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Netzwoche 14/2019

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10 XXXXXXXXXXX XXXXXXXXXXXX Grafik: khonkangrua / iStock.com FOCUS LIBRA Der Kryptowinter ist vorbei mur. 2018 war brutal. Bitcoin verlor über 70 Prozent an Wert und die meisten Altcoins litten noch stärker. Zwischen Januar und April tat sich nicht viel auf dem Markt für Kryptowährungen, seither geht es wieder aufwärts. Die Altcoins verlieren zwar gegenüber Bitcoin weiter an Wert, die Stimmung im Markt ist aber wieder positiv und der Kryptowinter ist vorbei. Grund genug, diesen Focus dem Thema Kryptowährungen zu widmen. Was man über Facebooks Kryptowährung Libra wissen muss, lesen Sie auf Seite 11. Nicola Schlup, Managing Director von Nexum, erklärt auf den Seiten 12 und 13, was die Kryptowelt in der zweiten Jahreshälfte für uns bereithalten könnte. Welche Bedeutung dabei die Schweiz und das Crypto Valley in Zug haben könnte, prognostiziert Heinz Tännler, Präsident der Swiss Blockchain Federation, auf Seite 14. Leslie Haeny erklärt auf Seite 15, was die ersten Kryptobank-Lizenzen für die Branche bedeuten. Auch Thomas Linder und Andreas Glarner von MME kommen in diesem Focus zu Wort. Sie erläutern auf Seite 16, wie die Banken und der Bundesrat auf die neue Krypto-Welt reagieren. Kevin Schellinger, CEO und Gründer von Oyoba, schreibt auf Seite 17 über aktuelle Trends in der Branche. Philippe Naegeli, Mitgründer und CEO von Gentwo und Gentwo Digital, zeigt auf Seite 19 auf, wie die Finanzprodukte der nächsten Generation eine Brücke zwischen dem traditionellen Finanzmarkt und der digitalen Welt schlagen. Auf den Seiten 20 und 21 lesen Sie zudem ein Interview mit Luzius Meisser, Mitgründer und Vorstandsmitglied der Bitcoin Association Switzerland. 14 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Focus 11 Was man über Libra, die Kryptowährung von Facebook, wissen muss Die von Facebook entwickelte Kryptowährung Libra soll 2020 eingeführt werden. Die Organisation, die zur Verwaltung dieses Ökosystems der Finanzdienstleistungen mit Sitz in Genf gegründet wurde, veröffentlichte ein Whitepaper zu diesem Projekt. Es wird bereits von fast 30 Unternehmen und Organisationen unterstützt. Autor: Yannick Chavanne, Übersetzung: Michael Lanz Nach monatelangen Gerüchten enthüllte Facebook Libra. Dieses Zahlungsökosystem, das auf einer speziellen Blockchain basiert, wird von einer unabhängigen, gleichnamigen Organisation mit Sitz in Genf verwaltet. Was ist Libra? Die Kryptowährung Libra wurde entwickelt, um Geld zu geringeren Kosten an jeden beliebigen Ort zu senden. Für den privaten Gebrauch ist sie auf eine Blockchain angewiesen. Um die Währung stabil zu halten, stützt sich Libra auf einen Pool von Sachwerten. «Für jede neu geschaffene Libra wird ein aus Bankguthaben und kurzfristigen Staatsanleihen bestehender Korb als Sicherung verwendet, um Vertrauen gegenüber dem intrinsischen Wert aufzubauen», heisst es im Whitepaper. Der Code für die Blockchain wird quelloffen auf Github veröffentlicht und ein erstes «Testnet» steht Entwicklern bereits zur Verfügung. Wann, warum und für wen? Der Start ist für die erste Hälfte des Jahres 2020 geplant. Ziel des Projekts ist es, ein freies und interoperables Ökosystem von Finanzdienstleistungen zu schaffen. Verbraucher, Entwickler oder Unternehmen können das Libra- Netzwerk nutzen und Finanzprodukte und -dienstleistungen entwickeln. «Entwickler und Unternehmen werden in der Lage sein, neue inklusive Finanzprodukte für Bürger auf der ganzen Welt zu entwickeln», heisst es vonseiten der Organisation. 1,7 Milliarden Menschen oder 31 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung hätten noch immer keinen Zugang zu Bankdienstleistungen. Das vorrangige Ziel von Libra sei es, dies zu ändern. Dienste über das Libra-Netzwerk zu erstellen und zu betreiben (Calibra wird 2020 ein digitales Portemonnaie einführen). Mit dieser Aufgabenteilung will das Unternehmen auch die Trennung von Social-Media- und Finanzdaten sicherstellen. Es wird erwartet, dass Facebook auch 2020 eine führende Rolle im Libra-Ökosystem spielen wird, aber die endgültige Entscheidungsbefugnis liegt bei allen Mitgliedern der namensgebenden Organisation. Wer sind die ersten Partner? Die Mitglieder der Organisation bestehen aus 27 Unternehmen, Organisationen und akademischen Institutionen unterschiedlicher Herkunft. Ausser Facebook mit Calibra gibt es auch Akteure wie Mastercard, Paypal, Stripe und Visa. Booking.com, Ebay, Lyft, Spotify und Uber sind ebenfalls beteiligt und es ist denkbar, dass diese Onlinedienste Libra relativ schnell als Zahlungsmethode akzeptieren. Die Telkos Iliad (die von Xavier Niel gegründete Muttergesellschaft von Free) und Vodafone sind ebenfalls Mitglieder, ebenso wie verschiedene Blockchain- und Risikokapitalgesellschaften. Derzeit ist keine Schweizer Firma beteiligt. Die Kryptowährung Libra wurde entwickelt, um Geld zu geringeren Kosten an jeden beliebigen Ort zu senden. Calibra, die Fintech-Tochter von Facebook, wird ein digitales Portemonnaie zur Nutzung der vom sozialen Netzwerk entwickelten Kryptowährung herausgeben. Dieses für 2020 geplante Zahlungs- und Überweisungssystem wird im Facebook-Messenger, Whatsapp und über eine spezielle Anwendung verfügbar sein. Welche Rolle spielt Facebook? Facebook spielte eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung der Libra-Blockchain, will das Projekt nun teilweise abgeben. Zu diesem Zweck gründete das soziale Netzwerk die Tochtergesellschaft Calibra, deren Management David Marcus, dem ehemaligen Chef von Paypal in Genf, übertragen wird. Marcus hat in den letzten Monaten die Blockchain-Teams bei Facebook betreut. Mit der Gründung von Calibra eröffnet Facebook die Möglichkeit, www.netzwoche.ch © netzmedien ag 14 / 2019

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