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Netzwoche 9/2019

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46 Management & Career

46 Management & Career Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Löhne von Informatikern entwickeln sich gut lba. Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat die Lohnentwicklung im Jahr 2018 präsentiert. Während die Nominallöhne um ein halbes Prozent stiegen, verzeichneten die Reallöhne einen Rückgang von 0,4 Prozent. Die Saläre im ICT-Sektor entwickelten sich gemäss BFS überdurchschnittlich gut: Die Nominallöhne seien um 1,4 Prozent gestiegen, was ein reales Plus von 0,4 Prozent ergebe. ▸ Webcode DPF8_137057 Lehrgang für Cyber Security Specialists startet jor. ICT-Berufsbildung Schweiz lanciert den Berufsabschluss Cyber Security Specialists. Der Verein entwickelte den Lehrgang in Zusammenarbeit mit dem Bund und privatwirtschaftlichen Akteuren. Der Start der ersten Lehrgänge ist bereits für dieses Jahr geplant, die ersten Prüfungen sollen im Herbst 2020 stattfinden. Absolventen sind für den Diplomlehrgang zum «ICT Security Expert mit eidgenössischem Diplom» zugelassen. ▸ Webcode DPF8_137309 scyther5 / iStock jor. Wie wird ein CIO zum CEO? Zunächst muss er sich zum Profi-Entscheider mausern. Er muss beweisen, dass er sich nicht nur mit IT und Digitalisierung auskennt, sondern auch mit Geschäftsprozessen, Vertrieb, Marketing und am allerwichtigsten: mit Strategie. Will ein IT-Chef zum CEO aufsteigen, muss er also Weitsicht üben und Probleme wie Chancen aus verschiedenen Perspektiven beleuchten können. Drei ehemalige IT-Chefs, die den Sprung an die Unternehmensspitze schafften, erklärten ihre Erfolgsrezepte gegenüber «CIO.com». Es sind dies Xerox-President und COO Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_137193 Steve Bandrowczak, Qlik- CEO Mike Capone und Brian McHale, CEO von Marca Global. Hier sind ihre Tipps: 10 Tipps für den Aufstieg vom CIO zum CEO 1. Antizipieren Sie, was Ihre Kunden wollen. 2. Übernehmen Sie verschiedene Rollen. 3. Wahren Sie Ihr Gesicht. 4. Arbeiten Sie eng mit Ihren Geschäftspartnern zusammen. 5. Verdienen Sie sich einen Platz am Tisch. 6. Analysieren Sie die Geschäftsstrategie. 7. Meistern Sie digitale Fähigkeiten. 8. Tauchen Sie ins ganze Unternehmen ein, legen Sie die IT-Brille ab. 9. Übernehmen Sie Verantwortung für ein Geschäftsfeld. 10. Stellen Sie Teams auf, um die Geschäftsstrategie umzusetzen. MÜLLERS KLEINES ABC T wie Testversionen Christopher Müller Inhaber und VRP von Die Ergonomen Usability AG. Theorie: Unter Testversionen verstehen wir hier zeitlich oder funktional eingeschränkte Versionen eines Produkts, die gratis ausprobiert werden können. Solche Angebote helfen der potenziellen Kundschaft ungemein, weil sie ihr erlauben, ein digitales Gut in Ruhe und unter realen Bedingungen auszuprobieren. Das schafft Vertrauen und Wohlwollen gegenüber dem Anbieter, denn wer seine Software, seinen Dienst zum Test in den Cyberspace stellt, muss wohl ehrlich sein und gut. Realität: So viel zur verkaufspsychologischen Seite. Natürlich hat sich längst herumgesprochen, dass Testversionen auch sonst ganz praktisch sein können, etwa zum Abschöpfen von Daten. Und so muss heute, wer eine Testversion bekommen will, mindestens eine gültige Mail- Adresse abliefern. Die dient selbstverständlich nur dazu, Nutzer rasch über Neuerungen und Produktverbesserungen informieren zu können. Ob das bei einer einmonatigen Testphase sinnvoll ist? Egal, Routiniers pflegen eigens für diesen Zweck angelegte Wegwerfkonten. Wenn aber zusätzlich noch die Anrede, das Alter, die Telefonnummer, die Postadresse und wer weiss, was sonst noch geliefert werden muss, dann hört der Spass bei den meisten mündigen Bürgern auf. Es geht aber noch dreister: Einer der drei grossen internationalen Musik-Streamer verteilte letzthin «kostenlose» Testkonten. Die liessen sich aber nur freischalten, wenn zuvor die Kreditkartennummer hinterlegt wurde. Im Kleingedruckten war zu erfahren, dass sich das Gratiskonto ohne Gegenbericht des Nutzers am Ende automatisch in ein kostenpflichtiges Abonnement umwandeln werde. Und dieses Abonnement werde sich dann jährlich automatisch erneuern. Bauernfängerei nannte man das früher. Auf jeden Fall ist es eine fast perfekte Methode, um einigermassen vernunftbegabte Menschen zu verärgern. Fazit: Testversionen sind gut für die Nutzenden und meist auch fürs Geschäft. Wer es aber mit der Datenernte übertreibt, darf sich nicht wundern, wenn er in Foren und sozialen Medien zerfetzt wird. