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Netzwoche 13/2021

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46 Technology Aktuell

46 Technology Aktuell Recycelte Akkus können besser sein als neue Recycelte Akkus können leistungsfähiger sein als neue, wie eine im Fachmagazin «Joule» publizierte Studie zeigt. Vor allem die Leistung der Kathode lässt sich durch Recycling steigern. Autorin: Silja Anders Bild.: djama / Fotolia.com In vielen Diskussionen über das Für und Wider von Elektroautos taucht die Frage auf, was mit alten Batterien geschehen soll. Die meisten Menschen ziehen es vor, sie wiederzuverwenden und den Zellen ein zweites Leben als stationäre Speicher zu geben, wie «Arstechnica.com» berichtet. Irgendwann hätten aber auch diese Batterien ihr Lebensende erreicht, und dann sei das Recycling sinnvoll. Denn damit müsse man sich weniger Sorgen um die Beschaffung von Rohstoffen für neue Batterien machen. Gemäss einer in der Fachzeitschrift «Joule» veröffentlichten Studie ist es sogar möglich, mit rezyklierten Materialien bessere Batterien herzustellen. Die Studie wurde von Forschenden des US-amerikanischen Worcester Polytechnic Institute durchgeführt. Das Recycling einer Batteriezelle ist potenziell lukrativ, weshalb sich Wissenschaft und Industrie für diese Methode interessieren. Die in «Joule» veröffentlichte Studie unter der Leitung von Professor Yan Wang untersuchte die Leistung von Lithium-Ionen-Zellen, deren Kathoden aus Nickel, Mangan und Kobalt bestehen, wobei die Stoffe aus anderen, gebrauchten Zellen zurückgewonnen wurden. Das Recyclingverfahren Zunächst haben die Forschenden gemäss «Arstechnica» verbrauchte Lithium-Ionen-Batterien «jeder Art und jedes Zustands» entladen und sie anschliessend zerschnitten, geschreddert und gesiebt. Die Gehäuse, Drähte, Kunststoffe und Leiterplatten wurden daraufhin entfernt – zurück bleibt eine schwarze Masse. Diese enthalte Graphit, das Kathoden material und einige andere Metallreste. Anschliessend filterten die Forschenden verschiedene Stoffe aus der Masse heraus, sodass schliesslich die Nickel-, Mangan- und Kobalt-Ionen übrigblieben. Etwa 90 Prozent dieser drei Elemente gewannen die Forschenden zurück. Anschliessend bestimmten sie die relative Menge jedes Elements und fügten frische Nickel-, Mangan- und Kobaltsulfate hinzu. Auf diese Weise erreichten sie das endgültige gewünschte Verhältnis für den jeweiligen Zelltyp. Nach einer weiteren Behandlung und mehrstündigem Erhitzen war das recycelte Kathodenpulver bereit für den Einsatz in einer neuen Batteriezelle. Wang und sein Team testeten das recycelte Kathodenpulver in einer Reihe von Zelltypen: Münzen, einlagige Beutelzellen, 1 Amperestunde (Ah) und 11 Amperestunden. Sie verglichen die Leistung der verschiedenen Typen mit ähnlichen Zellen, die mit «frischem» Kathodenpulver hergestellt wurden. Lebensdauer um die Hälfte verlängert Die Zellen mit recycelten Kathoden wurden dann einer Reihe von Tests unterzogen, bei denen sie fast identisch mit Zellen aus frischem Kathodenmaterial abschnitten. Es gab nur eine bemerkenswerte Ausnahme: Die Zellen mit recycelten Kathodenmaterialien hielten bis zu 53 Prozent länger. Batterien mit recycelten Kathodenmaterialien könnten schon bald auf den Markt kommen, berichtet «Arstechnica». Anfang 2022 werde ein von Wang mitgegründetes Start-up namens Battery Resources seine erste Anlage zum Recycling von Zellen in den USA in Betrieb nehmen. Bis Ende des nächsten Jahres sollen zwei weitere in Europa folgen. Nach Angaben des Unternehmens soll es bis Ende 2022 in der Lage sein, jährlich 30 000 Tonnen Batterien zu recyceln. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch 13 / 2021 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Aktuell 47 Durch die Mall of Switzerland düst ein miauender Serviceroboter Ein neuer Service-Mitarbeitender kutschiert Getränke, Pizzas und Geschirr durch das Restaurant Andulino in der Mall of Switzerland. Dieser miauende Robo-Angstellte ist der erste seiner Art. Autorin: Nadja Baumgartner Der neue Mitarbeiter des Restaurants Andulino in der Mall of Switzerland kann so einiges, wie etwa Pizzas, Redbull und sonstige Getränke transportieren. Aber er ist keinesfalls ein normaler Angestellter, sondern ein miauender Serviceroboter. In der Eingangshalle erledigt er diverse Jobs, wie etwa die Desserts in der Gelateria am anderen Ende der Mall abholen und die Gäste bedienen. So könne er dem Personal einiges an Arbeit ersparen, ersetzen soll er die Mitarbeitenden aber nicht. Er dient lediglich als Unterstützung, wie die Restaurantbetreiber mitteilen. Wie eine Katze Falls den Gästen dann doch die soziale Interaktion fehlt: Der Bellabot miaut, wenn man ihn am Kopf streichelt. Anstatt eines menschlichen Gesichts ziert das Antlitz einer Katze den Bildschirm, dessen Augen immer wieder umherwandern, wie die «Luzerner Zeitung» berichtet. Dennoch beharren einige Kundinnen und Kunden auf ausschliesslich menschlichen Service. «Wir sind sehr flexibel und fragen den Gast bereits bei der Ankunft, ob er vom Roboter bedient werden möchte», sagt der Geschäftsleiter des Restaurants, Jeyakumar Thambiaiah. Mensch vs. Roboter Trotzdem lässt sich Holenstein selbst lieber von einem Menschen bedienen. «Das ist der grosse Vorteil an unserem Roboter. Er soll dort aushelfen, wo dem Personal zu wenig Zeit bleibt», sagt er. «So können sich die Mitarbeitenden wieder in Ruhe ihrer Hauptaufgabe, der Gästebedienung, widmen. Ein Ersatz für das Servicepersonal wird und soll der Roboter nicht sein.» Ziel sei es, den Bellabot auch in andere Bereiche einzubinden: als Getränkelieferant während Beratungen in Autohäusern, Postbote in Bürohäusern, Informationsträger an Messen, kontaktloser Zusteller in Krankenhäusern oder in Einkaufszentren. Hier habe das Unternehmen bereits weitere Roboter geplant wie den Werberoboter Kettybot, den Desinfektionsroboter Puductor 2 und den Aufzüge bedienenden Hotellerieroboter Flashbot. Der miauende Serviceroboter Andulino im Restaurant Andulino. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Werni im Verkehrshaus Nicht nur in der Mall of Switzerland ist der Roboter zu sehen – eine Variante von ihm namens «Werni» ist in der Gastronomie des Luzerner Verkehrshaus im Einsatz. Der Roboter wurde von der Luzerner Precom Group entwickelt, die von Thomas Holenstein geleitet wird. «Vor einer Anschaffung muss der Käufer zu 100 Prozent vom Konzept überzeugt sein», sagt er. Es brauche keine Schulung oder technisches Vorwissen für den Katzen-Android. Er orientiere sich mithilfe einer Lasertechnik und könne so Gegenstände erkennen. Sobald er eine ihm unbekannte Bewegung registriert, macht er von seinem Not-Stopp-System Gebrauch und stellt all seine Tätigkeiten ein, wie die Precom Group mitteilt. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 13 / 2021

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