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Zukunft-Banking Dezember 2019

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10 NEXT Zukunft Banking BIG THING 01. Dezember 2019 | netzwoche.ch/ZukunftBanking | moneytoday.ch Mit Bitcoin im Business bezahlen Wer privat Bitcoin versenden und auch empfangen will, kann das ziemlich einfach mit einem Wallet tun. Schwieriger wird es, wenn man als Unternehmen Kryptowährungen in seine Geschäftsprozesse einbauen möchte. Das Zuger Beratungsunternehmen inacta entwickelte dafür eine einfache Lösung ohne Wechselkursrisiko. Autor : Marc Landis Marco Bumbacher ( l. ), Managing Partner, und Roger Darin, Head of Blockchain Advisory, inacta Im Mai hat das Zuger Blockchain-Beratungsunternehmen inacta seine Payment- Lösung fürs Bezahlen vor Ort (Point-of- Sales, «POS») in Kryptowährungen lanciert. Damals waren das Luxushotel Dolder Grand in Zürich und der Ferrari-Händler Kessel in Zug die Partner der ersten Stunde für das neue «inapay». Dolder-Direktor Mark Jacob war denn auch begeistert von inapay und schwärmte: «inapay ist wirklich eine Komplettlösung: Es war einfach zu implementieren und fügte sich nahtlos in unsere Arbeitsabläufe ein. Bei inacta fühlten wir uns gut aufgehoben.» VISION 2050 Wie sieht das Banking im Jahre 2050 aus ? Warum spielt Ihre Firma dann noch eine Rolle ? Wertschöpfungsketten werden aufgelöst und neu gebunden: Banken, wie wir sie aus der Zeit vor der Finanzkrise kennen, können in diesem härter regulierten Umfeld mit tieferen Margen nicht mehr bestehen. In der Zwischenzeit ist viel passiert. Seit einigen Wochen ist inapay im App-Store von Apple erhältlich, die Android-App soll demnächst folgen. Laut inacta-Mitgründer und Managing Partner Marco Bumbacher nutzen heute rund 30 handverlesene Akzeptanzstellen wie Hotel, Autohaus, Restaurant, Coiffeur, Bäckerei, Weinhändler, Zahnarzt inapay und nehmen damit Kryptowährungen von ihren Kunden entgegen. «Wir haben bewusst Kooperationspartner aus Branchen ausgewählt, mit denen jeder von uns im täglichen Leben in Kontakt kommt. Damit wollten wir zeigen, dass es möglich ist, heute Wieso ist Ihr Unternehmen spannend für die Generationen Y und Z ? Für die mit digitalen Assistenten aufwachsende Generation hat der Zahlungsprozess nichts mehr mit einer Bank zu tun: Für sie werden mobile Payments genauso natürlich sein wie Kreditkartenzahlungen für vorhergehende Generationen. schon seine Alltagsbesorgungen ausschliesslich mit Bitcoin zu bezahlen», sagt Bumbacher. Dies soll das Krypto-Ökosystem in der Schweiz weiterfördern. Denn je mehr Akzeptanzstellen es für Kryptowährungen gebe, desto weniger Berührungsängste hätten die Menschen. Dies soll den Weg für einen weniger verkrampften Umgang mit den neuen Technologien ebnen. Deshalb legten die Entwickler von inapay ein besonderes Augenmerk auf die möglichst einfache Anwendung. «Nur wenn es einfach ist, benutzen es die Leute auch», erklärt Roger Darin, Head of Blockchain Advisory bei inacta. Zum Aufsetzen von inapay benötigt der Verkäufer oder «Merchant» lediglich seinen Namen und die IBAN-Kontonummer, und schon kann etwa der Kellner im Restaurant Bitcoin mit der inapay-App entgegennehmen. Dieser tippt dann nur noch den gewünschten Betrag, z. B. 100 Franken ein, und der Kunde sendet die entsprechende Anzahl in Bitcoin an die angezeigte Adresse. Mit einem QR- Code, direkt aus seinem Wallet. Die Kryptowährung wird dann automatisch in die gewünschte Währung – Euro oder Schweizer Franken – gewechselt und dem Merchant auf sein Bankkonto überwiesen. «Der Merchant