Aufrufe
vor 10 Monaten

Netzwoche 18/2020

  • Text
  • Zuschlag
  • Pandemie
  • Wichtig
  • Digitale
  • Apps
  • Netzmedien
  • Schweiz
  • Swiss
  • Unternehmen
  • Schweizer

38 Technology Aktuell

38 Technology Aktuell Swisscom verbindet IoT-Geräte weltweit Swisscom bietet eine Lösung zur Realisierung multinationaler IoT-Anwendungen für Schweizer Kunden an. Die Lösung basiert auf E-SIM (eUICC). In den professionellen Kaffeemaschinen von Schaerer und WMF kommt die Lösung bereits zum Einsatz. Autor: Fabian Kindle « Globales IoT muss einfacher werden, deshalb haben wir einen weiteren Baustein für Business-IoT entwickelt. » Bild: Unsplash Julian Dömer, Head of IoT bei Swisscom Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Eine neue Lösung von Swisscom soll helfen, IoT-Geräte weltweit zu verbinden. Die Lösung basiert auf E-SIM (eUICC), wie es in einer Mitteilung des Unternehmens heisst. Laut Swisscom scheitern globale IoT-Anwendungen oft daran, Maschinen, Geräte und Sensoren in unterschiedlichen Weltregionen zu verbinden. «Globales IoT muss einfacher werden, deshalb haben wir einen weiteren Baustein für Business-IoT entwickelt. Ein Schweizer Maschinenhersteller baut unsere E-SIM ein. Im Bestimmungsland ist die Maschine vor Ort über den lokalen Mobilfunkanbieter vernetzt und eingebunden in alle weiteren Schweizer IoT-Services von Swisscom», erklärt Julian Dömer, Head of IoT bei Swisscom. Zusammenarbeit mit lokalen Netzpartnern Swisscom vergleicht die Funktionsweise der Lösung mit Codeshare in der Luftfahrt. Die vernetzte Maschine buche sich dabei mit einem lokalen SIM-Profil bei einem ausgewählten lokalen Provider ins Netz ein. In der Schweiz ist die Maschine aber zur gleichen Zeit als Swisscom-SIM sichtbar. Dadurch sollen die weltweiten IoT-Anwendungen über die Connectivity-Management-Plattform von Swisscom gemanagt werden. Um diese Lösung zu realisieren, arbeitet Swisscom mit lokalen Netzpartnern zusammen und setzt auf eine E-SIM-Lösung. Eine E-SIM kann mit dem SIM-Profil eines lokalen Partners aktiviert werden. Mit einer konventionellen SIM-Karte ist das nicht möglich. Der Telko betont, dass Netzroaming wegen dem Codeshare-Prinzip kein Hindernis mehr für hohe Datenvolumen darstellt. Die Lösung wird bereits verwendet Laut Swisscom verwenden die Kaffeemaschinen von Schae rer und WMF die Lösung bereits. Bisher bekundeten die Hersteller Mühe mit der Vernetzung vor Ort. Denn in einigen Ländern gibt es regulatorische Einschränkungen gegen permanentes Roaming. «Wir vernetzten seit Jahren unsere Gastro-Kaffeemaschinen, um unsere Produkte mit Betriebs- und Nutzungsdaten zu verbessern. Dabei möchten wir uns nicht um lokale Vernetzungslösungen oder gar regulative Fragen kümmern müssen», sagt Jochen Bauer, Produktmanager Digital Solutions WMF. Mit Business-IoT von Swisscom sei das alles gelöst. «Eine Kaffeemaschine wird beispielsweise in China, den USA oder Brasilien eingeschaltet und meldet sich dann bei uns in Zuchwil oder Geislingen als online – womit wir die Daten dann verwenden können», führt Bauer weiter aus. 18 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Aktuell 39 Der « Magic Cube » bringt Elektrotechnik in die Klassenzimmer Das neue Lehrmittel «Magic Cube» soll Schülerinnen und Schüler für Elektrotechnik begeistern. Es vermittelt fachliche Grundlagen auf spielerische Weise und wurde von der ETH Zürich zusammen mit ABB und «Mint & Pepper» entwickelt. Autorin: Gertrud Lindner, ETH Zürich «Bevor ich ‹Magic Cube› kennengelernt habe, konnte ich mir eigentlich nicht viel unter Elektrotechnik vorstellen. Dabei begegnet