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Netzwoche 17/2016

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28 People Live sion

28 People Live sion über finanzielle Fragen. Zudem liefern wir dem Controlling die verursachergerechten Umlageschlüssel für die Kostenverteilung. Digitalisierung kann uns helfen, eine Zunahme der Personalkosten trotz unserer Ausbaupläne – unter anderem bauen wir ein neues Bettenhaus – im Griff zu behalten. Aufwand und Ertrag müssen aber bei jedem Digitalisierungsprojekt kritisch beurteilt werden. Aus meiner Sicht können wir jedoch gar nicht anders, als mithilfe der Digitalisierung Geschäftsprozesse zu optimieren, um dem Kostendruck auch in Zukunft Stand halten zu können. Wie stehen Sie als Spital-CIO dem Thema Outsourcing gegenüber? Was sourcen Sie aus, und was betreiben Sie selbst? Unser IT-Team betreibt rund 160 verschiedene technische System- und Applikationsservices. Mit einem Personalbestand von zehn Personen ist es schlicht unmöglich, alles selbst zu machen. Wir arbeiten sehr eng mit unseren Lieferanten zusammen und sehen diese als Partner. Uns ist die direkte Kommunikation mit den Anwendern via Servicedesk und die Bearbeitung der Anfragen im First-Level- Support sehr wichtig. Zudem stellen wir den Basisbetrieb aller Netzwerk-, Storage-, Virtualisierungs- und sonstigen Server-Systeme sicher. Auch den kompletten Client-Bereich betreuen wir intern. Für hochspezialisierte Arbeiten an den genannten Systemen erteilen wir externe Aufträge. Im Applikationsbereich ist es ähnlich. Auch hier betreiben wir die Applikationen, aber der Second- und Third-Level- Support erfolgt durch die Lieferanten. Die Verantwortung für alle IT-Systeme liegt aber immer bei uns intern. Deshalb legen wir grossen Wert auf IT-Service-Management- Prozesse wie Change- und Release-Management sowie auf das Projektmanagement. Wie sieht es mit der Umsetzung des elektronischen Patientendossiers aus? Ist Ihr Spital schon bereit? Wo gibt es noch Baustellen und Hürden? Beim Thema elektronisches Patientendossier ist es für mich immer wichtig, zuerst den Kontext zu klären. Unser internes elektronisches Patientendossier besteht aus Daten in den Primärsystemen, wie etwa dem KIS, und dem Inhalt des medizinischen Archivs. In beiden Bereichen sind wir sehr weit, und nur noch einige wenige Systeme und Organisationseinheiten sollen beziehungsweise können integriert werden. Anders sieht es bei der Umsetzung des elektronischen Patientendossiers gemäss den gesetzlichen Vorgaben (EPDG) aus. Hier sind wir im Kanton Bern erst in der Findungsphase, die in Form des Projekts «Be- Health» unterstützt wird. Als Mitglied des Steuerungsausschusses habe ich hier die Möglichkeit, unsere Sichtweise und Anforderungen direkt einzubringen. Persönlich habe ich bei der Frage, wer oder was beim elek tronischen Patientendossier im Mittelpunkt steht, meine Probleme. In viele Vorträgen und Publikationen steht der Patient beziehungsweise die Patientin im Mittelpunkt. Aus medizinischer Sicht steht dies natürlich ausser Frage. Anders sieht dies jedoch aus der IT- beziehungsweise Informationsperspektive aus. Von den über 20 bekannten E-Health-Anwendungsfällen sind die Patienten in zirka 5 direkt involviert. Für den Patienten entsteht dabei sicherlich ein gewisser Nutzen. Für die Spitäler hingegen entstehen in erster Linie Aufwand und damit Kosten. Denken wir zurück an den Kostendruck. Als Folge werden wir uns prioritär den Anwendungsfällen zuwenden, bei denen der Nutzen für uns am grössten ist. Dies ist insbesondere bei der B2B-Kommunikation zwischen den Zuweisern und uns der Fall. « Die Zeiten der unbegrenzten IT-Budgets sind vorbei. » Stefan Beyeler, CIO, Regionalspital Emmental; Präsident, VGIch Welches sind die wichtigsten E-Health-Trends? Aus Sicht unseres Unternehmens sind wichtige Themen Vernetzung, Transparenz und Mobile Health. Sie sind seit November 2015 Präsident der VGIch. Wie ist es Ihnen ergangen? Ich konnte mich unterdessen sehr gut in mein neues Amt einarbeiten. Die Zusammenarbeit mit Vorstand und Geschäftsstelle ist ausgezeichnet und die Anzahl der Mitglieder steigt kontinuierlich. Mit der anstehenden Überarbeitung unserer Strategie wollen wir uns zudem wieder neu auf die künftigen Herausforderungen ausrichten. Welches sind die dringendsten Herausforderungen in der IT im Gesundheitswesen aus Ihrer Sicht als Präsident der VGIch? Und aus Ihrer Sicht als CIO? Bei den Herausforderungen für die IT vergisst man hin und wieder, dass es nicht nur Megatrends und E-Health gibt. Der Betrieb der vorhandenen Infrastrukturen und Applikationen ist eine Kernaufgabe und stellt – auch wegen der zunehmenden Komplexität – grosse Anforderungen an alle Beteiligten. Vielen IT-Organisationen in den Spitälern weht derzeit ein eisiger Wind entgegen. Die Zeiten von grossen oder teilweise fast unbeschränkten IT- Budgets sind vorbei. Gleichzeitig wird die rasche und professionelle Umsetzung der Businessanforderungen in Form von Projekten gefordert. Aus meiner Sicht – und dies sowohl als Präsident der VGIch sowie als CIO – müssen IT-Organisationen den Service-Gedanken aufnehmen, Strukturen schaffen, etwa einen Servicekatalog und ein Projektportfolio sowie IT-Service-Management- und Projektprozesse einführen, und Verantwortlichkeiten – auch zwischen IT und Business – klären. Dabei ist es nicht mit dem Kauf eines ITSM-Tools getan. Der organisationale Change und damit auch der Einbezug des IT-Personals ist die eigentliche Herausforderung. i PERSÖNLICH Stefan Beyeler ist seit 20 Jahren in der IT tätig und seit Januar 2013 CIO des Regionalspitals Emmental. Zudem ist er Präsident der Vereinigung Gesundheitsinformatik Schweiz VGIch. Beyeler absolvierte ursprünglich eine Berufslehre als Elektroniker mit Spezialisierung auf Digitaltechnik. Er studierte ausserdem Musik (Klarinette) und hält das Lehrdiplom sowie einen höheren Studienausweis des Konservatoriums in Bern. Beyeler hat zudem einen NDS in Unternehmensführung der PHW Bern und einen eMBA der Berner Fachhochschule. Zu seinen Hobbys zählt er Aikido (1. Dan). Beyeler ist verheiratet und hat einen Sohn. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode NW171602 17 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

