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Netzwoche 7/2019

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52 Technology

52 Technology Fachbeitrag Wie KI und ML den digitalen Wandel im Gesundheitswesen vorantreiben Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen (ML) werden das Gesundheitswesen in vielen Bereichen revolutionieren. So zeigt sich bereits heute, dass Computer das Potenzial haben, eigenständig Diagnosen zu stellen und die Leistung von Ärzten bei einer Vielzahl von Aufgaben erheblich zu verbessern. DER AUTOR Shez Partovi Director of Global Business Development, Healthcare, Life Sciences and Agricultural Technology bei Amazon Web Services (AWS) Von Computern eigenständig erstellte Diagnoseverfahren sind nur der Anfang. Eine wichtige Rolle spielt dabei eine Fülle von Informationsquellen wie elektronische Gesundheitsakten, Genomsequenzen, mobile Geräte, eingebettete Sensoren und sogar Abrechnungsdaten. Solche Daten sind eine wesentliche Komponente, mit denen Gesundheitseinrichtungen ihre Effizienz steigern sowie die Ergebnisse und die Lebensqualität der Patienten verbessern können. Gute Daten, gute Ergebnisse Mittlerweile gibt es viele neue Tools, mit denen Machine Learning und die damit verbundenen Prozesse einfach in die Behandlung der Patienten integriert werden können. Damit sind künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning (ML) nicht länger exklusive Technologien für Forscher und Pharmaunternehmen, sondern kommen der Ärzteschaft auf breiter Front zugute. In immer mehr Anwendungsfällen zeigen sich zunehmend die zentralen Erfolgsfaktoren für KI- und ML-Projekte. So erfordern sie grosse Mengen an sorgfältig gepflegten und qualitativ hochwertigen Daten. Hochwertige Datensätze sind nicht nur für den eigentlichen Betrieb von KI- und ML-gesteuerten Systemen essenziell, sondern vor allem für die Versorgung der Trainingsmodelle, auf die sie aufbauen. Ausserdem sollen die Systeme für die rechenintensiven KI-Aufgaben optimiert und im Zuge des rapiden technischen Fortschritts relativ häufig aktualisiert werden. Sämtliche IT-Ressourcen müssen dabei sehr strengen Standards und Vorschriften entsprechen, um den Datenschutz von Patientendaten zu gewährleisten. Ohne Cloud keine Intelligenz Die Cloud spielt für KI und ML eine sehr grosse Rolle. Schliesslich lassen sich nur mit ihrer Hilfe die Herausforderungen rund um Speicherkapazität, Flexibilität, Sicherheit und Analysefähigkeit meistern. So erleichtern moderne Cloud-Computing-Plattformen wie etwa die von AWS, die Erfassung und Verarbeitung von Informationen, unabhängig davon, ob es sich um strukturierte, unstrukturierte oder Streaming-Daten handelt. Dadurch rationalisieren diese Werkzeuge den Prozess der Erstellung und Bereitstellung von Modellen, die auf maschinellen Lernprozessen basieren. Ein prominentes Beispiel in diesem Bereich ist der Technologiekonzern Philips. Er bietet über eine Plattform Zugriff auf einen cloud basierten Fundus von mehr als 21 Petabyte Daten aus 390 Millionen medizinischen Bildern, Krankenakten und Patienteneinträgen. KI auf breiter Front Gesundheitsunternehmen, von etablierten Konzernen bis hin zu jungen Start-ups, setzen zunehmend auf KI und ML, um Innovationen und Veränderungen in ihrem Unternehmen und in der gesamten Branche voranzutreiben. Das Ziel ist dabei stets, die Zeit des Know-how-Wachstums zu verkürzen und gleichzeitig die Behandlung der Patienten zu verbessern. Auch in Zukunft werden dabei die Anforderungen von heute gelten: hochwertige Daten, optimierte Systeme, der Einsatz von Cloud-Technologie und ML-Diensten, die ML für Entwickler zugänglich machen – etwa indem sie den Aufbau des Trainings und das Deployment eines KI-/ ML-Modells