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Netzwoche 16/2019

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44 Technology Aktuell

44 Technology Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Cyberkriminelle bestehlen Digitec- Galaxus-Kunden cka. Der Schweizer Onlinehändler Digitec Galaxus ist das Ziel eines grossangelegten Cyberangriffs geworden, wie «SRF» berichtet. Mehrere 100 000 Konten waren betroffen – bei 40 waren die Angreifer erfolgreich. Die Angreifer nutzten vermutlich eine im Darknet gekaufte Liste mit Zugangsdaten. Derartige Listen kommen zustande, wenn Unternehmen selbst gehackt werden, oder wenn die Kunden von Unternehmen auf Phishing-E-Mails hereinfallen. Die betroffenen Passwörter hat der Onlinehändler bereits zurückgesetzt. Künstliche Intelligenz verbessert Bildgebung mbr. Wissenschaftler der ETH Zürich und der Universität Zürich haben Methoden des maschinellen Lernens eingesetzt, um die optoakustische Bildgebung zu verbessern, wie es auf «ETH News» heisst. Mit diesem relativ jungen Verfahren der medizinischen Bildgebung können zum Beispiel Blutgefässe im Körperinnern sichtbar gemacht, die Gehirnaktivität untersucht oder Brustkrebs und Hautkrankheiten diagnostiziert werden. Anzeige Hintertür in neuen Huawei-Handys entdeckt mbr. Huawei hat sich eine – bis vor Kurzem nicht bekannte – Hintertür offen gehalten, um im Bedarfsfall zentrale Android-Sicherheitssperren aushebeln zu können, wie «Watson» schreibt. Betroffen sind die beiden neuen Smartphone-Topmodelle von Huawei, das Mate 30 und das Mate 30 Pro. Was hat es mit der LZPlay-App auf sich? Wie Sicherheitsforscher John Wu herausfand, nutzt die App «LZPlay» geheime Huawei-Schnittstellen, die die Installation von Dritt-Anwendungen mit Systemrechten erlauben. Wegen des von den USA verhängten Handelsbanns müssen die neuen Huawei-Smartphones ohne Google-Services und Google-Apps ausgeliefert werden. So sei es dazu gekommen, dass sich Programmierer ans Werk gemacht hätten, eine technische Lösung zu finden. Wie «Der Standard» zusammenfasst: «Mithilfe einer externen Mehr Cyberkriminalität in der Schweiz cka. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren ist die Kriminalitätsrate in der Schweiz um etwa ein Drittel gesunken. Seit dem Rekordjahr 2012 nahm die Anzahl Opfer von Straftaten um 100 000 ab. Dies geht aus einer Studie der ZHAW hervor. Cyberkriminalität jedoch schwimmt gegen den Strom. Insbesondere Betrugsdelikte wie die unbefugte Datenbeschaffung, das unbefugte Eindringen in Datensysteme oder der betrügerische Missbrauch einer EDV- Anlage nehmen zu. Cyberkriminalität bevorzugt Italienisch und Französisch Zwischen 2014 und 2018 nahmen die Fälle von unbefugter Datenbeschaffung um knapp zwei Drittel zu, der Missbrauch von EDV-Anlagen um 27 Prozent. Das unbefugte Eindringen in Datensysteme nimmt laut der Studie seit 2009 kontinuierlich zu – und zwar um insgesamt 325,8 Prozent. Ferner gaben 7,7 Prozent der Befragten an, in den vergangenen 12 Monaten Opfer von Cyber-Bullying geworden zu sein. Bei der sexuellen Onlinebelästigung waren es 7 Prozent. Cybercrime kommt in der italienischsprachigen Schweiz am häufigsten vor. In der Region berichten 15,6 Prozent der Befragten von derartigen Delikten. In der französischsprachigen Schweiz sind es 14 Prozent und in der Deutschschweiz 10,3 Prozent. Schweizer wollen härtere Strafen Obwohl die Kriminalität insgesamt sank, empfinden dies die Befragten anders. Lediglich 14,8 gaben an, dass sie den App namens LZPlay liessen sich alle Dienste und Anwendungen von Google nachinstallieren.» Google reagiert Diese Nachinstallation von Google-Diensten auf dem Mate 30 und dem Mate 30 Pro ist allerdings ab sofort nicht mehr möglich, wie es auf «Watson» weiter heisst. Wenige Stunden nachdem John Wus Enthüllungen im Internet die Runde gemacht hatten, wurde die Notbremse gezogen. Ob von Huawei, ist nicht bestätigt. Jedenfalls ist die Website, über die man die LZPlay-App beziehen konnte, nicht mehr erreichbar. Zudem besteht mittlerweile laut Google das Mate 30 den offiziellen Safetynet-Test für 6 K 5 K 4 K 3 K 2 K 1 K Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Eindruck hätten, dass die Straftaten seltener geworden seien. Die deutliche Mehrheit der Bevölkerung schätzt diese Entwicklung also falsch ein, wie es in der Studie heisst. Beim Cybercrime Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Android nicht mehr, womit auch viele Bank-Apps oder auch Google Pay auf dem Gerät nicht mehr laufen. REGISTRIERTER STRAFTATEN IN DER SCHWEIZ SEIT 2009 Unbef. Datenbeschaff. Unbef. Eindringen Betrüg. Missbrauch EDV 0 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik, Bundesamt für Statistik via ZHAW gehen 95,3 Prozent der Umfrageteilnehmer davon aus, dass diese Straftaten zunehmen. 