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Netzwoche 17/2018

38 Technology Aktuell

38 Technology Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Migros testet Abholboxen für Onlineeinkäufe mer. Die Migros testet ein neues Abholsystem für Onlineeinkäufe. An den drei Standorten Buchs, Lenzburg und Brügg hat das Detailhandelsunternehmen sogenannte «PickMup»-Boxen aufgebaut. Wie Migros in einer Mitteilung schreibt, können Kunden ihre Bestellungen in Zukunft an eine Abhol-Station ihrer Wahl liefern lassen und entscheiden, wann sie diese abholen. ▸ Webcode DPF8_111615 Im digitalen Testlabor der SBB Die «SBB Sandbox» in der Haupthalle des Zürcher Hauptbahnhofs. ETH-Handschuh macht virtuelle Objekte greifbar jor. Forscher der beiden ETHs haben einen Handschuh entwickelt, mit dem Träger virtuelle Objekte «berühren» und manipulieren können. Der Handschuh heisst «DextrES», wiegt weniger als acht Gramm und soll dem Nutzer ein realistisches haptisches Feedback geben, wie die ETH Zürich in einer Mitteilung schreibt. Künftig soll der Handschuh batteriebetrieben funktionieren. Nutzen können ihn Gamer oder Chirurgen. ▸ Webcode DPF8_111342 bca. Die SBB haben am Zürcher Hauptbahnhof vom 17. bis 20. Oktober die «SBB Sandbox» – eine Art digitales Testlabor – zur Verfügung gestellt. Es bot Start-ups, Firmen und den SBB die Gelegenheit, ihre digitalen Prototypen und Angebote direkt mit und an den Bahnhofspassanten zu testen. Die «SBB Sandbox» wurde im Rahmen der «My Smart Station Zürich HB» aufgestellt. Ziel war es laut den SBB, das Kunden erlebnis und die Aufenthaltsqualität am Bahnhof zu steigern und so die 2017 mit Digitalswitzerland eingegangene Wette zu gewinnen: Bis April 2019 soll der HB Zürich zum digitalsten und persönlichsten Verkehrsknotenpunkt der Welt werden. Swisscom präsentierte etwa seine neue Plattform «Naminha», die Köche an Gastgeber vermittelt, die zu einem Essen einladen wollen. In der «Kickbox4everyone» in Zusammenarbeit mit Swisscom konnten Geschäftsideen in Form eines sogenannten «Elevator Pitch» präsentiert werden. Und EWB stellte seinen «Umzugs-Wizard» vor, der das Abmeldeprozedere beim Energieversorger vereinfachen soll. Interessierte konnten in der «SBB Sandbox» an interaktiven und kostenlosen Schnupperkursen teilnehmen. Auch konnten sie zu den digitalen Produkten der SBB ihre Meinungen abgeben: «Love it» (weiter so), «change it» (daran muss noch einiges verbessert werden), «leave it» (auf das hat die Welt nicht gewartet). Die SBB wollten etwa wissen, wie der Billettautomat der Zukunft aussehen soll, oder wie nutzerfreundlich SBB Fastlane sei. Die Rückmeldungen der Kunden sollen in die Weiterentwicklung der digitalen Produkte und Services einfliessen. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_111850 MÜLLERS KLEINES ABC ? wie Mail-Betreff Christopher Müller Inhaber und CEO von Die Ergonomen Usability AG. Theorie: Wer die Gnade hat, ein digitaler Immigrant zu sein, erinnert sich vielleicht: Der Betreff im Geschäftsbrief hat die Aufgabe, den/die Empfänger/-in auf einen Blick zu informieren, worum es eigentlich geht. Deshalb soll er kurz und aussagekräftig sein. So hilft er zu entscheiden, was wichtig, dringend, interessant ist und was nicht. Das nützt nicht nur dem Empfänger, sondern auch der Absenderin, weil es die Bearbeitung erleichtert und beschleunigt. Realität: Nachdem die E-Mail den Brief inzwischen weitgehend beerbt hat, sollte dasselbe auch für sie gelten. Aber entweder hat ein Grossteil der Bevölkerung alles wieder vergessen, oder unser Bildungssystem hält es nicht mehr für nötig, auf so Petitessen wie das Schreiben von treffenden Betreffen einzugehen. Jedenfalls lassen heute gefühlte zwei Drittel aller E-Mails einen selbigen vermissen. Da steht dann einfach und platt «Hallo!» oben drüber. Beliebt sind auch hippe Abkürzungen wie «FYI». Und dann gibt es auch noch Übereifrige, die gleich den halben Inhalt ihrer Mail ins Betreff-Feld quetschen. Solches nützt gewiss niemandem, der versucht, sich nach den Ferien einen raschen Überblick über sein adipöses Postfach zu verschaffen. Es hilft auch nicht, eine bestimmte E-Mail später wiederzufinden. Und selbst, wer dabei die Suchfunktion des Clients nutzt, dankt für aussagekräftige Betreffe, weil die Trefferliste meist ellenlang ist. Kommt hinzu: Schlechte Betreffe erhöhen die Chance, dass eine E-Mail ungelesen bleibt, sie sind eigentlich unanständig und fördern keineswegs das Wohlwollen auf der Gegenseite. Fazit: Der Betreff ist wichtiger denn je. Deshalb nochmals das Rezept: ▪▪ Kurz soll er sein, maximal 40 bis 50 Zeichen lang. ▪▪ Das Wichtigste steht zuerst. ▪▪ Stichwörter sind besser als Sätze. Also nicht: «Der Workshop zum Prototyping am 12. Dezember 2018 wird wegen Krankheit des Moderators verschoben!» Sondern: «Workshop ‹Prototyping›, neuer Termin: 15. Dezember, 10 Uhr.» Das liest jede, das versteht jeder – und alles wird gut. