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Netzwoche 17/2016

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22 Business

22 Business Titelgeschichte « Auf dem Mobilfunk-Markt braucht es mehr Wettbewerb » Alljährlich veröffentlicht das Magazin «Bilanz» in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen Ocha ein Ranking der Schweizer Telekommunikationsanbieter. Jörg Halter, Managing Partner bei Ocha, gibt im Interview Einblick in die Entwicklungen im Telkomarkt. Vor allem beim Mobilfunk fehlt ihm der Wettbewerb. Interview: Christoph Grau Ist das Telko-Ranking des Magazins «Bilanz» das geeignete Werkzeug, um den passenden Telekommunikationsanbieter auszuwählen? Jörg Halter: Nein, dies kann das Ranking nicht leisten. Es kann nur eine Orientierungshilfe sein, wenn sich ein Unternehmen vorrangig schon Gedanken über seine Bedürfnisse gemacht hat. Dies wird zurzeit aber kaum getan, da eine solche Bedarfsabklärung in den Augen vieler Unternehmensentscheider mit zu viel Aufwand verbunden ist. « Für das KMU-Umfeld gibt es eigentlich noch keine schönen Angebote. » Jörg Halter, Managing Partner, Ocha Welche Aspekte sind bei der Bedürfnisanalyse wichtig? Die zentrale Frage ist meiner Ansicht nach: Wie gross bin ich? Ein Architekturbüro mit etwa 40 Mitarbeitern hat andere Ansprüche an die Telko-Infrastruktur als ein Bäckerbetrieb mit drei Angestellten. Aufgrund der Grösse ergibt sich die Frage, wie gut die andere Seite sein muss. Brauche ich etwa einen 24/7-Support und eine Back-up-Lösung, oder kann ich auch mit einer Ausfallzeit von ein paar Stunden leben? Ein zentrales Element bei der Entscheidungsfindung sollte sein, wieweit ein lokaler Support durch den Anbieter wichtig ist. Obwohl die grossen Anbieter in der Schweiz ganz gut vertreten sind, haben hier oft kleinere lokale Anbieter Vorteile. Im Ranking sind diese Anbieter aber nicht vertreten, da sie zu wenige Stimmen erhielten. Vor allem kleine KMUs sollten auch kleine lokale Anbieter berücksichtigen. Durch die lokale Vernetzung und die kurzen Wege könnten sie unter Umständen sogar den passenderen Service bieten als die Branchengrössen. Wie sieht es mit massgeschneiderten Angeboten für KMUs aus? Für das KMU-Umfeld gibt es eigentlich noch keine schönen Angebote. Im Gegensatz zum Konsumentenumfeld haben sich die Anbieter nicht auf die Bedürfnisse von kleinen Kunden eingestellt. Meiner Ansicht nach wären drei Pakete mit den Schwerpunkten Sicherheit, Mobilität und Internet notwendig. Vor allem bei der mobilen Integration der Angebote gibt es noch erhebliche Mängel. Kein Anbieter wird den Bedürfnissen der KMUs gerecht. Ich wundere mich schon seit vielen Jahren, dass die grossen Anbieter hier noch nicht viel mehr gemacht haben. Es ist zwar ein schwieriges Umfeld, aber die Mehrzahl der Unternehmen könnte mit einem solchen Angebot erreicht werden. Im Mobilfunkmarkt gibt es eigentlich nur drei Anbieter, Swisscom, Sunrise und Salt. Welche Auswirkungen hat dies auf den Markt? Für mich ist die mangelnde Auswahl an Mobilfunkanbietern ein grosses Problem. Seit 18 Jahren gibt es im Businessumfeld nur diese drei Anbieter, im Gegensatz etwa zum Konsumentenbereich. Dies führt dazu, dass von den grossen Anbietern keiner ein Interesse hat, ein gutes Angebot für KMUs zu machen. Die Ursache für den Stillstand sehe ich in einem falschen Regelwerk des Gesetzgebers. Das europäische Ausland löst es besser. Können Sie dies näher erklären? Wie es gehen könnte, kann man im Telefoniebereich sehen. Mit guten Ideen konnten sich etwa Anbieter wie E-Fon oder Sipcall im Markt positionieren. Sie hatten eine gute Geschäftsidee und ein Angebot, das den Ansprüchen der Unternehmenskunden entsprach. Für diese Dienste konnten sie für ein moderates Entgelt auf die Netze der grossen Anbieter zurückgreifen. Dies ist gesetzlich so geregelt. Im Mobilfunkbereich wird dies jedoch durch die drei Telkos verhindert. Die Preise für den Zugang zu den Antennen werden von Swisscom, Sunrise und Salt so hoch angesetzt, dass ein Wettbewerb unterbunden wird. In ähnlichen Situationen könnte ein Unternehmen im Ausland klagen, hierzulande ist dies durch die Regeln jedoch nicht möglich. Meiner Meinung nach wurde hier die Deregulierung mangelhaft umgesetzt und es müsste nachjustiert werden. Gerade da der Mobilfunk für Unternehmen immer wichtiger wird, braucht es mehr Wettbewerb im Markt. