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Netzwoche 17/2017

16 DOSSIER KOMPAKT SAP

16 DOSSIER KOMPAKT SAP S/4 Hana In Kooperation mit SNP Der SAP Solution Manager als wichtiger Baustein einer SAP-S/4-Hana-Strategie Der Umstieg auf SAP S/4 Hana ist für Unternehmen ein intensiver und anspruchsvoller Weg. Ein zentrales Tool ist dabei der SAP Solution Manager, Version 7.2. Er kann deutlich mehr, als nur SAP Patches laden und die Systemverbindungen zum SAP Support herstellen. DER AUTOR Carl Christoph Winter Managing Director, SNP Business Landscape Management Der Wechsel zu SAP S/4 Hana ist kein einfaches System-Update. Auf Unternehmen kommen Änderungen bei Technologie, Geschäftsprozessen und den dazugehörigen Benutzeroberflächen zu. Die IT-Abteilungen von Unternehmen stehen zusätzlich vor einem grundlegenden Wandel, da sich mit SAP S/4 Hana Betriebsmodelle und IT-Prozesse ändern. Für einen erfolgreichen SAP-S/4-Hana- Go-Live ist daher eine sorgfältige Vorbereitung der IT nötig, um die eigene Roadmap zu entwickeln und das Vorhaben erfolgreich abzuschliessen. Ein zentrales Werkzeug für die Vorbereitungen der IT-Landschaft und der IT-Prozesse ist der SAP Solution Manager in der Version 7.2. In vielen IT-Abteilungen wird der SAP Solution Manager nach wie vor als lästiges Zusatzsystem wahrgenommen, das man nur nutzt, um SAP Patches zu laden und die Systemverbindungen zum SAP-Support zu öffnen. Das neue Release SAP Solution Manager 7.2, das seit Mitte 2016 verfügbar ist, ist inhaltlich jedoch eng an SAP S/4 Hana gekoppelt. SAP stellt ihn für den Umstieg auf SAP S/4 Hana bereit. Daher sollten Kunden, die den SAP Solution Manager bisher nur sehr eingeschränkt nutzen, eine Neubewertung des SAP Solution Managers vornehmen. Neue zentrale Funktionen, viele davon speziell für den Umstieg auf S/4 Hana entwickelt oder optimiert, sind Bestandteil der Roadmap für den Solution Manager. Identifikation und Reduktion von Eigenentwicklungen und Add-Ons Der SAP Solution Manager zeichnet mit dem Usage Procedure Logging (UPL) den Nutzungsgrad von ABAP-Code, Programmen, Prozeduren, Funktionsbausteinen und Methode auf. Im Idealfall geschieht die Aktivierung 15 Monate vor der Umstellung auf SAP S/4 Hana, meist ist aber auch ein kürzerer Zeitraum ausreichend. Das SAP Solution Manager Custom Code Lifecycle Management (CCLM) ermittelt, welche Objekte nicht verwendet, doppelt Bild: Nenov / iStock.com vorhanden, in keinem Produktivsystem aktiv oder veraltet sind und schlägt sie zur Stilllegung vor. Dadurch wird klar, von welchem ungenutzten Programmcode man sich trennen kann. Zusätzlich kann man mit CCLM überprüfen, welche selbst erstellten Funktionen inzwischen im SAP-Standard verfügbar sind und durch diesen ersetzt werden können. Sizing der zukünftigen SAP-Landschaft Mit dem Data Volume Management (DVM) erhält man Informationen über Datenmengen und deren Verteilung, um Datenreduktionspotenziale identifizieren zu können. Mit einem Planungsvorlauf von mindestens sechs Monaten vor dem geplanten SAP-S/4-Hana-Go-Live beziehungsweise dem Kauf der neuen Hardware sollte man den Plattenbedarf analysieren. Im Anschluss ist eine Entscheidung zu treffen, was archiviert werden soll und wo man mit Housekeeping Massnahmen optimieren kann. Ziel muss eine signifikante Reduktion der Daten, etwa durch Harmonisierung und Konsolidierung sein. Nutzung der im SAP Solution Manager mitgelieferten Best Practices für die SAP-S/4-Hana-Projektplanung Im SAP Solution Manager sind Roadmaps für SAP-S/4-Hana-Neueinführungen, Systemkonvertierungen und Landschaftstransformationen hinterlegt. Diese erleichtern die IT-Projektplanung. Auch das S/4-Hana-Programmmanagement für voneinander abhängige Projekte in Regionen oder für unterschiedliche Systeme wird unterstützt. Mit der SAP-Activate-Methodik – von SAP mitgelieferten Vorgehensmodellen und Best Practices zur SAP-S/4-Hana-Einführung – kann man seine eigene Planung verifizieren, dabei lässt sich diese Methodik auf die eigene Organisation anpassen. Eine langfristige Planung ist wichtige Voraussetzung SAP S/4 Hana wird die Prozesse und die Zusammenarbeit der Menschen in den Unternehmen an vielen Stellen entscheidend verändern. Eine langfristige Planung ist eine wichtige Voraussetzung, damit diese Veränderungen erfolgreich umgesetzt werden können. Die Anpassung der IT-Strategie muss als erster wichtiger Schritt für die SAP-S/4-Hana-Umstellung erfolgen. Für IT-Organisationen dürfte der SAP Solution Manager in diesem Zusammenhang zu einem wesentlichen Werkzeug und Steuerungsinstrument für SAP- Projekte und den SAP-Betrieb werden. 17 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

