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Netzwoche 16/2018

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36 Technology Aktuell

36 Technology Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Ständerat winkt Motion für autonome Fahrzeuge durch mur. Der Ständerat hat eine Motion der Grünliberalen an den Bundesrat überwiesen, wie die Parlamentsdienste mitteilen. Sie verlangt, dass er gesetzliche Hürden abschafft, die es verhindern, autonome Fahrzeuge zuzulassen. Dies soll geschehen, sobald die Sicherheit der Autos nachgewiesen sei. ▸ Webcode DPF8_109026 SBB setzen auf Augmented Reality aus Österreich lha. Das österreichische Unternehmen Evolaris Next Level entwirft ein AR-Konzept für die SBB, wie Inside-IT berichtet. Sollte Evolaris nicht überzeugen, wollen die SBB den Auftrag an HP Schweiz weitergeben. Die SBB bauen eine AR-Plattform für rund 30 000 Nutzer auf. Das Portal soll vor allem in der Wartung und Schulung zum Einsatz kommen, heisst es weiter. ▸ Webcode DPF8_109002 EU investiert 1 Milliarde Euro in Supercomputer cka. Die EU hat die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens mit dem Namen Euro-HPC beschlossen und investiert darin 1 Milliarde Euro. Euro-HPC soll einen leistungsstarken Supercomputer aufbauen und den Zugang für Forscher sicherstellen. Gegründet wird das Unternehmen im November 2018 und soll laut Mitteilung bis Ende 2026 tätig sein. ▸ Webcode DPF8_109209 Industrie hofft auf Umsatzwachstum durch KI osc. Hewlett Packard Enterprise hat Vertreter von Industriefirmen nach dem Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) und den Erwartungen an die Technologie befragt. Teilnehmer der Umfrage erhoffen sich von KI höhere Umsätze, mehr Effizienz, bessere Produkte und zufriedene Kunden. ▸ Webcode DPF8_108409 Itelligence sucht das beste SAP-Projekt Claude Flükiger ist Geschäftsführer der Schweizer Gesellschaft von Itelligence mit Hauptsitz in Regensdorf. mur. Das SAP-Beratungshaus Itelligence hat die Itelligence-of-Things-Initiative gestartet. Sie richtet sich an Firmen in der Schweiz, Österreich und Deutschland, die Digitalisierungsprojekte mit SAP umsetzen. Das hat Claude Flükiger, Geschäftsführer der Schweizer Gesellschaft, am 20. September an der Hausmesse in Regensdorf angekündigt. Flükiger berichtete an der Hausmesse über einige Details zum Schweizer Geschäft von Itelligence. Das Unternehmen beschäftigt hierzulande etwa 140 Mitarbeiter, IBM lanciert Wächter für KI osc. IBM hat das «AI Fairness 360 Kit» lanciert. Ein Tool, das die Entscheidungen von KI-Algorithmen für den Menschen transparenter machen soll. Wie die «BBC» berichtet, will das US-Unternehmen damit sicherstellen, dass künstliche Intelligenz bei ihren Berechnungen fair und ausgewogen bleibt. Das Tool könne die KI-Prozesse analysieren und auch Anpassungen vorschlagen. IBM reagiere mit der Software auf Befürchtungen, dass KI-Programme gewisse Bevölkerungsgruppen diskriminieren könnten und nicht mehr nachvollziehbare Ergebnisse produzieren. So habe es Fälle gegeben, in denen KIs Gesichter von Menschen mit dunkler Hautfarbe nicht erkannt habe, weil sie auf weisse Konterfeis trainiert worden seien. Je stärker KI in Alltag und Wirtschaft – von der Autoversicherung bis zur Strafverfolgung – zum Einsatz komme, umso grösser werde das Problem unfairer Entscheidungen durch die Technologie, schreibt die BBC. KI-Algorithmen seien heute oftmals eine Art «Black Box». Das betreut rund 230 Schweizer Kunden und hat Niederlassungen in Bern und Regensdorf. Weltweit ist der SAP-Integrator in 25 Ländern tätig. Wer siegt, wird beraten Firmen können ihre Projekte bis am 31. Oktober um 23.59 Uhr einreichen – egal ob sie Kunde von Itelligence sind oder nicht. Die Eingaben müssen sich um Digitalisierung, Internet der Dinge und Industrie 4.0 drehen. Eine Teilnahme setze weder den Erwerb von Software bei Itelligence noch die Beauftragung einer Beratung voraus, heisst es in den Teilnahmebedingungen. Der Sieger soll Beratungsleistungen im Wert von bis zu 50 000 Euro erhalten. Bei Projekten mit «deutlich internationalem Anteil» erhöhe sich der Wert auf 100 000 Euro, sagte Flükiger. Itelligence wolle mit der Initiative Leuchtturmprojekte fördern, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. «Bewerber müssen sich mit ihrer eigenen IT-Strategie auseinandersetzen, diese überprüfen und weiterentwickeln», so Flükiger. «Viele Unternehmen in der Schweiz unterschätzen die Digitalisierung, aber Fakt ist: Wer weiterhin wettbewerbsfähig bleiben will, muss heute seine Chancen nutzen.» Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_108020 heisst, Menschen könnten kaum noch nachvollziehen, wie ihre Ergebnisse zustande kommen. Das IBM-Tool versuche dem Abhilfe zu schaffen, indem es seinen Nutzern die KI-Prozesse visualisiere. Dabei sollen auch die Faktoren deutlich werden, die zur finalen Entscheidung geführt hätten. Dazu kämen Aufzeichnungen über Genauigkeit, Leistung und Fairness des Algorithmus. Das Tool sei Open Source und soll mit einer Vielzahl von gängigen Frameworks für den Aufbau von Algorithmen zusammenarbeiten. Andere KI-Entwickler wie Google, Facebook oder Microsoft arbeiteten an ähnlichen Lösungen, heisst es weiter. Ein Zeichen, dass sich die KI-Entwicklergemeinde des Problems von verzerrten Entscheidungen ihrer Programme zunehmend bewusst werde. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_107803 16 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Fachbeitrag 37 Auch Blockchain-Projekte unterliegen dem Datenschutz Datenschutz-Folgenabschätzungen sind ein Must für Projekte, bei denen Personendaten bearbeitet werden. Das gilt auch für Blockchain-Projekte. Denn auch wenn Informationen über die Blockchain pseudonymisiert werden, ist eine Verbindung zwischen den pseudonymisierten Daten und der betroffenen Person möglich. DER AUTOR Martin Eckert Legal Partner, MME Legal Tax Compliance Dossier online auf www.netzwoche.ch/dossier/ blockchain Bei Nichteinhaltung von Datenschutzbestimmungen können Blockchain-Projekte und -Geschäftsmodelle durch Anordnungen von Massnahmen der Datenschutzbehörden gefährdet werden. Die Bearbeiter personenbezogener Daten laufen zudem Gefahr, mit Bussen, Schadenersatzund Genugtuungsansprüchen konfrontiert zu werden. Da Blockchains in der Regel global betrieben werden, empfiehlt es sich, die Compliance an der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) als Standard auszurichten. Klären, ob personenbezogene Daten verarbeitet werden Vorab ist zu klären, ob in einem Blockhain-Projekt personenbezogene Daten verarbeitet werden. Nach der EU- DSGVO werden personenbezogene Daten als Informationen definiert, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person beziehen. Eine Person wird als identifizierbar angesehen, wenn es Mittel gibt, die vernünftigerweise geeignet sind, von dem für die Bearbeitung Verantwortlichen oder einer anderen Person zur Identifizierung verwendet zu werden. Auch wenn Informationen über die Blockchain pseudonymisiert werden, ist eine Verbindung zwischen den pseudonymisierten Daten und der betroffenen Person möglich, sobald Blockchain-Transaktionen mit Off-Chain- Daten kombiniert werden. In reinen On-Chain-Transaktionsmodellen wird die Identifizierung schwieriger, aber nicht unmöglich sein. Es gilt, zwei heikle Punkte zu berücksichtigen Heikel ist die Umsetzung des Rechts auf Berichtigung und das Recht auf Vergessenwerden (Art. 16 und 17 DSGVO). In diesem Zusammenhang gibt es zwei Herausforderungen: 1. Es gibt in einer Public Blockchain keinen Verantwortlichen, da die Blockchain dezentral verwaltet wird. Miners können den Inhalt der Blockchain grundsätzlich nicht bestimmen. Es ist daher unklar, gegen wen der Anspruch der Betroffenen gerichtet werden kann. 2. Die Blockchain-Technologie zeichnet sich dadurch aus, dass Einträge zwar hinzugefügt, nicht aber nachträglich abgeändert oder entfernt werden können – zumindest nicht ohne Genehmigung anderer Nodes. Offen ist in diesem Zusammenhang, ob die betroffenen Personen auf eine Berichtigung und Löschung im Voraus rechtsgültig verzichten können. Die EU-DSGVO fordert auch, dass den Grundsätzen des Datenschutzes durch Technik (Privacy by Design) und durch datenschutzfreundliche Voreinstellungen (Privacy by Default) Genüge getan wird und die Bearbeitung der Personendaten auf das für den Verwendungszweck nötige Mindestmass beschränkt wird (Data Minimization). Mögliche technische Massnahmen zur Gewährleistung des Datenschutzes sind sichere Mehrparteienberechnungen, Chamäleon-Hashfunktionen, Verschlüsselungen und Zero- Knowledge-Proofs. Saubere Dokumentation Als Teil der Projektgovernance ist in der Konzeptphase – spätestens aber vor dem Going Life – zu prüfen, ob eine formelle Datenschutz-Folgenabschätzung (Data Protection Impact Assessment gemäss Art. 35 DSGVO) notwendig ist. Wichtig ist in diesem Zusammenhang eine saubere Dokumentation, auch wenn man zu einem negativen Schluss kommt. Auf jeden Fall muss der Verantwortliche die Einhaltung der Datenschutzvorschriften nachweisen können (Accountability). Grafik: Sentavio / Shutterstock.com www.netzwoche.ch © netzmedien ag 16 / 2018

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