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Netzwoche 18/2017

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« Wenn ich über eine

« Wenn ich über eine Smart City spreche, dann spreche ich auch über ‹Smart People› und ‹Smart Citizens›. » Christian Geiger, CDO, St. Gallen Die Smart City darf also kein Selbstzweck sein? Genau. Auch Einsparpotenziale und die Optimierung von Prozessen ist ein wichtiger Punkt. Ich glaube, gerade bei Standardprozessen ist dies unstrittig. Schwieriger ist es bei Prozessen, bei denen ein gewisses Ermessen hinzukommt. Es geht dabei um Managementunterstützung (Steuerung), indem etwa die für eine Entscheidung nötigen Informationen automatisch bereitgestellt werden. Ziel ist es, eine Entscheidung besser einschätzen zu können: Wo sollen Personen weiterhin selbst entscheiden, und wo ist es kein Problem, einen automatisierten Prozess dahinter zu haben. Wie setzen Sie Smart-City-Konzepte in die Praxis um? Wir haben da momentan eine Pilotsiedlung «Sturzenegg». Hierbei handelt es sich um eine neue Überbauung mit drei grösseren Wohngebäuden. Entwickelt wurde dieses Projekt zusammen mit den Stadtwerken, der Stadt und der Wohnbaugenossenschaften. Wir begründen hier eine Smart- City- Zelle, in der wir verschiedene Smart-City-Dienste testen. Ende November werden fast alle Mieter eingezogen sein. Das zentrale Steuerelement ist eine App. Mit dem Lora-Netz kann man dann etwa Strom-, Wasser- oder Wärme-Kenndaten ablesen. Hört der Bereich Smart City schon bei diesen Punkten auf? Nein. Beim zweiten Pilotquartier «Remishueb» wollen wir auch testen, wie man in einem bestehenden Wohngebiet etwas für das soziale Leben tun kann, indem man die Kommunikation zwischen den Bewohnern befördert. Wir erhoffen uns eine Intensivierung des Quartierlebens. Mit der Remishueb-App können die Bewohner nicht nur die Technik steuern, sondern auch mit der Verwaltung Kontakt aufnehmen und untereinander kommunizieren. Die Frage für uns ist, welchen Mehrwert Smart-City-Dienste in einer gewachsenen Nachbarschaft bringen und wie wir diese nutzen können? Bei den klassischen Smart-City-Debatten von Megametropolen wird oft von auf dem Reisbrett entwickelten Siedlungen ausgegangen. Dies sind völlig andere Dimensionen und Herausforderungen als in einer etablierten Nachbarschaftsstruktur. Es geht nicht darum, Menschen um eine Technik herumzubiegen, sondern eine Technik zu haben, die das Alltagsleben unterstützt. Was sind die grössten Herausforderungen? Ich finde es sehr wichtig, die Leute zu befähigen, mit dem Thema «smart» umzugehen. Wenn ich über eine Smart City spreche, dann spreche ich auch über «Smart People» und «Smart Citizens», die wissen, wie man sich in einer solchen Stadt bewegt und wie man verantwortungsvoll mit Daten umgeht. Wo erwarten Sie die grössten Widerstände der Bürger? Ich glaube, das sind Gewohnheiten. Gerade im Bereich der Mobilität wird dies deutlich. Wenn jemand gewohnt ist, mit dem Auto zu fahren, dann schaut er gar nicht, ob er mit dem ÖV schneller oder günstiger zum Ziel kommen könnte. Beim Kehricht ist dies ähnlich, wenn Bürger einen weiteren Weg zu einem Niederflurbehälter gehen müssten, anstatt den Abfallsack an die Strasse zu stellen. Wir müssen die Dienste so gestalten, dass es für den Nutzer eine möglichst geringe Umstellung bedeutet. Sie sollten intuitiv laufen. Welchen Stellenwert hat die Sicherheit? Einen sehr hohen. Jedoch müssen wir uns nichts vormachen: Absolute Sicherheit ist eine Illusion. Wir müssen uns fragen, welche Daten erhoben werden, wer die Daten verarbeiten kann, wo wir die Daten speichern, wer darauf Zugriff hat und auch mit welchen Geräten die Daten erhoben werden. Entsprechend spielt hier wieder das Thema Datenmanagement eine Rolle. Die Frage ist, welche Daten sind unkritisch, weil keine persönlichen Profile aus ihnen erstellt werden können. Das andere sind Daten, die sich relativ einfach vernetzen lassen. Ich glaube, dass der öffentliche Bereich, gerade durch das hohe Vertrauen der Bürger, in einer besonderen Verantwortung steht. Das Vertrauen muss gewahrt werden. Gleichzeitig muss man auch überlegen, welche Dienstleistungen die öffentliche Seite anbieten kann, damit die Bürger mit ihren Daten bewusster umgehen. Sie müssen sich bewusst werden, wo sie mit Daten zahlen. Als öffentlicher Bereich sind wir natürlich dazu angehalten, möglichst datensparsam umzugehen, also nur Daten zu erheben, die für die Erbringung der öffentlichen Leistungen notwendig sind. 18 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

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