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Netzwoche 9/2019

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08 Business Aktuell

08 Business Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Logitech vermeldet Rekordumsatz lba. Logitech hat Bilanz zum Fiskaljahr 2019 gezogen. Der Umsatz kletterte gemäss Medienmitteilung auf die Rekordmarke von 2,79 Milliarden US-Dollar, der Betriebsgewinn stieg ebenfalls stark an. Besonders gut lief das Gaming- Geschäft, das Smarthome spülte Logitech hingegen wenig Geld in die Kassen. ▸ Webcode DPF8_136947 Google Pay ist neu in der Schweiz verfügbar osc. Google Pay ist in der Schweiz gestartet. Mit der Bezahllösung sollen Kunden im Detailhandel per Android- Handy sowie auf Websites und in Apps einkaufen können, schreibt Google. Mit an Bord ist eine Reihe von Banken und Zahlungsdienstleistern. Der Dienst ist in der Schweiz seit Ende April verfügbar. ▸ Webcode DPF8_136739 Bund verbietet den Kantonen die 5G-Verbote osc. Mehrere Kantone wollen den Aufbau des 5G-Netzes in der Schweiz mit Moratorien stoppen. Gemäss «20 Minuten» haben sie dazu gar keine Kompetenz. Dies hat das Bundesamt für Kommunikation klargestellt. Die Debatte um die nächste Mobilfunk-Generation kommt damit auf Bundesebene an. ▸ Webcode DPF8_137246 SAP kostet Luzerner Kantonsspital Unsumme osc. Wegen der Umstellung auf ein neues SAP-System sind beim Luzerner Kantonsspital Rechnungen von über 100 Millionen Franken liegengeblieben. Der operative Cashflow fiel gemäss «Medinside.ch» dadurch im letzten Jahr tief ins Minus. Welche Gründe für den Stau bei den Rechnungen verantwortlich seien, gehe aus dem Geschäftsbericht des Spitals nicht hervor. ▸ Webcode DPF8_136283 Abraxas kämpft nach Fusion mit Verlusten Reto Gutmann, CEO von Abraxas, muss für 2018 einen Verlust melden. osc. Abraxas hat Zahlen zum Geschäftsjahr 2018 präsentiert. Es ist der erste Geschäftsbericht nach der Fusion mit dem Verwaltungsrechenzentrum St. Gallen (VRSG). Unter dem Strich stehe ein Verlust von 10,7 Millionen Franken, heisst es in einer Mitteilung. Die Fusion von Abraxas und VRSG entwickle sich «weitestgehend wie geplant», schreibt das Unternehmen. Der Nettoerlös habe sich 2018 um rund 2 Prozent auf 182,6 Millionen Franken gesteigert. cka. Wer in den vergangenen drei Jahren in die Digitalisierung investiert hat, erntet jetzt die ersten Erfolge. Schnelleres Umsatzwachstum und ein höherer Reingewinn sind die erfreulichen Folgen, wie Marktforscher IDC in einer Studie zur digitalen Transformation schreibt. Da ist es nicht erstaunlich, dass viele Unternehmen aus aller Welt immer mehr für die digitale Transformation ausgeben. Bis Ende des laufenden Jahres sollen die weltweiten Ausgaben auf fast 1,2 Billionen US-Dollar steigen. Im Vergleich zum Vorjahr seien diese um rund 18 Prozent gewachsen. Investitionen in Hardware und Services machen laut IDC über drei Viertel der Ausgaben im Jahr 2019 aus. Im Servicebereich werden 154 Milliarden Dollar für IT-Services und 102 Milliarden Dollar für Connectivity-Services ausgegeben. Für Software sollen Unternehmen dieses Jahr im Rahmen von Digitalisierungsprojekten rund 253 Milliarden Dollar in die Hand nehmen. Abraxas führt drei Gründe für den Verlust an. Erstens hätten sich 2018 einige laufende Projekte im Steuerbereich nicht wunschgemäss entwickelt. Auf Anfrage teilt das Unternehmen mit, dass es bei einigen Grossprojekten zu erhöhten Aufwänden gekommen sei. Der Verwaltungsrat und das Management hätten Massnahmen zur Stabilisierung ergriffen. Zweitens habe die Fusion von Abraxas und VRSG Kosten von 4,2 Millionen Franken verursacht. Die dritte Ursache sei die mit der Fusion umgestellte Rechnungslegung, die zusätzliche Abschreibungen verursacht habe. «Integrationsarbeiten sind auf Kurs» Der Fusionsprozess habe sich anspruchsvoller gestaltet als erwartet und die Qualität der Dienstleistungen «ungünstig beeinflusst». Die Integrationsarbeiten seien aber auf Kurs und würden 2019 auch finanziell die erwünschte Wirkung zeigen, heisst es weiter. Die grössten Herausforderungen sieht Abraxas in der Dynamik des Marktes und den neuen Möglichkeiten der Digitalisierung. Zudem wandelten sich die Bedürfnisse der Kunden in der öffentlichen Verwaltung stets. Begegnen will das Unternehmen diesen Hürden mit Angeboten, die sich stärker an den Kundenbedürfnissen orientieren. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_136929 Digitalisierung kostet Billionenbeträge Amerikaner investieren am stärksten Die Studie zeigt auch, in welche Richtungen die Ausgaben gehen. Die drei grössten Use Cases sind demnach Autonomic Operations (52 Milliarden Dollar), Roboterfertigungen (45 Milliarden Dollar) und Frachtmanagement (41 Milliarden Dollar). IDC rechnet damit, dass in den nächsten vier Jahren insgesamt 6 Billionen Dollar in die digitale Transformation fliessen werden. Insbesondere im Bereich virtualisierter Laboratorien sollen sich die Ausgaben bis 2022 mehr als verdoppeln. Auch bei den Use Cases Digital Visualization (53,5 Prozent CAGR) und Augmented Design Management (43,9 Prozent CAGR) erwartet IDC ein starkes Wachstum. Am meisten Geld geben amerikanische Firmen aus, Westeuropa trägt rund 19,9 Prozent zu den Ausgaben bei. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_136479 09 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Nachgefragt 09 « Vor lauter Compliance bleibt der tatsächliche Datenschutz häufig auf der Strecke » Seit die Datenschutz-Grundverordnung der EU am 25. Mai 2018 Gültigkeit erlangte, hat sich einiges getan. Datenschutzexperte Martin Steiger erklärt, was die Verordnung in der Schweiz bewirkt und wie weit hiesige KMUs mit der Umsetzung der neuen Richtlinien sind. Interview: Joël Orizet Seit gut einem Jahr ist die EU-DSGVO wirksam. Was hat die Verordnung Ihrer Ansicht nach bewirkt? Martin Steiger: Die Aufmerksamkeit für das Datenschutzrecht ist erheblich gestiegen. Ein Thema, das vor dem 25. Mai 2018 ein Nischendasein fristete, sorgt heute fast jeden Tag für Schlagzeilen. Gleichzeitig hat sich für Unternehmen und alle anderen, die Personendaten im Anwendungsbereich der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union (EU) bearbeiten, der administrative Aufwand erheblich erhöht. Es werden Auftragsverarbeitungsverträge abgeschlossen, Datenschutzerklärungen überarbeitet, EU-Datenschutz-Vertreter benannt und Verarbeitungsverzeichnisse geführt. Vor lauter Compliance bleibt der tatsächliche Datenschutz häufig auf der Strecke. Bislang brachte die DSGVO nicht in erster Linie den betroffenen Personen mehr Datenschutz, sondern vor allem mehr Bürokratie für alle, die Personendaten bearbeiten. Dennoch setzt die DSGVO den neuen weltweiten Standard, denn am Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) als Markt führt kaum ein Weg vorbei. Wie steht es heute um den Datenschutz in der Schweiz? Auf dem Papier ist der Datenschutz in der Schweiz angemessen gewährleistet. Im Gegensatz zur EU gilt in der Schweiz für die Bearbeitung von Daten kein Verbot mit Erlaubnisvorbehalt, sondern eine Erlaubnis mit Verbotsvorbehalt: Was nicht verboten ist, ist erlaubt. Dieser risikobasierte Umgang mit Daten beziehungsweise Informationen hat sich im Informationszeitalter bewährt. Daran möchte die Schweiz auch bei der laufenden Revision des Datenschutzgesetzes (DSG) festhalten, obwohl abgesehen davon viele Elemente der DSGVO übernommen werden sollen. Die Revision soll vor allem sicherstellen, dass die EU das Datenschutzrecht in der Schweiz weiterhin als angemessen anerkennt, sodass der freie Datenverkehr zwischen dem EWR und der Schweiz gewährleistet bleibt. In der Praxis leidet der private Datenschutz in der Schweiz daran, dass betroffene Personen ihre Rechte häufig nicht durchsetzen können. Jede betroffene Person muss selbst Klage erheben. Ein solches Vorgehen braucht persönliche Energie und viel Zeit. Dazu kommen erhebliche Kosten für das Gerichtsverfahren und die Vertretung durch einen spezialisierten Rechtsanwalt. Beim staatlichen Datenschutz ist zu beobachten, dass dieser fortlaufend geschwächt wird, zum Beispiel mit Massenüberwachung der gesamten Bevölkerung ohne Anlass und Verdacht. Wie weit sind Schweizer KMUs mit der Umsetzung der neuen Datenschutzregeln? Der Stand der Umsetzung ist sehr unterschiedlich. Manche KMUs haben noch nicht einmal das bestehende schweizerische Datenschutzrecht umgesetzt, andere hingegen haben aufgrund der DSGVO ein Datenschutzmanagement eingeführt und ihre Compliance sichergestellt. In jedem Fall ist inzwischen fast jedem Schweizer Unternehmen klar, dass es sich verstärkt um den Datenschutz kümmern muss oder müsste. Bei vielen KMUs kam der Anstoss von Geschäftspartnern und Kunden, gerade aus der EU. Die vertragliche Verpflichtung gegenüber einem Kunden oder Lieferanten, das Datenschutzrecht einzuhalten, setzt einen starken Anreiz für Compliance. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_138215 Dossier online auf www.netzwoche.ch/eu-dsgvo « Manche KMUs haben noch nicht einmal das bestehende schweizerische Datenschutzrecht umgesetzt. » Martin Steiger, Anwalt und Unternehmer für Recht im digitalen Raum www.netzwoche.ch © netzmedien ag 09 / 2019

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