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Netzwoche 18/2016

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62 Management & Career

62 Management & Career Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH ICT-Skills vorverlegt gsa. ICT-Berufsbildung Schweiz hat die nationalen Berufsmeisterschaften in Informatik und Mediamatik vorverlegt. Künftig wird der Berufswettbewerb ICT-Skills während der Informatiktage veranstaltet. Diese werden das nächste Mal am 16. und 17. Juni stattfinden. Dadurch, dass die Berufsmeisterschaften während der Informatiktage durchgeführt werden, könnten wertvolle Synergien genutzt und den Sponsoren Mehrwerte geboten werden, schreibt der Verband in einer Mitteilung. ▸ Webcode NW181628 F10-Incubator nominiert zehn neue Start-ups cgr. Der Incubator F10 des Schweizer Finanzdienstleisters Six hat zehn neue Startups für sein Förderprogramm ausgewählt. Wie F10 mitteilt, hatten sich 167 Jungunternehmen für das Programm beworben. Die auserwählten Unternehmen sind: Air, Apiax, Biz Gees, Enterprise Bot, Futurae, Lendity, Sonect, Traderion, Vesgoo und Wealth Initiative. Die Firmen kommen aus den Bereichen Fintech, Insurtech und Regtech. Das Förderprogramm startete am 7. November und endet im April 2017. Jedes halbe Jahr fördert F10 zehn Start-ups. ▸ Webcode NW181629 Mitarbeiter helfen, Talente zu finden cgr. Das Karrierenetzwerk Xing hat einen neuen Dienst für die Talentgewinnung lanciert. Unternehmen aller Grössen können ab sofort den Empfehlungsmanager nutzen. Die Technologie wurde vom Schweizer Start-up Eqipia entwickelt, das Xing laut einer Mitteilung im April dieses Jahres kaufte. Eqipia nutzt nach eigenen Angaben die persönlichen Netzwerke von Mitarbeitenden, um neue Talente zu finden. ▸ Webcode NW181630 Frauenanteil bei ICT-Fachkräften steigt leicht Frauen sind in ICT-Berufen unterrepräsentiert. Bild: Fotolia cgr. Die europäische Statistikbehörde Eurostat hat eine Erhebung zu den ICT-Fachkräften in Europa veröffentlicht. Als ICT-Fachkräfte definieren die Statistiker Personen, «die ICT-Systeme entwickeln, betreiben und warten können und die sich an ihrem Arbeitsplatz vornehmlich mit ICT befassen». Ausser den EU-Mitgliedsstaaten wurden auch die Länder des EFTA-Raums und die Türkei in der Studie berücksichtigt. Die Untersuchung zeigt auf, dass seit 2011 die Zahl der ICT-Fachkräfte sowohl in der EU wie auch der Schweiz Die ZHAW bildet Datenspezialisten aus jor. Die ZHAW School of Engineering hat ihr Weiterbildungsangebot mit einem neuen Studiengang ausgebaut. Mit dem Master of Advanced Studies ZFH in Data Science, wie die Fachhochschule mitteilt. Die ZHAW folge mit dem neuen Studiengang einem Bedürfnis der Schweizer Wirtschaft. Diese verlange nach Datenspezialisten, welche die Methoden der Informatik, Mathematik und Statistik beherrschten, heisst es in der Mitteilung. deutlich anstieg. In der Schweiz wuchs die Anzahl der ICT- Spezialisten zwischen 2011 und 2015 von rund 190 000 auf 220 000 Personen. Bezogen auf die Gesamtbeschäftigung entspricht dies einem Anstieg um 0,4 Prozentpunkte auf 4,8 Prozent. Im europäischen Vergleich landete die Schweiz damit auf Platz 5. Nur Finnland und Schweden waren mit einem Anteil