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Netzwoche 18/2016

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58 Focus Mobile Device

58 Focus Mobile Device Management Enterprise-App-Management leicht gemacht Enterprise- oder Inhouse-Apps werden immer öfter in Unternehmen eingesetzt. Automatisierte Geschäftsabläufe lassen sich oft nicht mit Apps aus dem App-Store umsetzen, sondern erfordern eine dedizierte Anwendung. Das Management solcher Apps ist bei vielen Firmen essenziell, doch werden die dafür nötigen betrieblichen Massnahmen oft unterschätzt. DER AUTOR Philipp Klomp Gründer und CEO, Nomasis Immer mehr Unternehmen setzen für ihre geschäftlichen Abläufe auf Smartphones und Tablets, anstatt auf Papier. Speziell für Branchen mit Mitarbeitern, die keinen PC- Arbeitsplatz besitzen oder oft unterwegs sind, bringt dies Vorteile. Ausserdem lassen sich immer mehr Papierprozesse mit den elektronischen Alleskönnern und immer raffinierteren Apps besser erledigen. Dennoch sehen sich Unternehmen beim Umgang mit Enterprise-Apps sowie den entsprechenden Smartphones und Tablets mit grossen Herausforderungen konfrontiert. Neben der Grundsatzentscheidung, eine Enterprise-App einzusetzen, spielt die Einbindung der Anwendung im Unternehmen eine wesentliche Rolle: Firmensicherheitsstandards und der alltägliche Betrieb nach erfolgreicher Installation bilden den Schlüssel zum Erfolg. Hersteller bieten standardisierte Werkzeuge Es empfiehlt sich, die Enterprise-Apps mittels Enterprise Mobility Management (EMM) in die Architektur und Umgebung des Unternehmens zu integrieren. Dafür bieten EMM-Hersteller Tools für die Integration an, wie etwa Software Development Kits, Wrapper und Sicherheitsfunktionen für Apps. Hierzu zählen Features für die Bereiche Verschlüsselung, Autorisierung und Authentifizierung sowie App-VPN für den sicheren Austausch von Daten. Die einzelnen Technologien haben sich bereits im Markt etabliert und werden seit zwei bis drei Jahren standardmässig eingesetzt. Nach der Entwicklung einer Unternehmensanwendung dürfen der Unterhalt und der zukünftige Betrieb der App nicht ausser Acht gelassen werden. Wesentlich ist, dass sich Projektverantwortliche klare Gedanken machen über den künftigen Betrieb der App, inklusive dem Lifecycle-Management. Bei der Einführung einer App ist die Inbetriebnahme durch den User der wesentliche Schritt. Im betrieblichen Alltag sind aber oft Stellen in das App-Management involviert, denen es an Erfahrung und Kompetenz mangelt. Dies führt dazu, dass diese Kompetenzen für einen Betrieb der firmeneigenen App auf Android oder iOS Systemen, Projektverantwortliche müssen sich klare Gedanken machen über den künftigen Betrieb der App, inklusive dem Lifecycle-Management. entsprechend intern aufgebaut oder extern eingekauft werden müssen. Enterprise-Apps für Apples Betriebssystem iOS erfordern besondere Aufmerksamkeit bei der Zertifikatsverwaltung. Die Laufzeiten sind mit einem, respektive zwei Jahren eher kurz. Zudem sind diese Apps durch Zertifikate mit den jeweiligen Entwicklern und dem Unternehmen verknüpft. Die Verwaltung dieser Anwendungen ist ein sich wiederholender Prozess, der einen klaren und strukturierten Resigning-Ablauf erfordert. Bei mehr als 20 Enterprise-Apps empfiehlt sich die automatisierte Rezertifizierung über eine EMM-API. Auf diese Weise können Unternehmen diese Prozesse skalieren. So können mehrere 1000 Apple-Apps per Knopfdruck verwaltet werden. Der Markt bietet bereits entsprechende Tools, und oft lassen sich diese direkt mit einem App-Management-Service verknüpfen. Stolperfallen beim Upgrade vermeiden Apps müssen in regelmässigen Zyklen weiterentwickelt werden, da sich die Anforderungen an deren Funktionsumfang ändern. Hinzu kommen die Updates der Betriebssysteme durch die Smartphone-Hersteller. So lancieren etwa Google und Apple jährlich Major Releases ihrer Betriebssysteme iOS und Android. Dies kann einen gravierenden Einfluss auf Apps haben. Nach jedem OS-Upgrade besteht die Gefahr, dass manche Funktionen einer App nicht mehr wie gewünscht arbeiten. Deshalb empfiehlt es sich, Upgrades zu planen und geschäftskritische Enterprise-Apps mit diesem Upgrade zu testen, bevor das neue OS firmenweit ausgerollt wird. Fazit Das Enterprise-App-Management ist ein wesentlicher Prozess beim Einsatz von Firmenanwendungen für Smartphones und Tablets. Noch immer werden die erforderlichen Prozesse unterschätzt. Unsere Erfahrungen zeigen, dass eine saubere Betriebs- und Lifecycle-Planung vor der Einführung den Erfolg einer Enterprise-App im Betrieb signifikant erhöhen. 