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Netzwoche 16/2018

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48 Bild: Antonioguillem / Fotolia.com Informatik wird obligatorisches Fach am Gymnasium Der Bund und die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren machen Informatik zum obligatorischen Schulfach an Gymnasien. Damit setzt der Bund die Forderung des Swico zum Lehrplan 21 um. Das Fach wird dem heutigen Lernbereich Mathematik und Naturwissenschaften zugeordnet. ÜBER SWICO Swico ist der Verband der digitalen Schweiz. Er setzt sich als Unternehmensverband für die Interessen seiner Mitglieder in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ein und bietet ihnen überdies eine breite Palette von Business- Dienstleistungen. Die rund 500 Swico-Mitglieder beschäftigen 56 000 Mitarbeitende und erwirtschaften jährlich einen Umsatz von 40 Milliarden Franken. Weitere Infos: www.swico.ch DIE AUTORIN Sarah Frey Leiterin Kommunikation, Swico Good News: Informatik wird zusammen mit Wirtschaft und Recht in den Katalog der obligatorischen Fächer am Gymnasium aufgenommen. Genauer gesagt wird das Fach dem heutigen Lernbereich Mathematik und Naturwissenschaften zugeordnet und heisst neu «Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften (Biologie, Chemie und Physik)». Der neue Lernbereich soll künftig zwischen 27 und 37 Prozent der gesamten Unterrichtszeit am Gymnasium ausmachen. Zeichen der Zeit erkannt Mit der Revision setzen Bund und Kantone die Forderung des Swico nach einer Stärkung der Informatik-Fähigkeiten der kommenden Generationen um. Swico setzt sich seit Beginn der Diskussionen für die Einführung eines Informatik-Obligatoriums am Gymnasium ein. Die Informatik durchdringt unseren Alltag, Gesellschaft, Wirtschaft und Forschung. Sie spielt für das Verständnis der heutigen und insbesondere der zukünftigen Informationsgesellschaft eine Schlüsselrolle und ist unumgänglich für die Weiterentwicklung in ein digitales Zeitalter. Informatik-Kompetenzen werden heute in allen universitären Studiengängen verlangt und müssen deshalb als Teil der Hochschulreife betrachtet werden. Die neuen Rechtsgrundlagen sind formell seit dem 1. August 2018 in Kraft. Somit haben die Kantone noch vier Jahre Zeit, das Fach Informatik verbindlich als obligatorisches Schulfach umzusetzen. Der Informatik- Unterricht wird damit spätestens ab dem Schuljahr 2022/2023 Pflicht am Gymi. Die Kantone können den neuen Lernbereich jedoch auch früher einführen. 16 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Service Verbandsnachrichten 49 Spezialistenmangel: Der ewige Kampf um Kontingente Ausländische Fachkräfte spielen bei IT-Projekten oft eine Schlüsselrolle. Erhalten sie keine Aufenthaltsbewilligung, gehen auch die Schweizer Projekt-Teams leer aus. Swico setzt sich dafür ein, dass die Unternehmen genügend Arbeitsbewilligungen erhalten und die Wertschöpfung in der Schweiz bleibt. Autorin: Sarah Frey, Swico Der Mangel an hochausgebildeten ICT-Spezialisten bleibt ein Dauerthema: Bis ins Jahr 2022 wird die ICT-Wirtschaft – aufgrund von Pensionierungen, Abwanderung, Wirtschaftswachstum und Strukturwandel – rund 87 000 Fachkräfte rekrutieren müssen. Allein durch die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative werden rund 30 000 Personen fehlen. Diese Lücke bis 2022 ausschliesslich mit Spezialisten aus der Schweiz zu schliessen, ist schlicht unmöglich. Denn eine gute ICT-Ausbildung dauert lange. Ohne ausländische Spezialisten geht es nicht Ausländische Spezialisten sind für ICT-Projekte zentral. Dass es mitunter schwierig werden kann, Fachkräfte von ausserhalb an Bord zu holen, hat die Branche bereits deutlich zu spüren bekommen. 