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Netzwoche 13/2021

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Alle Gewinner des Digital Economy Awards auf der Bühne. (Bild: Eduard Meltzer) KI, Krypto und Comedy im Hallenstadion Zum dritten Mal sind die Digital Economy Awards verliehen worden. In ihrer Eröffnungsrede rief Bundesrätin Karin Keller- Sutter zu einer sachlichen Auseinandersetzung mit der Digitalisierung auf. Die Auszeichnung «Next Global Hot Thing» holte sich das Start-up Labster. Autor: René Jaun Am 11. November ist im Zürcher Hallenstadion die dritte Digital Economy Award Night über die Bühne gegangen. «Wir werden nichts Geringeres tun, als die digitale Exzellenz der Schweiz auszuzeichnen» – mit diesen Worten hiess die Moderatorin Maria Victoria Haas die 1000 Zuschauerinnen und Zuschauer willkommen. Und Thomas Flatt, Präsident des Fachverbandes SwissICT, der den Anlass gemeinsam mit Digitalswitzerland durchführte, fügte wenig später hinzu: «Wenn ich so auf die Finalistenliste schaue, bin ich überzeugt, dass wir auch allen Grund zum Feiern haben.» Karin Keller-Sutter: «Weder Superlative noch Schwarzmalerei» Bevor die ersten Awards vergeben wurden, hielt Bundesrätin Karin Keller-Sutter, Vorsteherin des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD), die Eröffnungsrede. Darin sprach sie mehrfach das Zusammenspiel von analog und digital an. Es handle sich dabei nicht um eine binäre Entscheidung, sagte sie, und verdeutlichte: «Man kann einen Kühlschrank mit wenigen Klicks online bestellen. Aber was bringt das, wenn der Kühlschrank nicht mit einem Lieferwagen nach Hause gebracht werden kann, weil beispielsweise die Verkehrsinfrastruktur fehlt?» Im öffentlichen Diskurs sei die Digitalisierung «den einen eine Verheissung, den anderen ein Schreckgespenst», fuhr sie fort. Aufgabe der Politik sei es, die Chancen und Risiken zu erkennen, zu benennen und Lösungen zu finden. Dazu brauche es «eine ehrliche – und damit meine ich vor allem eine sachliche – Auseinandersetzung mit der Digitalisierung. Es braucht weder Superlative noch Schwarzmalerei.» Für eine sachliche Auseinandersetzung sei es wichtig, zwischen vermeintlichen und echten Zielkonflikten zu unterscheiden. Man müsse aber auch anerkennen, dass der rasante technologische Fortschritt Skepsis hervorrufe. Mit dem Nein zur E-ID im vergangenen Frühling habe das Volk sein Unbehagen ausgedrückt. «Nur wenn man das Unbehagen ernst nimmt, gewinnt man auch Vertrauen.» Aktuell arbeitet das EJPD an einer Neuauflage der Schweizer E-ID. Bis im Oktober führte es eine öffentliche Konsultation durch. Gegenüber Medienvertretern hob Keller-Sutter die Breite der eingegangenen Rückmeldungen hervor. «Ich glaube, ein solches Projekt geht nicht anders, als dass man es von unten nach oben durchführt.» Demgegenüber sei die abgelehnte Lösung «stark topdown» gewesen. Zudem sei für viele Menschen der Mehrwert der E-ID nicht erkennbar gewesen. Auf der Bühne von Thomas Flatt auf die E-ID angesprochen, sagte die Bundesrätin, man werte die Konsultation aktuell aus. Der Bundesrat werde seine nächsten Entscheidungen darauf 13 / 2021 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Digital Economy Award 15 Bundesrätin Karin Keller-Sutter hielt die Eröffnungsrede. aufbauen. Weitere Baustellen ortet die Bundesrätin beim digitalen Leistungsschutzrecht sowie in der Gesetzgebung, die noch zu wenig auf das digitale Zeitalter ausgerichtet sei. Awards vom «Sonderbeauftragten» Kurz nach dem Auftritt der