trägt dabei kein Wechselkursrisiko», erklärt Darin, «und er erhält die vollen 100 Franken des Betrages in Fiat- Geld auf sein ganz normales Bankkonto gutgeschrieben. Zudem bezahlt er im Gegensatz zu einer Kreditkartenzahlung auch keine Kommission, wenn er inapay verwendet, eine Eigenschaft, die auch im hart umkämpften Onlinehandel zum Tragen kommt, wo inapay als «Webshop Checkout»-Lösung erhältlich ist. Ganz gratis ist inapay für den Merchant aber nicht. Je nach Transaktionsgrösse bezahlt der Verkäufer eine fixe monatliche Gebühr. Zudem untersteht jeder Händler – unabhängig davon, ob er inapay nutzt oder nicht – den üblichen Bestimmungen zur Geldwäscherei. «Daher gibt es für jeden Händler mit Umsatz von mehr als 5000 Franken pro Jahr einen branchenüblichen Onboardingprozess bei einem unserer Broker-Partner, Bitcoin Suisse in Zug oder Bity in Neuchâtel, sagt Darin. Doch welcher Business-Case steckt hinter inapay? «Die Schweiz ist ein idealer Testmarkt für die globalen Ambitionen von inapay. Einerseits ist die Schweiz neuen Technologien gegenüber aufgeschlossen und andererseits finden wir hierzulande eine eher anspruchsvolle Kundschaft.» Tatsächlich hat inapay aus verschiedenen Ländern Anfragen von interessierten Partnern erhalten. «Im Kern der internationalen Strategie ist die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern, die durch unsere Technologie ihr Netzwerk weiter ausbauen können und so für ihre Kunden einen echten Mehrwert schaffen. Nur so lässt sich das Expansionstempo langfristig hochhalten», erläutert Darin. Aber inacta entwickelt ihr Angebot auch für den lokalen Gebrauch hier in der Schweiz weiter. So ist es etwa möglich, mit der Invoice-Funktion von inapay herkömmliche Rechnungen in Bitcoin zu bezahlen. «Sie können also als Verlag Ihren Lesern etwa ermöglichen, die Rechnung für das Zeitschriften-Abo mit Bitcoin zu begleichen», sagt Darin. Seit der Lancierung im Mai arbeitete inacta fleissig weiter an inapay. Man darf auf die weitere Entwicklung gespannt sein. # BuildingPlatforms Was ist noch geschäftlich, was schon privat ? Am besten, man vernetzt sich nur noch « sozial ». Dies mit dem Ziel, gemeinsam Werte zu erarbeiten und zu teilen. Plattformen können helfen: Sie verbinden nicht nur physisch oder digital, sondern erschaffen völlig neue Geschäftsbereiche. Autor: Philippe A. Naegeli, CEO, GENTWO Philippe A. Naegeli, CEO, GENTWO Plattformen sind von modularer Natur. Werden auf ihnen komplementäre Lösungen offeriert, können anbietende Partner perfekt miteinander interagieren. Weil Plattformen viele zukunftsträchtige Geschäftsmodelle überhaupt erst ermöglichen, gilt auch für die Finanzbranche: Mithilfe von modular zusammengesetzten, zweckorientierten Kernkompetenzen lässt sich ein perfekt wertorientiertes Kundenerlebnis entlang der gesamten Wertschöpfungskette konstruieren. Der Verbriefungsexperte GENTWO baut Plattformen – zusammen mit seinen institutionellen Kunden. In Abhängigkeit der Ausrichtung von Kundenexpertise und jeweiligem Thema ( Bild: GENTWO ) entstehen in der Folge Kooperationen unterschiedlichster Ausgestaltung. Plattformen schaffen Räume für neue Wertschöpfung Dem Ideenreichtum werden keine Grenzen gesetzt. Wie im Rahmen von Fintech-Plattformen neue Werte entstehen, zeigt zum Beispiel die jüngste Kooperation zwischen dem Finanztechnologieunternehmen Stableton und GENTWO, die in ihrer Art einzigartig ist. Dank ihr kann nun eine breitere Investorengruppe von anspruchsvolleren alternativen Anlageformen in bislang ungekanntem Ausmass profitieren. Der Leistungsumfang