16 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Research 45 Die Providerwahl in einer hybriden Welt wird komplexer Die Multi-Cloud, eingebunden in eine hybride ICT-Welt, wird in den kommenden Jahren weiter zulegen. Die Infrastrukturen des ICT-Betriebes werden sich grundlegend verändern. Vom reinen Eigenbetrieb der ICT wird quasi nur noch ein «Gästezimmer» übrigbleiben. Hybride Umgebungen dominieren heute den ICT-Betrieb in vielen Unternehmen. Wir gehen aktuell davon aus, dass 2019 nur noch rund jedes dritte Unternehmen auf einen reinen Eigenbetrieb der ICT setzt. Und 45 Prozent der im Rahmen unserer Cloud-Studie befragten Unternehmen beziehen heute bereits Services von zwei oder mehr Cloud- Providern. Das Management dieser gemischten, komplexen Umgebungen stellt hohe Anforderungen an die Verantwortlichen. Die vorrangigen Herausforderungen, die sich bei gemischten Infrastrukturen stellen, sind aus Sicht der Befragten eine einwandfreie Interoperabilität zwischen Cloud und On Premise, der Datenschutz, die Compliance und die ICT-Sicherheit – der Grundpfeiler für einen reibungslosen Betrieb. Die Skepsis schwindet Betrachtet man die Resultate unser ersten Cloud-Studien vor einigen Jahren, ist festzustellen, dass es damals in vielen Unternehmen noch manche Berührungsängste gab und oftmals emotionale Hürden beim Einsatz von Cloud-Services zu überwinden waren. Viele davon sind in den letzten Jahren entweder verschwunden oder heute weniger bedeutsam und einer durch Erfahrung gewachsenen pragmatischen Herangehens- und Sichtweise gewichen. Wie eingangs erwähnt, arbeiten heute 45 Prozent der Unternehmen mit mindestens zwei Providern im Cloud- Bereich zusammen. Mit Blick auf die unterschiedlichen Cloud-Delivery-Modelle wird sich zumindest aus heutiger Sicht keines mit klarem Vorsprung durchsetzen. Jeweils knapp die Hälfte der Unternehmen plant, in den kommenden zwei bis drei Jahren globale Public-Cloud- Services oder Cloud-Services aus der Schweiz (jeweils gemeinsam betrieben mit der eigenen Infrastruktur) einzusetzen. Jedes dritte plant, in den kommenden Jahren auf beide Modelle in einer entsprechend gemischten Umgebung zu setzen. Mit der zunehmenden Anzahl an Providern geht auch eine Den Artikel finden Sie auch online www.netzwoche.ch steigende Erwartungshaltung an die Dienstleister einher. Ein ansprechendes Cloud-Angebot, das sich nur auf die Bereitstellung entsprechender Server-, Storage- und Anwendungsdienste beschränkt, erfüllt die Erwartungen vieler Unternehmen längst nicht mehr. Der Businessanwender fordert mehr. Die Wahl eines Providers als Teil einer Mixed-Umgebung wird komplexer. Entscheidungskriterien und Auswahlprozesse, zugeschnitten auf einen einzelnen Anbieter, reichen nicht mehr. Heute werden nicht nur Basis-Services, sondern auch gut ausgebaute Entwicklungsplattformen, weitreichende Security- und Managed Services sowie fertige Lösungen vom Provider gefordert. Mit Standards, Zertifikaten und nachvollziehbaren Audits schafft der zur Auswahl stehende Dienstleister Vertrauen und die Basis für eine erfolgreiche Partnerschaft mit dem Anwender. HERAUSFORDERUNGEN EINER HYBRIDEN ICT Wenn Sie eine hybride ICT (On Premise und eine oder mehrere externe Clouds) betreiben, welches sind Ihre grössten Herausforderungen? Mehrfachantworten möglich Datenschutz und Sicherheit Komplexität der Umgebung Organisatorische Fragen Qualifikation der Mitarbeiter Compliance Management einer Multiprovider-Umgebung Interoperabilität 21,7 % 28,3 % 31,7 % 38,3 % 45,0 % 51,7 % 65,0 % Quelle: MSM Research AG DER AUTOR Philipp A. Ziegler Geschäftsführer, MSM Research AG www.netzwoche.ch © netzmedien ag 16 / 2019

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