Justizministerin nahm Värdex Suisse den ersten Award entgegen. Für seine Cryptonow- Gutscheinkarten erhielt das Start-up die Auszeichnung «Highest Digital Quality». Es schaffe damit «für Bitcoins eine einfache Brücke zwischen digital und analog», befand die Jury. In der Kategorie «Digital Excellence» wurden drei Awards vergeben. Vorgestellt wurden die jeweils Nominierten von einem Herrn, den Maria Victoria Haas als «Sonderbeauftragten für digitale Transformation» vorstellte. In Wahrheit handelte es sich um den Winterthurer Comedian Cenk Korkmaz, der in die Rolle des «Doktor Kabaar Étist Jenkins» schlüpfte, und der im Saal für viel Lacher und manchen spontanen Applaus sorgte. Einen Award entgegennehmen durften schliesslich Belimed in der Unterkategorie «KMU», Die Mobiliar als «Grossunternehmen» sowie die Finanzdirektion des Kantons Zug in der Unterkategorie «NPO & Government». nur eine Stimme abgegeben werden – es waren also Diskussionen angesagt. Die Wahl fiel schliesslich auf: Alessandra Capurro, die an der Entwicklung von Ecolens arbeitet, einem Bewertungssystem, das mit einer Datenbank verbunden ist, mit der Restaurantmanager den CO2-Fussabdruck der Gerichte auf ihren Speisekarten berechnen können. Der Sieger bei den Herren ist Alexander Corin, der mit Mindfuel daran arbeitet, digitale Innovationen in internationalen Unternehmen umzusetzen. Das Start-up setzt dabei besonders auf innovative Ansätze in den Bereichen Machine Learning und Business Intelligence. Den krönenden Abschluss bildete schliesslich die Übergabe des Awards der Kategorie «Next Global Hot Thing». Im Jahr 2019, bei der letzten Verleihung der Digital Economy Awards, nahm das Schweizer Fintech Sonect die Auszeichnung nach Hause. Der Gewinner dieses Jahres heisst Labster. Das Unternehmen bietet virtuelle Labore an, um den immer komplexer werdenden naturwissenschaftlichen Lehrplan durch spielerisches Lernen, fesselnde Geschichten und 3-D-Visualisierungen zu unterstützen und Schülerinnen und Schülern sowie Studierenden die Freude am Lernen zu vermitteln. «Wissenschaft und Wissenstransfer werden über modernste Virtual-Reality-, Mobile- und Desktop- Technologie auf der ganzen Welt zugänglich gemacht», befand die Jury. Zudem habe das Unternehmen bislang schon mehr als 100 Millionen Franken an Investorengeldern eingesammelt. Die Glückwünsche zum Award kamen aus aller Welt, in Form diverser Videostatements. Mit dem Award erhält Labster ein Internationalisierungspaket von Switzerland Global Enterprise, um in einem ausländischen Markt der Wahl starten zu können. Das Datum der nächsten Digital Economy Award Night steht schon fest: Sie findet am 10. November 2022 wieder im Hallenstadion Zürich statt. Comedian Cenk Korkmaz alias Doktor Kabaar Étist Jenkins. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Tischgespräche und Videostatements In der Kategorie «Digital Innovation of the Year» holte sich der Westschweizer Duftstoffhersteller Firmenich einen Award. Das Unternehmen hat unlängst damit angefangen, mithilfe künstlicher Intelligenz die Aromen- und Duftkreation zu verbessern. Das sei «gewagt, mutig und innovativ», urteilte die Jury. Bei der Frage nach den «NextGen Heroes» war das Saalpublikum gefragt. Nachdem schon die Besucherinnen und Besucher am Digitaltag 2021 ihre Stimme abgegeben hatten, konnten sich nun auch die Anwesenden im Saal am Voting beteiligen. Das Besondere daran: Pro Tisch konnte www.netzwoche.ch © netzmedien ag 13 / 2021

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