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Netzwoche 11/2021

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56 Technology Focus

56 Technology Focus Automatisieren von Entwicklungsprozessen mit Low-Code: So geht’s Durch Prozessautomatisierung können repetitive Arbeiten reduziert und die frei gewordene Zeit für neue Tätigkeiten genutzt werden. Das hat einen positiven Effekt auf die Mitarbeiterzufriedenheit. Zudem werden Fehler minimiert und die Abhängigkeit vom Fachwissen von Einzelpersonen sinkt. Kurzum: Automatisierung bringt eine Reihe von Vorteilen mit sich. DER AUTOR Jannick Maurer Consultant Digital & Innovation, Adesso Schweiz Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Um den Automatisierungsgrad in einem Unternehmen zu erhöhen, ist Low-Code ein spannender Ansatz. Er steht für ein neues Paradigma in der modernen Softwareentwicklung, das ohne komplexe Codierung auskommt. Ein Grossteil der Grundlagenarbeit wird automatisiert, etwa das Anbinden von Back-End-Systemen, das Erstellen von «responsive» Oberflächen oder das Bereitstellen der Infrastruktur. All das erreichen moderne Low-Code-Plattformen durch die Kombination von vier Bausteinen in einer integrierten Umgebung: die Drag-and-drop-Entwicklung von Oberflächen, die grafische Entwicklung von Fach- und Applikationslogik, die automatische Generierung vollwertiger Applikationen sowie die Nutzung von Integration, Wiederverwendung und Standardisierung. Durch die vereinfachte Gestaltung der Softwareentwicklung können auch Personen mit wenig Technologiehintergrund – sogenannte «Citizen Developer» – aktiv mitentwickeln und die Automatisierung vorantreiben können. Ein Paradigma, viele Einsatzmöglichkeiten Die vier Bausteine, die Low-Code zusammenführt, finden sich in verschiedenen Plattformtypen wieder: von Multi- Experience-Development-Plattformen über Business Process Management (BPM) und Case Management (CM) bis hin zu Robotic Process Automation (RPA). Wo genau hilft Low-Code nun bei der Automatisierung? Unter anderem fördert Low-Code die Automatisierung bei der Applikationsentwicklung selbst: Mobile Apps, responsive Oberflächen, Authentifizierung und Integration von Back-End-Systemen – all das kann durch die vorgefertigten Komponenten viel schneller erstellt werden. Citizen Developers können ihre Fachapplikationen mittels einfachem Drag-and-drop selbst programmieren – und zwar genau nach ihren Bedürfnissen. Ergebnisse können so sehr rasch bereitgestellt und Feedback viel häufiger eingeholt werden. Low-Code zum Selbstzweck einzuführen, ist meist nicht zielführend. Stattdessen ist es ein bewährter Weg, den Low-Code-Mehrwert durch Use-Cases zu prüfen, die in die oben aufgeführten Situationen passen. Durch die Automatisierung sind diese meist in wenigen Tage realisiert und eine Skalierung ist im Erfolgsfall vergleichsweise einfach. Bei der Einführung ist allerdings wichtig, dass die Governance klar definiert ist, sie organisatorisch und/oder durch die Plattform unterstützt wird und die Erwartungshaltungen korrekt gesetzt wurden. Zudem sollte bei der Einführung von Low-Code immer Fachabteilung und IT gleichermassen involviert sein, um Schatten-IT zu vermeiden und das Potenzial dieses Paradigmas voll ausreizen zu können. Problemstellungen Ziele von Low-Code Kapazitätsengpässe in der IT-Abteilung Geschwindigkeit als Erfolgsfaktor Fachbereiche sind nicht in die Lösungsentwicklung integriert Die Digitalisierung neuer Geschäftsideen dauert zu lange Die IT-Kosten für Entwicklungsumgebungen sind zu hoch Überlast in der IT-Abteilung führt zu Frust Die Qualität der Applikationen ist nicht sichergestellt Zufriedenheit durch effektivere Zusammenarbeit Kürzere Time-to-Market im Applikations-Lifecycle Höhere Kosteneffektivität und Fokus aufs Kerngeschäft Entspannung bei IT-Kapazität und -Know-how Höhere Qualität des Endergebnisses 11 / 2021 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Focus 57 RPA und KI – ein Blick in die Glaskugel Robotic Process Automation ist eine Methode, bei der