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Netzwoche 14/2016

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34 Focus Managed

34 Focus Managed Services Wie Interconnection Multi-Cloud ermöglicht Mit einer Methode, die sich an Colocation mit direkter Vernetzung innerhalb des Rechenzentrums orientiert, können Unternehmen einen Austausch mit mehreren Cloud-Service-Providern gleichzeitig herstellen und damit die Vorteile der Cloud-Adaption noch verstärken. Damit werden Nutzer, Netzwerke, Clouds, Standorte und Daten einfach verknüpft. DER AUTOR Roger Semprini Managing Director Schweiz bei Equinix Mit der immer grösser werdenden Abhängigkeit von Daten haben sich Rechenzentren von einer reinen Kostenstelle zu einem effektiven Business-Enabler entwickelt. Cloud Computing hat sich vom Hype-Thema zu einer seriösen Option für viele Unternehmen gewandelt. Das führt zwangsläufig zu einigen Veränderungen im Markt. Es ist nicht überraschend, dass traditionelle technologische Modelle hinterfragt werden, um vor allem zukünftige Wachstumsmöglichkeiten sicherzustellen. Firmen, die sich diesem Trend anpassen, müssen oftmals feststellen, dass ihre bisherigen IT-Modelle für diese Aufgabe nicht ausreichen. Vor allem Lösungen, die auf veralteten Applikationen aufbauen, genügen nicht mehr, da Unternehmen mehr Agilität, Power und Datenspeicher brauchen, als ihr Equipment bietet. Viele Unternehmen realisieren aber, dass Cloud-Technologien die nötigen zusätzlichen Storage- und Verarbeitungskapazitäten bieten, die im stetigen Wandel des IT- Arbeitsaufkommens benötigt werden. Die Cloud ermöglicht den Nutzern, ihre Strategien für die Technologiearchitektur komplett zu verändern und somit aus effizienten Kosten- und Ressourcenmodellen einen Vorteil zu ziehen. Die richtige Wahl des Sourcing- und Rechenzentrumspartners spielt dabei heute eine entscheidende Rolle. Rechenzentren sind effektive Business-Enabler Früher war ein Rechenzentrum kaum mehr als ein Backoffice, ein Stellplatz für nicht-kritisches IT-Equipment und Datensicherungssysteme, wenn auch in einer sicheren und zuverlässigen Umgebung. Mit der immer grösser werdenden Abhängigkeit von Daten haben sich Rechenzentren aber von einer reinen Kostenstelle zu einem effektiven Business-Enabler entwickelt und schufen für ihre Kunden aus verschiedenen Bereichen Ecosysteme, in denen es leichter wird, zusammenzuarbeiten und Ressourcen auszunutzen. So bieten viele Anbieter heute durch sogenannte Interconnection die Möglichkeit, sich mit Partnern und Serviceprovidern direkt noch innerhalb des Datacenters zu vernetzen und so sicher und schnell Daten zu teilen. Dies wird für viele Unternehmen besonders interessant, wenn es an die Cloud-Strategie geht. Für die Mehrheit der Unternehmen sind die Vorteile von Cloud Computing offensichtlich: unmittelbare Kosteneinsparungen, Skalierbarkeit, Implementierungsgeschwindigkeit, Widerstandsfähigkeit – die Liste ist lang. Kluge Unternehmen kooperieren aber nicht nur mit einem Cloud- Service-Provider und setzen auf eine Strategie, sondern verwenden eine Kombination von öffentlicher und privater Cloud (gehostet oder vor Ort) und klassischer Infrastruktur (Hybrid Cloud). Ausserdem verwenden sie multiple öffentliche Cloud-Services (Multi-Cloud), wählen das richtige Tool für die Arbeit auf einer Fall-zu-Fall-Basis und passen die Arbeitsbelastung und das Dienstleistungsmodell durch IaaS-, SaaS- und PaaS-Modelle an die Leistungserbringung der Cloud an. Sogar Cloud-Provider selbst bauen zunehmend andere Cloud-Services in ihre Architekturen (Inter- Cloud) ein, um weltweit kosteneffizient zuverlässigen Service anzubieten. Für viele, die eine einzige IT-Quelle gewohnt sind, ist das eine komplett neue Herangehensweise. Unternehmen haben nun die Wahl. Sie können etwa eine Applikation von Salesforce.com beziehen, aber Netapp für den Speicher verwenden, während sie zusätzliche Rechenkapazitäten für die Verarbeitung von AWS beziehen. So können sie eine sich gegenseitig ergänzende Kombination aus verschiedenen Services erstellen. Wenn sich erst eine Applikation in der Cloud befindet, werden neue Verhaltensweisen erschlossen. Unternehmen können eine automatisierte Softwarebereitstellung verwenden, um eine Verbindung mit Applikationen oder Datendienstleistungen herzustellen und zu trennen. Das ist ein Level an Flexibilität, dass mit einer starren, rein internen IT-Infrastruktur nicht möglich ist. Durch die Kombination verschiedener Cloud-Services können