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Netzwoche 12/2020

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66 Focus 20 Jahre

66 Focus 20 Jahre Netzwoche « Unsere Herausforderung war der Umstieg von der kassetten- auf die filebasierte Archivierung und die Digitalisierung von etwa 100 000 Stunden Videound Audio-Material. » Christian Vogg, Leiter Dokumentation und Archive, SRF Das Interview finden Sie auch online www.netzwoche.ch vor sich. Der Exportprozess ab Tape dauert daher in der Regel 3 bis 5 Minuten länger, abhängig davon, wie viele Files gleichzeitig bestellt werden, wie gross die bestellten Files sind und wo auf dem Tape das File positioniert ist; das Tape selbst ist über einen Kilometer lang. Bei sehr grossen Bestellungen kann der Export deswegen auch wesentlich länger dauern. Festplatten sind in den letzten Jahren schneller, günstiger und robuster geworden. Warum setzt SRF noch immer auf Tapes? Weil unser Bestand mit gut 5 Petabyte so gross ist, dass die Langzeitarchivierung auf Tapes noch immer günstiger ist. Und als Service-Public-Unternehmen sind wir verpflichtet, mit dem Geld unserer Beitragszahler wirtschaftlich zu haushalten. Wenn Sie einen Mangel Ihres momentanen Systems beheben könnten, welcher wäre das? Da unser System keine gravierenden Mängel hat, deren Behebung es wesentlich verbessern würden, wäre diese Frage hiermit schon beantwortet. Es ist aber richtig: FARO ist – IT-technisch gesehen – mit einem Alter von elf Jahren schon deutlich in die Jahre gekommen. Aber da wir das System laufend weiterentwickeln, fällt dies nicht ins Gewicht. So passen wir uns kontinuierlich den sich ständig ändernden Anforderungen unserer Nutzerinnen und Nutzer an. Beispielsweise wurden neue Funktionen hinzugefügt wie etwa automatische Importprozesse für Files und ihre begleitenden Metadaten. Die GUI ändert sich gelegentlich; neulich haben wir einen technisch komplett neuen Webplayer eingebaut – aufgrund des End-of-Life von Silverlight. Und aktuell wird die Suchfunktionalität – erneut – verbessert und so weiter. Die Netzwoche wird dieses Jahr 20 Jahre alt. Wie sah Ihre Storagelösung vor 20 Jahren aus? Wir hatten damals bereits eine Datenbanklösung für die Metadaten. Der Archivcontent wurde jedoch nicht filebasiert aufbewahrt, sondern noch auf Kassetten und Tonbändern. Welche Herausforderung gab es in den letzten 20 Jahren in Bezug auf die Storagetechnologie? Das war der Umstieg von der kassetten- auf die filebasierte Archivierung und die damit verbundene qualitativ hohe und sichere Digitalisierung von etwa 100 000 Stunden Video- und Audiomaterial. In den vergangenen Jahren hat sich der Storage-Markt verändert. Welchen Einfluss hatten diese Veränderungen auf die Technologie, die Sie beim SRF-Archiv verwenden? Da unsere Systeme langfristig ausgelegt sind, machen wir nicht alle Storagetrends mit. Bei Lifecycle-Ersatz wird aber jeweils in Betracht gezogen, ob sich eine neue Storagetechnologie besser eignet, als die aktuell verwendete. Gewandelt haben sich auch die Ansprüche an ein System, etwa an den Energieverbrauch. Inwiefern ist Energieeffizienz im SRF-Archiv ein Thema? Die Hardware des Archivsystems wird nach Ablauf ihres Lifecycles durch neue Elemente ersetzt. Neue Server und Speicher der gleichen Klasse sind energieeffizienter. Zudem wird bei der Beschaffung darauf geachtet, dass die Leistungsstärke der Geräte nur so hoch wie nötig ist. Ausser der Storagetechnologie