In Kooperation mit SNP SAP S/4 Hana DOSSIER KOMPAKT17 «Der SAP Solution Manager ist unter Wert verkauft worden» Für viele Firmen steht der Umstieg auf SAP S/4 Hana auf der Agenda. Im Interview erklärt Jens Engehausen, Managing Director SNP Schweiz, warum der Umstieg nicht einfach nur ein Update ist und die Strategie parallel zur Umstellung angepasst werden sollte. Interview: Christoph Grau Warum ist der Wechsel auf SAP S/4 Hana kein einfaches System-Update? Jens Engehausen: Bei SAP S/4 Hana handelt es sich um eine neue technologische Architektur auf Basis von SAP Hana. In den einzelnen Modulen werden nicht nur neue Funktionalitäten umgesetzt, die teilweise Eigenentwicklungen aus der Vergangenheit obsolet machen, sondern auch Tabellenstrukturen vereinfacht. Durch die In-Memory-Technologie stehen dem Business weitere Möglichkeiten zur Verfügung, die neue Geschäftsmodelle erst realisierbar machen. Somit ist der Umstieg auf das neue Produkt für SAP-Kunden mehr als nur ein Release-Wechsel. Der Umstieg bedarf intensiver Überlegungen und beansprucht entsprechend Zeit. Insbesondere ist mehr als in der Vergangenheit eine enge Zusammenarbeit zwischen der IT und den Geschäftsbereichen vonnöten. « Unserer Überzeugung nach sollten Firmen den Umstieg auf SAP S/4 Hana nicht als reines IT- Projekt planen und durchführen. » Jens Engehausen, Managing Director SNP Schweiz Der SAP Solution Manager kann Unternehmen bei der Migration unterstützen. Ist das bei Unternehmen bekannt? Der SAP Solution Manager ist in der Vergangenheit unter Wert verkauft worden. Mit dem Solution Manager 7.2 ist die Integration von IT- und Geschäftsprozessen Wirklichkeit geworden. Add-ons von Drittanbietern, die in der Vergangenheit eingesetzt wurden, sollten daher überprüft und der Einsatz der Standardfunktionalitäten im Solution Manager überdacht werden. Worin liegt dieses Missverständnis Ihrer Meinung nach? Meines Erachtens liegt es in der traditionell strikten Trennung der Bereiche IT und Business und der daraus resultierenden unterschiedlichen Zielsetzungen beider Bereiche. Zudem muss die Ausrichtung und Funktionalität des Solution Manager 7.2 im S/4- Hana- Umfeld von den Unternehmen neu bewertet werden, um einen möglichst hohen Nutzen beim Einsatz zu erzielen. Jens Engehausen, Managing Director, SNP Schweiz. Mit der Migration auf SAP S/4 Hana soll auch die IT-Strategie angepasst werden. Wie? Unserer Überzeugung nach sollten Firmen den Umstieg nicht als reines IT-Projekt planen und durchführen. Durch die neue Produktgeneration von SAP eröffnen sich Möglichkeiten, bestehende Geschäftsprozesse weiterzuentwickeln, neue Geschäftsmodelle zu realisieren und das Unternehmen auf die neuen Anforderungen des Marktes auszurichten. Damit dies gelingt, sind auch jene Organisationseinheiten in das Projekt zu involvieren, um deren Prozesse es geht. Innovation lässt sich nicht über eine Software installieren, sondern entsteht durch interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Bereitschaft zur Veränderung. Ein geschäftsbereichsübergreifendes Verständnis von den neuen Möglichkeiten der Systeme und das Commitment des gesamten Managements sind wesentliche Erfolgsfaktoren für ein solch grosses Vorhaben. Warum sind Unternehmen bei der Migration auf S/4 Hana immer noch so zurückhaltend? Die Migration ist ohne Frage ein anspruchsvolles Vorhaben, das vor allem mit technologischen und organisatorischen Veränderungen einhergeht. Die Organisation, die IT-Landschaft und auch die externen Marktanforderungen müssen dabei zwingend berücksichtigt werden. Dieser Komplexität versuchen sich einige Unternehmen noch zu entziehen. Ich empfehle eine frühzeitige, konstruk tive Auseinandersetzung mit dem Thema «Migration», denn für jedes Unternehmen entstehen dabei auch neue Chancen. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 17 / 2017

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