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Netzwoche 5/2019

24 Web Aktuell

24 Web Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Kanton Graubünden setzt auf Swiss-ID mur. Der Kanton Graubünden nutzt neu für einige Onlinedienste die Swiss-ID. Etwa für den Zugang zu Katalogen und Büchern des Kunstmuseums Chur und zum Bezug von Fischereipatenten. Laut Mitteilung von Swisssign ist Graubünden nach dem Jura der zweite Kanton, der für seine Onlinedienste auf die Swiss-ID setzt. ▸ Webcode DPF8_128160 Streaming von Kinox.to & Co. weiterhin legal osc. Provider sind nicht für Downloads oder Streams von urheberrechtlich geschützten Inhalten verantwortlich. Was bisher in der Schweiz erlaubt war, soll gemäss einem Urteil des Bundesgerichts auch weiterhin gelten. Es gab Swisscom in einem Streit mit der Filmgesellschaft Präsens-Film Recht, wie «SRF» berichtet. ▸ Webcode DPF8_128011 «Kritischer Fehler» im E- Voting-System der Post kfi. Kanadische Sicherheitsexperten haben eine kritische Lücke im E-Voting-System der Post gefunden, wie Watson schreibt. Betroffen ist die sogenannte universelle Verifizierbarkeit. Die Bundeskanzlei sieht das System von einem erheblichen Mangel betroffen. Vom Fehler nicht betroffen sei das System, das in vier Kantonen bereits im Einsatz stehe. ▸ Webcode DPF8_129886 Facebook plant Kryptowährung für Whatsapp kfi. Facebook will eine eigene Kryptowährung auf den Markt bringen. Damit soll es beispielsweise möglich werden, dass Nutzer der Facebook- Tochter Whatsapp die Coins in der App etwa an Freunde oder Familie versenden können, wie die «New York Times» schreibt. Das Unternehmen sei bereits mit entsprechenden Börsen im Gespräch. ▸ Webcode DPF8_128271 Onlinehandel in der Schweiz legt zu fpo. Die Verlagerung im Schweizer Handel von stationär zu online geht weiter. Das machten GfK Switzerland und der Verband des Schweizerischen Versandhandels (VSV) am 28. Februar deutlich, als sie an ihrem 11. Presseevent die aktuellen Zahlen zum Schweizer Online- und Distanzhandel vorstellten. Wie GfK-Experte Luca Giuriato sagte, verlor der Schweizer Detailhandel gut 0,2 Prozent Umsatz, während der hiesige Onlinehandel (B2C) 2018 erneut zulegte, und zwar im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent auf 9,5 Milliarden Franken. Im Zeitraum zwischen 2010 und 2018 stiegen die Onlineumsätze um 4,4 Milliarden Franken. 1,9 Milliarden fliessen in Onlineeinkäufe im Ausland Von den 9,5 Milliarden Franken, die Privatpersonen in der Schweiz insgesamt online ausgeben, flossen 7,6 Milliarden an Schweizer Unternehmen und Marktplätze. 1,9 Milliarden Franken bezahlten Schweizer für Onlineeinkäufe im Ausland. Sogenannte Cross-Border-Onlineeinkäufe nahmen im Vergleich zum Vorjahr um fast 20 Prozent zu. Seit 2010 haben sich die Onlineeinkäufe im Ausland demnach vervierfacht. 250 Millionen Franken zahlten Privatpersonen in der Schweiz für Abholstationen. Während der Anteil der Onlineausgaben in der Schweiz für Food/Near Food erst 2,5 Prozent des Gesamtvolumens beträgt, liegt er beim Non-Food-Sortiment bei 16 Prozent. Die Verfasser der Studie gehen davon aus, dass bereits im Jahr 2020 rund 20 Prozent der Non-Food-Einkäufe online erfolgen werden. kfi. Bund und Kantone werden die Finanzierung für «besondere Informatikprogramme» (auch Govware genannt) gemeinsam tragen. Am 27. Februar verabschiedete der Bundesrat den Finanzierungsmodus dafür, wie es in einer Mitteilung heisst. Mit der Überwachungssoftware seien Strafverfolgungsbehörden in der Lage, verschlüsselte Kommunikationen abzufangen und zu lesen, «um besonders schwerwiegende Verbrechen aufzuklären». Govware gilt als Zwangsmassnahme Der Bund trage die Investitionskosten des Projekts, die Kantone die Kosten der von ihnen genutzten Lizenzen. Auch das Fedpol werde Nutzungslizenzen erwerben. Die kantonalen Behörden können die Programme in einem Strafverfahren gegen eine Gebühr verwenden. Die monatlichen Kosten betragen laut Mitteilung 13 750 Franken. Aufgeteilt in Segmente ist der Heimelektronikmarkt mit 2,1 Milliarden Franken weiterhin führend im Schweizer Onlinehandel. Dessen Onlineanteil stieg von 31 Prozent im Jahr 2017 auf 33 Prozent 2018. INFORMATIONSVERHALTEN Informationsverhalten von Käufern von Heimelektronik – 2. Halbjahr 2018 Wie beziehungsweise wo haben Sie sich vor dem Kauf über das Heimelektronik-Produkt informiert? (TV, Smartphones, Fotokameras, Kaffeemaschinen, Computer / Notebooks). n = 563 Quelle: GfK online im Laden direkt anderes 4,6 % 7,5 % 14,1 % 23,5 % 50,3 % erste Informationsquelle Bundesrat regelt Finanzierung des Staatstrojaners Freunde Spontankauf habe mich nicht zusätzlich informiert 13,7 % 12,4 % 24,9 % 25,8 % 62,5 % weitere