Geschäftsprozesse beschleunigt werden. Bild: Fotolia 14 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Focus Managed Services 35 Dedizierte Leistungen statt dedizierte Server Dedizierte physische Server sind überholt. Zugleich werden Verfügbarkeit und Sicherheit wichtiger. Wohin verschieben sich die traditionellen Leistungen von Dedicated Hosting im virtuellen Zeitalter? DER AUTOR Kaspar Geiser Geschäftsleiter von Aspectra Die Zeiten sind vorbei, in denen jede Anwendung isoliert auf ihrem dedizierten physischen Server lief. 99 von 100 Applikationen werden heute auf virtuellen Systemen betrieben und auf Cloud-Plattformen zur Verfügung gestellt. Die darunterliegende Hardware ist kaum mehr von Interesse. Nur: Geschäftskritische Anwendungen fordern weiterhin Leistungen, die Dedicated Hosting auszeichnen. Denn sie garantieren Verfügbarkeit, Performance und Sicherheit. Eigenschaften, die mit der Digitalisierung ganzer Geschäftsbereiche noch relevanter werden. Technologie: Private Clouds ersetzen dedizierte Server Cloud-Plattformen bringen einen hohen Standard. Die Anwender vertrauen Anbietern und Virtualisierungssoftware, dass sie Kundendaten und Netzwerke sauber voneinander trennen. Das Restrisiko ist klein, dass die eigene Anwendung durch einen anderen Kunden (etwa durch einen Hype) in Mitleidenschaft gezogen wird. Trotzdem verlangen immer mehr Firmen, das dieses Risiko minimiert wird. Dedizierte Leistung für die eigene Anwendung und dedizierten Speicherplatz für die eigenen Daten bleiben ein Bedürfnis. Private Clouds sind dadurch zum Standard geworden. Sie bestehen aus mindestens zwei physischen Servern und einem dedizierten Storage. Das Netzwerk, die Firewall-Interfaces, das Back-up und weitere Leistungen können so pro Kunde zur Verfügung gestellt werden. Nicht selten sind Private Clouds auch über mehrere Rechenzentrumsstandorte verteilt und gewährleisten Hochverfügbarkeit. Zwar befinden sich in Private Clouds immer noch mehrere virtuelle Server, jedoch immer nur von einem Kunden oder sogar von nur einem Kundenprojekt. Ein Einfluss von anderen Kunden ist somit beinahe ausgeschlossen. Organisatorisch bedeutet Dedicated Hosting heute, dass auch die Überwachung, die Dokumentation sowie die Kommunikation kunden- und projektspezifisch erfolgen. Der Mensch wird wichtiger: Dedizierte Ansprechpersonen Dedicated Hosting bedeutet heute weit mehr als dedizierte Server. Mit steigenden Anforderungen an Compliance, Service und Verfügbarkeit wächst die Bedeutung der Ansprechpersonen beim Outsourcing-Partner. Der persönliche Site-Manager begleitet die Kundenprojekte bereits beim Architekturdesign, stellt die internen Abnahmen sicher und betreibt die Lösung über Jahre. Im Betrieb führen diese zudem die periodischen Steeringmeetings mit dem Kunden durch und agieren über den gesamten Lifecycle von Anwendungen als Bindeglied zwischen Kunde und Applikationsentwickler. Damit ist auch eine Gewaltentrennung zwischen Entwicklung und Betrieb sichergestellt, da nur der Betrieb über die nötigen Rechte auf produktiven Systemen verfügt. Organisatorisch bedeutet Dedicated Hosting heute, dass auch die Überwachung, die Dokumentation sowie die Kommunikation kunden- und projektspezifisch erfolgen. So erhalten Kunden nur Servicemeldungen, die ihre Private Cloud auch wirklich betreffen. Eine oft verlangte Anforderung ist auch, Wartungsarbeiten auf einen Kunden abzustimmen – möglich ist dies nur durch ein dediziertes Set-up. Datenschutz und Compliance: Dedizierte Hardware im virtuellen System Mit dem Betrieb von geschäftskritischen Anwendungen und Kundendaten ausser Haus stellen sich unweigerlich Fragen zu Datenschutz und Compliance. Selten sind diese ohne kundenspezifische Lösungen zu beantworten. Auch in virtuellen Umgebungen kommen deshalb etwa dedizierte Harddisks in einem Storage zum Einsatz. Auch dedizierte Server- und Firewall-Interfaces für einzelne virtuelle Systeme sind gefragt. Sollen Auditoren die gesamte Infrastruktur vom Blech bis zur Anwendung durchleuchten können, kommen unweigerlich physisch getrennte Private Clouds zu Einsatz. Dedicated Hosting hat sich gewandelt: weg vom physischen Server hin zu Dienstleistungen. Sie ermöglichen den hochverfügbaren, sicheren und Compliance-gerechten Betrieb von geschäftskritischen Anwendungen. Menschen, die Verantwortung übernehmen, sind zum Unterscheidungsmerkmal geworden. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 14 / 2016

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