verändern sich auch Audio- und Videoformate. Wie oft stellen Sie die verwendeten Dateiformate um? Wir haben bislang noch nie Files konvertiert. Unser Grundsatz ist, dass wir die Files direkt im jeweiligen Format archivieren, in dem sie produziert worden sind. Seit Bestehen des aktuellen Archivsystems FARO – seit 2009 – sind jedoch zusätzliche Formate für HD und UHD hinzugekommen. In Ihrem Archiv gibt es eine grosse Menge analoger Dokumente, die jetzt digitalisiert werden. Wie weit sind Sie in diesem Prozess? Dieser Prozess ist sehr weit fortgeschritten, in den letzten gut 15 Jahren wurde der überwiegende Teil der analogen audiovisuellen Dokumente digitalisiert. Dies betrifft die grossen Archive in den Radiostudios Bern, Zürich und Basel sowie das Fernseharchiv am Leutschenbach. Diese grossen Projekte befinden sich in der Endphase, geschätzt sind heute bereits über 90 Prozent unserer Eigenproduktionen digital verfügbar. Einige wenige Kleinprojekte werden noch zwei, drei weitere Jahre laufen. Gab es hinsichtlich Storage oder Digitalisierung eine Entscheidung, die Sie heute anders treffen würden? Nicht wirklich. Bei gewissen Digitalisierungsprojekten waren wir sehr früh unterwegs, auch im europäischen Vergleich. Das führte etwa bei der robotergestützten automatischen Digitalisierung zu einer Eigenentwicklung mit entsprechenden Kinderkrankheiten. Der Vorteil aber ist: Wir sind heute schon sehr weit mit der Digitalisierung und sehen, dass das Archiv dadurch äusserst intensiv genutzt wird, weil digitaler Content einfacher und schneller gefunden und im medialen Produktionsalltag genutzt werden kann. Wann wird die Digitalisierung des Archivs abgeschlossen sein? Das Gros der Digitalisierungsarbeiten von physischen Trägern auf Files wird schätzungsweise Ende 2021 abgeschlossen sein. Dann folgen noch kleinere Projekte für Spezialbestände. Was auch immer mal wieder vorkommt: Früher erfolgte Digitalisierungen von SD-Material werden in höherer Auflösung nochmals vorgenommen. Welche Wünsche haben Sie an Hersteller von Storagelösungen? Sie sollten hochperformant, verlässlich, skalierbar und preiswert sein. 12 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Advertorial Verfügbarkeit in Cloud-Umgebungen sicherstellen Infrastrukturen in Clouds und Rechenzentren unterstehen einem ständigen Wandel. Umso wichtiger ist es, im Datenzeitalter deren Verfügbarkeit sicherzustellen. Denn Unternehmen müssen sich auf ein riesiges Datenwachstum in relativ kurzer Zeit einstellen. Die Migration von IT-Systemen in die Cloud nimmt zwar stetig zu, dennoch stehen wir erst am Anfang. Für das Gesamtjahr 2019 rechnet die Synergy Research Group mit weltweiten Investitionen in Cloud-Infrastrukturen von rund 88 Milliarden Euro. Ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht. Technologien, wie zum Beispiel Kubernetes und cloudnative Lösungen, sind noch neu und so erfahren Infrastrukturen in Clouds und Rechenzentren einen ständigen Wandel. Umso wichtiger ist es, im Datenzeitalter deren Verfügbarkeit sicherzustellen. Analysten von Forrester bezeichnen in ihrer «Forrester Predictions 2020» heuer als ein Schlüsseljahr für die Datenstrategie und erwartet deutlich mehr Ausgaben für Storage und Datenmanagement. Je mehr Cloud und Edge Computing nutzbar sein sollen, desto mehr müssen Firmen in ihre Datenstrategie investieren und entsprechende Budgets mindestens verdoppeln. Der Wert von Daten ist längst erfolgsentscheidend