Softwareroboter vorhandene Benutzeroberflächen bedienen, um manuelle Prozesse mit einer festen Schrittabfolge zu automatisieren. Künstliche Intelligenz erlaubt dank Einbindung unstrukturierter Daten einen noch höheren Automatisierungsgrad. Mit dem Einsatz von Robotic Process Automation (kurz RPA) werden manuelle Arbeitsschritte mittels Softwarerobotern automatisiert. Die digitalen Helfer können dabei als zusätzliche «Hände» von Mitarbeitenden angesehen werden, die vorhandene Benutzeroberflächen bedienen. Ein einfaches Beispiel dafür ist das Befüllen von Webformularen. Die meisten Webbrowser bieten die Möglichkeit, personenbezogene Daten zu speichern und diese in beliebigen Webformularen einzutragen. Dafür wird das jeweilige Webformular analysiert und es werden die gewünschten Daten geladen beziehungsweise an den richtigen Stellen eingefüllt. Nach demselben Prinzip lassen sich beliebige Benutzerinteraktionen in vorhandenen grafischen Benutzeroberflächen automatisieren (Grafik). Der Einsatzbereich für RPA ist überall dort, wo es Abläufe mit einer festen Abfolge von Schritten gibt. Da die RPA-Software zur Erledigung der Aufgabe die Rolle des Benutzers übernimmt, hat sich der Begriff Roboter, Bot oder auch Digital Worker etabliert. Der Einsatzbereich für RPA ist überall dort, wo es Abläufe mit einer festen Abfolge von Schritten gibt, bei der beispielweise Informationen von einer Anwendung in eine andere übertragen werden müssen. Der Einsatz von RPA zahlt sich insbesondere bei repetitiven Aufgaben mit hohem Volumen aus. Er spart Zeit für Mitarbeitende, kann Prozesse zügiger und stabiler erledigen und vermeidet Fehler, die gerade bei monotonen Aufgaben oft übersehen werden. Darüber hinaus kann RPA als Pflaster-Lösung eingesetzt werden, bis etwa eine klassische Softwareschnittstelle vorhanden ist und genutzt werden kann. RPA-Softwareroboter sind so lange einsatzfähig, bis sich Änderungen in der genutzten grafischen Benutzeroberfläche ergeben. KI macht unstrukturierte Daten lesbar Künstliche Intelligenz kommt immer dann zum Einsatz, wenn im Prozess Daten beteiligt sind, die vom Bot nicht interpretierbar sind (unstrukturierte Daten). Dazu gehören Kundenanfragen in E-Mails, Text- und Sprachnachrichten sowie eingescannte Belege in Bild- oder PDF-Dateien. Diese Daten müssen dann durch ein geeignetes Programm interpretiert werden. Ein Beispiel dafür ist die Vorsortierung von Kundenanfragen, die über E-Mail, Messenger oder soziale Medien eingehen. Mit Methoden der Sprachverarbeitung (Natural Language Processing, NLP) können die Dringlichkeit sowie die wesentlichen Themen der Anfrage erkannt und so die zuständigen Mitarbeitenden oder die Abteilung identifiziert werden. Über Sentiment Analysis (Stimmungsanalyse) kann zusätzlich abgeschätzt werden, in welcher Gemütsverfassung der Kunde seine Anfrage verfasst hat. Künstliche Intelligenz bietet also ein grosses Potenzial, auch solche Prozesse zu automatisieren, die auf unstrukturierten Daten wie Text, Bild, Ton und Video beruhen. Für die Zukunft ist abzusehen, dass Softwarehäuser auf den wachsenden Trend zur Automatisierung reagieren werden. Zum einen dadurch, dass sie die Funktionalität ihrer Software so erweitern, dass eine breitere Palette von Prozessen abgedeckt werden kann. Zum anderen dadurch, dass sie ihre Software als Cloud-Dienst mit definierten Schnittstellen anbieten (APIs), wodurch die Prozessautomatisierung über Anbieter hinweg einfacher, zuverlässiger und leistungsfähiger wird. DER EINSATZ VON RPA BEI WEBFORMULAREN Schritt 1: Lesen des Webformulars Schritt 2: Abfrage der Datenbank DER AUTOR Schritt 1: Erkennen von Themen in Kundenanfragen Schritt 2: Zuordnung des zuständigen Mitarbeiters Marc-Oliver Gewaltig Senior Business Consultant für künstliche Intelligenz, T-Systems Schweiz. Den Beitrag finden Sie auch online www.netzwoche.ch KI Schritt 3: Füllen des Webformulars Schritt 3: Weiterleiten der Anfrage an Mitarbeiter www.netzwoche.ch © netzmedien ag 11 / 2021

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