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Netzwoche 11/2021

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22 DOSSIER Thema In

22 DOSSIER Thema In Kooperation mit xxxxxxx Bild: HstrongART / AdobeStock.com Dossier Instant Payments In Kooperation mit Ergon Informatik Wie Instant Payments das Finanzwesen verändern nba. Echtzeitüberweisungen werden immer wichtiger. Neben Debit- und Kreditkarte haben sich auch andere Zahlungsmittel wie das bargeldlose Zahlungssystem Twint etabliert. Instant Payments sind jederzeit anwendbar, die Bank muss die Zahlung innerhalb von Sekunden ausführen. In vielen Ländern haben sich Instant Payments bereits etabliert. Auch die Schweiz soll nachziehen. Wie Echtzeitüberweisungen funktionieren und welche Vorteile sie bringen, zeigt der Projektleiter Finance & Telecom Solutions David Huber von Ergon Informatik im folgenden Fachbeitrag. Er beschreibt, wie solche Autorisierungslösungen ständig verfügbar sein können. Fristgerecht, schnell und mit weniger Aufwand sollen sie den Zahlungsverkehr effizienter gestalten. Was die Einführung von Instant Payments bedeutet, erklären die Leiterin Zahlungsmittel und Zahlungsverkehr, Nicole Widmer, und der Leiter Zahlungsverkehr Firmenkunden, Markus Beck, von Raiffeisen Schweiz in einem anschliessenden Interview. 11 / 2021 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