man ihr eigentlich überall im täglichen Leben», sagt eine Schülerin des Mathematisch-​Naturwissenschaftlichen Gymnasiums Rämibühl (MNG Rämibühl), an dem das neue Lehrmittel Mitte Oktober dieses Jahres zum ersten Mal in einer Schulklasse getestet wurde. Entwickelt wurde das Magic Cube von der ETH Zürich zusammen mit dem Technologieunternehmen ABB und Mint & Pepper, dem Nachwuchsförderungsprojekt des Wyss Zurich, der ETH und Universität Zürich. Nichts geht mehr Alles beginnt mit einem Unwetter: In den Magic Cube, einen geheimnisvollen geometrischen Körper, schlägt der Blitz ein und die gesamte Stromversorgung der Parallelwelt «Elektron» fällt aus. Solarautos, Fabriken, Mikroskope, Strassenlaternen – alles ist defekt und stillgelegt. Nachdem die Schülerinnen und Schüler die Ausgangssituation im Film gesehen haben, können sie nun in ihrem Schulzimmer konkrete, physische Aufgaben lösen, um den Menschen in Elektron zu helfen. Dabei müssen sie ganz grundlegende Themen bearbeiten: Was ist eine elektronische Schaltung? Wie wird Energie umgewandelt, verteilt und gespeichert? Wofür braucht man Sensoren? Der Magic Cube fungiert dabei als «Spielmacher»: Wenn ein Team ein Modul richtig gelöst hat, dann leuchten einzelne Panels am Cube auf. Waren alle Teams erfolgreich, dann leuchtet der gesamte Cube und er öffnet sich – Elektron ist gerettet und es gibt eine Überraschung für alle Teilnehmenden. Unterricht einmal ganz anders Doch bis der Magic Cube wieder funktioniert, wird diskutiert, gelacht und getüftelt, es werden Grundlagen erarbeitet, Tests durchgeführt und Abläufe programmiert. So gibt es beispielsweise Module zum Vernetzen von Quellen und Verbrauchern in einem intelligenten Stromnetz, zum Programmieren eines Sortierablaufs in einer Fabrik, zum Zusammenbau eines Streckennetzes und zur Regelung der Fahrgeschwindigkeit eines Zugs, zur Steuerung eines Autos über ein Gehirn-​Interface und zum Brückenbau mit einem Roboter. Beim Modul «Elektroauto» soll ein Auto mit Solarstrom eine definierte Strecke bewältigen. Dafür muss der Energiebedarf berechnet und mit der entsprechenden Schaltung der Solarzellen sowie der Getriebeübersetzung die Fahrzeit hergeleitet werden. In einem weiteren Modul bauen die Jugendlichen ein Mikroskop komplett selbst auf, um damit Proben zu identifizieren. Sie justieren die Linsen und deren Abstände zueinander, richten die Beleuchtung ein und schliessen einen Kamerachip an. Eine spannende Aufgabe! Faszination für Elektrotechnik wecken Die Idee hinter der Entwicklung des Magic Cube ist klar: Bei Kindern und Jugendlichen soll die Lust am Tüfteln und Lösen technischer Aufgaben geweckt werden, damit sie Vertrauen in die eigenen technischen Fähigkeiten aufbauen können. Insbesondere junge Frauen unterschätzen häufig ihre mathematischen und technischen Kompetenzen, was dazu beiträgt, dass sie sich seltener eine berufliche Zukunft im MINT-​Bereich vorstellen können als junge Männer. «Es ist toll, zu sehen, wie begeistert die Schülerinnen und Schüler bei der Sache sind und die Aufgaben gemeinsam lösen möchten», meint Axelle Krayenbühl-​Tapponnier, Lehrerin am Mathematisch-​Naturwissenschaftlichen Gymnasium Rämibühl, «fast nebenbei lernen sie ganz spielerisch wichtige Grundlagen der Elektrotechnik und Physik kennen. Das ist eine tolle Bereicherung für den Unterricht.» Jugendliche lösen in einer neuartigen Spielanordnung praktische Aufgaben aus der Elektrotechnik und bringen damit den «Magic Cube» wieder zum Leuchten. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch www.netzwoche.ch © netzmedien ag 18 / 2020

Archiv