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Netzwoche 11/2020

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08 Business 20 Jahre

08 Business 20 Jahre Netzwoche 2010: Die Champions von morgen Das erste Jahrzehnt ist geschafft: Die Netzwoche feiert 2010 ihren 10. Jahrestag. In der Branche beginnt währenddessen der Aufstieg von fünf Unternehmen, um die sich heute die ganze IT-Welt dreht. Autor: Oliver Schneider Diese und weitere Themen prägten die Netzwoche im Jahr 2010. i RÜCKBLICK An dieser Stelle blickt die Redaktion auf 20 Jahre Netzwoche zurück. In jeder Ausgabe des Jahres finden Sie die Highlights, Kuriositäten und führenden Köpfe aus zwei Jahrzehnten Schweizer IT- Geschichte. Das Jubiläumsdossier finden Sie online www.netzwoche.ch Wer heute die Platzhirsche der IT-Branche über einen Kamm scheren will, der spricht oft von «GAFAM». Damit sind jene fünf Unternehmen aus den USA gemeint, die aufgrund ihres Börsenwerts die Speerspitze von Big Tech bilden: Google (beziehungsweise Alphabet), Amazon, Facebook, Apple und Microsoft. Die GAFAM-Firmen zeichnet aus, dass sie seit der Erholung von der weltweiten Finanzkrise besonders rasant gewachsen sind – und eine entsprechende Dominanz im IT-Markt entwickelten. Dieser Aufstieg wird nicht nur in der Retrospektive deutlich, er zeichnete sich bereits vor einem Jahrzehnt ab, wie ein Blick in die Ausgaben der «Netzwoche» des Jahres 2010 zeigt. Es vergeht kein Monat, in dem das Magazin – nun bereits 10 Jahre alt – nicht ein Mitglied aus dem GAFAM-Klub ins Rampenlicht rückt. Es geht bereits im Januar zünftig los. Der Kampf der Giganten um die Vorherrschaft auf dem ICT-Markt sei ausgebrochen, schreibt Redaktor Marcel Urech. Ob Smartphone, Tablet-PC oder Webbrowser – immer härter kämpften Apple und Google um Marktanteile. Microsoft ist in diesem Ringen etwas weniger spektakulär unterwegs, doch das Unternehmen pirscht nach den Misserfolgen der jüngsten Vergangenheit – Windows Vista, Bing, Windows Phone – langsam wieder voran. Zum Beispiel im ERP-Markt, wo Microsoft im Februar mit seinen Lösungen aus den Schmieden von Axapta und Navision Boden gut macht. Und Mitte März geht die Netzwoche der Frage nach, ob Sharepoint 2010 wirklich so gut wurde, wie Microsoft im Vorfeld versprach. Das grosse Thema des Jahres ist aber die neue Geräteklasse der Tablets. Amazon, Apple und Google wollen den Kunden ihre Geräte schmackhaft machen, schreibt Christian Walter im April. Die eiserne Faust des Apple-CEOs Im Mai macht Apple auf sich aufmerksam. CEO Steve Jobs wettert einen offenen Brief gegen Flash und verbannt die Webplattform von «I-Phones, I-Pods und I-Pads». Der Juni steht im Zeichen des E-Commerce. Oder genauer: der Macht Googles im Onlinehandel, mit der sich Webshop- Betreiber wohl oder übel arrangieren müssen. Im Juli rückt erneut Apple ins Fadenkreuz. Christian Walter zeigt, wie das Unternehmen auf der einen Seite eine Innovation nach der anderen lanciert, auf der anderen Seite von Steve Jobs aber mit «eiserner Faust» und fragwürdigen Methoden regiert wird. Dem Erfolg seiner Produkte tut dies allerdings keinen Abbruch. Im August berichtet die Netzwoche über den Start des iPhone 4, an dem die Telkos aber keine Freude haben. Wo es Gewinner gibt, da gibt es manchmal auch Verlierer. Beim GAFAM-Aufstieg heisst einer davon Oracle. Larry Ellisons Firma schreibt zwar gute Zahlen, erzürnt aber seit der Sun-Übernahme die Open-Source-Gemeinde und liegt mit Google im Patentstreit um Android-Code. «Wohin die Reise geht, ist nicht immer ganz klar, dafür bleibt sie spannend», schreibt Christian Walter Anfang September. In der zweiten Jahreshälfte wird es etwas ruhiger um das Thema Tablet, dafür rücken im Oktober die Smartphones stärker in den Fokus. Microsoft hat den Markt offenbar noch nicht aufgegeben und versucht mit Windows Mobile 7 einen Neustart. In einem anderen Bereich hat das Steve Ballmers Firma gar nicht nötig. Der Nebel um Cloud Computing lichte sich langsam, und Microsoft mische ganz vorne mit, schreibt Anja Schütz im November. 2010 – ein Jahr im Bann von GAFAM. Moment, fehlt da nicht noch jemand? Genau: Facebook! Da trifft es sich gut, dass sich die Dezember-Ausgabe der Netzwoche um digitales Marketing dreht – und da spielt das soziale Netzwerk eine immer wichtigere Rolle. Wenn auch nicht für alle. «Man sollte nicht einfach aus der Hüfte schiessen, nur weil es jetzt Mode ist, eine Facebook-Seite zu haben», sagt Christian Aichhorn, bei der UBS für Digital Advertising verantwortlich, im Interview mit Thomas Brenzikofer und Filip Zirin. 