29 Bild: iStock Best of Swiss Apps sucht die beste App der Schweiz mur. Best of Swiss Apps hat dieses Jahr einen Rekord aufgestellt: 219 Einreichungen werden um den Sieg kämpfen. Letztes Jahr waren es 203 – gegenüber den 103 von 2014 war das fast eine Verdoppelung. Die Veranstalter akzeptierten Apps, die in den letzten zwölf Monaten neu erstellt wurden. Jede App wurde auf Bits und Bytes geprüft. Die Jury fand sich dafür in den Räumlichkeiten von Digicomp in Zürich ein. Sie stand vor der schwierigen Aufgabe, eine Vorselektion zu treffen. Die Favoriten landeten schliesslich auf der Shortlist. Unternehmen und Entwickler, die es auf diese Liste schaffen, haben die erste Hürde überwunden. Sie haben die Chance, die Konkurrenz hinter sich zu lassen und als alleiniger Sieger aus dem Wettbewerb hervorzugehen. Die Apps wiesen dieses Jahr laut der Jury im Schnitt eine hohe Qualität aus. Auch im internationalen Vergleich können sie mithalten. Bei vielen der App-Cases sei die «digitale Transformation» angekommen. Apps würden inzwischen zudem in allen Branchen eine sehr wichtige Rolle spielen. Der Sieger wird am 16. November gekürt. An der grossen Preisverleihung, die im Aura in Zürich stattfindet. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 17 / 2016

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