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Netzwoche 18/2020

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10 Business Research Das

10 Business Research Das war 2020 – 95/5 im ICT-Markt Das Jahr 2020 neigt sich dem Ende entgegen, die Pandemie leider nicht. Gelegentlich war in den letzten Monaten in Wirtschaftsmedien von einer 95/5-Wirtschaft die Rede. Gemeint ist damit, dass wir im laufenden Jahr lediglich rund 95 Prozent der vor der Krise vorausgesagten Wirtschaftsleistung erreichen könnten und dass wir uns mit einem möglichen 5-Prozent- Minus an Bruttoinlandprodukt aus dem Jahr 2020 verabschieden werden. Konkret würde dies einem volkswirtschaftlichen Verlust von rund 35 Milliarden Franken gleichkommen. DER AUTOR Philipp A. Ziegler Geschäftsführer, MSM Research Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Eine sehr ähnlich gelagerte Entwicklung und entsprechende Parallelen werden auch mit Blick auf die Entwicklung im ICT-Markt sichtbar. Anfang des Jahres rechneten wir im Rahmen unserer ersten Studienarbeiten und der daraus resultierenden Prognose noch mit 3,4 Prozent Wachstum. Wir gehen derzeit auf der Grundlage unseres Herbst-Updates und unseres Basisszenarios von einem Minuswachstum von 4,2 Prozent im Schweizer ICT-Markt (B2B) aus. Mag auf den ersten Blick verkraftbar erscheinen. Immerhin erreichen wir trotz Krise und unsicherer Wirtschaftslage noch rund 96 Prozent der ICT-Wirtschaftsleistung (B2B) aus dem Vorjahr, so denn unsere Prognosen zutreffend sind. Konkret bedeutet dies, dass wir 2020 knapp 800 Millionen Franken unter dem ICT- Ausgabentotal 2019 zu liegen kommen. Auf den Arbeitstag umgerechnet, sind dies rund 3,33 Millionen Franken weniger an Bestellungen, Projektaufträgen und Lizenzumsätzen. Die minus 4,2 Prozent lassen sich aber längst nicht gleichmässig auf alle Segmente des ICT-Marktes umrechnen. So wie einzelne Branchen in der Schweizer Wirtschaft deutlich mehr als die 5 Prozent an Wirtschaftsleistung und Umsätzen verlieren (z.B. Gastronomie, Hotellerie, Tourismus, Veranstalter) und auf der anderen Seite Onlineshops oder auch Logistikunternehmen überdurchschnittlich profitieren, verzeichnen wir auch im ICT-Markt eine stark polarisierte Entwicklung. Auch hier haben wir Segmente, die im laufenden Jahr rückläufige Umsätze und Aufträge verzeichnen, während andere weit über dem Durchschnitt zulegen werden. Und weit über dem Durchschnitt heisst hier, eine deutlich positive Geschäftsentwicklung aufweisen. Denn, wie erwähnt, gehen wir auf der Grundlage unseres Basisszenarios von einer Schrumpfung des gesamten Marktes von 4,2 Prozent im 2020 aus. Gewinner und Verlierer Zu den Gewinnern mit einer Wachstumsrate im positiven Bereich zählen wir 2020 u.a. Teilmärkte wie Security, Collaboration und Communication, Workplace und Cloud Services. Auf der Verliererseite finden sich Infrastruktur und Anwendungen, die ausschliesslich noch in Eigenregie und im eigenen Hause betrieben werden. Ebenso negative Wachstumsraten sehen wir auch im Bereich der Maintenance, des Marketings und der Ausbildung. Mit Blick auf 2021 lässt sich vor allem eines zum Ausdruck bringen: Prognosen zu erarbeiten ist, bedingt durch die volatile Verfassung der Märkte und unsichere Wirtschaftsaussichten, herausfordernder und komplexer geworden. Derzeit arbeiten wir an der Weiterentwicklung unseres Herbst-Modells mit unterschiedlichen Szenarien, immer unter Berücksichtigung einer entsprechenden Risiken- und Chancen-Perspektive. So rechnen wir bei unserem Basisszenario für das kommende Jahr mit einem Sprung der Wachstumsrate für den gesamten ICT-Markt auf 4,3 Prozent. Und sollte dies zutreffen, werden wir das Jahr 2021 wieder auf dem Niveau von 2019 abschliessen. FORECAST ICT-MARKT SCHWEIZ 2020 Total der ICT-Ausgaben 2020 in der Schweiz 1799 Millionen Franken (B2B), minus 4,2 Prozent Wachstum (Basisszenario Herbst-Update) Services, inkl. Sourcing Services Hardware Standardsoftware (on premise) Kommunikation 11,5% Quelle: MSM Research 8,8% 10,4% 69,2% 18 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Event 11 Die