von 6,5 beziehungsweise 6,1 Prozent deutlich besser. Die Niederlande und Grossbritannien liegen mit 5 Prozent leicht vor der Schweiz. Es fehlt an Frauen In der Schweiz sind 46,9 Prozent der Beschäftigten Frauen, was in etwa dem EU-Durchschnitt entspricht. Ein anderes Bild zeigt sich in der ICT. Hier liegt die Schweiz unter dem EU-Durchschnitt. Dieser beträgt 16,1 Prozent und somit 0,2 Prozentpunkte mehr als 2014. In der Schweizer ICT- Branche beträgt der Frauenanteil gemäss der Untersuchung 14,6 Prozent, was rund 32 000 Frauen entspricht. Der Anteil stieg im Vergleich zum Vorjahr um fast einen Prozentpunkt. Europas Spitzenreiter sind Bulgarien und Rumänien mit rund 27 Prozent Frauenanteil. Am unteren Ende des Rankings finden sich die Türkei, die Slowakei und die Tschechische Republik. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode NW181631 Kompletter Studiengang kostet knapp 27 000 Franken Laut Studienleiter Kurt Stockinger gibt es in der Schweiz noch zu wenige gut ausgebildete Datenspezialisten, die den Anforderungen gerecht werden: «Ein Data Scientist muss in der Lage sein, grosse Datenmengen in sinnvoller Zeit zu integrieren und zu analysieren», lässt sich Stockinger in der Mitteilung zitieren. Der Studiengang kostet gemäss Mitteilung 26 800 Franken. Das Studium sei modular aufgebaut und basiere auf insgesamt fünf Certificates of Advanced Studies (CAS). Wer sich an der ZHAW als Datenspezialist ausbilden lassen will, muss folgende Zulassungsbedingungen erfüllen: ·· Abschlussdiplom einer staatlich anerkannten Fachhochschule beziehungsweise einer Vorgängerschule wie ZHW, HWV, HTL oder Abschlusszeugnis einer staatlich anerkannten Universität oder einer Technischen Hochschule (Diplom, Lizentiat, Bachelor- oder Master-Abschlüsse). ·· Mindestens zwei Jahre Berufserfahrung zum Zeitpunkt der Anmeldung. Angehende Datenspezialisten sollten Grundkenntnisse im Programmieren sowie Affinität zu Datenbanken und zur Datenanalyse haben, heisst es auf der Website zum Studiengang. Sämtliche Module des modularen Studiengangs kann man gemäss Website einzeln absolvieren. 18 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Management & Career Studie 63 2024 fehlen mehr als 25 000 ICT-Fachkräfte Immer mehr Personen arbeiten in der ICT-Branche. Der Bedarf an Fachkräften übersteigt aber das Angebot. Ausbildung und Zuwanderung können die Lücke nicht schliessen. Durch die Masseneinwanderungsinitiative könnte sich der Mangel weiter zuspitzen, meint ICT-Berufsbildung Schweiz. Autor: Christoph Grau ICT-Berufsbildung hat zusammen mit dem Institut für Wirtschaftsstudien Basel eine Prognose zum Bedarf an ICT-Fachkräften vorgelegt. Alle zwei Jahre wirft der Verband darin einen Blick auf die nächsten acht Jahre. Aktuell arbeiten rund 211 000 Personen in diesem Segment. Laut einer Mitteilung soll die Zahl der ICT-Beschäftigten in den nächsten Jahren weiter steigen. Bis 2024 rechnen die Studienautoren mit 24 000 weiteren Stellen. Damit liege das Wachstum der ICT-Branche doppelt so hoch wie das der Gesamtwirtschaft. Durch die Frankenstärke und den Brexit kühlte sich das Wachstum jedoch etwas ab, wie es weiter heisst. Bedarf kann nicht gedeckt werden Besonders gefragt