daran, das Vertrauen der Entwickler zu gewinnen. Bild: mediaphotos / iStock.com « Microsoft übernimmt zwar Github, aber nicht das Open- Source-Projekt an sich. » Matthias Stürmer, Dozent für Digitale Nachhaltigkeit und Leiter der Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit www.netzwoche.ch © netzmedien ag 11 / 2018

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