geht also über die simple Lancierung von herkömmlichen Anlageprodukten hinaus. Neue Assets, die zugänglich geworden sind, beziehen sich auf Bereiche des «Alternative Equity», «marktneutrale Strategien», «Value-added Real Estate» oder auch die Start-up-Branche. Hinzu kommt der Zugang zu fundierten Branchenkenntnissen in Bezug auf die jeweiligen Anlagewerte, wodurch sich die Plattform zusätzlich von herkömmlichen Investitions-, Strukturierungs- und Vertriebsangeboten abhebt. Plattformen erweitern bewährte Geschäftsmodelle Doch GENTWOs bilanzneutrales Verbriefungs-Setup fungiert nicht nur als Wegbereiter, um neue Geschäftsmodelle zu errichten. Auch bewährte Businesses lassen sich Nutzen-orientiert erweitern. Ein Beispiel ist GENTWOs Kooperation mit Interactive Brokers LLC. Gemessen an der Zahl täglicher Durchschnittsumsätze betreibt das grösste US-amerikanische Maklerunternehmen eine der grössten elektronischen Handelsplattformen der Welt. Weil Interactive Brokers LLC durch die Nutzung von GENTWOs Infrastruktur flexiblere und kostengünstigere Lösungen für bestimmte Zertifikate und deren Handel bietet, konnte Finanzintermediären eine verbreiterte Infrastruktur zur Verbriefung von Vermögenswerten zur Verfügung gestellt werden. Asset Rush : eine Plattform, um Ideen und Werte zu teilen Plattformen weisen also nicht nur die Kraft auf, neue Märkte zu erschaffen, sondern auch bestehende, bereits starke Märkte nochmals zu verstärken. Für den Erfolg entscheidend ist die Art der Zusammenarbeit. Sie sollte rein zweckgebunden sein und auch nachhaltig gelebt werden. Funktionieren kann dies nur über einen regen inhaltlichen Austausch zwischen Innovatoren. Im Mai 2019 wurde dazu schon zum zweiten Mal der Community-Event «Asset Rush» veranstaltet. Eine wertschöpfende Kommunikations-Plattform, auf der unterschiedlichste Marktakteure aufeinander treffen, um Werte in Form von neuen Ideen zu erarbeiten und zu teilen. Der überwältigende Erfolg der Asset-Rush-Eventreihe zeigt: Es ist nicht nur ein Bedürfnis für Modularität und Gemeinschaft vorhanden. Auch der Wille, aktiv zu partizipieren, ist bei vielen Marktakteuren lebendig. Und Asset Rush geht bereits in seine dritte Runde. Er findet am 7. Januar 2020 im Kaufleuten-Festsaal in Zürich statt. Die Devise diesmal: #BuildingPlatforms. Gemeinsam werden wir wieder neue Ideen und Werte teilen – und Plattformen bauen. Finanzintermediäre – Asset Manager, Bankenvertreter, Family Offices –, aber auch Finfluencer und andere interessierte Akteure des Finanzmarkts sind herzlich eingeladen, sich auf der GENTWO-Webseite unter www.g2fp.com anzumelden und die Zukunft des Finanzmarktes mitzugestalten. VISION GENTWO Wie sieht das Banking im Jahre 2050 aus ? Warum spielt Ihre Firma dann noch eine Rolle ? Dominante Newcomer – Technologieunternehmen, die Zweckfunktionen ausüben – werden Geschäfts- und Vergütungsmodelle verändern. Das Transaktionsmodell der Zukunft wird nicht mehr auf Gebühren, sondern auf Informationen basieren. Da rein zweckorientierte Businessmodelle Innovation ermöglichen, wird auch die Wichtigkeit modularer Off-Balance-Sheet- Lösungen zunehmen. Als Pionier profitieren wir von diesem Trend. Wieso ist Ihr Unternehmen spannend für die Generationen Y und Z ? Die Generationen Y und Z denken vernetzt und haben den Mut, relevante Ökosysteme zu entwickeln. Zweckorientierung fordern sie dabei bedingungslos ein. Bei GENTWO arbeiten wir gesamtheitlich und fördern die Individualität innerhalb von Ökosytemen – für mehr Unabhängigkeit, Effizenz und eine höhere Wertschöpfung.