18 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Mobile Device Management 59 Bye-bye Blackberry! Die Ankündigung des Smartphone-Pioniers, in Zukunft keine eigenen Geräte mehr herzustellen, zwingt viele Schweizer Unternehmen zum Handeln. Alternativen in puncto Datensicherheit sind gesucht. Mit einem professionellen Mobile Device Management wird auch die sichere Nutzung anderer Gerätetypen möglich. Mit der Lancierung des ersten Blackberry-Geräts im Jahr 1999 ist das Zeitalter der mobilen Kommunikation eingeläutet worden. Erstmals war es möglich, E-Mails über eine mobile Internetverbindung abzurufen und Termine drahtlos zu synchronisieren. Mit dem ersten Modell mit integriertem Mobiltelefon avancierte Blackberry schnell zum weltweiten Marktführer in der mobilen Business- Kommunikation und stand für Sicherheit im Umgang mit sensiblen Geschäftsdaten. Der Markteintritt des Konkurrenten Apple im Jahr 2007 setzte dem Siegeszug ein jähes Ende. Nach Jahren stetig sinkender Marktanteile und bröckelnder Umsätze entschied sich Blackberry Mitte dieses Jahres für den Ausstieg aus der Geräteproduktion. Software-Updates für die bestehenden Modelle soll es zwar weiterhin geben – klar ist aber, dass in Zukunft andere Player den Markt bestimmen und Innovationen vorantreiben werden. Viele Schweizer Unternehmen stehen damit vor der grossen Herausforderung, eine neue Lösung für die mobile Kommunikation ihrer Mitarbeiter zu finden, die der Blackberry-Technologie hinsichtlich Sicherheit und Handling in nichts nachsteht. Die Lösung liegt in einem professionellen Mobile-Device- und Mobile-Application- Management, mit dem sich heute auch andere Gerätetypen einfach und sicher in der mobilen Geschäftskommunikation einsetzen lassen. Flexible Einbindung aller Gerätetypen Mit einer Komplettlösung im Bereich Mobilitätsmanagement wird der Entscheid für eine «Bring your own Device»- Strategie einfach gemacht. Damit können nicht nur verschiedene mobile Endgeräte wie Laptops, Tablets oder beliebige Smartphones für Unternehmenszwecke genutzt werden; die Geräte gehören auch nicht mehr dem Arbeitgeber. Der Mitarbeiter bindet sein privates Device in das Firmennetzwerk ein und nutzt frei verfügbare Apps für seine tägliche Arbeit. Sicherheitsaspekte und die Einhaltung von Compliance-Richtlinien werden dabei zum kritischen Faktor. Datensicherheit gewährleistet Zugriffskontrolle und Sicherung der Unternehmensdaten wird bei der gemischten Nutzung über verschlüsselte Container, sogenannte Sandboxen, gewährleistet. Sie unterteilen die mobilen Endgeräte in zwei Bereiche: Einen frei verfügbaren Bereich für die private Nutzung und einen geschützten Bereich, der von der IT-Abteilung kontrolliert und gesichert wird. Diese Trennung ermöglicht den Usern die Nutzung der vollen Funktionalität ihrer Endgeräte und schützt gleichzeitig die sensiblen Geschäftsdaten. Einfaches Management der Endgeräte Der «Any-Device»-Ansatz erhöht den Aufwand für die IT hinsichtlich Support und Wartung. Diese Komplexität kann durch die Beschränkung der Geräteauswahl reduziert werden: Vom Angebot einer kleinen Palette möglicher Devices bis hin zur exklusiven Nutzung eines Geräteherstellers oder Betriebssystems ist alles möglich. In Sachen Applikationen hingegen lohnt es sich, aus dem Vollen zu schöpfen. Mit nur minimalem Aufwand können selbstentwickelte oder frei verfügbare Apps für eine sichere Nutzung in die Unternehmens-Sandbox integriert werden. Oder Unternehmen nutzen die grosse Auswahl an Business-Applikationen aus den App-Shops ihres Mobility-Partners – diese sind bereits hinsichtlich Kompatibilität und Security geprüft und können standardmässig von den Usern selbst installiert werden. Es lohnt sich, im Vorfeld ein grundlegendes Enterprise- Mobility-Konzept zu erarbeiten, das die Rahmenbedingungen hinsichtlich Verfügbarkeit, Nutzungsrechten, Security und Usability definiert. So profitieren Unternehmen und Mitarbeiter von der schönen neuen Welt der mobilen Kommunikation. Mit einer Komplettlösung im Bereich Mobilitätsmanagement wird der Entscheid für eine «Bring your own Device»- Strategie einfach gemacht. Bild: iStock DER AUTOR Christian Speck Mitglied der Gruppenleitung, Steffen Informatik, ein Unternehmen der Bechtle-Gruppe www.netzwoche.ch © netzmedien ag 18 / 2016

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