11 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Nachgefragt 09 Die Krise treibt die Digitalisierung der WTO voran Die Eindämmung des Coronavirus hat bei der Welthandelsorganisation den Einsatz kollaborativer Technologien beschleunigt. IT-Leiter Fabrice Boudou erklärt die Entscheidungen, die getroffen wurden, um sicherzustellen, dass der Betrieb, die Sitzungen und die Verhandlungen weiterhin den Anforderungen Rechnung tragen. Autor: Rodolphe Koller, Übersetzung: Oliver Schneider Auch die Welthandelsorganisation (WTO) ist betroffen. Infolge des Coronavirus mussten die 700 Mitarbeiter der WTO am Genfer Hauptsitz der Organisation ihre Büros verlassen und ihre Arbeit im Homeoffice fortsetzen. Der Transfer wurde durch die IT-Teams abgewickelt. «Es war gar nicht so kompliziert. Wir haben uns auf unsere ITIL- Verfahren verlassen und mussten lediglich die Kapazitäten für Fernverbindungen im Laufe der Zeit erhöhen», sagt Fabrice Boudou, IT-Leiter der WTO. «Die Formel ist dabei die gleiche wie in anderen Organisationen: Wir setzen VPN-Zugang, Bandbreite, Virtual Desktop Infrastructure (VDI) und Kollaborationswerkzeuge, in diesem Fall Teams, ein und erweitern sie. Es ist faszinierend», sagt der CIO. «Früher hatten wir eine umfassende Strategie, um die Menschen dazu zu bewegen, Teams zu nutzen. Jetzt arbeitet jeder damit, selbst die Widerwilligsten.» Die ersten Wochen des Lockdowns verbrachte die IT-Abteilung der WTO ausserdem damit, weitere PCs einzurichten und die Benutzer mit Telearbeit- Tools zu unterstützen. «Schnell war jeder in der Lage, von zuhause aus zu arbeiten und produktiv zu sein», sagt Boudou. «Wir wurden ein wenig wie die Retter der Organisation gesehen, obwohl wir nur unsere Arbeit machten. Mit vielleicht etwas mehr Intensität als sonst, das ist wahr.» Covid-19 hat der Cloud-Nutzung Schub verliehen. «Da sich unsere VDI am Ende ihrer Lebensdauer befindet, hatten wir geplant, sie noch vor Jahresende zu ersetzen. Wir sagten uns: Entweder erneuern wir die Infrastruktur mit hohen Investitionen oder wir ziehen in die Cloud», so der CIO. Da sich die WTO mit Streitigkeiten zwischen Ländern befasst, kam es aber nicht infrage, dass vertrauliche Daten für Geheimdienste der Mitgliedstaaten zugänglich werden. Die Organisation entschied sich daher stattdessen für eine Transformation des bestehenden Dienstes. Verhandlungen per Videokonferenz? Die WTO ist keine Organisation wie jede andere. Es ist ihr zum Beispiel nicht möglich, Handelsstreitigkeiten über Teams oder ein anderes öffentliches System zu verhandeln oder zu schlichten. Stattdessen tauschen sich die beteiligten Parteien über ein Tool aus, das mehr Vertraulichkeit verspricht: Eine «private» Skype-for-Business-Lösung, die «Früher hatten wir eine umfassende Strategie, um die Menschen dazu zu bewegen, Teams zu nutzen. Jetzt arbeitet jeder damit, selbst die Widerwilligsten.» Fabrice Boudou, IT-Leiter der WTO von einer anderen internationalen Organisation mit Sitz in Genf gehostet wird. «Die Lösung ist absolut vertraulich, solange niemand mit einem Telefon daran teilnimmt», sagt Boudou. Dies ist nicht die einzige besondere Herausforderung, die bewältigt werden muss. So müssen auch Lösungen gefunden werden, die es den Mitgliedern ermöglichen, in Ausschüssen zu tagen, die für so unterschiedliche Bereiche wie Marktzugang, Landwirtschaft oder Dienstleistungen zuständig sind. Dazu kommt die Herausforderung, dass Sitzungen zwischen Ländervertretern live von Dolmetschern übersetzt werden müssen. Auch hier komme durch die Dringlichkeit einiges in Bewegung, sagt Boudou: «Wir hatten grosse Schwierigkeiten, die Ausschusssitzungen im digitalen Modus zu testen. Von einem Tag auf den anderen hatten wir nur 48 Stunden Zeit, um eine Lösung mit mehr Sicherheitsgarantie als Zoom einzuführen. Da Standardlösungen wie Teams den Dolmetschern nicht die notwendigen Werkzeuge zur Verfügung stellen, entschied sich die IT-Abteilung für eine spezifische Schweizer Lösung, die bereits von der Internationalen Fernmeldeunion getestet worden war. Das Besondere daran ist, dass einer der Hauptinvestoren des Unternehmens die Familie Suchard ist. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch www.netzwoche.ch © netzmedien ag 11 / 2020

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