01. Dezember 2019 | netzwoche.ch/ZukunftBanking | moneytoday.ch Zukunft Banking DIGITALISIERUNG IST CHEFSACHE #mastercard 11 « In den letzten fünf Jahren gab es mehr Innovation als in den 30 Jahren davor » Mastercard ist in der Schweiz der führende Anbieter für Zahlungssysteme / Zahlungskarten. Wie sich das Unternehmen in Zeiten der digitalen Transformation für die Zukunft rüstet, erklärt Dr. Daniela Massaro, Country-Managerin von Mastercard Schweiz. Interview: Marc Landis, Redaktion: Colin Wallace Sie haben im Sommer 2018 die Funktion der Country-Managerin von Mastercard übernommen. Welche waren die wichtigsten Aufgaben, die sie sogleich angepackt haben? Daniela Massaro: Mastercard hat die Vision, Zahlungsmethoden jenseits von Bargeld zu entwickeln, die einfach, sicher, schnell und bequem für unsere Kunden sind. Dafür setzen wir stark auf Partnerschaften. Gleich nach meinem Antritt habe ich unter anderem das Gespräch mit diesen Partnern gesucht. Ich wollte verstehen, was ihre Bedürfnisse sind, welche Strategien sie verfolgen und wie wir sie dabei unterstützen können. Auf interner Seite habe ich geschaut, ob wir in Zürich die richtigen Ressourcen haben, um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden. Wie gestaltet Mastercard als Kreditkartenunternehmen seine eigene digitale Entwicklung? Im Kern sind wir ein Technologie-Unternehmen. Innovation war schon immer einer der zentralen Kernwerte von Mastercard, wobei wir auch einen wertorientierten Ansatz verfolgen. Dies mit dem Ziel, die von uns entwickelten Lösungen und Dienstleistungen zu nutzen, um Transaktionen schneller, einfacher, komfortabler und sicherer zu gestalten. Technik ist unser Treiber. In den letzten fünf Jahren gab es in der Finanzindustrie mehr Innovation als in den 30 Jahren davor. Diese neuen Technologien stellen wir unseren Partnern in Form von Dienstleistungen zur Verfügung. Inwiefern ermöglicht Mastercard als Enabler die digitale Innovation in Unternehmen? Und welche digitalen Innovationen gibt es innerhalb des Unternehmens? Die Innovationskraft von Mastercard basiert auf drei Säulen: das klassische Kerngeschäft, unsere Innovationslabors und Co-Creation, sprich die Zusammenarbeit mit vielen verschiedenen Partnern, die Ideen und Fachwissen von aussen einbringen. Das richtige Zusammenspiel dieser drei Säulen ermöglicht es uns, neue sinnvolle Lösungen zu entwickeln. In unserer Branche ist es eine Notwendigkeit, stetig neue Wege zu entwickeln und zu begehen. Nur so erhalten wir unsere Wettbewerbsfähigkeit. Wir revitalisieren bestehende Technologieangebote und entwickeln neue Lösungen, die den branchenspezifischen Herausforderungen gerecht werden. Dabei reicht es nicht aus, lediglich die Technik zu beherrschen. Konsumenten wollen in einer digitalen Welt Convenience, also eine gute User Experience, Sicherheit, Kontrolle und Privatsphäre. Als Mastercard ist es unsere Pflicht, Partnern, Händlern und Banken die richtigen Lösungen zu liefern und diese zu ermöglichen. In unseren Mastercard Labs, die wir weltweit unterhalten, forschen Fachspezialisten an neuen Ideen. Dabei nehmen sie eine langfristige Sicht auf die Branche ein und denken darüber nach, wie Komfort in Zukunft aussehen wird. Die Labore skalieren neue technologische Innovationen in den Bereichen Sicherheit, Schutz, digitale Identitätsauthentifizierung und Financial Inclusion. Des Weiteren bieten wir die Labors auch unseren Partnern an, also quasi Labs-as-a-Service. Wir zeigen unseren Partnern etwa, wie man Ideen in fünf Tagen zu einem konkreten Produkt umsetzt. Mastercard konnte seine Innovationsfähigkeit