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Netzwoche 14/2017

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10 Reto Amann, Mitglied

10 Reto Amann, Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung von Opacc. Ab der Mittagszeit war die Topsoft gut besucht. Zufriedene Gesichter an der Topsoft Ist die Zeit der Messen vorbei? Noch nicht, sagten Aussteller an der Topsoft im Gespräch mit der Redaktion. Es lohne sich noch immer, vor Ort zu sein. Autor: Marcel Urech « Unser Konzept funktioniert. » Cyrill Schmid, Mitorganisator, Topsoft Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_54986 In der Messe Zürich hat am 29. und 30. August die Business-Messe Topsoft stattgefunden. Die Redaktion war am zweiten Tag vor Ort. Um 9 Uhr ging es los. Bis um 11 Uhr gab es nur wenige Besucher. Erst gegen Mittag füllten sich die Hallen. Da stellt sich die Frage: Lohnt sich die Teilnahme an der Messe für die Aussteller überhaupt noch? Ja, sagten diese gegenüber der Redaktion. Ein Besuch der Topsoft sei noch immer sinnvoll. «Es läuft besser als in den letzten Jahren» An der Topsoft war es neu möglich, die Auftritte der Hersteller individuell zu gestalten und stärker zu personalisieren. Die meisten Unternehmen griffen trotzdem auf die Standard-Stände zurück – um Kosten zu sparen. Nicht so Abacus und Opacc. Sie setzten auf grosse Stände in der Mitte der Halle 5. «Das kennen wir ja von der Topsoft», sagte Joachim Dörrer, Produktmanager bei Abacus, angesprochen auf die anfangs leeren Hallen. Die seien an dieser Messe nie rammelvoll, auch der erste Tag sei eher ruhig gewesen. Trotzdem sei immer etwas los, sagte Dörrer. «Ich habe sogar das Gefühl, es läuft besser als in den letzten Jahren.» Das habe wohl auch damit zu tun, dass Abacus zum ersten Mal mit einem individualisierten Stand vor Ort sei. Individualisierte Stände gegen den Einheitsbrei Neben dem Stand von Abacus befand sich der von Opacc. Am ersten Tag habe Opacc im Vergleich zum vergangenen Jahr «deutlich mehr Kontakte» gehabt, sagte Reto Amann, Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung des Softwareherstellers. Die Kontakte seien zudem qualitativ besser geworden. Für Opacc lohne sich der Besuch der Messe auf jeden Fall noch. «Es gibt in der Schweiz keine wirkliche Alternative zur Topsoft», sagte Amann. Sie sei noch immer die einzige Fachmesse in der Schweiz, die sich in dieser Form mit ERP, E-Commerce und Mobile Commerce auseinandersetze. Opacc bearbeite aber viele unterschiedliche Kanäle, und die Topsoft sei nur einer davon. Sehen und gesehen werden Vor Ort war auch das deutsche Unternehmen Nissen & Velten. Es entwickelt die Software Enventa ERP und vertreibt diese in der Schweiz über die beiden Partner Probyt und Lobos Informatik, die ebenfalls vor Ort waren. Nissen & Velten verfolgt mit dem Besuch der Topsoft gleich mehrere Ziele: Das Unternehmen will Neugierde für seine Produkte wecken, Kunden aus der Schweiz treffen, neue Kunden akquirieren und Präsenz im Markt zeigen, wie Vertriebsleiter Bernd Rech sagte. «Sehen und gesehen werden ist auch ein Teil der Topsoft.» Die Topsoft profitiere von der Integration in die Suisse-Emex. Sie sei noch immer das wichtigste ERP-Format der Schweiz, sagte Rech. Es sei gut möglich, dass Nissen & Velten auch nächstes Jahr wieder vor Ort sein werde. Zufriedene Veranstalter Auch die Veranstalter zeigten sich mit der Topsoft zufrieden. «Unser Konzept funktioniert», sagte Mitorganisator Cyrill Schmid. Topsoft und Suisse-Emex zählten 2017 zusammen rund 14 000 Besucher. Für die nächste Ausgabe am 28. und 29. August 2018 gebe es bereits erste Anmeldungen von Ausstellern. Laut den Organisatoren war die Besucherfrequenz während beider Messetage sehr gut. «Wir sind mit der diesjährigen Veranstaltung mehr als zufrieden und freuen uns über das positive Echo der Besucher und Aussteller», sagte Schmid. «Der Mix aus Fachthemen, IT-Lösungen und Networking kommt sehr gut an.» 14 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Studie 11 Economiesuisse und