erleichtern. Wenn diese grundlegenden Punkte erfüllt sind, haben KI und ML das Potenzial, einen höheren Mehrwert für Patienten und Unternehmen zu erzielen. Grafik: elenabs / iStock.com 07 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Event 53 5G kommt – 2G geht’s an den Kragen Es soll nicht mehr lange dauern, bis 5G im Einsatz ist. 2G wird hingegen nicht mehr lange bestehen. Swisscom lud zum 5G-Info-Frühstück und diskutierte mit den Teilnehmern auch die Frage der Gesundheitsrisiken von 5G. Autorin: Sarah Schaub Nicolas Ehses, Leiter Strategie des Bereichs Innovation, Netze und IT, Hugo Lehmann, Leiter Mobile Access und Testlab, und Beat Döös, Head of Mobile Transformation bei Swisscom (v. l.). « Ende 2020 wird Swisscom 2G vom Netz nehmen. » Beat Döös, Head of Mobile Transformation, Swisscom 5G ist in aller Munde. Mobilfunkkunden stellen sich etwa die Fragen, welche Vorteile es für sie bringt und welche Gefahren damit verbunden sind. Swisscom lud zu einem 5G-Info-Frühstück im Innovation Hub in Zürich, um Antworten darauf zu geben. In drei Vorträgen informierte der Telko über die Themen Netzleistungsfähigkeit, die Zukunft von 2G und gesundheitliche Risiken von 5G. Was tun für mehr Leistungsfähigkeit? Im ersten Vortrag sprach Nicolas Ehses, Leiter Strategie des Bereichs Innovation, Netze und IT bei Swisscom, über die Möglichkeiten, die Leistungsfähigkeit eines Netzes zu erhöhen. Ein wichtiger Faktor für eine höhere Netzleistung sei die Infrastruktur, sagte er. Zu Peak-Zeiten seien Netze überlastet. Deswegen müssten Telkos die Mobilfunknetze kontinuierlich ausbauen. Zu diesem Zweck installiere Swisscom um die 300 Antennen pro Jahr. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_131583 Was geschieht mit 2G? Was mit 2G passiert und was sich für die Nutzer ändert, erklärte Beat Döös, Head of Mobile Transformation. Ende 2020 werde Swisscom 2G vom Netz nehmen, sagte er. Immerhin sei der GSM-Standard bereits 25 Jahre alt. Die Abdeckung des 3G-Netzes sei von der Abschaltung von 2G allerdings nicht betroffen. Kunden, die heute noch ein 2G-Gerät besässen, wolle der Telko beim Wechsel unterstützen. In den Swisscom-Shops verkaufe man schon seit 2012 keine 2G-Geräte mehr. Gibt es Gesundheitsrisiken? Die Frage nach den gesundheitlichen Risiken von 5G sorgt für Kontroversen. Hugo Lehmann, Leiter Mobile Access und Testlab, bezog Stellung. 5G bringt neue Frequenzen, nicht aber einen neuen Frequenzbereich. Die Grenzwertempfehlungen blieben also gleich, sagte Lehmann. Alle Frequenzen (2G, 3G, 4G und 5G) dürfen zusammen den Grenzwert nicht überschreiten. In der Schweiz sei dieser zudem viel niedriger als in der EU. Zu den Auswirkungen der Mobilfunkstrahlung auf die Gesundheit und zur Höhe der Belastung fehlen Daten und Wissen, wie das Bundesamt für Umwelt auf seiner Website schreibt. Die international geltenden Grenzwerte sollen vor gesundheitlichen Belastungen schützen. Zusätzlich gelten in der Schweiz aber auch Anlagegrenzwerte. Diese liegen deutlich tiefer als die Immissionsgrenzwerte. Sie müssen dort eingehalten werden, wo Menschen sich längere Zeit aufhalten und begrenzen die Strahlung einer einzigen Anlage. Ausserdem gilt: Neue Technologien exponieren den Menschen tendenziell weniger stark als alte. 2G braucht beispielsweise mehr Sendeleistung als 3G oder 4G. Von 5G seien daher keine gesundheitsschädigenden Effekte zu erwarten. Es müsse aber unterschieden werden zwischen der Exposition durchs Netz und der Exposition durchs Endgerät. So sei es denkbar, dass bei einer Verdichtung des Netzes die Exposition durchs Gerät sinke, die Exposition durchs Netz aber steige. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 07 / 2019

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