durch Partnerschaften und der Bündelung von Ideenquellen steigern, weshalb wir Co-Creation als dritte Säule definiert haben. Die vernetzte digitale Gesellschaft zwingt Unternehmen, den Blick über das Unternehmen hinaus zu richten, hin zu Menschen, Netzwerken, Beziehungen und Plattformen. Die Einbringung von Ideen von aussen sowie die Zusammenarbeit in verschiedenen Innovationskonsortien zum Austausch von Best Practices hilft uns, eine gemeinsame Vision davon zu entwickeln, wie Lösungen der Zukunft aussehen werden. Indem wir unsere Prozessbasis veränderten und relevante Partner miteinbezogen haben, konnten wir unsere Wertschöpfung verbessern. So konnten wir neue und optimierte Durchbruchstrategien formulieren, überzeugende Angebote gestalten, Transformationen von Managementprozessen besser verstehen und somit die Senkung von Risiken und Kosten erwirken, was letztendlich auch zu einer Steigerung von Marktanteilen und der Loyalität im Markt bewirkte. Ein Beispiel hierfür ist die Apple Card, die in den USA seit August erhältlich ist. Für dieses Produkt haben wir mit Apple und Goldman Sachs zusammengearbeitet. Wie gestaltet Mastercard die digitale Transformation der Finanzindustrie mit? Heute reicht es nicht mehr, nur eine disruptive Lösung zu haben. Erst das erfolgreiche Zusammenspiel von Convenience, Sicherheit, Echtzeit-Kontrolle und Datensicherheit bringen Konsumenten von heute dazu, eine neue Dienstleistung nutzen zu wollen. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, entwickelten wir die Debit Mastercard ( DMC ). Das Prinzip ist einfach : Die neue DMC profitiert von allen Akzeptanzvorteilen einer Mastercard und vereint die beliebte Funktionsweise einer kontogebundenen Maestro mit der Fähigkeit, auch im E-Commerce-Bereich oder mobil einzukaufen. Mit solch innovativen Produkten sichern wir unseren Karten-herausgebenden Banken einen umfassenden und einfach implementierbaren Auftritt für deren digitale Lösungen verbunden mit einem optimierten Produkt. Ein weiterer Treiber für die digitale Transformation ist « Start Path ». Mit « Start Path » haben wir ein Programm ins Leben gerufen mit dem Ziel, viel versprechende Start-ups auf der ganzen Welt zu identifizieren und zu unterstützen. Welche Chancen sehen Sie für die sogenannten Neo-Banken, im Markt zu bestehen? Mastercard ist Partner von mehr als 60 Digitalbanken in ganz Europa, das sind mehr als doppelt so viele wie noch vor zwei Jahren. Generell gilt aber: Konsumenten von heute wünschen sich Sicherheit und Komfort im Nutzererlebnis am meisten und zeigen sich gegenüber digitalen Produkten dann aufgeschlossen, wenn diese Prämissen gegeben und weiter ausgebaut werden. Mit unserer technologischen Expertise, der globalen Infrastruktur, entsprechenden Produkten sowie unserem weltweiten Zugang zu Finanzinstitutionen unterstützen wir digitale genauso wie traditionelle Banken dabei, kundenorientierte, bequeme und sichere Lösungen heute und in der Zukunft anzubieten. Wichtig ist: Mobil wird immer wichtiger, weshalb wir unseren Bankenpartnern Digital-First-Lösungen anbieten. Nutzer können so in wenigen Schritten digital eine Karte beantragen und kurz darauf für Einkäufe einsetzen. Im Sommer dieses Jahres haben wir eine Studie zu Digital Banking durchgeführt. In der Schweiz nutzten demzufolge 61 Prozent der Befragten eine Mobile App einer klassischen Bank, 14 Prozent der Befragten nutzten bereits Apps von Digitalbanken. 