2015 hatte der Bundesrat kurzerhand die Kontingente gekürzt, wohl auch als eine Reaktion auf die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative vom 9. Februar 2014. Die Folgen waren für die Branche mehr als unangenehm: Ganze Projekt- und Entwickler-Teams, die weitgehend aus Schweizern bestehen, konnten nicht mehr arbeiten, weil der entscheidende Fachmann aus dem Ausland keine Arbeitsbewilligung bekam. Besonders wichtig für die ICT-Wirtschaft sind dabei Arbeitskräfte aus dem EU/EFTA-Raum und die Kurzaufenthalter-Kontingente, das heisst die Erlaubnis für einen Aufenthalt von 4 bis zu 12 Monaten. Dieser Zeitraum ist in der Regel die typische Einsatzdauer von Spezialisten bei anspruchsvollen ICT-Projekten. Wenn Konzerne ihre meist sogar firmeninternen Spezialisten für ein Projektteam nicht flexibel ins Land holen können, wird das Projekt einfach im Ausland abgewickelt. Damit verlieren auch die Schweizer Team-Mitglieder den entsprechenden Projektauftrag. Der Schweiz entgeht so eine Menge: Wertschöpfung, Knowhow-Transfer, Reputation und Arbeitsplätze wandern ab. Damit das nicht passiert, braucht es starke Verbände, die die Bedürfnisse der Unternehmen gegenüber Politik und Verwaltung deutlich aufzeigen. Swico hat das Prob- Für 2019 sind die Kontingente insgesamt wieder auf dem Niveau von 2014, das heisst so hoch wie vor der grossen Kürzungsrunde. lem der fehlenden Kontingente früh erkannt und eine angemessene Zahl an Aufenthaltsbewilligungen gefordert. Dabei hat sich Swico sowohl direkt gegenüber dem Bund als auch beim Schweizerischen Arbeitgeberverband beharrlich für eine Erhöhung der Kontingente starkgemacht. 2017 hat der Bundesrat die Forderung des Swico erfüllt. Kontingente für 2019 wieder auf einem guten Niveau Auch diesen Sommer hat sich Swico wieder dafür eingesetzt, dass die Schweizer ICT-Wirtschaft für 2019 ihre dringend benötigten Fachkräfte rekrutieren kann. Der Bundesrat hat an der Sitzung vom 28. September 2018 die entsprechende Teilrevision der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE) verabschiedet. Die Ergebnisse sind mehrheitlich erfreulich: 2019 kann die Schweizer Wirtschaft wieder 8500 Spezialistinnen und Spezialisten aus Drittstaaten rekrutieren, davon 4500 mit Aufenthaltsbewilligungen B (+1000) und 4000 mit Kurzaufenthaltsbewilligungen L (-500). Die 1000 zusätzlichen Aufenthalterkontingente (B) gehen in die Bundesreserve. Der Bund will damit flexibel auf den zusätzlichen Bedarf der Kantone reagieren können. Auch die Kontingente für EU/EFTA mit einer Einsatzdauer von über 90 respektive 120 Tagen pro Jahr sind wieder auf einem guten Stand. Im Jahr 2019 werden analog zu letztem Jahr 3000 Bewilligungen für Kurzaufenthalter (L) und 500 für Aufenthalter (B) aus dem EU/ EFTA-Raum zur Verfügung stehen. Die Bewilligungen werden weiterhin quartalsweise vergeben. Obwohl die ICT-Branche durchaus noch mehr Bewilligungen für Kurzzeiteinsätze gebrauchen könnte, insbesondere aus dem EU/EFTA-Raum, ist Swico mit dem Entscheid des Bundesrates im Grossen und Ganzen zufrieden. Für 2019 sind die Kontingente insgesamt wieder auf dem Niveau von 2014, das heisst so hoch wie vor der grossen Kürzungsrunde. Das Fachkräfteproblem an sich ist damit zwar nicht gelöst. Aber es ist immerhin ein Zeichen, dass sich die Unternehmen durch Swico Gehör verschaffen konnten. Besonders wichtig für die ICT-Wirtschaft sind Kurz aufenthalter-Kontingente, das heisst die Erlaubnis für einen Aufenthalt von 4 bis zu 12 Monaten. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 16 / 2018

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