Unternehmen müssen sich auf ein riesiges Datenwachstum in relativ kurzer Zeit einstellen: Während sich 2019 die globalen Datenbestände auf etwa 40 Zettabytes belaufen, sollen sie bis 2025 auf 175 Zettabytes anwachsen, rechnet IDC. Neben dem Volumen steigt auch der Wert der Daten: Je mehr Daten wir haben, desto wertvoller sind sie. Bis 2023 schätzt Statista den Wert der Big-Data-Industrie auf 77 Milliarden US-Dollar. Je mehr ihrer Workloads Unternehmen in die Public Cloud verlagern, desto wichtiger werden die Lösungen, mit denen sich Daten reibungslos zwischen Hyperscalern und firmeninternen Datenspeichern übertragen lassen. Ein Ansatz ist «Cloud-native», eine Strategie, die Datenplattformen von der Infrastruktur entkoppelt, um skalierbare, agile Anwendungen in der Public Cloud bereitzustellen. Dadurch kann man Anwendungen in jeder Cloud und auf jedem Gerät betreiben. In der Regel bezieht sich cloudnativ auf containerbasierte Umgebungen, wobei Container die Plattform für die Erstellung einer cloudnativen Anwendung bilden. Container sind portabel, lassen sich auf jeder Plattform ausführen und können schnell auf Daten zugreifen, um die Anwendungen zu «füttern». Angesichts einer zunehmend digitalen Welt muss die IT moderner Unternehmen skalierbar und flexibel sein, um Business Continuity zu gewährleisten. Hybrid- und Multi-Cloud-Lösungen sind dafür geeignet. Ansätze wie Cloud-Native und Infrastructure-as-Code (IAC) – also programmierbare Infrastruktur, kombiniert mit Technologien wie Kubernetes und Containern, erleichtern die Bereitstellung von IT-Systemen. So können Unternehmen ihre IT als Beschleunigungskraft nutzen. IAC, zum Beispiel, erspart die Konfiguration und Inbetriebnahme von Hardware. Unternehmen erstellen eine Blaupause dessen, was eine Infrastruktur leisten soll und können diese an mehreren Standorten umsetzen. Eine programmierbare Infrastruktur (IAC) liefert entscheidende Geschäftsvorteile: Durch die Automatisierung der Prozesse werden Zeit- und Kostenaufwand für die Bereitstellung der Infrastruktur über mehrere Standorte hinweg drastisch reduziert. Da immer mehr Unternehmen in ihrer IT cloudnative und containerbasierte Ansätze verfolgen, wird Kubernetes entscheidenden Einfluss haben. So können IT-Manager ihre Anwendungen verwalten und Containerumgebungen innerhalb der gesamten Organisation schneller einrichten. Sie erreichen mehr Agilität und können schneller auf Marktveränderungen und Kundenbedürfnisse reagieren. Neue Datenvolumen besser verwalten Die geschilderten Technologien und Ansätze können unter dem Dach von Cloud- Datenmanagement vereint werden. Dabei werden die Steuerung, Verwaltung und Kontrolle aller Daten über alle Betriebsplattformen hinweg sowie Disziplinen wie Backup, Wiederherstellung und Disaster Recovery zusammengeführt. Die Datenverfügbarkeit wird wichtig wie nie zuvor. Manuelle Prozesse bei Bereitstellung und Wiederherstellung werden zunehmend von automatisierten und replizierbaren Verfahren abgelöst. Das erfordert die Investition in eine zuverlässige Cloud-Datenmanagement-Strategie, mit der Daten kontinuierlich gesichert und jederzeit schnell wiederherstellbar sind. Daten müssen ebenso schnell gesteuert werden wie sie produziert, bewegt und ausgewertet werden. Nur so kann eine Organisation ihre Daten gewinnbringend nutzen. Veeam Software Group GmbH Lindenstrasse 16 6340 Baar +41 41 766 71 31 www.veeam.com

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