39 Prozent können sich vorstellen, zu einer «Die Debit Mastercard profitiert von allen Akzeptanzvorteilen einer Mastercard und vereint die Funktionsweise einer Maestro mit der Fähigkeit, auch online und per Mobile einzukaufen.» Dr. Daniela Massaro, Country-Managerin, Mastercard Schweiz Digital Mindset Auf einer Skala von 0 bis 10 : — 9 — — 10 — Wie digital fit sind Sie ? Wie digital fit ist Ihr Unternehmen ? — 8 — — 10 — Wie sehr werden neue Technologien ( wie Blockchain, AI, Machine Learning, AR / VR ) die Branche verändern ? Wie sehr möchten Sie als Opinion Leader in diese neuen Technologien für die Zukunft investieren ? Digitalbank zu wechseln, unter jüngeren Befragten sind es sogar 48 Prozent. Grund dafür ist die verstärkte Nutzung von digitalen Banking-Dienstleistungen und Apps, womit Konsumenten von heute auch von den etablierten Banken erwarten, dass sie ähnliche Services anbieten können. Schauen Sie sich die Bankenwelt in Grossbritannien an. Im Jahr 2010 gab es nach anhaltender Konsolidierung noch sechs traditionelle Banken. Seither fand eine Trendwende statt: Zahlreiche Fintechs und Challenger-Banken sind entstanden, und London ist seit 2018 der grösste Tech-Hub Europas. Diese Banken orientieren sich konsequent nach der Kundenexperience und nutzen regulatorische Anpassungen zu ihrem Vorteil. Wie beurteilen Sie die Zukunft von Bezahlkarten? Der Trend zeigt eindeutig in Richtung Mobile Payment, womit wir davon ausgehen, dass das Plastik irgendwann verschwinden wird und Konsumenten ihre Bezahllösungen auf mobilen Geräten tragen werden. Für uns ist die physische Karte lediglich ein Träger für die ganze Technologie, der nun nach und nach abgelöst wird. Die Entwicklungen im Bereich Internet of Things (IoT) und Card on File schreiten rasant voran. Es liegt nicht mehr in ferner Zukunft, dass unser Auto nach der Tankfüllung oder dem Besuch im Parkhaus selbstständig bezahlen wird oder dass wir keinen Geldbeutel mehr mit uns tragen müssen, weil Bezahllösungen wie Apple Pay, Samsung Pay u.v.m. bereits jetzt auf mobilen Endgeräten, sprich Handys, Smartwatches und Wearables jeglicher Art verfügbar sind. Wie sehen Sie die Zukunft des Schweizer Finanzplatzes? Welche Veränderungen stehen mittel- und langfristig ins Haus ? Langfristig wird sich der Trend von Mobile First und IoT für alle Beteiligten im System durchsetzen. Konsumenten von heute wünschen sich, dass ihre Dienste überall verfügbar und einfach zu bedienen sind, Echtzeit-Kostenkontrolle und -transparenz sowie mehr Flexibilität. Dieser Trend bedeutet eine grosse Herausforderung im digitalen Bereich für die traditionellen Institute. Gleichzeitig gelten Banken in der Schweiz immer noch als die vertrauenswürdigste Informationsquelle, wenn es um den Umgang mit und die Verwaltung von Kapital geht: Unsere Digital-Banking-Studie zeigte, dass mehr als zwei Drittel der Schweizer Banken nach wie vor die bevorzugte Anlaufstelle sind, was die starke Kompetenz im Bereich Beratung und Services widerspiegelt. VISION 2050 Wie sieht das Banking im Jahre 2050 aus ? Warum spielt Ihre Firma dann noch eine Rolle ? Technik ist der Treiber für unsere Innovationen. Daher werden wir auch zukünftig Shaper in diesem Bereich bleiben und neue Entwicklungen vorantreiben. Wieso ist Ihr Unternehmen spannend für die Generationen Y und Z ? Wir sind ein internationales Unternehmen. So haben wir natürlich eine grosse Diversität innerhalb des Unternehmens, und diese Diversity leben wir auch. Sie bildet auch zu einem gewissen Grad die Basis für Innovationen, da die Diversität unseren Horizont erweitert und uns ermöglicht, neue Blickwinkel und Standpunkte zu finden. Das macht uns attraktiv für alle Generationen.

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