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Netzwoche 11/2018

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36 Technology

36 Technology Titelgeschichte « 8 von 10 Start-ups werden scheitern » Nur wenige sind mit dem Crypto Valley so vertraut wie Ralf Glabischnig. Als Mitbegründer der Crypto Valley Labs und Initiant der Blockchain Competition kennt er die Branche und weiss, was sie aktuell bewegt. Interview: Oliver Schneider In welchen Bereichen hat sich die Blockchain nach Ihren Erfahrungen besonders bewährt und in welchen nicht? Ralf Glabischnig: Wir nutzen die Blockchain aktuell primär zur Finanzierung von Unternehmen mittels ICOs, statt für wirkliche Geschäftsmodelle in der Praxis. Genauso läuft es in der ganzen Branche. Die Wertschöpfung findet in der Verwaltung von Kryptowährungen statt, nicht in echten Projekten. Als Tool fürs Asset Management hat sich die Blockchain also bewährt – wenn auch Hand in Hand mit einer gefährlichen Spekulation. Bei den Use Cases für die Geschäftswelt sind wir aber noch nicht dort, wo wir hinwollen. Sie haben im vergangenen Jahr die Crypto Valley Labs mitbegründet. Welche Ziele verfolgen Sie mit der Institution? Wir haben festgestellt, dass das Crypto Valley zwar einen super Ruf hat, aber es fehlt der Ort, an dem die Leute arbeiten und sich treffen können. Genau dieses Zentrum wollen wir mit den Crypto Valley Labs bereitstellen. Wir bieten seit Februar 2018 Coworking Spaces, aber auch Raum für die Förderung und Vernetzung von Start-ups. So müssen sich Jungunternehmen nicht um administrative Themen kümmern, sondern können sich auf ihr Produkt konzentrieren. Per Ende Mai konnten wir bereits Verträge mit über 80 Unternehmen in diesem Bereich abschliessen. Wie profitieren die Start-ups sonst noch von den Labs? Was man nicht vergessen darf: 8 von 10 Start-ups werden scheitern. Das ist überall so, nicht nur in der Blockchain-Welt. Wenn man die Leute aber im gleichen Gebäude hat, fangen sie sich gegenseitig am Ende des Tages wieder auf. Jene die scheitern, können « Bei den Use Cases für die Geschäftswelt sind wir noch nicht dort, wo wir hinwollen. » Ralf Glabischnig, Managing Partner, Inacta bei neuen Projekten wieder zusammenkommen und daraus lernen. In welche Richtung entwickelt sich die Blockchain-Branche? Es findet eine Professionalisierung statt. Es ergibt keinen Sinn, einem Start-up 100 Millionen Franken zu geben und zu hoffen, dass es damit seine Pläne aus dem White Paper in die Tat umsetzt. Das ist einfach weltfremd. Wenn ein Start-up plötzlich über so viel Geld verfügt, wird es damit nicht effizient umgehen können. Das liegt in der Natur des Menschen. Wir werden auch in der Blockchain-Welt zu einer Step-by-Step-Finanzierung mit Zwischenzielen wie beim klassischen Venture-Capital-Modell kommen. Ein ICO kann dann eine Chance sein, in der Schweiz Zugang zu mehr Startkapital (auch grössere Finanzierungsrunden) zu erhalten, die bisher nur international – im Silicon Valley – möglich waren. Wo liegen die grössten Hürden? Die erste Hürde ist der technologische Reifegrad. Skalierbarkeit und Nachhaltigkeit der Lösungen müssen wir erst noch sicherstellen. Das wird noch eine Weile dauern. Die zweite Herausforderung ist es, wirklich marktreife Produkte zu schaffen. Bei der Benutzerfreundlichkeit sind wir zum Beispiel aus meiner Sicht noch nirgends. Solange ich wie heute mit Wallets und Private Keys hantieren muss, werden wir keinen Massenmarkt erreichen. Es wird deshalb ein gesundes Mass an Intermediären brauchen, damit wir komfortabel mit der Technologie umgehen können. Daran – Blockchain für die Masse und nicht nur für die Tech-Geeks – arbeiten jetzt viele. Welche Ängste bestehen? Es gibt die Befürchtung, dass Missbrauchsfälle, etwa bei Kryptowährungen oder ICOs, das Ganze ins Schwanken bringen und die Regulatoren zu Verboten bewegen. Wir werden auf jeden Fall Misserfolge und verbranntes Geld sehen, und das wird ein schlechtes Licht auf die Branche werfen. Da müssen wir durch. Die Blockchain befindet sich im Moment beim Hype Cycle noch im Aufstieg. Der Rückschlag wird kommen, dann wird es langsam aber sicher wieder aufwärts gehen. Darauf muss man einfach vorbereitet sein und genug Luft haben, um diese Phase zu überstehen. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_94938 11 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Products Neuheiten 37 WWW.NETZWOCHE.CH Die neuen WLAN Access Points von Bintec Elmeg. Doppelpack mit doppelter Leistung von Bintec Elmeg mer. Der Hersteller Acer hat die Swift-5-Laptopreihe um eine 15,6-Zoll-Ausführung ergänzt. Eine 14-Zoll-Variante hatte der Hersteller bereits Ende 2017 lanciert. Das neue Produkt präsentierte Acer an seiner Jahrespressekonferenz in New York. Der neue Mittelklasse-Laptop der Swift-5-Serie sei mit 970 Gramm ein Leichtgewicht in seiner Klasse. Laptops in dieser Grössenordnung wögen oftmals bis zu 2 Kilogramm, schreibt Acer in einer Mitteilung. Das aus Magnesium- und Lithium-Legierungen bestehende Gehäuse erkläre das geringe Gewicht. Das Display löst lediglich in der Auflösung von 1920x1080 Pixeln auf: Andere Einstellungen sind nicht vorgesehen. Als zusätzliche Features bietet das Swift 5 eine beleuchtete Tastatur, eine Webcam und einen Fingerabdruckscanner. Der taiwanesische Hersteller setzt für die Reihe auf Intel-Quadcore-Prozessoren. Der Kunde hat die Wahl zwischen einem Intel Core i5-8250U mit 1,6 bis 3,4 Gigahertz und einem i7-8550U mit einer Frequenz von 1,8 bis 4 Gigahertz im Turboboost. Als Arbeitsspeicher bietet der Hersteller bis zu 16 Gigabyte DDR4 Zwischenspeicher und eine bis zu 1 Terabyte grosse SSD. Geladen wird das Gerät über einen USB-3,1-Type-C-Anschluss. Die Akkulaufzeit osc. Bintec Elmeg hat zwei WLAN Access Points nach «802.11ac Wave 2»-Standard für Unternehmen vorgestellt. Die beiden Modelle «W2022ac» und «W2022ac-ext» funken gemäss einer Mitteilung mit bis zu 1267 Megabit pro Sekunde. Dies sei doppelt so viel Gesamtperformance wie bei ihren Vorgängermodellen, verspricht der Hersteller. Die beiden Access Points eigneten sich insbesondere für gemanagte WLAN-Infrastruktur-Lösungen in Büroumgebungen, Hotels, Schulen, öffentlichen Einrichtungen sowie im Logistikbereich, schreibt Bintec Elmeg. Sie seien im Standalone-Betrieb einsetzbar und liessen sich mit den controllerlosen WLAN-Management-Systemen «Bintec Cloud NetManager» und «Bintec Virtual Cloud NetManager» organisieren. Die Geräte unterstützten ausserdem einen gleichzeitigen Betrieb im 2,4-Gigahertz- und 5-Gigahertz-Band. Das Modell W2022ac hat laut Mitteilung interne Antennen, beim W2022ac-ext seien selbige am Gehäuse angebracht. Beide Geräte seien für eine Wand- und Deckenmontage ausgelegt. Beide Modelle seien ab Ende Juli erhältlich. Der W2022ac koste umgerechnet 335 Franken. Der W2022ac-ext werde zum unverbindlichen Verkaufspreis von 347 Franken angeboten. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_93930 Acer lanciert Laptop-Fliegengewicht ist mit 8 Stunden angegeben. Über die USB-C-Buchse oder einen HDMI-Port können zudem zusätzliche Bildschirme angeschlossen werden. Wie die gesamte Swift-5-Reihe ist der 15,6-Zoll-Laptop mit Windows 10 und dem persönlichen Sprachassistenten Cortana ausgestattet. Erscheinen soll das Notebook im September. Die Preise stehen noch nicht fest. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_93877 Das Acer Swift 5 mit 15,6-Zoll- Bilddiagonale. Polycom vernetzt Business- Telefone in der Cloud aza. Polycom, Hersteller von UCC-Lösungen wie Konferenztelefone und Videokonferenzgeräte, hat Cloud- Services vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen die sogenannten Polycom Device Management Services (PDMS). Gemäss Mitteilung können Unternehmenskunden mit den PDMS alle Polycom-Audiogeräte über ein Cloud-Portal verwalten. Bis Ende 2018 sollen Kunden auch Videokonferenzgeräte über die Cloud verwalten können. ▸ Webcode DPF8_94381 Qualcomm zeigt Chip für Virtual-Reality-Headsets mur. Qualcomm hat den neuen Chip Snapdragon XR1 vorgestellt. Er sei für Artificial Intelligence, Augmented-Reality- und Virtual-Reality-Headsets optimiert, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. OEM-Hersteller wie Meta, Picoare, Vive und Vuzix würden bereits Lösungen mit der XR1-Plattform entwickeln. XR1 basiert laut Qualcomm auf Adreno-GPUs und ARMbasierten Kryo-Prozessoren. Er soll zudem 4k-Videos mit 60 Bildern pro Sekunde abspielen können. ▸ Webcode DPF8_94992 Starmind bringt sein Gehirn als App auf den PC cgr. Der in Küsnacht beheimatete KI-Spezialist Starmind hat eine Desktop-App entwickelt. Wie die Firma mitteilt, ist die App mit Windows 10 und dem Update S-Modus kompatibel. Als Basis der App dient die Webanwendung von Starmind. Neu können die Nutzer die Desktop-Benachrichtigungen verwenden, um über neue Anfragen informiert zu werden. Ferner liessen sich Fragen direkt über die Anwendung stellen, ohne dass das Webportal aufgerufen werden müsse. ▸ Webcode DPF8_94884 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 11 / 2018

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