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Netzwoche 14/2020

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22 Technology

22 Technology Fachbeitrag Fünf Tipps, um mit der Cloud Schritt zu halten Cloud-Anbieter legen ein hohes Innovationstempo vor. Einige IT-Teams fürchten, angesichts der dynamischen Entwicklung den Anschluss zu verpassen. Mit den richtigen Massnahmen bleiben Unternehmen jedoch immer auf der Höhe der Zeit. DER AUTOR Constantin Gonzalez Principal Solutions Architect, Amazon Web Services Den Beitrag finden Sie auch online www.netzwoche.ch Neue Services in einem extrem schnellen Takt – viele Unternehmen schätzen besonders diesen Vorteil der Cloud. Schliesslich können IT-Abteilungen damit relativ schnell und einfach neue Anwendungen kreieren, welche die Firma voranbringen. Allerdings müssen sie auch prüfen, wie sie innovative Cloud-Features im Einklang mit Unternehmensvorgaben schnell und unkompliziert einführen können. Wie sich dieser Spagat meistern lässt, zeigen die folgenden fünf Tipps. 1. Den Managementstil überdenken Wechselt ein Unternehmen in die Cloud, wird die IT-Abteilung oft mit Zugriffsanfragen auf die damit möglichen Services überschwemmt. Das ist vor allem in eher starr organisierten Unternehmen eine kulturelle Herausforderung. Denn oft bedeutet die Migration in die Cloud auch einen Schritt vom konservativen, zentralisierten IT-Management hin zu einem dezentralen, DevOps-ähnlichen Modell. Viele Unternehmen, die Entwicklern mehr Autonomie geben möchten, erlauben es ihnen, selbst zu entscheiden, welche Services am besten geeignet sind. Firmen mit einem stärker zentralisierten Modell auditieren jeden neuen Cloud-Service in einem aufwändigen Prozess. Es ist ratsam, beide Ansätze zu verstehen und den geeigneten Weg zu finden. Dieser kann für verschiedene Projekte innerhalb des Unternehmens variieren, etwa indem man Applikationen nach Security- und Compliance-Anforderungen aufteilt und für diese unterschiedliche Cloud-Services freigibt. 2. Mit kleineren Einheiten das Risiko begrenzen Eine Möglichkeit, mehr Services mit mehr Output und weniger Risiken einzuführen, besteht darin, jedem Team einen eigenen Account zu geben. So haben die Teams freie Hand – aber nur innerhalb ihres Kontos. Der «Blast Radius» – der Einflussbereich möglicher Probleme – bleibt dadurch begrenzt auf das Konto. 3. Ein Framework nach eigenen Anforderungen bauen Unternehmen können den Prozess bei Anfragen nach neuen Services von der IT-Abteilung beschleunigen, indem sie für ihre Entwickler ein Dokument mit verfügbaren Cloud- Services erstellen. In diesem wird jeder Dienst hinsichtlich Sicherheit, Management, Integration, Architekturstandard und Kompatibilität nach den eigenen Standards bewertet. Zugleich lassen sich Kriterien und Prozesse festlegen, die bei Standardabweichungen gelten sollen. Das mag zunächst recht aufwändig sein. Allerdings können Anträge auf neue Dienste und Ausnahmen so schnell und gründlich beantwortet werden. 4. Services in einer Sandbox starten und aufbauen Um Erfahrungen mit neuen Cloud-Services zu sammeln, hilft die Einrichtung einer Sandbox-Umgebung. Die Dienste können dann einfach und automatisch deaktiviert werden, um zu verhindern, dass sie ungenutzt weiterlaufen und Kosten verursachen. 5. Anpassungszeit einplanen und auf agile Methoden setzen Die Implementierung neuer Services erfordert, dass die IT in den Bereichen Sicherheit, Management und Prozesse einige Anpassungen vornimmt. Das kann besonders in sehr grossen Unternehmen eine Weile dauern. Kleine Anfangsschwierigkeiten mag es auch deshalb geben, weil Experten, die sich jahrelang um physische Infrastruktur gekümmert haben, nun für virtuelle Services verantwortlich sind. Mit einer vernünftig bemessenen Einarbeitungszeit und den richtigen Schulungen lässt sich dieses Problem lösen. Die in vielen Unternehmen zugrunde liegenden Wasserfall-Methoden kommen angesichts der Komplexität moderner Systeme an ihre Grenzen. Zum Change-Management rund um die Cloud sollte deshalb auch der Wechsel auf agile Modelle und Betriebskonzepte nach DevOps-Methoden gehören. i SO HALTEN SIE MIT DER CLOUD SCHRITT 1. Managementstil überdenken: Zentral oder dezentral? 