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Netzwoche 11/2020

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12 XXXXXXXXXXX XXXXXXXXXXXX Bild: krugli / iStock.com Fintechs wittern zweite Digitalisierungswelle FOCUS DIGITALISIERUNG DER FINANZ- BRANCHE jor. Die Coronakrise als Chance: Dieses Narrativ kursiert derzeit durch die Digitalbranche – besonders, wenn es um Fintech geht. Für die Hoffnung gibt es durchaus Anlass. Immerhin hat schon die Finanzkrise 2008 einen Fintech-Boom nach sich gezogen, während das Vertrauen in klassische Banken verpuffte. Doch der Vergleich hinkt. Denn diesmal sind die Banker nicht die Buhmänner. Die un bürokratische Abwicklung der Coronakredite hat dem Image der Finanzinstitute sicherlich gut getan. Trotzdem strotzt die Fintech-Branche vor Zuversicht. Nur wenige Fintech-Start-ups beklagen finanzielle Nöte, wie aus einer Umfrage des Branchenverbands Swiss Finance Startups hervorgeht. Die überwiegende Mehrheit der Befragten sieht in der Krise grosse bis sehr grosse Chancen. Woher der Optimismus? Man erwartet, dass Banken stärker unter Spardruck geraten und deswegen häufiger die Zusammenarbeit mit Fintechs suchen. Mehr dazu erfahren Sie im Bericht auf Seite 13. Einige Fintech-Unternehmen zählen schon heute zu den Gewinnern der Krise. Als Beispiele nennt Nicola Schlup, Managing Director von Nexum, den Zahlungsdienstleister Twint und Neobanken wie Neon oder Revolut. Aber es können nicht alle gewinnen. Schlechte Karten hätten jene Unternehmen, die den digitalen Kundenkontakt stiefmütterlich behandeln würden. Und wer jetzt kurzerhand den Digitalisierungsturbo einlegen will, sollte dies mit Bedacht tun. Denn viele Unternehmen hätten für ihre Transformationsprojekte immer wieder dieselben Fehler gemacht. Die typischen Digitalisierungsfallen und Tipps dagegen nennt Schlup ab Seite 16. Der Schweizer Fintech-Markt hat bereits vor Ausbruch der Coronakrise an Schwung verloren: Die Anzahl hiesiger Fintech-Firmen wuchs 2019 deutlich langsamer als in den Jahren zuvor, wie eine Studie der HSLU zeigte. Das grösste Problem: Viele Fintechs haben Mühe damit, neue Kunden zu finden. Das könnte sich nun aber ändern. Denn die Krise hat einen Digitalisierungsschub bei Banken wie auch bei Konsumenten ausgelöst, wie Thomas Ankenbrand, Studienleiter und Dozent an der Hochschule Luzern, im Interview auf Seite 15 erklärt. Und genau darin liegt die grosse Chance: Dass einige Unternehmen ihren Innovationsgeist unter Beweis stellen und zeigen können, wie die Zukunft der Finanzbranche aussieht. 11 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Focus 13 Fintech-Firmen sehen sich als Krisengewinner Fintech-Unternehmer sehen die Coronakrise als Chance. Die wenigsten müssen sparen, die meisten wollen investieren – und rechnen damit, dass die Fintech-Branche profitieren wird. Autor: Joël Orizet Nur wenige Fintech-Unternehmen müssen derzeit sparen. Gerade jetzt wollen die meisten investieren und Personal aufstocken, wie aus einer Umfrage des Branchenverbands Swiss Finance Startups unter seinen Mitgliedern hervorgeht. 83 Prozent der Befragten sehen in der Coronakrise grosse bis sehr grosse Chancen für die Fintech-Branche. Die aktuell geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen würden Fintech-Unternehmen kaum zu schaffen machen, teilt der Verband mit. Knapp 90 Prozent der Befragten gaben an, dass ein grosser Teil oder gar alle Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten würden. Nur wenige müssen sparen Nach den kurzfristigen Plänen während der Coronapandemie befragt, gab mehr als die Hälfte an, die Belegschaft ausbauen zu wollen. Eine knappe Mehrheit gab jeweils an, neue Möglichkeiten zu suchen, respektive zu investieren. Nur wenige Befragten machten finanzielle Sorgen geltend: Knapp 7 Prozent gaben jeweils an, sie müssten Personal abbauen oder Sparmassnahmen einleiten. Die Befragten sehen deutlich mehr Chancen als Risiken für die Fintech-Branche. Für Start-ups im Allgemeinen sieht der Ausblick allerdings eher durchzogen aus. Zwar sieht die Mehrheit der Befragten (48,3 Prozent) mehr Chancen als Risiken für Jungunternehmen; 31 Prozent sehen jedoch überwiegend neue Risiken, wenn sie an die Auswirkungen der Coronakrise auf die Start-up-Szene denken. Corona bringt Banken zum Umdenken Durch die Coronapandemie sei die Nachfrage nach digitalen Lösungen drastisch angestiegen, lässt sich Christina Kehl, Geschäftsführerin und Vorstandsmitglied von Swiss Finance Startups, in der Mitteilung zitieren. «Schweizer Fintechs erkennen in der Krise eine grosse Wachstumschance, die es zu nutzen gilt.» Dies gelte allerdings nicht nur für Start-ups, sondern auch für traditionelle Finanzdienstleister «mit einer soliden, adaptiven Marktposition». Anlass zum Optimismus gibt indes die Erwartung, dass viele klassische Banken aufgrund der Coronakrise ihre Kosten reduzieren wollen. «Wir denken, dass Covid-19 den Grossteil der Banken dazu zwingen wird, operative Abläufe zu optimieren und Kosten zu senken», schreibt Sonect- Gründer und -CEO Sandipan Chakraborty. Dies würde Fintech-Firmen ermöglichen, ihre Dienste breiter aufzustellen und mehr mit klassischen Banken zusammenzuarbeiten. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch KRISENPLÄNE DER FINTECH-BRANCHE FINTECHS VS. START-UPS Mitglieder von Swiss Finance Startups wurden gefragt: Was sind Ihre kurzfristigen Pläne während Covid-19? (Antworten in %) 60 45 55,2 48,3 44,8 Mitglieder von Swiss Finance Startups wurden gefragt: Wie wirkt sich die aktuelle Situation auf die Fintech-Industrie (rot) und Start-ups allgemein aus (grau)? (Antworten in %) 50 37,5 Für Startups allgemein ist dies eine Zeit ... ... neuer Risiken, aber auch neuer Chancen. Für die Fintech-Industrie ist dies ... ... eine Zeit neuer Chancen. 48,3 41,4 34,5 30 15 0 Wir stellen ein Wir identifizieren neue Möglichkeiten Wir investieren Wir müssen die Zahl unserer Beschäftigten reduzieren 6,9 6,9 Wir leiten Sparmassnahmen ein 27,6 25 12,5 20,7 10,3 6,9 6,9 3,4 0 ... neue Risiken ... neue Chancen Quelle: beide Grafiken: Swiss Finance Startups www.netzwoche.ch © netzmedien ag 11 / 2020

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