Informationsquellen Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_128154 Die Nutzung von Govware «ist eine einschneidende, durch die Strafprozessordnung streng geregelte Zwangsmassnahme». Sie müsse von einer Staatsanwaltschaft angeordnet und vom Zwangsmassnahmengericht bewilligt werden. Sie sei nur zulässig, um besonders schwere Straftaten aufzuklären. Dazu zählen etwa Mord, Vergewaltigung oder Unterstützung von terroristischen Organisationen. «Ausserdem darf Govware nur dann verwendet werden, wenn vorher getroffene Überwachungsmassnahmen erfolglos geblieben sind, andere Massnahmen keine Erfolgsaussichten bieten oder die Überwachung unverhältnismässig erschweren würden.» Die Verordnung trete am 1. Dezember 2019 in Kraft. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_128057 05 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Web Nachgefragt 25 « Herausforderung war, sich im Dschungel der Regelungen zurechtzufinden » Am 25. Mai 2018 ist die Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union (EU-DSGVO) in Kraft getreten. Gregor Naef, Geschäftsführer von Achermann ICT-Services, erklärt im Interview, was sich für das Unternehmen seither verändert hat und was die Herausforderungen bei der Umsetzung der EU-DSGVO waren. Interview: Marcel Urech, Joël Orizet Am 25. Mai 2018 ist die EU-DSGVO wirksam geworden. Was hat sich seither für Ihr Unternehmen verändert? Gregor Naef: Bereits vor Inkrafttreten der EU-DSGVO hat sich die Geschäftsleitung intensiv mit dem Thema befasst und rechtliche Abklärungen getroffen, um zu eruieren, inwiefern Achermann von der Verordnung betroffen ist und welche Massnahmen es zu ergreifen gilt. Auch wenn Achermann primär in der Schweiz beheimatete Unternehmen betreut, wurde es als notwendig erachtet, eine hohe EU-DSGVO-Compliance zu gewährleisten. Nicht zuletzt auch deshalb, weil mit der DSG-Revision ähnliche Anforderungen zu erwarten sind. Was waren die grössten Herausforderungen, die Sie überwinden mussten? Die erste Herausforderung war, sich im Dschungel der Regelungen – und vor allem den teils widersprechenden Empfehlungen – zurechtzufinden. Die Umsetzung der EU- DSGVO und deren Auswirkungen führten teilweise zu absurden Diskussionen, wie etwa, ob die Datenschutz-Grundverordnung auch auf Namensschilder an Hauseingängen anwendbar ist. Für Schweizer Unternehmen kommt hinzu, dass die Revision des Schweizer Datenschutzgesetzes noch nicht abgeschlossen und somit der finale Gesetzestext noch nicht bekannt ist. Eine weitere Herausforderung war, die eigenen Datenverarbeitungen festzulegen und im Anschluss zu beurteilen, ob die EU-DSGVO und/oder das Schweizer Datenschutzgesetz anwendbar sind. Für all dies müssen personelle und finanzielle Ressourcen bereitgestellt und entsprechendes Know-how aufgebaut werden. Für ein mittelgrosses Unternehmen wie Achermann ein enormer Aufwand, dem wir uns jedoch stellen müssen. Wo liegen heute noch Stolpersteine, wenn es um Compliance mit der EU-DSGVO geht? Die Definition von organisatorischen Massnahmen und die Dokumentation von Datenverarbeitungsprozessen sind das eine, die Umsetzung im Tagesgeschäft das andere. Die Compliance im Tagesgeschäft ist viel wichtiger und nach unserer Erfahrung auch schwieriger zu erreichen. Die Sensibilisierung der Mitarbeiter ist dabei eine grosse Herausforderung, zum einen da Achermann 2018 ein starkes Wachstum verzeichnete und viele neue Mitarbeiter einstellen durfte, zum anderen, weil die datenschutzrechtlichen Regelungen für viele Mitarbeitende ein abstraktes rechtliches Thema darstellen. Eine einfache und verständliche Vermittlung der Regeln und korrekten Verhaltensweisen ist somit zentral. Gleichzeitig entstehen seitens der Mitarbeiter immer wieder Fragen, wie der Datenschutz in konkreten Situationen umgesetzt werden kann. Diese Fragen erlauben uns, neue Risiken zu entdecken und uns stetig zu verbessern. Ist die EU-DSGVO für Unternehmen mehr Fluch oder Segen? Datenschutz sehen wir als Pflicht, nicht als Option. IT-Dienstleister, die nachlässig mit ihren Daten umgehen oder Kunden verärgern, werden früher oder später von der Bildoberfläche verschwinden. Aus diesem Grund sehen wir die EU-DSGVO und die Revision der Datenschutzgesetzgebung in der Schweiz als Chance, die Maturität im Unternehmen zu erhöhen. « Wir sehen die EU-DSGVO und die Revision der Datenschutzgesetzgebung in der Schweiz als Chance, die Maturität im Unternehmen zu erhöhen. » Gregor Naef, Geschäftsführer, Achermann ICT-Services Dossier online auf www.netzwoche.ch/eu-dsgvo Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_120484 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

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