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Netzwoche 18/2016

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64 Bild: Fotolia Homo

64 Bild: Fotolia Homo digitalis – der Mensch in der digitalen Wirtschaft Am 29. Juni 2017 findet der Swiss Telecommunication Summit 2017 statt. An der Veranstaltung diskutieren CEOs von führenden Unternehmen, Direktoren von Bundesämtern und Politiker über die Herausforderungen der Digialisierung. ASUT Asut, der Schweizerische Verband der Telekommunikation, repräsentiert heute die Telekommunikations branche und sämtliche Wirtschaftszweige sind in ihm vertreten. Die Schweiz soll sich durch fairen, freien und dynamischen Wettbewerb als Land mit dem weltbesten Kommunikationsnetz und mit First-Class-Services positionieren, durch resiliente Systeme und smarte Infrastrukturen differenzieren und als ein auf die digitale Gesellschaft und Wirtschaft zugeschnittener Bildungs- und Forschungsplatz etablieren. www. asut.ch Technologiekonzerne und IT-Abteilungen treiben die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft in raschen Schritten voran. Innovative Technologien und Erfolg versprechende Geschäftsmodelle allein reichen jedoch nicht aus, um gesellschaftliche Akzeptanz für diesen fundamentalen Wandel im Arbeitsalltag und im Privatleben zu schaffen. Denn nicht die Technik, sondern der Mensch ist der wichtigste Erfolgsfaktor für die Digitalisierung. Veränderungen werden nur dann akzeptiert und unterstützt, wenn Kundinnen und Kunden darauf vertrauen können, dass Dienstleister und Produzenten sie nicht nur als Ressource für Daten sehen, sondern ihre Bedürfnisse und Erwartungen ernst nehmen. Arbeitnehmende werden die nächste industrielle Revolution nur dann mittragen, wenn sie davon ausgehen können, dass sie von den zusätzlichen Produktivitätsgewinnen auch etwas haben. Die aktuellen Debatten über Datenschutz und Privatsphäre oder über den Einsatz von Robotern in der Industrie zeigen deutlich, dass hier Handlungsbedarf besteht. Aber wie verändern sich nun die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern und zwischen den Produktionsfaktoren Arbeit, Kapital und Ressourcen. Welche Bedürfnisse, Erwartungen und Sorgen müssten die Protagonisten der Digitalisierung adressieren, damit die Bevölkerung den Wandel mittragen kann? Wie viel Sicherheit und Privatsphäre wollen wir? Brauchen wir gar einen neuen digitalen Gesellschaftsvertrag? Swiss Telecommunication Summit 2017 Am Swiss Telecommunication Summit 2017 werden CEOs führender Unternehmen, Direktoren von Bundesämtern und Politiker diese Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven und kontrovers diskutieren. Reservieren Sie sich heute schon den 29. Juni 2017 oder melden Sie sich direkt unter https://events.asut.ch an. i VERANSTALTUNG Swiss Telecommunication Summit 2017 29. Juni 2017 Anmeldung: https://events.asut.ch 18 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Service Verbandsnachrichten 65 Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser Die Digitalisierung und Vernetzung aller Lebensbereiche führt dazu, dass bei fast jeder Aktivität und bei nahezu jeder Form von Kommunikation personenbezogene Daten anfallen und gespeichert werden. Somit ist es wichtig und richtig, die Menschen vor einer nachteiligen Verwendung dieser Daten zu schützen, unabhängig davon, ob das von staatlicher, privatwirtschaftlicher oder privater Seite geschieht. Selbst wer nicht mit der grossen Zustimmung zum neuen Nachrichtendienstgesetz gerechnet und sich vielleicht ein anderes Abstimmungsresultat erhofft hat, muss zugeben: Im Vorfeld dieser Volksabstimmung hat in der Schweiz eine wichtige, vor allem aber höchst notwendige politische Debatte über Überwachung, Privatsphäre und innere Sicherheit stattgefunden. Ich meine: Es war richtig, den Nachrichtendienst mit mehr und zeitgemässeren Kompetenzen auszustatten – er braucht sie, um die Sicherheit in einer zunehmend digitalisierten Welt zu schützen. Richtig ist aber auch, dass die Kontrolle umso besser sein muss, je grösser diese Kompetenzen sind. Darum ist es wichtig, dass wir dem Nachrichtendienst jetzt genau auf die Finger schauen. Ausserhalb der Bundesverwaltung muss eine zusätzliche unabhängige Aufsicht eingerichtet und mit den notwendigen personellen und technologischen Mitteln ausgestattet werden, um zu verhindern, dass die Kontrolleure über die erteilten Bewilligungen hinausgehen. Und dafür brauchen wir gut ausgebildete Fachpersonen und IT-Lösungen, die es uns ermöglichen, die Umsetzung des Gesetzes über die präventive Überwachung zu überwachen. Denn die Digitalisierung und Vernetzung aller Lebensbereiche führt dazu, dass bei fast jeder Aktivität und bei nahezu jeder Form von Kommunikation personenbezogene Daten anfallen und gespeichert werden. Die Nutzung dieser Daten kann im Interesse des Individuums und der Gesellschaft stattfinden oder sich gegen das Allgemeininteresse richten. So ist es wichtig und richtig, die Menschen vor einer nachteiligen Verwendung dieser Daten zu schützen, unabhängig davon, ob das von staatlicher, privatwirtschaftlicher oder privater Seite geschieht. Gleichzeitig ist unbestritten, dass es viele Fälle gibt, insbesondere in Wissenschaft und Forschung, in denen die anonymisierte Nutzung personenbezogener Daten zum Vorteil aller stattfinden kann. Auch viele der heutigen und zukünftigen personalisierten digitalen Angebote der privaten und öffentlichen Anbieter können grossen Nutzen für Gesellschaft und Individuum stiften. auch das Recht zur informellen Selbstbestimmung, was bedeutet, dass Nutzerinnen und Nutzer selbst darüber bestimmen können, in welchem Umfang ihre personenbezogenen Daten verarbeitet, verknüpft und ausgewertet werden. Weiter gilt es, ein Recht auf eine persönliche Kopie dieser Daten gesetzlich zu verankern, dazu ein Recht, ihre weitere Nutzung zu verbieten und, falls die gespeicherten Daten nachweislich falsch sind, ein Recht auf Korrektur. Diese Prinzipien entspringen auf gar keinem Fall irgendeinem weltfremden Idealismus: Sie sind im Gegenteil ganz klar im handfesten Interesse aller, auch derjenigen, zu deren gesetzlicher Aufgabe oder wirtschaftlichem Geschäftsmodell die Analyse grosser Datenmengen gehört. Denn das grösste Gut, das Schmiermittel für Demokratie und Wirtschaft, ist das Vertrauen der Bevölkerung. In dieser Zeit des Umbruchs ist es deshalb ganz zentral, dass wir den Dialog zwischen Politik und Wirtschaft intensiv pflegen, dass wir die digitale Zukunft mit volkswirtschaftlichem Blick gemeinsam gestalten und die Menschen dabei nicht vergessen. DIE AUTORIN Edith Graf-Litscher Nationalrätin, Vorstandsmitglied Asut Kein weltfremder Idealismus! In unserer digitalisierten und vernetzten Gesellschaft müssen die Persönlichkeitsrechte besonders geschützt werden, weil sie besonders sensibel sind. Dazu gehört Nutzer müssen selbst darüber bestimmen können, in welchem Umfang ihre personenbezogenen Daten verarbeitet, verknüpft und ausgewertet werden. Bild: Fotolia www.netzwoche.ch © netzmedien ag 18 / 2016

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