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_137224 09 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Management & Career Nachgefragt 47 « Von aussen ist oft nicht erkennbar, welches Potenzial eine Firma hat » Der Swiss ICT Investor Club ist auch 2019 wieder Scouting Partner des Digital Economy Awards für die Kategorie «Next Global Hot Thing». Präsident Thomas Dübendorfer sucht in dieser Kategorie diejenigen Tech-Start-ups, die das Zeug dazu haben, die Welt zu verändern. Was es dazu braucht, erklärt er im Interview. Interview: Marc Landis i INFO Der Digital Economy Award zeichnet die digital reifsten Unternehmen der Schweiz und deren innovativsten Projekte aus. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 21. Juni. Die Preisverleihung findet am 28. November 2019 im Zürcher Hallenstadion im festlichen Rahmen mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik statt. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_137384 Thomas Dübendorfer, Gründer, Präsident und Angel Investor, Swiss ICT Investor Club Wie schwierig ist es, für die Kategorie «Next Global Hot Thing» geeignete Kandidaten zu finden, und wo finden Sie diese? Thomas Dübendorfer: Es gibt zwar mehrere tausend Startups in der Schweiz. Um aber die «High Potentials» darunter zu finden, die mit hoher Wahrscheinlichkeit in den nächsten Jahren einen globalen Impact haben können, muss man ein direktes persönliches Netzwerk zu den Firmengründern haben. Nur von aussen ist oft nicht erkennbar, wie schnell eine Firma wirklich wächst und welches Potenzial sie hat. Neue Produkte sind ja erst nach der breiten Markteinführung sichtbar, und was an Innovation tatsächlich vorhanden ist, bleibt oft längere Zeit verborgen. Dadurch, dass der Swiss ICT Investor Club (SICTIC) inzwischen über 250 Investoren und zudem fünf Venture Capital Fonds als Co-Investoren umfasst, die alle in Schweizer Technologie-Start-ups investieren und teilweise auch im Verwaltungsrat sitzen, haben wir den direkten Zugang und können in viele sehr innovative Firmen hineinsehen und das Potenzial frühzeitig erkennen. Wie unterscheiden Sie die «Potentials» von den «Non-Potentials»? Die «Potentials» bauen ein Produkt, welches das Leben vieler Menschen berühren und verbessern wird. Man erkennt sie an der Ambition der Gründer, am hohen Innovationsgrad und am bisher Geleisteten. Das Produkt muss bewiesen haben, dass es fit für einen grossen Markt ist. Bei «Non Potentials» fehlt oft die Leidenschaft der Gründer, das Produkt stiftet nur einen marginalen Nutzen oder es kann sich kaum von bereits im Ausland existierenden Produkten abheben. Was werden Sie im Vergleich zum letzten Jahr an Ihren Scouting-Aktivitäten verändern? Durch unser starkes Wachstum bei der Investoren- Basis und dem steigenden Bekanntheitsgrad von SICTIC aufgrund unserer gut 40 Investments in Start-ups im Jahr 2018 hat sich unser Netzwerk massiv vergrössert. Insofern werden wir zwar die gleichen Kanäle nutzen, erreichen damit aber mehr Start-ups. i DIE JURY In der Kategorie «Next Global Hot Thing» des Digital Economy Awards werden Grossunternehmen, KMUs und aus dem Government-/NPO-Sektor ausgezeichnet. Das sind die Jurymitglieder: ▪▪ Pascal Kaufmann (Jury präsident), Starmind International ▪▪ Stefano Mallè, Microsoft Schweiz ▪▪ Hanspeter Kipfer, Oracle ▪▪ Fabrice Delaye, Bilan ▪▪ Rolf Bischofberger, Switzerland Global Enterprise ▪▪ Robin Guldener, Avrios International ▪▪ Alain D. Bandle, GiG – great idea group ▪▪ Reto Gutmann, Abraxas ▪▪ Florian Büchting, Weidmann Group ▪▪ Dalith Steiger, Swisscognitive Anwendungen welcher Technologien werden zurzeit «heiss» gehandelt, oder anders gefragt: Was muss man entwickeln, dass man in dieser Kategorie Chancen auf den Sieg hat? Technologien, die grosses Potenzial haben, ein bekanntes Problem wesentlich besser zu lösen als mit traditionellen Lösungsansätzen, sind sicher künstliche Intelligenz und Blockchain. Zudem werden in den Bereichen persönliche Mobilität, drahtlose Kommunikation und Augmented/ Mixed/Virtual Reality massive Fortschritte erwartet. Wie kommen Jungunternehmer in der Schweiz an Risikokapital? Welche Voraussetzungen müssen Sie dafür erfüllen? Unternehmer mit einem Produkt-Start-up erhalten ihr erstes Geld ausserhalb der Gründer, deren Familien und Freunden in vielen Fällen von Angel-Investoren, die in mehreren Angel Clubs organisiert sind. Je nach Typ des Start-ups und der Region, wo die Firma domiziliert ist, gibt es auch zahlreiche institutionelle Förderangebote und Stiftungen, die Grants geben. Voraussetzung ist in der Regel ein Team mit mindestens zwei Gründern, eine Business-Idee, die in fünf Jahren etwa fünf Millionen Umsatz erreichen kann, eine Innovation im Kern des Produkts und ein klares Commitment der Gründer zum Start-up für mehrere Jahre. Hilfreich ist auch, wenn das Start-up bereits erste Gespräche mit potenziellen Kunden geführt hat und auch schon ein minimales Produkt entwickelt hat, um den Markt zu testen. Bei SICTIC erhalten die Start-ups in der Regel eine Anschubfinanzierung von 0,5 bis 1,5 Millionen Franken. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 09 / 2019

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