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode NW171631 17 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Advertorial Dynamik und Flexibilität für das Netzwerk Auf offenen Standards basierende Netzwerkbetriebssysteme und Open Network Switches bieten gegenüber der traditionellen, proprietären Netzwerkinfrastruktur erhebliche Vorteile bezüglich Flexibilität, Kosten und des benötigten Know-hows. Punkto Serverinfrastruktur hat die IT in den letzten Jahrzehnten eine rasante Entwicklung durchgemacht. Die Mainframes und herstellerspezifischen Unix-Systeme der 1970er- und 1980er-Jahre wurden zunehmend durch Industriestandard- Server mit Windows oder Linux abgelöst, später dann durch virtualisierte Umgebungen und cloudbasierte Architekturen. Beim Netzwerk setzen viele Unternehmen hingegen bis heute auf proprietäre Systeme. Switches und Netzwerkbetriebssystem stammen vom gleichen Hersteller, sind teuer und kaum interoperabel mit den Produkten anderer Anbieter. Einmal gewählt, bleibt man an den Hersteller gebunden. Von diesem Vendor- Lock-in profitieren die bekannten Grössen der Netzwerkbranche, während ihre Kunden mit unverändert hohen Preisen konfrontiert bleiben. Konfiguration und Administration der proprietären Infrastruktur erfordern zudem viel spezifisches Know-how – das Unternehmen benötigt Netzwerkspezialisten, die in kostspieligen Herstellerschulungen ausgebildet und regelmässig auf den neuesten Stand gebracht werden müssen. WEITERE INFORMATIONEN www.boll.ch/de/ edgecore/ open-networking.html Offen statt proprietär Die Alternative heisst Open Networking: Ein offenes, auf Netzwerk-Switching optimiertes Betriebssystem wird auf kostengünstigen Standard-Switches installiert – man spricht auch von «White Box»- oder «COTS»-Switches (Commercial-offthe-Shelf). Das Network-OS basiert typischerweise auf Linux – eine äusserst gut kontrollierte und sehr sichere Umgebung – und kann mit bewährten Tools wie Puppet, Chef oder Ansibel automatisiert werden. So lässt sich eine einheitliche Softwareumgebung betreiben, ohne sich an einen bestimmten Switch-Hersteller zu binden. Und das Linux-Knowhow der Systemadministratoren kann auch fürs Networking genutzt werden. Teure Schulungen entfallen. Die offene Switch-Hardware ist den Produkten der namhaften Netzwerkanbieter qualitativ ebenbürtig, ja sogar damit identisch: Die Branchengrössen produzieren die Hardware längst nicht mehr selbst, sondern kaufen bei OEM-Herstellern ein. So laufen etwa die Open-Network-Switches von Edge-Core heute vom gleichen Fliessband, das gestern noch einen proprietären Hersteller bediente. Der einzige Unterschied: Die offenen Switches kosten massiv weniger. Neben Edge-Core, dessen Produkte sich bereits in vielen Unternehmen bewährt haben, bieten auch andere Hersteller offene Switches an. Der Kunde hat die freie Wahl und kann seine Wunsch-Hardware mit dem Netzwerkbetriebssystem seines Vertrauens kombinieren. Freie Betriebssystemwahl Auf den offenen Switches können verschiedene Betriebssysteme mit unterschiedlicher Ausrichtung installiert werden. Bewährt haben sich etwa die OS von Cumulus Networks und IP Infusion. Die optimierte Linux-Distribution Cumulus unterstützt Layer-2-, Layer-3- und Overlay-Architekturen und ist mit bestehenden Linux-Kenntnissen einfach zu administrieren. IP Infusion bietet zwei Hauptprodukte an: OcNOS ist vom Aufbau her an konventionelle Netzwerkbetriebssysteme angelehnt und wird vom Hersteller als erstes offenes Netzwerkbetriebssystem für gross angelegte Netzwerke in Enterprise- Umgebungen und bei Telekommunikationsanbietern positioniert. Die skalierbare Softwareplattform VirNOS unterstützt Software Defined Networking (SDN) und Network Function Virtualization (NFV) und ermöglicht zusammen mit offener Netzwerkhardware die kostengünstige Implementation und Verwaltung umfangreicher Netzwerkdienste für moderne virtualisierte und cloudbasierte Infrastrukturen. Open Networking geniesst im akademischen Umfeld grosse Beliebtheit. So nutzt etwa SWITCH die Cumulus-Plattform für seine Private-Cloud-Infrastruktur. Aber auch Hosting-Provider wie SenseLAN setzen Cumulus- und Edgecore-Lösungen ein. Und bei grossen Anbietern von Webdiensten wie Facebook & Co. kommen offene Switches und Netzwerkbetriebssysteme auf breiter Basis zum Zug. Open Networking: die Highlights ·· Kein Vendor-Lock-in ·· Kostengünstige Hardware, identisch mit Produkten bekannter Hersteller ·· Betriebssystem und Hardware frei austauschbar ·· Bequeme Lernkurve und Investitionsschutz: Linux-Know-how und -Tools können auch fürs Netzwerk bzw. für das Management und die Konfiguration der Switches genutzt werden ·· Hohe Innovationskraft durch Open-Source-Entwicklungsmodell ·· Zukunftssicher: cloudfähige Infrastruktur statt IT-Silos BOLL Engineering AG Jurastrasse 58 5430 Wettingen Tel. 056 437 60 60 info@boll.ch www.boll.ch

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