seien ICT-Führungskräfte und Softwareentwickler. Der Bedarf soll bei 5100 beziehungsweise 4000 Personen liegen. Bis 2024 müssten jedoch nicht nur die 24 000 neuen Stellen besetzt werden. Durch Pensionierung, Abwanderung und sonstige Abgänge gehen die Studienautoren von einem Gesambedarf von rund 75 000 ICT-Fachpersonen aus. Dieser könne durch Einwanderung und Ausbildung jedoch nur zu zwei Dritteln gedeckt werden. Daher rechnet ICT-Berufsbildung mit einem Fachkräftemangel in der Grössen ordnung von 25 000 Personen bis zum Jahr 2024. Der Mangel verteilt sich nicht gleichmässig auf alle Berufsgruppen. Die fehlenden 25 000 Fachkräfte verteilen sich zu je einem Drittel auf Infrastrukturtechniker sowie Entwickler und Softwareanalytiker. Rund 20 Prozent sind ICT-Führungskräfte und 9 Prozent Grafiker, wie aus der Studie hervorgeht. Ausbildung stärken Sollte die Masseneinwanderungsinitiative mit einem Kontingent von 40 000 Personen umgesetzt werden, würden sogar 35 000 Personen fehlen, errechnen die Autoren. «Die Erhöhung der Drittstaatenkontingente ist wichtig, in diesem Zusammenhang aber nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Eine Bildungsoffensive auf allen Stufen ist absolut notwendig», fordert daher Christian Wasserfallen, Nationalrat und Vorstand von ICT-Berufsbildung Schweiz, in der Mitteilung. Durch den sich verschärfenden Mangel an ZUSÄTZLICHER BILDUNGSBEDARF NACH BERUFSGRUPPE BIS 2024 Entwickler & Softwareanalytiker Grafik- & Multimediadesigner übrige ICT-Beschäftigte Infrastrukturtechniker ICT-Führungskräfte Quelle: BFS (ESPOP 2014, PETRA 2014, SAKE 2015, Bildungsstatistiken 2015, Bildungsszenarien 2014–2024), SEM (ZEMIS 2014), BAKBASEL (CH-PLUS 2016). Berechnungen: IWSB 21 % 33 % Fachkräften müssten Unternehmen vermehrt auf Quereinsteiger zurückgreifen. Ausserdem würden immer mehr Aktivitäten ins Ausland verlagert, was der Wertschöpfung der ICT-Branche in der Schweiz schade. Gerade auch, da ICT in Bereichen wie Pharma, Detailhandel oder Logistik an Bedeutung gewinne. ICT-Berufsbildung fordert daher, mehr in die Ausbildung zu investieren. Die Berufsmatura und die praxis nahe Ausbildung müssten gestärkt werden. Ausserdem sollen jährlich 400 zusätzliche Lehrstellen geschaffen werden, um die Bedarfslücke zumindest teilweise schliessen zu können. In den letzten Jahren konnte diese Anzahl an neuen Lehrstellen geschaffen werden. Geringe Anzahl Erwerbslose Erfreulich sei, dass die Arbeitslosenquote im ICT-Bereich in den letzten Jahren deutlich unter der Erwerbslosenquote der gesamten Schweiz rangierte. 2015 waren rund 2,5 Prozent der ICT-Fachkräfte arbeitslos, im Vergleich zu etwas mehr als 4 Prozent über alle Branchen hinweg. Mit dem Alter steigt die Arbeitslosenquote an. Bei den unter 54-Jährigen liegt der Wert bei über 2 Prozent. In der Gruppe der 55- bis 65-Jährigen kletterte die Quote auf fast 4 Prozent. Diese ist tiefer als der Schweizer Durchschnitt. 24 800 zusätz. Bildungsbedarf 4 % 33 % 9 % « Eine Bildungsoffensive auf allen Stufen ist absolut notwendig. » Christian Wasserfallen, Nationalrat und Vorstand von ICT-Berufsbildung Schweiz www.netzwoche.ch © netzmedien ag 18 / 2016

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