Welt zwischen verlockender Einfachheit und drohender Abhängigkeit Am Swiss Payment Forum von Vereon haben Schweizer und europäische Akteure gezeigt, was im Payment-Markt ansteht. Die Keynotes gaben Tipps für mehr Selbstdisziplin und regten an, unser Verhältnis zum Smartphone zu überdenken. Autor: René Jaun Im Zürcher Marriott Hotel ist am 9. und 10. November das Swiss Payment Forum über die Bühne gegangen. Es sei ungewöhnlich, in einen «Saal voller Technik statt voller Leute» zu blicken, begrüsste Vereon-Geschäftsführer Johannes von Mulert die 120 Zuschauer, die den Anlass virtuell verfolgten. Ausser dem Livestream hatte Vereon auch eine virtuelle Networking Lounge aufgeschaltet, wo sich Teilnehmer austauschen konnten. Das Feedback sei durchweg positiv gewesen, schreiben die Organisatoren. Schneller, einfacher und vielseitiger Instant Payment werde in Europa zum «New Normal», verkündete Fabian Meyer, Schweizer Managing Director von Core, in seinem Referat. Er zitierte ein Strategiepapier der EU-Kommission. Demnach soll jede Transaktion grundsätzlich instant und ohne entsprechende Zuschläge erfolgen. Die Schweiz tue gut daran, sich in die Entwicklung einzuschalten und etwa den eBill-Standard mit dem europäischen System kompatibel zu machen. Eine Lösung, um mit der eigenen Kreditkarte nicht nur Geld auszugeben, sondern auch zu empfangen, entwickelt Swiss Bankers mit der «Mastercard Send»-App. Dies sei insbesondere für Leute interessant, die Geld in ein Land ausserhalb Europas schicken wollten, sagte CEO Hans-Jörg Widiger. Zum Start seien Transaktionen in 27 Länder möglich – besonders fliesst Geld aus der Schweiz nach Serbien oder in den Kosovo. Weniger tippen, mehr tappen Schweizer zahlen zunehmend kontaktlos. Die Pandemie habe das Verhalten gepusht, sagte Tobias Trütsch von der Universität St. Gallen. Bargeld als Zahlungsmittel sei aber nach wie vor beliebt, und meistens sei die Verschiebung von regulärem Kreditkarten gebrauch hin zu kontaktlos. Ein Plädoyer für NFC-Tags präsentierte Netcetera-Fellow Thomas Fromherz. Er könne sich viele Anwendungsszenarien vorstellen, in denen die kleinen Chips den heute verbreiteten QR-Codes vorzuziehen seien, zumal inzwischen auch Apple die NFC-Schnittstelle für Drittanbieter geöffnet habe. Es reiche, einmal mit dem Handy einen NFC-Tag zu «tappen», um eine App und darin sogar eine bestimmte Funktion zu öffnen. Aufwühlende Keynotes Eine Sicht fernab von Produkten und Zahlen offerierten die beiden Keynotes. Der Kommunikationswissenschafter und Kampfkünstler Marc Gassert sprach über Selbstdisziplin. Er beschrieb drei Techniken, diese zu fördern. Die erste sei körperlich, mit isostatischem Training: Schon drei Minuten am Tag sollen helfen, sich länger auf ein Thema zu fokussieren. Als Nächstes nannte Gassert die mentale Komponente mit Meditation: Zwei Minuten am Tag bewusst jeden Gedanken zuzulassen, zu akzeptieren und bewusst wegzuschicken, reduziere den innerlichen Druck deutlich. Als Letztes kam die Gedankenhygiene. Aufhören mit Jammern; unangenehme Aufgaben sofort anpacken – das sei förderlich, sagte Gassert. Man soll aber auch die Systemmässigkeiten verstehen, um unter minimalem Energieaufwand die maximale Wirkung zu erzielen. Wie sehr wir von unserem Smartphone abhängig sind, thematisierte Payment-Forscher und Buchautor Key Pousttchi. Bezüglich der Digitalisierung gebe es viel zu wenig Wissen und viel zu viele Meinungen in der Gesellschaft, sagte er. Grosse Tech-Konzerne kennen «die Wahrheit» zwar, hätten aber kein Interesse, sie uns zu sagen. Konsumenten versorgten sie via Handy mit Daten und verhülfen ihnen so zu Macht, führte er aus. Hierzulande müsse man sich nicht damit abfinden. Er glaube an die Ingenieurskunst Deutschlands und auch der Schweiz, und plädierte dafür, Digitalisierung neu zu denken und unabhängige, robuste Lösungen zu entwickeln. Im Zürcher Marriott Hotel ist das Swiss Payment Forum über die Bühne gegangen. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch www.netzwoche.ch © netzmedien ag 18 / 2020

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