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_112539 17 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Event 39 Digitale Kuhglocken, Christa Rigozzi und ein Physik-Crashkurs in Spreitenbach Ex-Kunstturnerin Ariella Käslin, ETH-Professor Günther Dissertori, Comedian Fabian Unteregger und Christa Rigozzi haben das Publikum an der diesjährigen Smart Energy Party unterhalten. Auch für persönliche Gespräche und Networking war am Treffen der ICT- und Energiebranche in Spreitenbach Platz. Autorin: Leslie Haeny Mit digitalisierten Kuhglocken hat Organisator Kurt Lüscher die Smart Energy Party 2018 eingeläutet und hiess alle Gäste willkommen. Am 25. Oktober trafen sich bereits zum sechsten Mal Vertreter aus der Energie- und ICT- Branche sowie aus benachbarten Branchen wie Gebäudetechnik, Smarthome und Mobilität in der Umweltarena in Spreitenbach. Auch einige Gäste aus der Politik und Medienvertreter nahmen am Event teil. Insgesamt waren nach Angaben der Veranstalter über 1000 Teilnehmer anwesend. Neben Innovation spielte auch Konvergenz eine grosse Rolle in Lüschers Eröffnungsrede. «In der neuen Energiewelt entstehen neue Spielfelder», sagte er. So sei die Konvergenz mit anderen Branchen wie der Gebäudetechnik und der Mobilitätsbranche ein grosses Thema. Um sich näher zu kommen und ein gutes Kundenerlebnis zu schaffen, gebe es noch einiges zu tun. Um diese Herausforderungen zu meistern, sah Lüscher Partnerschaften und die Zusammenarbeit mit Start-ups als wichtiges Mittel. «Darum haben wir dieses Jahr über 20 Persönlichkeiten aus solchen zukunftsorientierten Unternehmen eingeladen.» Neu an der Smart Energy Party 2018 waren nicht nur die Kuhglocken aus dem Computer, sondern auch Moderatorin Christa Rigozzi. Charmant und mit viel Humor führte sie durch den Abend. Wie gewohnt traten einige Gastredner auf, die ihre ganz eigene Sicht auf das Thema Energie zeigten. Vom Spitzensport in ein normales Leben Den Anfang machte die ehemalige Profi-Kunstturnerin Ariella Käslin. Bewusst beleuchtete sie die negativen Seiten des Spitzensports und berichtete von einer Kindheit, die von Hunger, Schmerzen, Druck und Heimweh geprägt war. Ausserdem zeigte die dreifache Schweizer Sportlerin des Jahres (2008, 2009, 2010) wie schwer es ihr fiel, vom Spitzensport in ein normales Leben zu wechseln und wie energielos sie anfangs war. «Balance: Auf dem Barren hatte ich sie, im normalen Leben fällt es mir manchmal immer noch schwer, sie zu finden», so Käslin. Besonders die Ernährung habe sie, nun da sie keinem strikten Ernährungsplan mehr folgen müsse, anfangs komplett überfordert. Mit solchen Problemen hat ETH-Professor Günther Dissertori nicht zu kämpfen. Ihn beschäftigen vor allem Atome und Quarks. Diese waren, neben dem Urknall, der neuen 200er-Note und einem kleinen Seitenhieb auf Donald Trump auch Teil seines Vortrags an der Smart Energy Party. Einstein habe gesagt, Energie sei äquivalent zu Masse und damit zu Gewicht. Der grösste Teil des Gewichts sei also das Gewicht von Energie, erläuterte der Physiker. «Das heisst, wenn Sie morgen früh auf die Waage stehen und ihr Gewicht messen, messen Sie zum grössten Teil das Gewicht von reiner Energie», sagte Dissertori und sorgte so, kurz vor dem Abendessen, für Schmunzeln. Nicht nur ein Schmunzeln, sondern einige Lacher entlockte Comedian Fabian Unteregger den Gästen. Die SBB, Johann Schneider-Ammann, Moritz Leuenberger und James Blunt – keiner blieb verschont. Seinen Auftritt rundete Unteregger mit einer Rede à la Christoph Blocher ab. Das Datum für die Smart Energy Party 2019 steht bereits fest. Sie findet am 24. Oktober in der Umweltarena Spreitenbach statt. Wie Kurt Lüscher verkündete, kann man sich auf der Webseite bereits dafür anmelden. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_113032 Dieses Jahr erhielt Organisator Kurt Lüscher Unterstützung von Christa Rigozzi. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 17 / 2018

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