In Kooperation mit Ergon Informatik Instant Payments DOSSIER23 Instant Payments: die neue Normalität Instant Payments werden in den kommenden Jahren Bestandteil des Schweizer Zahlungssystems. Dass Verbraucherinnen und Verbraucher, Unternehmen und Banken davon profitieren, zeigen die Erfahrungen aus anderen Ländern. Ein zentrales Element dieser neuen Zahlungslösung bleiben die Systeme zur Zahlungsautorisierung. Die Welt der elektronischen Zahlungen hat sich in den vergangenen Jahren in der Schweiz deutlich verändert. Zur etablierten Debit- und Kreditkarte kamen weitere Zahlungsmittel hinzu. So hat sich Twint, ein App-basiertes bargeldloses Zahlungssystem, innerhalb kurzer Zeit zum führenden Mobile-Payment-System der Schweiz entwickelt. Auch Anbieter wie Mastercard oder Visa haben ihre Debitkarten um Kreditkartenfunktionen erweitert, sodass Nutzerinnen und Nutzer weltweit online, mobil und kontaktlos bezahlen können – und dabei einen tagesaktuellen Überblick über ihre getätigten Ausgaben behalten. Auch die Daten der physischen Debitkarten lassen sich in Apps fürs mobile Bezahlen hinterlegen. Dass solche neuen Angebote auf fruchtbaren Boden fallen, zeigt die repräsentative Zahlungsmittelumfrage 2020 der Schweizer Nationalbank (SNB). Demnach hat die Schweizer Bevölkerung Innovationen im Bereich der bargeldlosen Zahlungsmittel verstärkt kennen- und schätzen gelernt. Beschleunigt wurde diese Entwicklung durch die Pandemie und jeder Dritte hat sein Zahlungsverhalten nachhaltig angepasst. Die Bevölkerung darf hier mit weiteren Innovationen rechnen, denn die Entwicklung elektronischer Zahlungslösungen ist noch nicht am Ende. Der nächste Schritt sind Instant Payments innerhalb der Schweiz. 2024 wird die Fähigkeit zum Empfang von Instant Payments verpflichtend für Banken, die im Laufe des Jahres 2020 mehr als 500 000 Kundenzahlungen im System des Swiss Interbanking Clearing (SIC) erhalten haben. Voraussichtlich ab Ende 2026 wird diese Pflicht für alle SIC-Teilnehmenden gelten, die im Kundenzahlungsverkehr aktiv sind. Es gilt: 7x24x365 Instant Payments (Echtzeitüberweisungen) sind immer ausführbar, rund um die Uhr, auch an Sonn- und Feiertagen. Nach Prüfung muss die Bank den Empfängern das Geld innerhalb von zehn Sekunden zur Verfügung stellen. Der Betrag, der durch Instant Payments überwiesen wurde, ist nach der Gutschrift auf dem Empfängerkonto sofort weiterverwendbar und damit nicht widerrufbar. Zudem erfahren Senderin und Empfänger umgehend, dass der Vorgang erfolgreich abgeschlossen wurde. Diese Art der Zahlung lässt sich gleichermassen im Onlinehandel, am Point-of-Sale, im B2B- und P2P-Bereich einsetzen. Mehr als 35 Staaten haben bereits Instant Payments etabliert. Beispiele sind Australien, Dänemark, Grossbritannien, Indien, Polen, Schweden und Südafrika. In diesen Ländern spielen Echtzeitüberweisungen zumindest sowohl im Einzelhandel als auch beim Bezahlen unter Privatpersonen eine massgebliche Rolle. In Grossbritannien etwa gibt es das Angebot bereits seit knapp eineinhalb Jahrzehnten, die Zahl der auf diese Weise getätigten jährlichen Transaktionen liegt inzwischen in der Grössenordnung von Milliarden. Instant Payments brechen mit der etablierten Vorgehensweise der Banken im Zahlungsverkehr, die sämtliche Kontobewegungen mittels ein oder zwei täglichen Batch-Läufen in ihre Kernbankensysteme einspeisen. Schon heute ist es so, dass die Autorisierung von Zahlungen, sei es mit Karte oder Twint, nicht über die Kernbankensysteme geschieht, weil diese nicht 7x24x365 hochverfügbar sind. Vielmehr erfolgt die Autorisierung über vorgelagerte Lösungen, die sich mit dem Kernbankensystem über eine asynchrone Verbindung austauschen. Solche Autorisierungslösungen sind redundant ausgelegt, um ständig verfügbar zu sein. Sie bekommen von den Kernbankensystemen die Konto- und Karteninformationen zur Verfügung gestellt, die sofort repliziert werden, sobald es wieder zu einer Änderung auf einem Konto gekommen ist. Veränderter Interbankenverkehr Löst eine Käuferin zum Beispiel über eine Kartenzahlung in einem Laden eine Transaktion aus, prüft die Autorisierungslösung, ob das Konto ausreichend gedeckt und ob die Transaktion erlaubt ist, weil diese beispielsweise im Ausland getätigt wird, wo es besondere Limits gibt. Bei einem positiven Ergebnis reserviert die Autorisierungslösung den Betrag und gibt diese Information an das Kernbankensystem weiter, um sie dort zu vermerken. Erst über Nacht erfolgt dann im Batch-Prozess über die Clearingstelle tatsächlich die Abwicklung der Transaktion zwischen den beteiligten Banken. Mit der Einführung von Instant Payments sind diese Batch-Läufe nicht mehr machbar. Vielmehr muss jede beteiligte Bank über ein Konto bei der SNB verfügen, das sich innerhalb von Sekunden bewirtschaften lässt, um Echtzeitüberweisungen auch im Interbankenverkehr rasch abzuwickeln. Das erfordert einiges an technischen Umstellungen und Anpassungen. Die gute Nachricht: Nutzt eine Bank bereits ein System zur Zahlungsautorisierung, das solche Autorisierungen innerhalb von wenigen Sekunden durchführt, ist sie in dieser Hinsicht bereits bestens aufgestellt. Mehr Flexibilität für Verbraucher Instant Payments werden die Zahlungswelt verändern. Da sie unmittelbar mit dem Kontokorrentkonto verknüpft sind, müssen Verbraucherinnen keine Zusatzverträge oder -vereinbarungen mehr abschliessen, wenn sie zum Beispiel erstmals das Verfahren DER AUTOR David Huber Projektleiter Finance & Telecom Solutions, Ergon Informatik Das Dossier finden Sie auch online www.netzwoche.ch www.netzwoche.ch © netzmedien ag 11 / 2021

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