2. Risiko reduzieren: Kleinere Einheiten, kleinerer Blast Radius 3. Eigenes Framework bauen: Geprüfte Cloud-Services bereitstellen 4. Sandbox-Tests: Erfahrungen sammeln, Kosten sparen 5. Anpassungsdauer: Zeit einkalkulieren und gezielt schulen 14 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Fachbeitrag 23 Multi-Cloud versus Hybrid Cloud – der feine Unterschied In einer Multi-Cloud-Lösung nutzt ein Unternehmen mehrere verschiedene Cloud-Services, oft von mehreren Anbietern. Die Multi-Cloud bietet Flexibilität und Wahlmöglichkeiten, führt aber auch zu Komplexität. Die «richtige» Cloud-Lösung für die meisten Unternehmen ist jedoch weder public noch private, sondern beides, eine sogenannte Hybrid Cloud. Viele Cloud-Anwender verlassen sich derzeit auf die Public Cloud beziehungsweise auf Dienste entlang der Public Cloud. Diese werden von externen Anbietern entwickelt und betrieben. Unternehmen bringen Cloud Computing auch intern mit einem privaten Cloud-Modell ein, oft um Sicherheits- und Governance-Probleme zu lösen. Eine Private Cloud nutzt Virtualisierung sowie automatisierte Bereitstellung und Orchestrierung, um Cloud-Services bereitzustellen, die im Unternehmen intern entwickelt und betrieben werden. Die «richtige» Cloud-Lösung für die meisten Firmen ist jedoch weder public noch private, sondern beides, eine sogenannte Hybrid Cloud. Daneben ist auch ein neues Bereitstellungsmodell entstanden, das mehrere Arten von Cloud-Services nutzt, die Multi-Cloud. Die Begriffe Multi- Cloud und Hybrid Cloud werden oft fälschlicherweise synonym verwendet. Dabei gibt es einen klaren Unterschied. In einer Multi-Cloud-Lösung nutzt ein Unternehmen mehrere verschiedene Cloud-Services, oft von mehreren Anbietern. Die unterschiedlichen Clouds können für diverse Aufgaben genutzt werden, um Best-of-Breed-Ergebnisse zu erzielen oder die Bindung an den Anbieter zu reduzieren. Der Vorteil ist, dass verschiedene Cloud-Services von unterschiedlichen Anbietern die Anforderungen der einzelnen Bereiche im Unternehmen besser erfüllen können. Eine Multi-Cloud setzt sich entweder aus mindestens zwei Public Clouds oder zwei Private Clouds zusammen. Eine Hybrid Cloud besteht immer mindestens aus einer Public und einer Private Cloud. Sie ist eine einzelne Einheit aus Private-Cloud- und Public-Cloud-Umgebungen. Dies kann eine beliebige Kombination aus SaaS, IaaS, PaaS oder jeder anderen «As-a-Service-Umgebung» sein. Eine Multi-Cloud hingegen ist von Natur aus kein «einzelnes Ding», sondern eine Reihe von unabhängigen Dingen, die unter eine zentrale Verwaltung gestellt werden. Daten und Prozesse neigen dazu, sich in einer hybriden Umgebung zu vermischen und zu kreuzen, während in einer Multi- Cloud-Situation die Nutzung typischerweise im Silo der «eigenen» Cloud bleibt. Die Multi-Cloud bietet Flexibilität und Wahlmöglichkeiten, führt aber auch zu Komplexität. Die Multi-Cloud ermöglicht es, für jede Anwendung zwischen verschiedenen Cloud-Optionen zu wählen. Daher wird in einer Multi- Cloud-Welt mehr Zeit mit der Verwaltung von Service-Levels, der Überwachung der Konnektivität an verschiedenen Standorten und der Navigation durch die verschiedenen verfügbaren Tools verbracht. Darüber hinaus spielt das Thema Governance und darin insbesondere die Data Governance eine wichtigere Rolle. Abgesehen von der Wahl der Clouds und der Cloud-Services ist es wichtig, auch den damit notwendigen Paradigmenwechsel im Unternehmen zu berücksichtigen. Cloud- Services werden nicht nur durch ihre technische Architektur definiert, sondern sind zentrales Element in der Transformation der Art und Weise, wie mit IT umgegangen wird, und sie treiben die Innovationskraft des Unternehmens an. Diese notwendige Transformation wird mithilfe eines Cloud Target Operating Models (TOM) definiert und umgesetzt. Ein TOM definiert den Zielmodus, in dem ein Unternehmen mit Cloud-Services interagiert, und kann folgende Dimensionen umfassen: Vision, Governance, Prozesse, Organisation, Mitarbeiter, Skills und Mindset oder Tools wie Continuous Integration. Ein gutes Beispiel für TOM ist DevOps, denn die Anwendung von DevOps zieht sich durch alle Dimensionen eines TOM durch. Grundsätzlich gehört die Transformation der IT-Organisation bei der Nutzung jeglicher Cloud Dienste dazu. Ganz besonders wichtig ist sie jedoch in Multi-Cloud Umgebungen, da diese eine höhere Komplexität aufweisen und die Vorteile nur optimal genutzt werden können wenn das TOM darauf ausgerichtet ist. Der Unterschied zwischen Multi-Cloud und Hybrid Cloud Multi-Cloud Nutzung mehrerer verschiedener Cloud-Services, oft von unterschiedlichen Anbietern Public Cloud DIE AUTOREN Stella Gatziu Grivas Leiterin Kompetenzschwerpunkt Cloud Computing, Digitalisation & Transformation, Fachhochschule Nordwestschweiz Marco Bösch Gastdozent für Cloud Strategie, Fachhochschule Nordwestschweiz Hybrid Cloud Private Cloud Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Einzelne Einheit aus Private-Cloud-Umgebungen und Public-Cloud-Umgebungen www.netzwoche.ch © netzmedien ag 14 / 2020

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