W.I.R.E. skizzieren einen Weg in die digitale Zukunft Economiesuisse und der Think Tank W.I.R.E. haben eine Studie zur digitalen Zukunft der Schweiz präsentiert. Sie soll eine Art Fahrplan für die Bewältigung der Digitalisierung bieten. Bei der Regulierung des Wandels soll sich der Staat zurückhalten. Autor: Oliver Schneider Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse und der Think Tank für Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft (W.I.R.E.) haben Mitte August die Studie «Zukunft digitale Schweiz» vorgestellt. Diese soll eine nüchterne Diskussion über die Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung ermöglichen, sagte Michael Wiesner, Kommunikationschef bei Economiesuisse, einleitend. Die Schweiz soll «Digitalisierungsgewinnerin» werden Heinz Karrer, Präsident von Economiesuisse, zeigte, wie die Schweiz auf die digitale Transformation reagieren soll. Euphorische Hoffnungen auf eine «schöne neue Welt» und Ängste vor Arbeitslosigkeit und Freiheitsverlust seien keine guten Ratgeber. Vielmehr fordere Economiesuisse eine Bestandsaufnahme der Chancen der Schweiz in einer digitalisierten Welt. «Die Digitalisierung ist für die Schweizer Wirtschaft die wichtigste Transformation seit der Entstehung der globalen Märkte», sagte Karrer. Dies erfordere eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema, Offenheit sowie Technologiekompetenz. Hier setze die zusammen mit W.I.R.E. erarbeitete Studie an. Ihr Ziel bestehe darin, Strategien, Potenziale, Spannungsfelder und wirtschafts poli tische Leitplanken für eine digitale Schweiz zu entwerfen. Die Studie zeige, dass die Schweiz alle Voraussetzungen mitbringe, um zur «Digitalisierungsgewinnerin» zu werden. Szenarien für eine digitalisierte Schweiz Die Spannungsfelder und Szenarien dieser digitalen Zukunft erklärte im Anschluss Stephan Sigrist, Leiter des Think Tanks W.I.R.E. Ihm zufolge stand die technologische Entwicklung zu lange im Mittelpunkt der Debatte um die Digitalisierung. Besser sei es, die langfristigen Folgen der Technik für den Menschen in den Blick zu nehmen. Sigrist identifizierte vier Felder, auf die der technologische Wandel eine ambivalente Wirkung ausübe. Die Digitalisierung führe zu mehr Gestaltungsraum, erzeuge aber auch mehr Komplexität. Sie ermögliche neue Gemeinschaften, entferne die Menschen aber ebenso voneinander. Die Automatisierung verspreche mehr Effizienz, führe aber auch zu einer Angleichung. Schliesslich seien in der digitalen Welt mehr Sicherheit und Transparenz möglich, es drohe aber auch Kontrollverlust in Bezug auf die persönlichen Daten. Wie eine so gedachte digitale Zukunft aussehen könnte, skizzierte Sigrist anhand einer Reihe von Szenarien. Vom Bergbauern, dem ein vielbeiniger Roboter beim Heuen hilft, über den virtuellen Hausarzt bis hin zum smarten Einkauf beim Grossverteiler, versuche der Think Tank hier das Selbstbild der Schweiz mit der Digitalisierung in Einklang zu bringen. Der Staat soll sich bei der Digitalpolitik zurückhalten Das letzte Wort hatte schliesslich Rudolf Minsch, Chefökonom von Economiesuisse. Er widmete sich der eingangs gestellten Frage nach den Aufgaben des Staates bei der Digitalisierung. Minsch liess keinen Zweifel daran, dass staatliche Regulierungswut seiner Meinung nach der falsche Ansatz ist. Die Versuchung sei gross, bestehende Strukturen und Branchen zu schützen und einen Katalog von Regeln und Verboten aufzustellen. Von den Politikern erwartet Minsch eine Digitalpolitik, die Unternehmen nicht einenge oder bevormunde. Innova tion und Bildung müssten gefördert und die Forschung von privaten und staalichen Institutionen vernetzt werden. Schliesslich seien angesichts der sogenannten «Gig-Ökonomie» auch Anpassung am Sozialsystem unumgänglich. « Letztlich geht es um die Frage: Welche Zukunft wünschen wir uns? » Heinz Karrer, Präsident, Economiesuisse Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_53408 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 14 / 2017

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